06. April 2022
Lesezeit ca. 18 Min.

Schüßler Salze sind ein klassisches Konzept aus der Naturheilkunde, welches die Funktionsfähigkeit des Organismus unterstützt und dabei für die verschiedensten Anwendungsbereiche geeignet ist. Die alternative Heilmethode basiert auf dem Einsatz unterschiedlichster Mineralsalze, die den Körper zur Selbsthilfe anregen und eventuelle Unterversorgungen im Organismus ausgleichen sollen, um ein ganzheitliches Gleichgewicht zu erzielen. Was genau sich hinter diesem Verfahren verbirgt, wie hoch die Wirksamkeit der Schüßler Salze ist, ob Nebenwirkungen bekannt sind und welche Salze wofür geeignet sind, darüber berichten wir in unserem heutigen Ratgeber.

Key Facts – Schüßler Salze im Überblick

  • 12 Basissalze nach Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler: Das Grundkonzept umfasst 12 Mineralsalze (Funktionsmittel) in homöopathischer Verdünnung (meist D6 oder D12), ergänzt durch 15 weitere Ergänzungssalze (Nr. 13–27).
  • Selbsthilfe zur Selbstregulation: Ziel ist nicht der Mineralstoff-Ersatz, sondern ein Reiz, der die Zell-Mineralaufnahme verbessern soll. Schüßler Salze ersetzen damit keine ausgewogene Ernährung.
  • Geringes Nebenwirkungsprofil: Aufgrund der homöopathischen Dosierung sind ernsthafte Wechsel- oder Nebenwirkungen praktisch nicht zu erwarten – jedoch keine Therapie für akute, organische oder schwerwiegende Beschwerden.
  • Klassisches Naturheilverfahren: Die wissenschaftliche Wirksamkeit ist nicht abschließend belegt; viele Anwender berichten dennoch von positiven Erfahrungen im Sinne einer ergänzenden Hausapotheke.
  • Anwendung lernen: Für die fachgerechte, individuelle Anwendung empfiehlt sich eine fundierte Schulung – etwa als SWAV-Online-Ausbildung zum Schüßler-Salze-Berater.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine Information zur Naturheilkunde und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei akuten oder ernsthaften Beschwerden suchen Sie bitte zunächst ärztlichen Rat.

Schüßler Salze – was ist das?

Die Anwendung der Schüßler-Salze ist eine alternative Heilweise als Ergänzung zur Schulmedizin und wird als nützliche Hilfe zur Selbsthilfe verstanden – geeignet für jedermanns Hausapotheke. Die Anwendung von Schüßler-Salzen kann im Rahmen einer Selbstbehandlung ohne gesundheitliches Risiko erfolgen, da aufgrund der homöopathischen Dosierung keine ernsten Wechsel- oder Nebenwirkungen zu erwarten sind.

Beschränkt man sich zunächst auf die Möglichkeiten der zwölf Basissalze, so kann deren Einsatz und Nutzen auch von Laien schnell erlernt werden. Hinsichtlich der Dosierung, der Einnahme und der verschiedenen Arten der Darreichung sind nur wenige Kenntnisse erforderlich.

Diese lassen sich auch Beratungskunden in der Regel leicht vermitteln, so dass diese oft schon nach kurzer Zeit ein Gefühl für die richtige Anwendung entwickeln können.

Wirksamkeit der Schüssler Salze

Die Grundidee der Biochemie nach Schüßler besteht nun also darin, dass Krankheiten stets auf einen Mangel an bestimmten Mineralstoffen zurückzuführen sind. Wird das fehlende Mineralsalz dann zugeführt, so soll der Körper wieder genesen können. Dabei ist aber nicht die Gabe großer Nährstoffmengen erforderlich. Vielmehr werden nach der Theorie Schüßlers die zu verwendenden Salze nur stark verdünnt verabreicht. Schüßler kam in seinen Untersuchungen zu dem Schluss, dass ein Mineralstoffmangel deshalb entsteht, weil die Zellen im Körper nicht in der Lage sind, die mit der Nahrung aufgenommenen Mineralien aufzunehmen. Schüßlers Funktionsmittel sollen nun die Zellen unterstützen und zur Aufnahme der fehlenden Stoffe anregen. Die Einnahme von Kleinstmengen an Mineralsalzen bewirkt demzufolge im Körper einen Reiz, der die Zellen animiert, Mineralien aus der Nahrung besser aufnehmen und verwerten zu können. Der eigentliche Mangel kann durch die geringe Dosierung nicht ausgeglichen werden.

Schüßler-Salze stellen damit keinen Ersatz für eine ausgewogene Ernährung dar, sondern sind als eine Ergänzung gedacht, damit die ausgewogene Zufuhr an Nährstoffen effektiv ausgenutzt werden kann und diese den Körper nicht unverrichteter Wirkung wieder verlassen.

Die Wahrheit der Schüssler Salze

Diese Grenzen zu kennen ist die Grundlage für eine verantwortungsvolle Anwendung der jeweiligen Mittel. Schwere organische Beschwerden sowie akute Symptome wie Schmerzen oder Funktionsausfälle sollten zunächst immer schulmedizinisch untersucht und als Krankheit diagnostiziert werden. Therapiebegleitend können dann immer auch Homöopathie, Bachblüten-Therapie oder Schüßler-Salze zum Einsatz kommen.

Auch für die Schüßler-Salze gilt: Es ist falsch zu glauben, dass kein Arzt mehr nötig ist, wenn nur die Mineralsalze in entsprechender Dosierung zur Verfügung stehen – verantwortungsvolle Befürworter dieser biochemischen Heilweisen wissen das. Auch wenn diese Salze den Gemüts- und Gesundheitszustand verbessern bzw. erhalten können, sollten auch Berater ihren Kunden niemals den Glauben vermitteln, auf Medikamente könne in jedem Fall gänzlich verzichtet werden.

Nebenwirkungen von Schüßler Salzen

Nebenwirkungen der Schüßler-Salze und Wechselwirkungen bei kombinierter Einnahme verschiedener Salze oder bei gleichzeitiger schulmedizinischer Behandlung sind nicht bekannt. Dazu sei allerdings darauf hingewiesen, dass nach der Einnahme der Schüßler-Präparate zunächst eine deutliche Verschlechterung der eigentlich zu lindern gewünschten Symptome eintreten kann. Anwender sollen dies nicht als ungewollte Nebenwirkung verstehen, sondern als Beleg dafür, dass das gewählte Mittel anschlägt.

Vorsicht ist geboten, wenn bei den Anwendern Unverträglichkeiten vorliegen. Berater und Therapeuten sollten dies in Erstgesprächen abfragen, um individuell beraten zu können. Schüßler-Tabletten sind hauptsächlich Zuckerprodukte, in denen je nach Hersteller Milch- oder Rohrzucker als Trägerstoff für die jeweiligen Mineralstoffe verwendet wird. Des Weiteren können als Hilfsstoffe auch Getreide- oder Kartoffelstärke zur Bindung zugefügt werden.

Für Menschen, bei denen eine Laktoseintoleranz oder eine Glutenunverträglichkeit nachgewiesen ist, sollte daher eher auf Schüßler-Salze in Tropfenform zurückgegriffen werden. Auch Diabetiker sollten bei der Anwendung aufpassen. Hier muss die Dosierung der Tabletten im Auge behalten werden. Je nach Hersteller der Präparate entsprechen etwa 50 Tabletten einer Broteinheit (BE). Anwender, die sich kalorienbewusst ernähren, sollten wissen, dass eine Schüßler-Salz-Tablette 1 Kilokalorie (kcal) an Energie liefert.

Ulrich Pötter, SWAV-Akademie
Uli's Tipp aus der Naturheilkunde-Praxis

Wer mit Schüßler Salzen ernsthaft arbeiten will – ob für sich selbst oder Beratungskunden – sollte nicht mit der Salznummer beginnen, sondern mit dem Antlitz und dem Lebensstil. Schüßler selbst hat die „Antlitzanalyse" entwickelt, weil sich vermuteter Mineralstoffmangel oft in Hautbild, Augen und Mimik zeigt. Mein Vorschlag: Lernen Sie erst die 12 Funktionsmittel in ihrer typischen Wirkungsachse (Schmerz, Aufbau, Reinigung, Nerven), dann das Antlitz lesen, dann erst die Kombinationen. Wer mit Nummern statt Wirkprinzipien startet, verzettelt sich schnell.

Schüßler Salze Übersicht

Insgesamt gibt es 12 Salze, die der ursprünglichen Entwicklung von Schüßler entstammen. Die Liste der Mineralstoffverbindungen, die im menschlichen Körper wichtige Funktionen übernehmen, und deren Wirkung durch homöopathische Mengen der jeweiligen Salze unterstützt werden kann, wurde nach dem Tod Wilhelm Heinrich Schüßlers aber immer noch weiter ergänzt.

Während Schüßler zum Ende des 19. Jahrhunderts vergleichsweise wenig Analyseverfahren zur Verfügung standen, erfreut sich die heutige Forschung detaillierterer Methoden. So kam es, dass die von Dr. Schüßler gefundenen zwölf Funktionssalze mit der Zeit um weitere 21 Salzverbindungen ergänzt wurden – zwar nicht mehr von Schüßler selbst, wohl aber in dessen Andenken und auf der Grundlage der von ihm entwickelten Grundidee einer „biochemischen Heilweise“.

Dazu zählen die 15 biochemischen Ergänzungsmittel. Sie werden oft dann eingesetzt, wenn durch die ersten zwölf Funktionssalze die gewünschte Wirkung nicht erzielt wird, oder wenn eine Linderung der Beschwerden sehr lange auf sich warten lässt.

Die 12 ursprünglichen Salze sind das Herzstück der Schüßler-Therapie und decken die wichtigsten Gewebe- und Funktionssysteme des Körpers ab: von Knochen und Zähnen über Muskulatur und Nerven bis hin zu den Schleimhäuten. Sie folgen nicht der Logik einer Schulmedizin-Symptomtabelle, sondern dem Prinzip der Funktions-Unterstützung einzelner Mineral-Wirkachsen. Wer diese 12 Salze beherrscht, hat das Fundament der gesamten Methode.

In weiteren Schritten haben sich als sechs neue Salze in der Biochemie nach Schüßler rund sechs Mineralstoffverbindungen etabliert. Diese werden in der Regel unterstützend zur Anwendung anderer Funktions- und Ergänzungssalze genutzt. Hier dient die Zusammenstellung von Thomas Feichtinger et al. (2017) als Grundlage.

Schüßler Salze Liste mit Anwendungsgebieten und Krankheiten

Nachfolgend möchten wir Ihnen eine kurze Übersicht der Schüßler Salze, ihrer Anwendungsgebiete und eventueller Unverträglichkeiten geben.

Nr. 1 Calcium fluoratum (Kalziumfluorid)

Calcium fluoratum ist für den menschlichen Organismus ein grundlegendes Mineralsalz, das in erster Linie für die Bildung des Zahnschmelzes und für die Stabilität der Knochenhaut verantwortlich ist. Generell ist Calcium fluoratum überall dort von Bedeutung, wo im Körper organische oder funktionale Strukturen geschützt werden müssen.

Das Schüßler-Salz Nr. 1 soll den Organismus dabei unterstützen, den entstandenen Mangel auszugleichen. Dazu bieten sich sowohl innere als auch äußere Anwendungsmöglichkeiten von Calcium fluoratum. Für die innere Anwendung kommen Tabletten in der Potenzierung D12 zum Einsatz.

Nebenwirkungen: Schmerzen in den Bändern und Gelenken

Nr. 2 Calcium phosphoricum (Kalziumphosphat)

Calcium phosphoricum soll das Knochenwachstum stärken und eine gesunde Muskelbewegung ermöglichen. An allen Neubildungen im Körper hat dieses Salz einen wichtigen Anteil. In Schüßlers Biochemie wird Calcium phosphoricum eine wichtige Funktion für den Eiweißaufbau zugesprochen, es ist also am Blut-, Zell-, Hormon- und Enzymaufbau beteiligt. Salz Nr. 12 kann daher als „Mineralsalz der Fülle und Stärke" gelten. Hyperaktive Kinder können durch Calcium phosphoricum Ausgleich und Stabilität erlangen.

Einem Mangel an Kalziumphosphat kann sowohl durch innere Anwendung mittels Tabletten als auch durch äußerliche Anwendung über Salben des Schüßler-Salzes Nr. 2 entgegengewirkt werden. Die Dosierung der täglich zu nehmenden Tabletten von Nr. 2 Calcium phosphoricum in der Potenzierung D6 wird durch einen kundigen Berater entsprechend der vorliegenden Symptome festgelegt.

Nebenwirkungen

  • ungewollte Gewichtszunahme
  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken

Nr. 3 Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat)

Ferrum phosphoricum ist das „Salz der ersten Hilfe“. Es soll die Widerstandskraft des Körpers stärken und kommt daher bei den ersten Anzeichen eines Infektes zur Anwendung. Ferrum phosphoricum ist das Mineralsalz des Immunsystems und des Stoffwechsels.

Außerdem ist das Salz Nr. 3 das Hauptmittel unter den Schüßler-Salzen, wenn es um erste Stadien von Entzündungen geht.

Es unterstützt die Heilung von frischen Wunden, Verstauchungen und Verbrennungen. Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des roten Blutfarbstoffs, der für die Bindung von Sauerstoff zuständig ist und diesen im Körper zu den Zellen transportiert.

Nr. 4 Kalium chloratum (Kaliumchlorid)

Kalium chloratum wird gegen Husten, Schwellungen oder Hautproblemen angewendet. Es gilt als Betriebsstoff für die Drüsen und als Aufbaustoff für die Fasern in Muskeln, Bändern, Sehnen und Faszien. Ebenso ist Kaliumchlorid am Aufbau von Bindegewebsstrukturen beteiligt und sorgt dafür, dass chemische Gifte gebunden werden. Nr. 4 Kalium chloratum ist das Hauptmittel der Schüßler-Salze für das zweite Stadium von Erkältungen und Infekten, um eine Chronifizierung bzw. ein Festsetzen der Erkrankung zu verhindern.

Nr. 5 Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat)

Kalium phosphoricum. Dieser Mineralstoff gilt als Generalmittel für Energie und Leistungsfähigkeit. Es soll Gehirn- und Nervenzellen unterstützen und ist daher besonders bei geistiger und körperlicher Erschöpfung angezeigt. Auch Muskelzellen sind auf das Vorhandensein des Salzes angewiesen. Darüber hinaus ist die antiseptische Wirkung von Kalium phosphoricum zu erwähnen, weswegen es gegen starke Entzündungen und hohem Fieber zum Einsatz kommt. Zusammen mit Salz Nr. 8 Natrium chloratum soll Kalium phosphoricum beim Gewebeaufbau helfen bzw. Verfall verhindern.

Körper Salz Atlas zur Übersicht der 12 Schüßler Salze

Nr. 6 Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat)

Kalium sulfuricum dient – wie auch schon das Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum – als Sauerstoffüberträger und unterstützt die Erneuerung der Zellen. Es wird als anregend für einen trägen Stoffwechsel empfohlen. Oft kommt Kaliumsulfat bei Hautproblemen und zur Entschlackung zum Einsatz. Nr. 6 ist das Salz, dass im dritten Stadium von Entzündungen und Krankheiten gegeben werden soll, wenn sich diese bereits hartnäckig im Körper festgesetzt haben.

Nebenwirkungen

  • Geschwollene Hände und Füße
  • Kater-Kopfschmerz
  • geschwollene Augen

In diesem Fall wirkt die zusätzliche Gabe von Salz Nr. 10 lindernd und regulierend.

Nr. 7 Magnesium phosphoricum (Magnesiumphosphat)

Magnesium phosphoricum kommt ähnlich wie schon Salz Nr. 2 bei Verkrampfungen der Muskulatur zum Einsatz. Nr. 7 ist an vielen Prozessen beteiligt, die muskulär aufrechterhalten werden, wie etwa dem Herzschlag und den Bewegungen im Magen-Darm-Trakt.

Außerdem wird Magnesiumphosphat eine beruhigende Wirkung zugesprochen, so dass es bei innerer Aufregung und Stress wie etwa bei Lampenfieber oder Prüfungsangst helfen soll. Darüber hinaus soll Magnesium phosphoricum die Arbeit der Drüsen unterstützen. Insgesamt wird dieses Schüßler-Salz also zur Krampflösung, als Nervenmittel und zur Stärkung der Drüsen (besonders des Lymphsystems) verwendet.

Nr. 8 Natrium chloratum (Natriumchlorid, Kochsalz, Speisesalz)

Mineralstoff reguliert im Körper den Flüssigkeits- und Wärmehaushalt, weshalb Schüßler dieses Salz besonders bei Wasseransammlungen (Ödemen), trockener Haut und starkem Flüssigkeitsverlust wie etwa nach starkem Schwitzen oder bei einer Durchfallerkrankung empfiehlt. Außerdem regt Natrium chloratum den Stoffwechsel von nicht durchblutetem Gewebe an (Knorpel, Bandscheiben).

Zudem wird Salz Nr. 8 eine reinigende und entgiftende Funktion zugesprochen, weshalb es auch zur Linderung von Gicht- und Arthrose-Beschwerden verordnet wird. Allergiesymptome wie etwa bei Heuschnupfen können gemindert werden.

Nebenwirkungen: Knorpelschmerzen

Nr. 9 Natrium phosphoricum (Natriumphosphat)

Natrium phosphoricum ist in allen Körperflüssigkeiten und Zellen zu finden. Es wird bei Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt etwa zum Entsäuern oder bei Störungen des Fettstoffwechsels eingesetzt. Beschwerden wie Neurodermitis oder Hautunreinheiten werden in der Alternativmedizin ebenfalls auf eine Übersäuerung des Körpers zurückgeführt, weshalb auch bei derartigen Symptomen zu Schüßlers Salz Nr. 8 geraten wird. Folgen einer Fehlfunktion des Fettstoffwechsels können Verbauungsstörungen und Übergewicht sein, was ebenfalls durch den homöopathischen Einsatz von Natriumphosphat reguliert werden kann. Natrium phosphoricum soll darüber hinaus Arthrose und Gicht sowie rheumatische Beschwerden positiv beeinflussen.

Nebenwirkungen: mehrtägiges Sodbrennen

Nr. 10 Natrium sulfuricum (Natriumsulfat)

Die Einnahme dieses Mineralstoffs soll den Körper beim Abbau und bei der Ausscheidung von Schadstoffen unterstützen. Überflüssiges Wasser wird aus dem Organismus ausgeschwemmt.

Salz Nr. 10 ist daher ebenfalls als Mittel der Wahl zu sehen, wenn die Entschlackung und Entgiftung des Körpers das Ziel sind. In Heilpraktiker-Kreisen wird das Schüßler-Salz Nr. 10 deshalb auch als "Klärsalz" bezeichnet.

Nebenwirkungen

als Gegenreaktionen des Körpers zunächst

  • Durchfall
  • Blähungen
  • Juckreiz
  • Haarausfall
  • Gliederschmerzen

Nr. 11 Silicea (Kieselsäure, Kieselerde)

Dieses Mineralsalz soll der Kräftigung des Bindegewebes dienen und diesem mehr Widerstandskraft verleihen, so dass es seltener zu Infekten kommen kann. Haut, Bänder, Nägel und Knochen werden durch Silicea gefestigt.

Anzeichen der Hautalterung sollen gelindert werden. Silizium kommt in der Natur nur in Verbindung mit Sauerstoff vor und findet sich zusammen mit anderen Mineralien in verschiedenen Gesteinen. Im menschlichen Organismus sind nur sehr kleine Mengen (Spuren) von Silizium vorhanden. Die Behandlung von Hautverletzungen, Abszessen oder Fisteln kann mit Salz Nr. 11 unterstützt werden.

Nr. 12 Calcium sulfuricum (Kalziumsulfat, Gips)

Calcium sulfuricum wirkt vornehmlich in Bindegewebsstrukturen, wo durch den Mineralstoff Entgiftungs-, Reinigungs- und Abwehrprozesse angeregt werden. Der Eiweißabbau wird unterstützt. Calcium sulfuricum ist verantwortlich für den Erhalt der Durchlässigkeit des Gewebes, um bei Stauungen einen Abtransport bzw. das Ausscheiden zu fördern.

In der Alternativmedizin kommt Kalziumsulfat unter anderem bei Rheumaerkrankungen, Gicht oder eitrigen Entzündungen und Abszessen zum Einsatz.

Fazit: Schüßler Salze sinnvoll einsetzen

Schüßler Salze sind weniger ein medizinisches Heilverfahren als ein System zur Anregung der körpereigenen Regulation. Sie wirken am verlässlichsten dort, wo sie tatsächlich gedacht waren – als sanfte, ergänzende Unterstützung bei wiederkehrenden Beschwerden, beim allgemeinen Wohlbefinden und in der Selbstanwendung. Wer das Prinzip verstanden hat, erkennt schnell: Es geht nicht um „das richtige Salz gegen Krankheit X", sondern um die feine Beobachtung des eigenen Körpers und die Auswahl passender Funktionsmittel im Sinne einer ganzheitlichen Selbstfürsorge.

Wer Schüßler Salze beruflich oder als geprüfter Berater anwenden möchte, kommt um eine strukturierte Ausbildung nicht herum – allein schon, um die rechtlichen, methodischen und ethischen Grenzen seriös zu kennen. Die Online-Ausbildung an der SWAV ist genau hierfür konzipiert.

Häufige Fragen zu Schüßler-Salzen

Welche Schüßler-Salze gibt es?

Die 12 Basissalze nach Dr. Schüßler (Nr. 1 Calcium fluoratum bis Nr. 12 Calcium sulfuricum) bilden die Grundlage. Ergänzend gibt es 15 weitere Ergänzungssalze (Nr. 13 bis 27), die für spezifische Anwendungen entwickelt wurden, etwa Kalium arsenicosum bei chronischen Erkrankungen oder Selenium bei Erschöpfung.

Wie wendet man Schüßler-Salze richtig an?

Üblich sind Tabletten, die langsam im Mund zergehen und nicht direkt mit Wasser geschluckt werden sollten. Bei akuten Beschwerden alle 5 bis 10 Minuten eine Tablette, bei chronischen 3 bis 6 Mal täglich je 1 Tablette über mehrere Wochen. Auch Pulver, Globuli, Salben oder die berühmte „Heiße 7" sind etablierte Darreichungsformen.

Sind Schüßler-Salze wissenschaftlich belegt?

Eine wissenschaftliche Wirksamkeit im Sinne der evidenzbasierten Medizin ist nicht belegt. Schüßler Salze gelten als naturheilkundlich-erfahrungsbasiertes Verfahren. Viele Anwender berichten von positiven Erfahrungen, ärztliche Diagnose und Behandlung ernsthafter Beschwerden ersetzen sie jedoch nicht.

Können Schüßler-Salze schaden?

Aufgrund der homöopathischen Verdünnung (meist D6 oder D12) sind ernsthafte Nebenwirkungen nicht zu erwarten. Vorsicht ist geboten bei Laktose-Unverträglichkeit (Tabletten enthalten meist Milchzucker als Trägerstoff) und bei Selbstmedikation anstelle nötiger ärztlicher Behandlung.

Was ist die „Heiße 7"?

Die „Heiße 7" ist eine Akut-Anwendung des Schüßler-Salzes Nr. 7 (Magnesium phosphoricum). Dabei werden 10 Tabletten in heißem Wasser aufgelöst und in kleinen Schlucken langsam getrunken. Sie gilt als klassischer Hausgebrauch bei Krämpfen, Verspannungen und Unruhe.

Quellen & weiterführende Informationen

  • Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler: „Eine abgekürzte Therapie, gegründet auf Histologie und Cellular-Pathologie" (1874) – Original-Schrift zur Biochemie
  • Bundesverband Deutscher Heilpraktiker (BDH) – Informationen zu Schüßler-Salzen in der Praxis
  • Carstens-Stiftung – Naturheilkunde und Komplementärmedizin: Übersicht und Einordnung
  • Wissenschaftsplattform Naturmed – Grundlagen-Studien zur Mineralstoff-Therapie
  • Apothekerkammer-Empfehlungen zur Beratung mit Schüßler-Salzen

Fachgerechte Anwendung und Online-Schulung

Schüßler Salze sind in lokalen Apotheken und Online-Apotheken zu variablen Kosten erhältlich. Die genaue Dosierung ist abhängig von der Schwere des aufgetretenen Mineralstoffmangels. Unterschieden wird außerdem zwischen akutem und chronischem Auftreten der Beschwerden. Darüber hinaus kann eine Einteilung nach dem Alter der Anwender vorgenommen werden.

Beachten Sie dabei, dass es sich empfiehlt, die richtige Dosierung und Anwendung durch einen fachkundigen Schüßler Salze Berater wählen zu lassen.

Alternativ könnten Sie selbst eine entsprechende Schüßler Salze-Schulung machen, ganz egal, ob nur für sich selbst und zur eigenen Anwendung, oder, um später anderen als zertifizierter Schüßler Salze Berater professionell zur Seite stehen zu können. An der SWAV können Sie ein Fernstudium zu 100 % online absolvieren, um alles zu erlernen, was Sie für die fachgerechte Anwendung der Schüßer Salze benötigen.

Auf diese Weise gelingt es Ihnen, Ihre eigenen Kompetenzen zu verbessern und zugleich ein traditionelles Naturheilkonzept zu ergründen, mit dem sich die unterschiedlichen körperlichen sowie mentalen Dysbalancen positiv unterstützen lassen.

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Schüßler-Salze fundiert anwenden – mit System statt Bauchgefühl

Schüßler-Salze sind sanft, aber die Auswahl will gelernt sein. Wer die 12 Funktionsmittel, die Ergänzungssalze, das Antlitz-Lesen und die rechtlichen Rahmenbedingungen sauber drauf hat, kann nicht nur sich selbst besser begleiten, sondern auch andere als zertifizierter Berater seriös unterstützen. Die SWAV-Online-Ausbildung führt Sie Schritt für Schritt durch alle Salze, Indikationen und Praxisbeispiele – im eigenen Tempo, 100 % online, mit SWAV-Zertifikat.

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Ulrich Pötter

Ulrich Pötter

Geschäftsführer & Ausbildungsexperte der WellnessInPerfektion WIP GmbH

Ulrich Pötter ist Gründer und Geschäftsführer der WellnessInPerfektion WIP GmbH und seit über 25 Jahren als staatlich anerkannter Therapeut tätig. Er ist Autor mehrerer staatlich zugelassener Fernlehrgänge (Klett-Verlag) und verantwortet die fachliche Qualität aller Lehrgänge.

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Über den Autor
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Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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