Warum die schwedische Massage für Sportler so wertvoll ist

Die klassische Massage, auch schwedische Massage genannt, ist die weltweit wohl bekannteste und beliebteste Form der Körpermassage. Für Sie als Personal Trainer ist es sinnvoll, sich einige der klassischen Massagetechniken im Rahmen einer Ausbildung zum Masseur anzueignen.

Die Wurzeln der klassischen Massagetechniken

Die klassische Massage ist kein Phänomen der modernen Wellness-Kultur, sondern entstammt einer langen Tradition als uralte Heilkunst. Schon die Römer, Ägypter und sogar die Olympioniken im alten Griechenland wussten vor mehr als 2.000 Jahren um den Nutzen von Körpermassagen als Heilmethode und Entspannungsmaßnahme nach körperlicher Anstrengung. Nichtsdestotrotz liegen die Wurzeln der Behandlung in Ostasien, wo um 2.000 vor Christus bereits die Leibärzte der chinesischen Herrscher auf spezielle Massagetechniken zurückgriffen, um ihren Monarchen vital zu halten. Mit dem Untergang der klassischen Antike ging auch die Bäderkultur aus dem Mittelmeerraum für lange Zeit verloren. Der schwedische Professor Pehr Henrik Ling förderte das uralte Wissen schließlich wieder zutage.

Dabei entwickelte er auch die fünf zentralen Handgriffe der klassischen Massage, weshalb man diese weithin auch als schwedische Massage bezeichnet. Im Jahr 1813 gründete Ling mit dem »Zentralinstitut für Heilgymnastik und Massage« eine der ersten Einrichtungen, die sich der neuen Technik verschrieben hatten. Medizinisch bestätigt wurde die von Ling entscheidend geprägte klassische Massagetechnik Ende des 19. Jahrhunderts durch die Mediziner Johann Georg Mezger und Prof. Dr. Hoffa. Ehemals wurden Massagen nur von Ärzten durchgeführt, heute ist das die Aufgabe von Masseuren, Physiotherapeuten und Fitness-Trainern mit entsprechender Ausbildung.

Welche Techniken werden bei der klassischen Massage eingesetzt?

Die von Professor Pehr Henrik Ling entwickelten Techniken haben sich über die letzten gut 200 Jahre erhalten und bewährt. Die fünf Handgriffe, die Sie im Rahmen einer Ausbildung an der SWAV-Akademie erlernen, sind:

  • Streichen
  • Kneten
  • Reiben
  • Klopfen
  • Erschüttern

Jede dieser Techniken, die sowohl im Zuge einer Ganzkörpermassage als auch ausschließlich lokal angewendet werden können, hat dabei ihre ganz eigenen Eigenschaften. [list] [*]

Streichen (Effleurage)

Die gleichmäßigen Streichbewegungen können sowohl auf den Gliedmaßen als auch auf dem Rücken oder dem Nacken ausgeführt werden. Die in Richtung des Herzens ausgeführten Striche bewirken die Anregung der Durchblutung sowie die Beschleunigung des Lymphflusses. Durch die richtige Dosierung des Drucks von sanft bis stark kann der Masseur die Intensität zudem gut dosieren. [*]

Kneten (Petrissage)

Beim Kneten wird die Muskulatur durch das Verschieben und Gegeneinanderschieben der Muskeln abwechselnd gedehnt und entspannt. Da sich die Muskulatur dadurch auflockert, kommt die Knettechnik oft im Bereich des Sports zum Einsatz, wenn es Muskelverspannungen und Verhärtungen zu lösen gilt. [*]

Reiben (Friktion)

Das Reiben, auch Friktion genannt, ist eine sehr feinfühlige Technik, die in kreisenden Bewegungen auf der Hautoberfläche ausgeführt wird. Durch die Druckvariation unter Zuhilfenahme der Handflächen, Handballen, Daumen oder Fingerkuppen dosiert der Masseur die Druckintensität, die zur Entspannung verhärteter Muskulatur beiträgt. Hauptsächlich sorgt die Reibung jedoch für eine Aktivierung der lokalen Durchblutung, sodass das Gewebe mit Nährstoffen versorgt werden kann und Schlackestoffe hinausbefördert werden. [*]

Klopfen (Tapotement)

Ebenso durchblutungsfördernd wirken die Klopfbewegungen, die je nach Körperregion und Ziel mit der flachen Hand, den Fingern oder der Handkante ausgeführt werden. Diese Vorgehensweise reduziert den Muskeltonus und sorgt darüber hinaus für eine Aktivierung des Nervensystems, wovon auch Sportler in besonderem Maße profitieren. [*]

Erschüttern (Virabtion)

Indem der Masseur mit Hilfe seiner auf dem Körper aufgelegten Hände Vibrationen erzeugt, lockert er die Muskulatur und das umliegende Gewebe, was mitunter auch krampflösend wirkt. Die durch sogenanntes rhythmisches Muskelzittern erzeugten Erschütterungen tragen ebenfalls dazu bei, Stoffwechselablagerungen aus dem Gewebe zu entfernen. [/list]

Die Wirksamkeit schwedischer Massagen im Sport

Wissenschaftlich fundierte Nachweise über die tatsächliche Wirksamkeit der Massagen für die muskuläre Regeneration, wie die Verletzungsprophylaxe, blieben zunächst aus. Eine im US-Fachjournal »Science Translation Medicine« veröffentlichte Studie der McMaster-University aus der kanadischen Provinz Ontario konnte die Wirksamkeit nun allerdings nachweisen: Im Rahmen eines Versuchs wurden Sportler auf ein Rad-Ergometer gesetzt und sollten eine hochintensive Trainingseinheit absolvieren. Nach dem Training rieben die Versuchsleiter jeweils einen Oberschenkel mit Massageöl ein und massierten die Teilnehmer für zehn Minuten, während der andere Oberschenkel unbehandelt blieb. Im direkten Anschluss an die Massage sowie zweieinhalb Stunden später nahm man per Biopsie eine Gewebeprobe aus der Muskulatur beider Oberschenkel.

Das durchaus überraschende Ergebnis brachte ans Licht, dass die Massagen dazu beigetrugen, die Entzündungsindikatoren, die unter anderem durch muskuläre Mikrorisse während des Trainings entstehen, deutlich zu reduzieren. Interessanterweise stelle man auch fest, dass sich in der Oberschenkelmuskulatur Substanzen nachweisen ließen, die die Produktion neuer Mitochondrien ankurbeln. Damit decken sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse mit dem Gefühl vieler Sportler, dass eine qualifiziert ausgeführte Massage die Muskulatur nicht nur lockert, sondern auch die Regenerationszeit verkürzt. Für Fitnesstrainer ist es sinnvoll, diese Techniken zu beherrschen und damit eine Rundumbetreuung für Leistungssportler anbieten zu können.

Was Massagen nicht leisten können

Das Massieren hilft zwar dabei, Verspannungen zu lösen und diesen vorzubeugen, Schlackestoffe aus der Muskulatur zu entfernen und die Reproduktion von Mitochondrien anzuregen - eines vermag sie jedoch nicht. Anders als es viele glauben, sind Massagen nicht dazu in der Lage, die ermüdeten Muskeln von Milchsäure zu befreien, die man lange Zeit als Auslöser für den Muskelkater in Verdacht hatte. Da dieser aber nachgewiesenermaßen durch belastungsbedingte Mikrotraumen in der Muskulatur verursacht wird, ist das auch nicht weiter schlimm. Denn das Laktat baut sich von ganz alleine ab, während die Massagen die entzündliche Reaktion, die auf die Mikrotraumen folgt, dämpfen und damit den Muskelkater mildern.

Fazit

Die Förderung der Regeneration im Sport ist von zentraler Bedeutung, sodass es für Sie als Personal Trainer sinnvoll ist, die traditionellen Massagetechniken anwenden zu können, um Ihren Klienten dadurch ein Rundum-Paket anbieten zu können.

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