03. Mai 2024
Lesezeit ca. 21 Min.

Hatten Sie schon einmal Probleme mit dem Ischiasnerv? Dann sind Sie nicht allein. Millionen von Menschen weltweit haben irgendwann in ihrem Leben mit Ischiasbeschwerden zu kämpfen. Welche Ursachen Ischiasnerv Schmerzen hervorrufen, was der Ischias ist und wie Sie Ischias Probleme behandeln können, das verraten wir Ihnen in unserem heutigen Blog-Beitrag.

Key Facts – Ischiasnerv

  • Größter Nerv des Körpers: Der Ischiasnerv entspringt aus den Nervenwurzeln L4 bis S3, zieht durch Gesäß und Oberschenkel und teilt sich unterhalb des Knies in zwei Hauptäste bis zum Fuß.
  • Ischialgie ist ein Symptom, keine Diagnose: Der ausstrahlende Schmerz beschreibt nur, welcher Nerv beteiligt ist – die Ursache muss ärztlich geklärt werden.
  • Häufige Ursachen: Bandscheibenvorfall oder -vorwölbung der unteren Lendenwirbelsäule, ein verspannter Piriformis-Muskel, Blockaden im Iliosakralgelenk sowie knöcherne Einengungen des Nervenkanals.
  • Typisches Beschwerdebild: einseitig ausstrahlender, ziehend-brennender oder elektrisierender Schmerz vom unteren Rücken über das Gesäß bis in Wade oder Fuß, oft mit Kribbeln oder Taubheitsgefühl.
  • Bewegung schlägt Schonhaltung: Längere Bettruhe verzögert die Erholung; sanfte Mobilisation, Dehnung der Gesäß- und Beinrückseite und Rumpfkräftigung sind der bessere Weg.
  • Notfall-Warnzeichen: Taubheit im Reithosenbereich, Störungen von Blase oder Mastdarm, zunehmende Lähmung im Bein oder Fieber erfordern sofort ärztliche Hilfe.
  • Rolle der Wellness-Massage: Sie kann Muskulatur lockern und die Durchblutung anregen – sie ersetzt aber keine Diagnose und keine Therapie einer Ischialgie.

Was ist der Ischiasnerv?

Der Ischiasnerv ist der größte Nerv in Ihrem Körper. Er erstreckt sich vom unteren Rücken bis hinunter zu Ihren Füßen und ist ein wichtiger Bestandteil des Nervensystems. Seine Hauptfunktion besteht darin, verschiedene Signale zwischen Ihrem Gehirn und Ihren Beinen zu übertragen, was bedeutet, dass er eine Schlüsselrolle bei den Bewegungen und Empfindungen Ihrer Beine spielt.

Wo sitzt der Ischiasnerv?

Der Ischiasnerv verläuft durch das gesamte Bein. Er beginnt in der Lendenwirbelsäule, wo er sich aus verschiedenen Nervenwurzeln zusammensetzt, und zieht sich dann durch das Gesäß und den Oberschenkel, bevor er sich in zwei Hauptäste aufteilt, die sich bis zu Ihren Zehen erstrecken. Diese Ausdehnung bedeutet, dass der Ischiasnerv eine umfangreiche Körperpartie im unteren Rücken und in den Beinen versorgt.

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Schmerzen im Ischiasnerv: Ursache?

Die Ursachen für Ischiasschmerzen können vielfältig sein, darunter:

  • Eine eingeklemmte Bandscheibe
  • Muskelverspannung
  • Infektionen

Manchmal ist es schwer, die genaue Quelle der Beschwerden zu identifizieren, aber eine gründliche Untersuchung durch einen Arzt kann oft helfen, die Ursache herauszufinden und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Ischiasschmerzen können sich daraufhin als Stechen, Brennen oder Taubheitsgefühl entlang des betroffenen Beins manifestieren und werden oft durch eine Reizung oder Entzündung des Nervs verursacht.

Wo schmerzt es, wenn man Ischias hat?

Die Schmerzen, die mit einem gereizten oder eingeklemmten Ischiasnerv einhergehen, können sich auf verschiedene Weisen äußern. Typischerweise strahlen die Schmerzen entlang des betroffenen Nervs aus und können vom unteren Rücken bis hinunter zum Fuß reichen. Oftmals sind sie auf einer Seite des Körpers stärker ausgeprägt. Charakteristische Schmerzorte sind das Gesäß, der Oberschenkel, die Wade oder sogar der Fuß. Einige Menschen beschreiben ein brennendes Gefühl oder ein elektrisierendes Stechen, während andere Taubheit oder Kribbeln erleben. Die Intensität der Schmerzen kann variieren, von leichten Beschwerden bis hin zu starken, Schmerzen, die das tägliche Leben beeinträchtigen können.

Wie bekomme ich am schnellsten den Schmerz beim Ischiasnerv weg?

Wenn Sie mit Ischiasschmerzen zu kämpfen haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Ischiasschmerzen zu lindern. Eine der effektivsten Maßnahmen ist die Anwendung von Wärme- oder Kältepackungen auf die betroffene Stelle.

Wärme kann helfen, die Muskeln zu entspannen und die Durchblutung zu fördern, während Kälte Entzündungen reduzieren und Schmerzen lindern soll.

Eine weitere Option ist die regelmäßige Anwendung von sanften Dehnübungen, um die Flexibilität der Muskeln zu verbessern und die Belastung des Ischiasnervs zu verringern.

Schmerzmittel können ebenfalls zur kurzfristigen Linderung eingesetzt werden, sollten jedoch nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwendet werden.

Welche Hausmittel bei Ischias?

Neben den bereits genannten Maßnahmen gibt es auch einige Hausmittel, die zur Linderung von Ischiasschmerzen beitragen können. Dazu gehören beispielsweise Ingwer- oder Kurkuma-Tee, denen traditionell wärmende Eigenschaften zugeschrieben werden. Auch die Einnahme von Magnesiumpräparaten kann helfen, Muskelkrämpfe zu reduzieren und die Muskeln zu entspannen. Ein warmes Bad mit Epsom-Salz kann ebenfalls Wunder wirken, um Schmerzen zu lindern und die Muskulatur zu lockern.

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Was tun bei Ischiasschmerzen im Po und Bein?

Wenn die Schmerzen im Gesäß und im Bein besonders stark sind, wären Dehnübungen gezielte Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Linderung zu erfahren. Sie zielen darauf ab, die Muskeln im Bereich des Ischiasnervs zu lockern und zu entspannen.

Eine andere Option ist die Massage der betroffenen Bereiche, um Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern.

Auch die Verwendung eines speziellen Sitzkissens oder die Anpassung der Sitzposition kann helfen, den Druck auf den Ischiasnerv zu reduzieren und die Beschwerden zu lindern.

Mit diesen Tipps sollten Sie in der Lage sein, Ihre Ischiasschmerzen zumindest etwas zu lindern und hoffentlich bald wieder schmerzfrei durch den Tag zu gehen. Denken Sie daran, dass jeder Körper anders ist, daher ist es wichtig, auf die Signale Ihres Körpers zu hören und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Woran merke ich eine Ischiasnerventzündung?

Eine Ischiasnerventzündung kann sich auf verschiedene Weisen bemerkbar machen. Typische Anzeichen sind stechende oder brennende Schmerzen, die entlang des Ischiasnervs verlaufen und oft bis ins Bein ausstrahlen. Zusätzlich können Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche auftreten.

Diese Symptome können sich im Sitzen, Stehen, Gehen oder Liegen verstärken und das tägliche Leben stark beeinträchtigen. In einigen Fällen kann eine Ischiasnerventzündung auch mit Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule einhergehen.

Hilft Sport gegen Ischiasbeschwerden?

Bewegung gilt bei Ischiasbeschwerden als wichtiger Baustein — welche Übungen im Einzelfall passen, sollte ärztlich oder physiotherapeutisch abgestimmt werden. Gezielte Übungen zur Stärkung der Rücken- und Bauchmuskulatur können sinnvoll sein, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und den Druck auf den Ischiasnerv zu verringern.

Auch Bewegungsformen wie Schwimmen, Yoga oder Pilates können dabei helfen, die Flexibilität zu verbessern und die Muskeln zu kräftigen, ohne den Nerv zusätzlich zu belasten.

Es ist jedoch wichtig, dass Sie Sportarten wählen, die Ihre Beschwerden nicht verschlimmern und dass Sie sich vor Beginn eines Trainingsprogramms mit einem Arzt oder Physiotherapeuten absprechen.

Welche Übungen bei Ischiasproblemen?

Es gibt eine Vielzahl von Übungen, die speziell darauf abzielen, Ischiasprobleme zu lindern und die Muskulatur zu stärken.

Einige Beispiele sind:

Katze-Kuh-Dehnung

  • Gehen Sie auf alle Viere
  • Wechseln Sie zwischen einer hohlkreuzartigen Position (Katze) und einer gekrümmten Position (Kuh), um die Wirbelsäule zu mobilisieren und zu entspannen.

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Piriformis-Dehnung

  • Legen Sie sich auf den Rücken
  • bringen Sie das rechte Bein über das linke Knie
  • Ziehen Sie dann das linke Bein Richtung Brust
  • halten Sie die Position für einige Atemzüge
  • Wiederholen Sie auf der anderen Seite.

Beinheben im Liegen

  • Legen Sie sich auf den Rücken
  • heben Sie langsam ein Bein gestreckt nach oben
  • Halten Sie die Position kurz
  • senken Sie das Bein dann langsam wieder ab
  • Wiederholen Sie mit dem anderen Bein.

Unterarmstütz

  • Gehen Sie in die Position eines Liegestützes
  • legen Sie sich jedoch auf Ihre Unterarme statt auf Ihre Hände
  • Halten Sie den Rücken gerade und den Bauch angespannt, um die Rumpfmuskulatur zu kräftigen.

Wann zum Arzt mit Ischiasproblemen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn die Ischiasbeschwerden länger als eine Woche anhalten oder sich verschlimmern, trotz Ruhe und Selbsthilfemaßnahmen. Ebenso sollten alarmierende Symptome wie plötzliche Taubheit im Genitalbereich, Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Stuhlgang, oder starke Muskelschwäche sofort ärztlich abgeklärt werden. Darüber hinaus ist eine ärztliche Untersuchung wichtig, um ernstere Ursachen für die Ischiasbeschwerden auszuschließen und eine angemessene Behandlung einzuleiten.

Wie lange dauern Probleme mit dem Ischiasnerv?

Die Dauer von Problemen mit dem Ischiasnerv kann von Person zu Person stark variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Ursache der Beschwerden und der Wirksamkeit der Behandlung.

In einigen Fällen können Ischiasschmerzen innerhalb weniger Tage oder Wochen von selbst abklingen, während sie in anderen Situationen länger anhalten. Eine frühzeitige Diagnose und angemessene Behandlung können jedoch dazu beitragen, die Genesung zu beschleunigen und das Risiko von langfristigen Beschwerden zu verringern.

Können die Ischiasnervprobleme chronisch werden?

Ja, Ischiasnervprobleme können chronisch werden, insbesondere wenn sie nicht angemessen behandelt wurden oder wenn die zugrunde liegenden Ursachen nicht behoben werden. Wiederkehrende Episoden von Ischiasschmerzen könnten außerdem dazu führen, dass der Nerv dauerhaft gereizt oder geschädigt wird, was zu anhaltenden Beschwerden und Einschränkungen beitragen würde.

Es ist daher wichtig, Ischiasprobleme ernst zu nehmen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko von einer Chronifizierung zu minimieren.

Fazit

Ischiasschmerzen können das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen und eine Vielzahl von Beschwerden verursachen. Aber mit dem richtigen Wissen und den geeigneten Maßnahmen ist es möglich, mit diesen Beschwerden umzugehen und sie zu lindern. Von der Anwendung von Wärme- oder Kältepackungen über gezielte Übungen bis hin zur rechtzeitigen ärztlichen Behandlung gibt es viele Möglichkeiten, Ischiasschmerzen zu bekämpfen und langfristige das ganzheitliche Wohlbefinden zu optimieren.

Ulrich Pötter, staatlich anerkannter Therapeut

Was ich in über 20 Jahren Praxis am häufigsten sehe: Menschen dehnen bei Ischiasbeschwerden verbissen die Beinrückseite und wundern sich, dass nichts besser wird – dabei sitzt die Ursache oft im Gesäß und in der viel zu kurzen Hüftbeugemuskulatur vom vielen Sitzen. Mein Tipp: Dehnen Sie zuerst den Hüftbeuger im Ausfallschritt und den Piriformis in Rückenlage, jeweils 20 bis 30 Sekunden ohne Wippen, und kräftigen Sie danach den Rumpf. Und ganz wichtig: Ein Ziehen im Muskel dürfen Sie halten, ein einschießender Schmerz ins Bein ist immer das Signal, sofort abzubrechen und die Ursache ärztlich abklären zu lassen.

Fazit

Der Ischiasnerv ist der längste und kräftigste Nerv des Körpers – und genau deshalb macht sich eine Reizung an seiner Wurzel oft erst weit unten im Bein bemerkbar. Ischialgie ist dabei immer nur eine Beschreibung des Beschwerdebilds, nie die Diagnose selbst: Ob eine Bandscheibe, ein verspannter Piriformis-Muskel oder eine Blockade im Iliosakralgelenk dahintersteckt, gehört ärztlich geklärt. Für den Alltag gilt: Bewegung schlägt Schonhaltung, Mobilisation und Rumpfkräftigung wirken langfristig besser als jede kurzfristige Linderung, und Wärme oder Kälte darf jeder nach eigenem Empfinden einsetzen. Wichtig bleibt die klare Grenze – bei Taubheit im Reithosenbereich, Blasen- oder Mastdarmstörungen, zunehmender Lähmung im Bein oder Fieber ist sofort ärztliche Hilfe nötig, denn das können Zeichen eines Cauda-equina-Syndroms sein. Wellness-Massage und Fitnesstraining bewegen sich außerhalb dieser Notfälle: Sie können Muskulatur lockern, Beweglichkeit erhalten und den Rücken kräftigen, behandeln aber keine Ischialgie. Wer beruflich mit Menschen arbeiten und dabei fundiert einschätzen möchte, wo Entspannung und Training sinnvoll sind und wo die Grenze zum Heilberuf verläuft, findet in den Massage- und Fitness-Weiterbildungen der SWAV-Akademie das passende Handwerkszeug – von Anatomie und Kontraindikationen bis zur praktischen Griff- und Übungslehre.

Häufige Fragen zu Ischiasnerv

Bei welchen Warnzeichen muss ich sofort ärztliche Hilfe holen?

Sofort – also am selben Tag beziehungsweise über den Notruf oder die Notaufnahme – ärztliche Hilfe brauchen Sie bei einem Taubheitsgefühl im Reithosenbereich, also an Innenseiten der Oberschenkel, Genitalbereich und Gesäß, bei neu aufgetretenen Störungen von Blase oder Mastdarm wie unkontrolliertem Urinverlust oder der Unfähigkeit, Wasser zu lassen, bei zunehmender Lähmung oder Kraftverlust im Bein, etwa wenn der Fuß beim Gehen hängen bleibt, sowie bei Fieber zusammen mit starken Rückenschmerzen. Diese Zeichen können auf ein Cauda-equina-Syndrom oder eine Entzündung hindeuten und sind ein Notfall; jede Stunde zählt, weil Nervenschäden dauerhaft bleiben können. Warten Sie in diesem Fall nicht auf den nächsten freien Termin und probieren Sie keine Selbsthilfemaßnahmen aus.

Darf ein Wellness-Masseur eine Ischialgie behandeln?

Nein. Der Wellness-Masseur übt keinen Heilberuf aus, stellt keine Diagnose und behandelt keine Ischialgie. Eine akute oder unklare Nervenreizung gehört in ärztliche oder physiotherapeutische Hände. Was eine Wellness-Massage im Rahmen ihres Auftrags leisten kann, ist Entspannung und ein Lockern verspannter Muskulatur bei ansonsten beschwerdefreien Kundinnen und Kunden – und das auch nur, wenn keine akuten Symptome vorliegen. Seriöse Fachkräfte erkennen die eigene Grenze, sprechen sie offen an und verweisen weiter, statt Besserung zu versprechen.

Wo genau verläuft der Ischiasnerv?

Der Ischiasnerv setzt sich aus den Nervenwurzeln der unteren Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins zusammen. Er verlässt das Becken durch eine Öffnung unterhalb des Piriformis-Muskels, zieht mittig durch die Gesäßmuskulatur, verläuft an der Rückseite des Oberschenkels nach unten und teilt sich in Kniekehlenhöhe in den Schienbein- und den Wadenbeinnerv. Diese beiden Äste versorgen Unterschenkel und Fuß. Der lange Verlauf erklärt, warum eine Reizung ganz oben in der Lendenwirbelsäule Beschwerden bis in die Zehen auslösen kann.

Was ist der Unterschied zwischen einem Bandscheibenvorfall und einem Piriformis-Syndrom?

Beim Bandscheibenvorfall drückt ausgetretenes Bandscheibengewebe auf eine Nervenwurzel direkt an der Wirbelsäule – der Schmerz beginnt meist im Kreuz und folgt einem klar begrenzten Streifen im Bein, häufig verbunden mit Gefühlsstörungen oder Kraftverlust. Beim Piriformis-Syndrom liegt die Engstelle tiefer, im Gesäß: Ein verspannter Piriformis-Muskel reizt den darunter oder hindurch verlaufenden Nerv. Typisch ist dann ein Druckschmerz mitten in der Gesäßhälfte, der sich beim langen Sitzen, beim Autofahren oder beim Übereinanderschlagen der Beine verstärkt. Beide Bilder fühlen sich ähnlich an – deshalb ist die ärztliche Abklärung wichtig und nicht die Selbstdiagnose.

Soll ich mich bei Ischiasschmerzen schonen oder bewegen?

Für die meisten unkomplizierten Verläufe gilt: so viel Bewegung wie möglich, so viel Schonung wie nötig. Längere Bettruhe verzögert die Erholung, weil Muskulatur abbaut und die Schmerzwahrnehmung empfindlicher wird. Sinnvoll sind Alltagsbewegung in erträglichem Umfang, kurze Spaziergänge und sanfte Mobilisation. Was Sie meiden sollten, sind ruckartige Rotationen, schweres Heben aus dem gebeugten Rücken und stundenlanges Sitzen ohne Positionswechsel. Nimmt der Schmerz unter Bewegung deutlich zu oder strahlt er weiter nach unten aus als vorher, ist das ein Zeichen, die Belastung zurückzunehmen und ärztlichen Rat einzuholen.

Welche Übungen entlasten den Ischiasnerv am ehesten?

Bewährt hat sich eine Kombination aus drei Bausteinen: Mobilisation der Lendenwirbelsäule, zum Beispiel Katze-Kuh im Vierfüßlerstand; Dehnung von Gesäß- und Beinrückseite, etwa die Piriformis-Dehnung in Rückenlage mit dem angewinkelten Bein über dem anderen Knie; und Kräftigung der Rumpfmuskulatur über Unterarmstütz, Beckenheben und kontrolliertes Beinheben. Wichtig ist die Dosierung: Jede Übung wird langsam und schmerzfrei ausgeführt, Dehnpositionen werden 20 bis 30 Sekunden gehalten und ruhig weitergeatmet. Ein Ziehen ist in Ordnung, ein einschießender Schmerz ins Bein ist es nicht – dann brechen Sie ab.

Hilft Wärme oder Kälte besser bei Ischiasbeschwerden?

Das hängt vom Auslöser ab, und viele Betroffene müssen es ausprobieren. Wärme in Form von Körnerkissen, warmer Dusche oder Wärmepflaster wirkt gut, wenn muskuläre Verspannung im Vordergrund steht: Sie fördert die Durchblutung und senkt den Muskeltonus. Kälte kann in den ersten Stunden nach einer akuten Reizung angenehmer sein, weil sie die Schmerzweiterleitung dämpft. Wenden Sie Kälte nie direkt auf der Haut an, sondern immer in ein Tuch gewickelt und maximal 15 Minuten am Stück. Bei Gefühlsstörungen im betroffenen Bein ist Vorsicht geboten, weil Sie Temperaturreize dann schlechter einschätzen können.

Wie lange dauern Ischiasbeschwerden üblicherweise?

Ein Großteil der unkomplizierten Ischiasbeschwerden bessert sich innerhalb von wenigen Tagen bis zu sechs Wochen deutlich. Entscheidend sind die Ursache und der Umgang damit: Muskulär bedingte Reizungen klingen oft schneller ab als eine Nervenwurzelkompression durch die Bandscheibe. Halten die Schmerzen länger als sechs Wochen an, kehren sie in kurzen Abständen wieder oder nehmen Gefühlsstörungen zu, sollten Sie die Ursache erneut ärztlich abklären lassen, um eine Chronifizierung zu vermeiden.

Kann langes Sitzen den Ischiasnerv reizen?

Ja, langes Sitzen ist einer der häufigsten Verstärker. Im Sitzen steigt der Druck auf die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule, die Hüftbeuger verkürzen, die Gesäßmuskulatur wird schlecht durchblutet und der Piriformis verspannt. Besonders ungünstig sind eine weiche, nach hinten kippende Sitzfläche, das dauerhafte Übereinanderschlagen der Beine und die Geldbörse in der Gesäßtasche. Hilfreich ist ein Positionswechsel etwa alle 30 Minuten, eine Sitzhöhe, bei der die Knie nicht höher stehen als die Hüfte, und ein aufrechtes Becken. Ein keilförmiges Sitzkissen kann den Druck zusätzlich verteilen.

Ist eine Massage bei Ischiasschmerzen sinnvoll?

Bei rein muskulär bedingten Verspannungen im Gesäß- und Lendenbereich kann eine fachkundig ausgeführte Massage angenehm sein und die Muskulatur lockern. Sie behandelt aber nicht die Nervenreizung selbst und ersetzt keine ärztliche Abklärung. Bei akuten, ausstrahlenden Schmerzen mit Gefühlsstörungen oder Kraftverlust ist Massage nicht angezeigt – kräftiger Druck direkt auf den gereizten Nervenverlauf kann die Beschwerden verstärken. Klären Sie die Ursache zuerst ab; danach lässt sich entscheiden, ob eine begleitende Massage im Wellness-Rahmen überhaupt passt.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Wikipedia: Nervus ischiadicus – Anatomie und Verlauf des Ischiasnervs
  2. DocCheck Flexikon: Ischialgie – Ursachen, Symptome und ärztliche Abklärung
  3. Wikipedia: Bandscheibenvorfall – häufige Ursache von Ischiasbeschwerden
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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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