20. Oktober 2020
Lesezeit ca. 22 Min.

Wie verbessert man die Hüftbeweglichkeit? Sie trainieren die Hüfte am wirksamsten durch eine Kombination aus gezielter Mobilisation aller beteiligten Muskeln, dynamischem Dehnen und regelmäßigen Beweglichkeitsübungen wie Ausfallschritt, Hüftrotation, bulgarischer Kniebeuge und tiefer Hocke. Ergänzt durch eine bewegungsreiche Lebensweise und eine aufrechte Körperhaltung beugen Sie so Hüftsteife, Rücken- und Knieproblemen vor und erhalten Ihren Bewegungsapparat langfristig stabil und flexibel.

Key Facts – Hüftbeweglichkeit

  • Funktion: Das Hüftgelenk verbindet Becken und Oberschenkelknochen und ermöglicht Gehen, Treppensteigen und aufrechte Haltung.
  • Folgen von Steife: Eine unbewegliche Hüfte begünstigt Rücken-, LWS- und Knieprobleme (Gelenk-für-Gelenk-Prinzip).
  • Drei Bausteine: mechanisches Bearbeiten der Muskeln, dynamisches Stretching und Beweglichkeitsübungen.
  • Top-Übungen: Ausfallschritt, Hüftrotation, bulgarische Kniebeuge und tiefe Hocke – meist ohne Geräte machbar.
  • Prävention: Bewegung im Alltag, gesunde Ernährung, korrekte Haltung und ergonomischer Schlaf stützen die Mobilität.
  • Wichtig: Bei Schmerzen oder bestehenden Hüfterkrankungen vorab ärztlich oder physiotherapeutisch abklären.

Hüftgelenk – Verbindung von Oberschenkel und Becken

Im Allgemeinen beschreibt die Hüfte ein Gelenk, was das Becken mit dem Oberschenkelknochen zusammenfügt. Es handelt sich daher um eine sogenannte gelenkige Verbindung, bei welcher die Muskulatur und die vorhandenen Bandstrukturen für die Beweglichkeit der Beine verantwortlich sind. Erst durch das Hüftgelenk und seine Funktionen gelingt es folglich, klassische Bewegungsmuster wie das Gehen und Treppensteigen sowie eine aufrechte Haltung zu realisieren. Demnach muss jenes sowohl eine hohe Flexibilität als auch Stabilität aufweisen. So fördert das Hüftgelenk die umfassende Bewegungsfreiheit des Menschen.

Die Hüfte besitzt zugleich den kräftigsten Bandapparat des Körpers. Die Hüftmuskulatur lässt sich dazu in drei Untergruppen einteilen, darunter die äußeren-hinteren, die inneren und die äußeren-tiefen Hüftmuskeln. Jegliche Muskelgruppen fügen das Becken mit dem Oberschenkelknochen zusammen und begünstigen die Bewegung der jeweiligen Strukturen gegeneinander. Das bedeutet, ist das Becken fixiert, bewegt sich der Oberschenkelknochen und bleibt der Oberschenkelknochen seinerseits fest, ändert sich die Beckenlage.

Der mit Abstand stärkste Hüftstrecker ist der große Gesäßmuskel (musculus gluteus maximus), der für den Gang und den aufrechten Stand verantwortlich wäre. Schließlich verhindert er, dass der Rumpf während jeglicher Bewegungen oder bei einer stabilen Haltung nach vorne kippt. Gleichzeitig hat er die Aufgabe, das Steigen von Treppen und das Aufstehen aus der Hocke zu ermöglichen. Sobald der große Gesäßmuskel nicht mehr funktionsfähig ist, kann die betreffende Person bestimmte Bewegungsmuster nicht mehr ausführen.

Der kräftigste Hüftbeuger hingegen wäre der Lenden- und Darmbeinmuskel (musculus iliopsoas). Er unterstützt während des Laufens den ausholenden Schritt und führt bei einer nicht vorhandenen Dehnung zu einer Lendenlordose.

Neben diesen beiden Hauptakteuren verfügt die Hüfte über ein ganzes Set funktioneller Muskelgruppen, die zusammenwirken und so den vollen Bewegungsumfang des Gelenks ermöglichen. Die Hüfte besitzt auch:

  • Extensoren/Strecker
  • Abduktoren/Abspreizer
  • Adduktoren/Heranführer
  • Flektoren/Beuger
  • Auswärts-/Einwärtsdreher

Daraus resultiert die hohe Bedeutung der Hüftbeweglichkeit für den Alltag.

Hüftbeweglichkeit – wesentliches Element des vitalen Bewegungsapparats

Die Hüftbeweglichkeit ist ausschlaggebend für einen agilen, gesunden Bewegungsapparat. Damit nicht genug sorgt sie dafür, dass keinerlei Schmerzen, Verschleißerscheinungen oder Dysbalancen auftreten, welche den Organismus belasten sowie die Mobilität zunehmend einschränken.

Ein Mangel an Bewegung und weitere Indikationen begünstigen leider immer häufiger, dass die Hüftbeuger und die Muskeln keinerlei passende Kräftigung erhalten. Daraus resultiert eine fortschreitende Einschränkung der Hüftmobilität, die unbeachtet zu vielen ernsthaften Problemen führen kann. Gerade eine sitzende Tätigkeit, geringe sportliche Betätigungen oder bereits vorliegende genetisch-bedingte Erkrankungen sorgen dann dafür, dass die Hüfte im wahrsten Sinne des Wortes verkümmert.

Folgen und Schmerzbilder eingeschränkter Hüftmobilität können sein:

Bleibt die Hüfte dauerhaft unbeweglich, beschränken sich die Beschwerden selten auf das Gelenk selbst. Vielmehr zeigt sich ein typisches Muster aus Folgesymptomen, das sich über den gesamten unteren Rücken und die Beine ausbreiten kann:

  • Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbel
  • Instabilität der Lendenwirbelsäule
  • Überbelastungen und Fehlhaltungen innerhalb der LWS
  • Eine verminderte Stabilität des Hüftgelenks
  • Knieschmerzen
  • Verklebte und verengte Strukturen im Gesäßbereich
  • Annäherung von Ansatz und Ursprung des Hüftbeugers mit dem Verlust der Flexibilität sowie der Verklebung der Faszien
  • „Hüftsteife“

Bedingt durch das Hauptproblem der eingeschränkten Bewegung von Gesäß und Hüfte entstehen ein permanenter Spannungszustand innerhalb der Muskeln sowie eine Verklebung von Bändern, Faszien und Sehnen. Somit kommt es zu verklebten Strukturen im Gesäßbereich und das Bindegewebe vertrocknet förmlich.

Frau hält sich mit beiden Händen die schmerzende Hüfte

Diese Kettenreaktion kann ganz simpel mit der Theorie des Physiotherapeuten Gray Cook erläutert werden. Seine Gelenk-für-Gelenk-Erklärung sagt aus, dass sämtliche Probleme eines Gelenks zu Schmerzen und Disharmonien der anderen Gelenke unter- oder oberhalb jenes Bereichs führen. Besitzt die Hüfte demzufolge keine Mobilität, zwingt sie unsere Lendenwirbelsäule, ihre Funktionen zu übernehmen und die Bewegungen auszuführen. Dadurch kompensiert der Bewegungsapparat zwar die Probleme der Hüfte, was aber der ursprünglichen Stabilitätsfunktion der LWS entgegenwirkt.

Damit folgen Überbelastungen und Fehlhaltungen der Lendenwirbelsäule, während es gleichzeitig zu Beeinträchtigungen in den Gewebestrukturen sowie deren Stabilität kommt. Das erklärt auch, wie es durch eine unbewegliche, instabile Hüfte zu Rückenschmerzen und Knieproblemen käme.

Außerdem unterstützt die richtige Hüftbeweglichkeit die Prävention gegenüber traumatischen oder degenerativen Erkrankungen wie Arthrose oder Schenkelhalsfrakturen. Daraus ergibt sich die Erkenntnis erst eine, in allen Ebenen trainierte, Hüfte sorgt für einen gesunden und widerstandsfähigen Bewegungsapparat. Um jenen zu erhalten, sind infolgedessen mehrere Voraussetzungen notwendig.

Bewegliche Hüfte Voraussetzungen – Mobilität trifft gesunde Lebensweise

Die Hüftbeweglichkeit ist am Ende Teil eines komplexen Gesamtkonzepts. Denn ein Training, was sich nur auf die Mobilität des Hüftgelenks bezieht, wird wenig erfolgreich sein. Stattdessen kommt es darauf an, den gesamten Bewegungsapparat zu kräftigen und aktiv zu halten. Dies gelingt nicht ausschließlich durch ein klassisches Fitnesstraining, es fängt bereits in der Tagesgestaltung an.

Illustration einer korrekten aufrechten Körperhaltung im Stehen

So wäre es wichtig, auf eine gesunde Ernährung und dadurch auf die Vermeidung von Übergewicht zu achten, damit keine unnötige Belastung auf die Gelenke (Hüftgelenk) ausgeübt wird. Weiterhin sollte viel Bewegung in den Alltag integriert werden. Leichte Spaziergänge, ein moderates Workout oder intensive Sporteinheiten kräftigen den Bewegungsapparat nachhaltig und sorgen für eine ausgewogene Mobilität.

Gleichzeitig dient Fitness als Prävention gegenüber typischer Verschleißerkrankungen. Nicht zuletzt hat auch die korrekte Haltung einen entscheidenden Einfluss auf die Vitalität der Gelenke. Deswegen empfiehlt es sich auch, eine gerade Sitzposition zu bevorzugen, auf gute Stühle zu achten und immer wieder aus dem Haltungsmuster bei Bildschirmarbeiten oder ähnlichen Tätigkeiten auszubrechen, um keine Verspannungen oder Verhärtungen in den Muskeln zu riskieren.

In Ergänzung dazu wäre es ratsam, gelegentlich aufzustehen und sich zu bewegen, damit keine Steife in den Gelenken entsteht und ebenso eine ergonomische Schlafhaltung auf optimalem Untergrund dazu beiträgt, Muskel- und Gelenkprobleme zu vermeiden. All jene Faktoren sind wichtig, damit der Bewegungsapparat seine Gesundheit und Widerstandskraft aufrechterhalten kann. Selbst wenn es gelegentlich zu übermäßigen Belastungen käme, sind eine zügige Regeneration und die Rückkehr zu der korrekten Haltung unerlässlich, damit keine langfristigen Schäden entstehen.

Im Zuge dessen sollte die jeweilige Person darauf achten, dass die Beweglichkeit des Hüftgelenks nicht erst trainiert wird, wenn sich schon Symptome oder gar schwerwiegende Dysbalancen zeigen. Meist lässt sich in jenem Zustand keine vollständige Rehabilitation mehr erreichen oder die Rückkehr zu einem agilen Bewegungsapparat gestaltet sich aufwendig und erfordert die professionelle Unterstützung mittels Physiotherapie. Prävention ist hier das Stichwort, um die Hüftbeweglichkeit langfristig zu bewahren. Diesbezüglich finden sich verschiedene Möglichkeiten, eine agile Hüfte durch das richtige Training zu fördern.

Hüftbeweglichkeit verbessern durch Training - passendes Workout für starken Bewegungsapparat

Die Hüftbeweglichkeit lässt sich verbessern, doch wie gelingt dies am effektivsten? Ganz einfach, durch die Vereinigung aus intensiv-mechanischem Bearbeiten aller involvierten Muskeln, dynamischem Stretching und entsprechenden Beweglichkeitsübungen. Diese drei Elemente sind das ideale Fundament einer guten Hüftbeweglichkeit.

Des Weiteren sollte sich das Training auf einen optimalen Plan stützen, der die vorherrschenden Problematiken, den Allgemeinzustand und die aktuelle Leistungsfähigkeit beinhaltet. Nur so kann das Workout die Intensität nach außen projizieren, welche für den Sportler angenehm ist.

Hierbei differenzieren sich die Trainingspläne für Anfänger, Profisportler oder passionierte Hobbysportler. Ziel ist es, die Hüftbeweglichkeit zu optimieren, aber zugleich eine gewinnbringende Ausgangsposition zu schaffen, mit der sich der gesamte Bewegungsapparat in seiner Widerstandskraft und Mobilität steigert, die Fehlhaltung aufgehoben wird und eine ausgeglichene Belastung in Erscheinung tritt.

Das Fitnessprogramm für eine optimale Hüftmobilität eignet sich daraufhin für jeden, der sich gerne sportlich betätigen möchte, seinen Körper fit halten und aktiv den verschiedensten Dysbalancen entgegenwirken will.

Für gewöhnlich bietet es sich an, ein entsprechendes Hüfttraining in Kombination mit anderen Fitnesseinheiten für eine verbesserte Ausdauer oder den Muskelaufbau zu absolvieren, damit der Organismus ganzheitlich in seiner Vitalität gestärkt wird.

Frau trainiert ihre Hüfte mit einer Mobilitätsübung auf einer Matte

So wäre es angemessen, diverse Übungen für die mobile Hüfte in ein bestehendes Workout zu integrieren und gemeinsam mit jenen regelmäßig auszuführen.

Der Fokus liegt darauf, die Hüfte langfristig zu kräftigen und beweglich zu halten, weshalb sich der Einzelne für ein flexibles Hüfttraining entscheiden sollte, das sich individuell an die veränderte Leistung anpassen lässt. Hierbei könnte das Workout in regelmäßigen Intervallen (zum Beispiel jede dritte Woche) in der Intensität und dem Schwierigkeitsgrad gesteigert werden.

Im Zuge dessen empfiehlt es sich, langsam in das Training einzusteigen, um Überbelastungen zu vermeiden. Gerade Personen, die noch keinen Sport betrieben oder die Hüftbeweglichkeit bewusst optimiert haben, müssen sich kontinuierlich verbessern. Andernfalls drohen negative Begleiterscheinungen.

Die Übungen für die Hüftmobilität erweisen sich diesbezüglich als äußerst simpel und können meist ohne zusätzliches Equipment unkompliziert an jedem Ort absolviert werden. Nach Bedarf ließen sich dennoch gewisse Gerätschaften wie eine Faszienrolle, ein Theraband oder andere Komponenten in das Training einbeziehen.

Die passenden Bewegungsmuster sind zahlreich vorhanden, sodass jeder ein Workout nutzen darf, was seinen Anforderungen entspricht. Nachfolgend möchten wir dazu einige Beispiele geben, mit welchen die Hüftmobilität optimiert werden kann.

Hüftbeweglichkeit verbessern - richtige Übungen für agilen Hüftbereich

Sämtliche Übungen, die es für der Verbesserung der Hüftbeweglichkeit gibt, lassen sich im Zusammenhang mit anderen Trainings-Elementen anwenden. Sie eignen sich infolgedessen wahlweise als Warm-up oder auch als Cool-Down, um den Auftakt/Abschluss des Fitnessprogramms zu bilden.

Grundsätzlich gilt es zu beachten, dass ein Training für die Hüftmobilität abwechslungsreich, dynamisch und in seiner Intensität variabel bleiben sollte. Weiterhin muss der ausübende Sportler stets auf eine korrekte Haltung achten, bei welcher die Wirbelsäule nicht überdehnt wird.

Einige der gängigen Übungen für die mobile Hüfte sind dann:

1. Der Ausfallschritt

Der Ausfallschritt ist eine dynamische Übung, die ein hohes Maß an Selbstkontrolle verlangt. Führen Sie ihn in folgenden Schritten aus:

  1. Beginnen Sie mit einer hüftbreiten Fußposition.
  2. Machen Sie mit dem rechten Fuß einen ausladenden Schritt nach hinten, wobei die Fußspitze so aufsetzt, dass die Ferse keinerlei Kontakt zum Boden hat.
  3. Senken Sie das rechte Knie ab, ohne den Boden zu berühren.
  4. Bringen Sie den Fuß unmittelbar danach wieder in die Ausgangsposition zurück und führen Sie die Übung mit dem linken Fuß aus.

Saubere Ausführungen der Bewegung und eine angemessene Trainingsintensität wären hier entscheidend. Vor allem Sportneulingen empfiehlt es sich, Ausfallschritte erst in das Workout einzubetten, wenn die Beinmuskulatur gekräftigt wurde, ansonsten könnte es schwierig werden, nach den absolvierten Fitnesseinheiten noch fähig zu sein, das gewohnte Training durchzuführen.

2. Hüftrotation

Die Hüftrotation lässt sich beispielsweise aus dem Vierfüßler-Stand durchführen. Dabei wird erst das Kreisen des rechten Beins durchgeführt, indem das Knie in Brustrichtung gehoben sowie nach außen und hinten gestreckt werden sollte. Auch hier muss die Wirbelsäule eine neutrale Haltung einnehmen. Sobald die Hüftrotation korrekt absolviert wurde, gilt es, das Bein zu wechseln und die Übung erneut auszuführen.

3. Bulgarische Kniebeuge/Bulgarian Split Squats

Die bulgarischen Kniebeugen sind optimal, um die Gesäßmuskeln und den Oberschenkelstrecker zu trainieren. Sie finden sich in unterschiedlichen Varianten für verschiedene Trainingsintensitäten. Als Einsteiger wird die bulgarische Kniebeuge ohne externe Widerstände angewandt. So ist es möglich, die Mobilität, Koordination und Sicherheit zu gewährleisten. Dafür wird der Fußspann des Beines, welches nicht fest auf den Boden stehen soll, auf einem stabilen Untergrund (zum Beispiel Hocker oder Stuhl) platziert. Das vorne stehende Bein wird danach so positioniert, dass kein spitzer Kniewinkel während der Beugung entsteht und auch keine große Entfernung von dem festen Untergrund vorliegt. Andernfalls könnte das Gleichgewicht nicht gehalten werden. Sobald die korrekte Position vorliegt, beugt sich der Sportler mit aufrechtem Oberkörper im 90 Grad Winkel, damit der bulgarian Split die richtige Wirkung erzielt.

4. Die Hocke

Eine Hocke ist eine Standardübung für Kinder, die viele Erwachsene nicht mehr korrekt anwenden können. Trotzdem eignet sie sich hervorragend, um die Hüftmobilität zu verbessern, die Muskeln zu lockern und zu kräftigen. Sie lässt sich in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anwenden, wobei vor allem die tiefe Hocke den Trainingseffekt steigert. Die Ferse bleibt hierbei komplett auf dem Boden, was am Anfang oft nicht gelingt. Daher ließe sich zum Einstieg eine leicht erhöhte Fersenposition einnehmen, bis die Beweglichkeit und Flexibilität der Fußgelenke vorhanden ist. Als Untergrund eignen sich diesbezüglich einige Bücher. Weiterhin wäre es denkbar, sich anfänglich an einem Tisch oder Stuhl abzustützen. So gelingt es, den Körperschwerpunkt wiederzuerlangen. Die Füße zeigen geradeaus, die Beine sind schulterbreit auseinander positioniert, die Person geht nun langsam in die Hocke, bis die Knie eine komplette Beugung ausführen, während sie die ganze Zeit über nicht nach innen gerichtet sind. Der Rücken darf rund sein, die Ellenbogen sowie Arme werden locker auf den Knien positioniert und die Grundstellung wird für einige Sekunden gehalten.

5. Ergänzende Dehn- und Faszienübungen

Außerdem empfiehlt es sich, die Hüftbeweglichkeit durch federnde oder dynamische Dehnübungen für den Hüftbeuger zu trainieren, Faszientraining zu integrieren oder regelmäßig mit einem Tennisball Roll-Outs zu üben. Dadurch wird ebenfalls das Bindegewebe gekräftigt und Verspannungen können abgebaut werden. Nicht zuletzt beugen Stretching-Übungen weiteren Muskelkrämpfen oder Blockaden durch den Sport vor. Der Kreativität des Workouts und den Anpassungsmöglichkeiten sind daher kaum Grenzen gesetzt.

Dies sorgt insgesamt dafür, dass die Hüftmobilität langsam, aber zuverlässig trainiert wird, um langfristig einen aktiven und mobilen Bewegungsapparat zu erhalten.

Ulrich Pötter, staatlich anerkannter Therapeut

Mein Expertenrat aus 20+ Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Die meisten Menschen wollen ihre Hüfte über Nacht beweglich machen und steigern Tempo und Tiefe viel zu schnell – genau das führt zu Reizungen. Mein Rat: Arbeiten Sie lieber täglich fünf bis zehn Minuten kontrolliert als einmal pro Woche eine Stunde mit Gewalt. Tasten Sie die Endposition jeder Übung sauber an, halten Sie die Wirbelsäule neutral und gehen Sie nie in den Schmerz. Wenn die Hüfte bereits zwickt oder eine Diagnose vorliegt, lassen Sie das vorab physiotherapeutisch abklären – gegen einen steifen Alltag hilft Geduld zuverlässiger als Ehrgeiz.

Fazit

Eine bewegliche Hüfte ist das Fundament eines gesunden Bewegungsapparats und beugt Rücken-, LWS- und Knieproblemen vor. Verbessern lässt sie sich am wirksamsten durch das Zusammenspiel von mechanischer Muskelarbeit, dynamischem Stretching und Beweglichkeitsübungen wie Ausfallschritt, Hüftrotation, bulgarischer Kniebeuge und tiefer Hocke – flankiert von Bewegung im Alltag, gesunder Ernährung und korrekter Haltung. Steigen Sie langsam ein, bleiben Sie regelmäßig dran und klären Sie bestehende Beschwerden vorab ärztlich oder physiotherapeutisch ab. Wer das Zusammenspiel von Anatomie, Mobilisation und Training professionell verstehen möchte, findet in einer fundierten Fitness- oder Massageausbildung das passende Handwerkszeug.

Häufige Fragen zur Hüftbeweglichkeit

Wie verbessere ich meine Hüftbeweglichkeit?

Am wirksamsten ist die Kombination aus mechanischem Bearbeiten der beteiligten Muskeln, dynamischem Dehnen und Beweglichkeitsübungen wie Ausfallschritt, Hüftrotation, bulgarischer Kniebeuge und tiefer Hocke. Ergänzend wirken Bewegung im Alltag, eine aufrechte Haltung und ergonomischer Schlaf.

Welche Übungen helfen am besten gegen eine steife Hüfte?

Bewährt haben sich der Ausfallschritt, die Hüftrotation aus dem Vierfüßlerstand, die bulgarische Kniebeuge und die tiefe Hocke. Ergänzend sind Dehnübungen für den Hüftbeuger, Faszientraining und Roll-Outs mit einem Tennisball sinnvoll.

Warum ist eine bewegliche Hüfte so wichtig?

Das Hüftgelenk ermöglicht Gehen, Treppensteigen und eine aufrechte Haltung. Eine unbewegliche Hüfte zwingt die Lendenwirbelsäule, Aufgaben zu übernehmen, und begünstigt so Rücken-, LWS- und Knieprobleme sowie Fehlhaltungen.

Wie oft sollte ich Hüftmobilität trainieren?

Regelmäßigkeit ist entscheidender als Dauer. Steigen Sie langsam ein und steigern Sie Intensität und Schwierigkeit erst nach und nach, etwa alle drei Wochen. Kurze, kontrollierte Einheiten wirken nachhaltiger als seltene, sehr intensive Trainings.

Brauche ich Geräte für das Hüfttraining?

Nein. Die meisten Übungen für die Hüftmobilität lassen sich ohne Equipment an jedem Ort durchführen. Bei Bedarf können Sie eine Faszienrolle, ein Theraband oder einen Tennisball für Roll-Outs ergänzen.

Was tun bei Hüftschmerzen während der Übungen?

Trainieren Sie nie in den Schmerz hinein. Treten während oder nach den Übungen Schmerzen auf oder besteht bereits eine Hüfterkrankung, sollten Sie die Beschwerden zunächst ärztlich oder physiotherapeutisch abklären lassen, bevor Sie das Training fortsetzen.

Ulrich Pötter

Ulrich Pötter

Geschäftsführer & Ausbildungsexperte der WellnessInPerfektion WIP GmbH

Ulrich Pötter ist Gründer und Geschäftsführer der WellnessInPerfektion WIP GmbH und seit über 25 Jahren als staatlich anerkannter Therapeut tätig. Er ist Autor mehrerer staatlich zugelassener Fernlehrgänge (Klett-Verlag) und verantwortet die fachliche Qualität aller Lehrgänge.

Mehr über Ulrich Pötter & die WIP-Akademie →

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Wikipedia: Hüftgelenk – Anatomie, Muskulatur & Bewegungsumfänge
  2. Wikipedia: Dehngymnastik – Methoden & Wirkung des Dehnens im Sport
  3. DocCheck Flexikon: Hüftgelenk (medizinisches Fachlexikon)
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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Marfuli
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