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Akupunktur-Massage - Blockaden lösen, Energiefluss anregen

Die Geschichte der Akupunktur

Das Wort Akupunktur kommt aus dem Chinesischen und bedeutet soviel wie »mit der Nadel stechen«. Dieser Nebenzweig der traditionellen chinesischen Medizin ist mehr als 2.500 Jahre alt und entstammt in seiner ältesten schriftlich festgehaltenen Ausprägung der weltberühmten Sammlung medizinischer Schriften des Medicus Huangdi Neijing, die unter dem Namen »Innere Klassiker des Gelben Kaisers« Bekanntheit erlangte. Ehemals mit Nadeln aus fein bearbeitetem Stein durchgeführt, wurden die Technik und die Materialien bis ins chinesische Mittelalter hinein verfeinert. Bereits im Jahr 1341 kannte man 349 Akupunkturpunkte, die größtenteils bis heute in der Akupunktur-Topologie zu finden sind.

Ihren Weg nach Europa trat die Behandlungsmethode im frühen 17. Jahrhundert an, als portugiesische Missionare davon berichteten. Nach den vergeblichen Versuchen der niederländischen Ärzte Willem ten Rhijne und Engelbert Kaempfer, die Akupunktur in Europa zu etablieren, dauerte es noch bis ins 19. Jahrhundert, bis erste anerkannte Akupunkturpraxen auf dem Kontinent und den USA entstanden.

Das Konzept der Akupunktur

Im Zentrum der Akupunktur steht die Lebensenergie Qi, die durch zahlreiche sogenannte Meridiane durch den Körper fließt und für das Gleichgewicht im Organismus sowie für die Selbstheilungskräfte verantwortlich ist. Die Akupunkturnadeln werden eingesetzt, um die Meridiane an diversen Reizpunkten zu stimulieren und damit physiologische Mechanismen zu aktivieren. Das Einstechen der feinen Nadeln führt in Abhängigkeit von den jeweiligen Reizpunkten zur Ausschüttung von Endorphinen und Neurotransmittern die schmerzlindernd und regenerierend wirken. Darüber hinaus entfaltet die Aktivierung der Reizpunkte über reflexive Bögen auch eine indirekte Wirkung auf innere Organe, sodass nach der traditionellen chinesischen Lesart auch innere Beschwerden gelindert werden können.

Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin

Obwohl die Ansichten, die die chinesischen Ärzte vor über 2.000 Jahren über den menschlichen Körper und dessen Funktionieren hatten, aus heutiger Sicht reichlich fantasievoll wirken, konnte die Wirkung der Akupunktur durch die Schulmedizin mittlerweile belegt werden. Nach Ansicht der Naturwissenschaft und der evidenzbasierten Medizin ist die Wirkung der Akupunktur und damit auch die Wirkung der Akupunktur-Massage auf die Reizung konkreter neurologischer Punkte zurückzuführen, die wiederum direkte Stoffwechselprozesse anregen. Woher die Gelehrten im Alten China diese Erkenntnisse hatten, ist allerdings bis dato unbekannt.

Studientechnisch belegt ist hingegen, dass die Stimulation der Reizpunkte mit Akupunkturnadeln zu einer vermehrten Ausschüttung von Adenosin und Glückshormonen führt. Das wiederum erklärt die zahlreichen positiven Effekte auf die menschliche Psyche und damit auch die Rückkopplung auf körperliche Empfindungen. Nicht zuletzt durch diese Erkenntnisse erfreut sich die Akupunktur-Massage bei vielen Masseuren, die auf die fernöstliche Weise massieren lernen wollen, immer größerer Beliebtheit.

Durchführung der traditionellen Akupunktur

Im Anschluss an ein eingehendes Gespräch, in dessen Rahmen eventuell vorhandene Beschwerden und weitere Aspekte besprochen werden, erfolgt die eigentliche Behandlung. Bei einer solchen Sitzung legt sich der zu Behandelnde entspannt auf eine vorbereitete Massageliege, sodass er sich seelisch fallen lassen kann. Auf Basis der festgestellten Blockaden erfolgt das Einstechen der feinen Akupunkturnadeln an den betreffenden Reizpunkten, wobei die Maxime gilt, dass nur so viele Reizpunkte wie unbedingt nötig aktiviert werden.

Diese Zahl liegt in der Regel zwischen 16 und 20 und wird nur in seltenen Fällen höher angesetzt. Ein weiteres Element der Akupunktur ist die leichte Massage der unmittelbaren Umgebung der Einstichstellen, um die lokale Durchblutung anzuregen. Nach circa 20 bis 30 Minuten wird die Behandlung schließlich mit dem Entfernen der Nadeln beendet.

Indikationen für die Akupunktur

Mit Zunahme der Forschungsergebnisse, die der Akupunktur eine gewisse Wirksamkeit unter diversen Umständen zusprachen, entwickelte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits zu Beginn der 2000er-Jahre eine Liste von 28 Indikationen, bei denen die Akupunktur zu den empfohlenen Therapieformen zählt. Darunter befinden sich unter anderem:

  • Behandlung von Schmerzen nach Zahnextraktionen
  • Augenerkrankungen wie zentrale Retinitis [*]Linderung neurologischer Störungen nach Schlaganfällen
  • anhaltende Ein- und Durchschlafstörungen
  • Chronische Magengeschwüre
  • Schwierigkeiten mit der Verdauung
  • Erkrankungen des Atmungssystems wie Nasennebenhöhlenentzündungen
  • saisonaler Heuschnupfen
  • Akupunktur zur Geburtsvorbereitung

Nebenwirkungen der Akupunktur

Bei einer fach- und sachgerechten Behandlung, die durch eine gründliche Akupunktur- und Masseur-Ausbildung gewährleistet wird, sind nur wenige nennenswerte Nebenwirkungen zu erwarten. Hauptsächlich betrifft dies den Austritt von kleineren Blutstropfen oder die Ausbildung von Hämatomen an den Einstichstellen. Deutlich seltener sind neurologische Effekte wie etwa kurzfristige Taubheitsgefühle oder das Auftreten von Schwindelgefühlen, wenn bestimmte Reizpunkte und Reizpunktkombinationen gleichzeitig mit Nadeln versehen werden.

Wann sollte auf eine Akupunkturbehandlung verzichtet werden

Die Stimulation des zentralen Nervensystems ist aus unterschiedlichsten Gründen nicht für jedermann geeignet:

  • akute Hauterkrankungen wie Dermatitis, Ekzeme oder Nesselsucht
  • diagnostizierte Epilepsie
  • frische Verletzungen wie offene Wunden oder Knochenbrüche
  • vorhandene Tumore
  • bestimmte neuronale Erkrankungen, die das Schmerzempfinden beeinträchtigen
  • Einnahme von Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen
  • zu niedriger Blutdruck (Kollapsgefahr)
  • bei ansteckenden Krankheiten

Für alle Klienten, denen medizinische Kontraindikationen eine Akupunkturbehandlung verwehren, bietet sich die Akupunktur-Massage als Alternativbehandlung an, die eine ähnliche Wirkung erzielt, aber gänzlich ohne Nadeln auskommt. Damit ist die Akupunktur-Massage auch ein interessantes Betätigungsfeld für angehende Fachpraktiker für Massage, Wellness und Prävention, die sich parallel zu ihrer Masseur-Ausbildung in Richtung fernöstliche Heil- und Massagetechniken spezialisieren möchten.

Grundlagen der Akupunktur-Massage

Die Akupunktur-Massage, kurz APM, wurde in den frühen 1950er-Jahren durch den deutschen Masseur und Bademeister Willy Penzel entwickelt und in ihrer heutigen Form schließlich nach ihm benannt. Das Behandlungsverfahren erinnert stark an die chinesische Tuina-Massage und zielt darauf ab, die chinesische Medizin mit einer logischen Systematik im Sinne der westlichen Behandlungsmethodik zu versehen. Prinzipiell basiert die Behandlung auf dem chinesischen Verständnis der Lebensenergie, dem sogenannten Qi. Wer seine Ausbildung zum Masseur in dieser Hinsicht erweitern möchte, sollte ein grundlegendes Vertrauen in diese uralten Techniken mitbringen, die auf dem Prinzip von Energiekreisläufen im Organismus gründen.

Behandlung nach energetischen Mustern

Grundsätzlich basiert die Akupunktur-Massage auf dem Konzept von energiedurchflossenen Akupunkturmeridianen, die den gesamten Körper durchfließen und von Zeit zu Zeit Ungleichgewichte aufweisen, die zu Beschwerden führen. Im Rahmen einer Akupunktur-Massage-Ausbildung lernen angehende Praktiker also zunächst die Grundzüge der Akupunktur kennen, um die Energieflüsse im Körper gezielt erkennen, anregen und Blockaden lösen zu können.

Anders als bei der traditionellen Akupunktur wird bei der Akupunktur-Massage nicht mit Nadeln, sondern mit den Händen und sogenannten Akupunkturköpfchen gearbeitet, mit denen die Energiebahnen und Akupunkturpunkte stimuliert werden. Da die Haut bei dieser Behandlungstechnik also nicht durch Nadelstiche verletzt wird, bleibt die Durchführung der Akupunktur-Massage nicht nur Medizinern vorbehalten. Auch

  • Masseure,
  • medizinische Bademeister,
  • Fachpraktiker,
  • Hebammen,
  • Physiotherapeuten,
  • Krankenpflegepersonal

und sogar fachliche Laien können diese Art der Massage lernen. Im Zentrum der Ausbildung stehen vor allem die verschiedenen energetischen Muster, die unterschiedlichste Beschwerden verursachen können. Anspruchsvoll ist dies insbesondere, da es verschiedene Energiemuster zu erkennen gilt, um eine gezielte Behandlung durchführen zu können. Es gibt beispielsweise zehn Arten von Kopfschmerzen, die zehn verschiedene Energiemuster zeigen.

Durchführung der Akupunktur-Massage

Bevor die eigentliche Massage beginnt, muss die energetische Situation im Körper des Klienten analysiert werden, sodass Störungen des Energieflusses lokalisiert werden können. Dies geschieht durch das Bestreichen der Haut mit den Fingern, wobei ein raues Hautempfinden auf einen Energiestau hindeutet und ein widerstandsloses, auch glattes Hautempfinden für eine lokale Energieleere spricht. Um diese minimalen Hautreaktionen zu spüren, ist ein hohes Maß an Erfahrung und Fingerspitzengefühl nötig, das während der Masseur-Ausbildung in besonderem Maße im Fokus steht.

Eine alternative Methode zur Beurteilung der energetischen Situation des Klienten ist die Ohrakupunktur, die ebenfalls der chinesischen Medizin entlehnt ist. Auch diese Technik lernen angehende Masseure im entsprechenden Massagekurs, denn um die über 100 Reflexzonen des Ohres kennenzulernen, bedarf es einiger Einarbeitungszeit. Jeder dieser Reflexpunkte repräsentiert dabei eine bestimmte Körperregion oder ein Organ, sodass mit Hilfe der Ohrakupunktur auch potenzielle energetische Störungen erkannt werden können.

Für einen Energieausgleich sorgen

Sobald der energetische Status des Patienten erhoben wurde, beginnt die eigentliche Massage durch das gezielte Bestreichen der Energiebahnen. Konzentrieren sich beispielsweise Beschwerden im Bereich der Körperrückseite, werden Energiemeridiane an der Körpervorderseite stimuliert. Diese Behandlung basiert auf der Annahme, dass es sich um ein Kreislaufsystem handelt, das durch die Behandlung dahingehend beeinflusst werden kann, dass überschüssige Energie aus einer Körperpartie dorthin geleitet wird, wo ein Energiemangel herrscht.

Durchführung in der Praxis

Im Rahmen der Akupunktur-Massage-Ausbildung lernen Sie, wie Sie mit den speziellen Massagestiften aus Metall umgehen, mit denen die Akupunkturpunkte stimuliert werden. Diese Stimulation wird am liegenden und weitgehend entkleideten Patienten vorgenommen, indem Sie mit dem gut 3 Millimeter großen Kopf des Massagestiftes entlang der Meridiane streichen. Die Streichungen zielen darauf ab, die Meridiane mit Energie zu füllen, und werden durch gezielte Druckreize ergänzt. Wie genau diese Reize zu setzen sind, lernen Sie ebenfalls in einem umfangreichen Akupunktur-Massagekurs.

Indikationen und Kontraindikationen

Die Anwendung der APM empfiehlt sich sowohl im Wellness-Bereich zur allgemeinen Harmonisierung von Körper und Geist sowie bei diversen Beschwerden. Dazu zählen unter anderem:

  • muskuläre Verspannungen,
  • psychosomatische Erkrankungen,
  • Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparats
  • bei Nadelphobien (als Alternativbehandlung zur Akupunktur)
  • bei anderweitigen Kontraindikationen, die keine konventionelle Akupunktur zulassen

sowie bei diversen funktionalen Störungen ohne Organschäden. Kontraindikationen, bei denen die Akupunktur-Massage nicht angewendet werden sollte, sind Krebs, schwerwiegende psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie, offene Wunden und großflächige Hauterkrankungen.

Kostenübernahme durch die Krankenkassen

Auch wenn die Akupunktur und die Akupunktur-Massage bei vielen Indikationen nachweislich Linderung verschaffen, werden die anfallenden Kosten für die Behandlung nicht in allen Fällen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Seit dem Jahr 2007 gehören Akupunkturbehandlungen bei chronischen Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule sowie bei Kniegelenksarthrosen allerdings zum Inklusivspektrum der gesetzlichen Krankenversicherer.

Bei anderweitigen Indikationen müssen die Kosten ebenso selbst getragen werden wie im Fall der Inanspruchnahme der Akupunktur-Massage. Allerdings werden die Aufwendungen für Letztere durch die meisten Zusatzversicherungen der gesetzlichen Krankenkassen vollständig übernommen.

Fazit & Zusammenfassung

Wenn Sie Ihr Repertoire als Fachpraktiker für Massage, Wellness und Prävention um eine interessante Komponente erweitern möchten, ist eine Masseur-Ausbildung im Bereich Akupunktur-Massage ideal. Erweitern Sie Ihr Portfolio und profitieren Sie im Rahmen dieser spannenden Zusatzausbildung von Ihrem Know-how als ausgebildeter Masseur.

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