30. Juni 2017
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Muskelfunktionsprüfungen sind eines der renommiertesten Analyse-Verfahren für die Kraftentfaltung der einzelnen Muskeln sowie Muskelgruppen und unterstehen der manuellen Muskelfunktionsdiagnostik. Hierbei wird auch häufig die Bezeichnung Muskelfunktionstest angewandt. Ursprünglich geht dieses Prinzip auf Vladimir Jandar zurück der entsprechende Methoden eingeführt hat, um die Muskulatur des menschlichen Körpers hinsichtlich ihrer Funktionalität bestimmen zu können.

Inzwischen zählen Muskelfunktionsprüfungen daher zu den gängigsten Vorgehensweisen in der Fitnessbranche, bei der Physiotherapie und dem Personaltraining. Nicht selten fungiert ein derartiger Test auch als Vorlage für die Festlegung simpler Stereotypen in Bezug auf die Motorik, zeigen die Nervenstruktur der Muskeln an und werden als Richtlinie für verschiedene Behandlungen verwendet. Deshalb hat ein Muskelfunktionstest stets eine Vielzahl an Zielen.

Key Facts – Muskelfunktionsprüfungen

  • Zweck: Die Muskelfunktionsprüfung schätzt die Kraftentfaltung einzelner Muskeln und Muskelgruppen ein und liefert die Grundlage für einen passgenauen Trainingsplan.
  • Ursprung: Das Prinzip geht auf den tschechischen Neurologen Vladimír Janda zurück, der die manuelle Prüfung der Muskelfunktion systematisiert hat.
  • Bewertung: Sechs Stufen von 5 (normale Kraft, 100 %) über 4 (75 %), 3 (50 %), 2 (25 %) und 1 (10 %) bis 0 (keine erkennbare Kontraktion); Zwischenwerte werden mit Plus oder Minus angehängt.
  • Testablauf: Der Muskel wird nach Anleitung bewegt, die Trainerin oder der Trainer fixiert das Gelenk und setzt einen konstanten Widerstand entgegen der Bewegungsrichtung – immer im Seitenvergleich, rund 20 Minuten pro Durchgang.
  • Typische Übungen: Wechsel zwischen Kniestand und Fersensitz (Gesäß- und Bauchmuskulatur), Kniebeugen (Wadenmuskulatur), Zusammenziehen der Schulterblätter (Schulterblattfixatoren), Sit-ups und Spannungsübungen (Bauchmuskulatur) sowie Heben und Senken von Armen und Oberkörper (Rückenstrecker).
  • Vorbereitung: Ablauf erklären, Widerstand an Alter, Geschlecht und Trainingszustand anpassen, ruhige gleichmäßige Atmung, stabile Ausgangsposition zur Sicherung von Lenden- und Halswirbelsäule.
  • Abgrenzung: Im Fitness- und Personaltraining ist die Muskelfunktionsprüfung ein Befund- und Einschätzungsinstrument für die Trainingssteuerung – keine medizinische Diagnostik. Diagnosen stellen Ärztinnen, Ärzte und Heilpraktiker.

Hauptaufgaben der Muskelfunktionsprüfungen – wichtiger Test für erfolgreiches Training

Bei einem Test zur Überprüfung der Muskelfunktionen spielen mehrere Faktoren eine tragende Rolle, denn die Methode soll dem ausführenden Fitnesstrainer dabei helfen, seinen Trainingsplan so gewinnbringend wie möglich zu gestalten. Im Allgemeinen orientiert sich der Schwerpunkt hierfür an dem jeweiligen Sportler, doch einige der zentralsten Themen sind:

  • Analyse der Leistungsfähigkeit von bestimmten Körperteilen
  • Feststellung von muskulären Defiziten, insbesondere Muskelverkürzungen
  • Erkennung von Mobilitätsproblemen nach Verletzungen oder Operationen
  • Bestimmung von potenziellen Nervenverletzungen
  • Steigerung der Kondition durch angepasstes Training
  • Vermeidung muskulärer Disharmonien

Damit Muskelfunktionsprüfungen die verschiedenen Problematiken aufdecken können und dem Sport-Absolventen einen Mehrwert spenden, lassen sie sich sowohl präventiv als auch während einer Trainingsphase anwenden. Speziell im Fitnesssektor fungieren die Muskelfunktionstests hauptsächlich zur Optimierung des Sport-Programms. Im medizinischen Bereich sollen sie dagegen eher für eine bessere Therapie bei muskulären Schwachstellen oder Muskelerkrankungen behilflich sein. Um nach der Durchführung jenes Verfahrens allerdings aufschlussreiche Resultate zu erhalten, wurde ebenfalls eine charakteristische Bewertungs-Strategie entwickelt.

Muskelfunktionsprüfungen

Bewertungssystem des Muskelfunktionstests – festgelegtes Prinzip mit Aussagekraft

Vladimir Jandar legte seiner Theorie die Annahme zugrunde, dass für die Bewegung eines Körperteils immer ein Mindestmaß an Muskelkraft vorhanden sein muss. Darauf aufbauend kam es dann zu der Einordnung in sechs unterschiedliche Bewertungsstufen. Jede von ihnen besitzt einen bestimmten Prozentwert, der die größtmögliche Leistungsfähigkeit der Muskulatur angibt. Für gewöhnlich erfolgt die Nennung der Werte in arabischen Zahlen, wenngleich heutzutage meistens eine englische Anmerkung hinzugefügt wird, die dem besseren Verständnis dient. Sollte ein Sportler innerhalb des Bewertungsschemas wiederum nicht eindeutig einer Stufe zugeteilt werden können, ist die Ergänzung eines Minus- oder Plus-Zeichens hinter der Stufe maßgebend. Die Bewertung präsentiert sich daraufhin wie folgt:

- Stufe 5, normale Muskelkraft. Diese Bewertungs-Einheit erreicht eine Person, deren Muskelkraft einen Wert von 100% erringen konnte. Sie gibt an, dass die Leistungsfähigkeit der Norm entspricht und es möglich ist, einen überdurchschnittlichen starken Widerstand in uneingeschränkter Beweglichkeit zu überwinden. Dennoch können die einzelnen Funktionen leichte Abweichungen zulassen. So wäre es denkbar, dass auch Menschen mit einer idealen Muskelfunktionsfähigkeit bei Belastungen Ermüdungserscheinungen der Muskulatur zeigen.

- Stufe 4, gute Muskelkraft. Hier werden 75% des Gesamtwerts erzielt und es lassen sich noch immer Außen-Widerstände von mittlerer Intensität mit absoluter Beweglichkeit meistern.

- Stufe 3, schwache Muskelkraft. Innerhalb dieser Bewertungsstufe sind nur noch 50% des Idealwerts vorhanden. Die Bewegungen können problemlos absolviert werden, die Schwerkraft lässt sich dabei ebenfalls überwinden. Ein Muskelwiderstand seitens der ausführenden Person ist allerdings nicht mehr messbar.

- Stufe 2, äußerst schwache Muskelfunktionsfähigkeit. Bei jener Stufe sind lediglich 25% der gesamten Muskelkraft präsent und die Bewegungsfreiheit ist nach wie vor gegeben. Jedoch ist es nicht mehr möglich, die Bewegungen gegen die Schwerkraft zu absolvieren und dadurch einen Widerstand zu überwinden, die dem Gewicht des getesteten Körperteils entsprechen.

- Stufe 1, Muskelkraft kaum vorhanden. Der prozentuale Anteil der Muskelfunktionstüchtigkeit liegt hier bei 10% und zeigt an, dass eine geringe Anspannung der Muskulatur gelingt. Die Überwindung eines Widerstands oder die Bewegungsfähigkeit der Extremität, die getestet wird, ist aber nicht länger gegeben.

- Stufe 0, keine Muskelkraft. Hier ist kein Anzeichen einer Muskelkontraktion nachvollziehbar.

Die Grundstufen sind folglich klar definiert und in allen Einsatzgebieten der Muskelfunktionsprüfungen richtungsweisend. Als Test-Ausführung werden dazu diverse Übungen praktiziert, deren Zusammenspiel das Ergebnis begünstigt.

Ulrich Pötter, SWAV-Akademie
Mein Tipp aus 20+ Jahren Praxis und Ausbildung

Testen Sie nie direkt im Anschluss an eine intensive Trainingseinheit. Ermüdete Muskulatur fällt regelmäßig eine halbe Stufe schlechter aus, und Sie bewerten dann die Trainingsbelastung von gestern statt der tatsächlichen Muskelfunktion. Legen Sie den Retest auf dieselbe Tageszeit und dieselbe Reihenfolge der Übungen wie beim Erstbefund – nur so sind die Werte überhaupt vergleichbar. Notieren Sie zu jeder Stufe zusätzlich, wie sich die Bewegung angefühlt hat: ob sie zittrig war, ob eine Seite früher nachgab, ob die Ausgangsposition gehalten wurde. Genau diese Randnotizen zeigen Ihnen nach sechs bis acht Wochen, ob Ihr Trainingsplan wirklich greift. Und wenn Ihnen etwas auffällt, das sich nicht durch Training erklären lässt, gehört die Person zur ärztlichen Abklärung – nicht auf Ihre Trainingsfläche.

Übungsarten der Muskelfunktionsprüfungen – variable Anwendungen mit Nachhaltigkeit

Muskelfunktionstests sind äußerst facettenreich und beanspruchen sämtliche Körperpartien mit gleicher Intensität, damit über alle Muskelgruppen eine gehaltvolle Analyse erstellt werden kann. Grundsätzlich umfassen die verschiedenen Übungen dazu diverse Regeln, welche die zuverlässige Überprüfung garantieren. In dem Zusammenhang wird der betreffende Muskel gemäß der Anleitung bewegt, während die Testperson den nötigen Widerstand leistet und der Trainer eine Fixierung vornimmt. Generell treten außerdem einige Wiederholungen der Übungsabläufe in Erscheinung und die Techniken überdauern eine bestimmte Zeitspanne, da die Leistungsfähigkeit der Muskulatur ansonsten nicht richtig nachgewiesen werden kann. Eine Auswahl der Praktiken ist:

  • Messung der Gesäßmuskeln und der Bauchmuskulatur. Dies geschieht mittels eines regelmäßigen Wechsels zwischen Kniestand und dem sogenannten Fersensitz.
  • Überprüfung der Wadenmuskeln. Hierfür sind Kniebeugen effektiv.
  • Kontrolle der Schulterblattfixatoren. Das erfolgt mithilfe des Zusammenziehens und Entspannens der Schulterblätter für mehrere Male.
  • Test der Bauchmuskulatur. Neben Sit-ups kommen dafür Spannungsübungen zum Einsatz, die auch die schrägen Bauchmuskeln fordern, darunter die Vorspannung von der Schulter hin zum Knie.
  • Prüfung des Rückenstreckers. Als Übung findet das sanfte Heben und Senken von Armen sowie Oberkörper statt.

Die Übungsformen bei den Muskelfunktionsprüfungen können natürlich variieren und der Fitnesstrainer wählt stets die Versionen aus, die ihm eine deutliche Darstellung der Muskelkraft und Leistungsfähigkeit liefern. Der Test selbst erweist sich dann als simple und kostengünstige Möglichkeit, die Belastbarkeit der Muskulatur zügig sowie versiert zu ermitteln. Dies kann jedoch nur erfolgreich sein, insofern der ausübende Trainer eine professionelle Ausbildung genossen hat.

Muskelfunktionstest Sit-Ups

Fitnesstrainerausbildung als Basis – Fachkompetenz für gezielte Muskelfunktionstests

Muskelfunktionsprüfungen setzen ein Maximum an Professionalität voraus, denn falls sie nicht ordnungsgemäß angewandt werden, käme es zu mangelhaften Resultaten und die gesamte Trainingsplanerstellung könnte ineffektiv sein. Grund genug, jenen Test durch Expertise und Engagement abzusichern.

Die Schulung an der SWAV verhilft daraufhin jedem Interessenten dazu, ein motivierter und fachkundiger Fitnesstrainer zu werden. Unkomplizierte Lernverfahren mit ausgeprägtem Praxisteil, ambitionierte Dozenten, ein ungezwungenes Umfeld und die Integration aktuellster Lerninhalte bringen ein Konzept zum Vorschein, das den Teilnehmern die Materie auf fortschrittliche Weise vor Augen führt. Ohne Vorkenntnisse, aber mit dem Willen ein Profi zu werden, der Sportler mit den verschiedensten Ansprüchen trainiert, kann an der renommierten Akademie jeder seinen Traum von einer Fitnesstrainer-Ausbildung realisieren.

Die erworbenen Lizenzen sind dabei dauerhaft gültig und ebnen den Weg zu einer beruflichen Laufbahn in der Fitnessindustrie sowie als Personaltrainer. Unabhängig davon, ob die Selbstständigkeit angestrebt wird, oder der Arbeit als Angestellter ein fachlicher Feinschliff zugutekommt, an der SWAV erhält jeder Schüler eine individuelle Ausbildungsart mit umfangreichen Möglichkeiten. Natürlich zählen Muskelfunktionsprüfungen ebenfalls zu den vorherrschenden Themen des Kurses und werden eingehend behandelt. Somit können die Absolventen später mit einem Höchstmaß an Verantwortungsbewusstsein agieren, um die Sportler durch einen nützlichen Muskelfunktionstest zu führen. Dieser muss aber gewisse Vorkehrungen beinhalten, die seine Effizienz unterstützen.

Vorbereitung der Muskelfunktionsprüfungen – Grundlage der Effektivität

Bevor die Muskelfunktionstests beginnen können, sollte der Fitnesstrainer den Sportler ausführlich über den Ablauf informieren und wichtige Einzelheiten besprechen. Dies gewährleistet die korrekte Durchführung der Prüfungen und verringert das Risiko für fehlerhafte Testergebnisse. Weiterhin sollte das Ausmaß des Widerstands an den jeweiligen Sportler angepasst werden.
So sind Angaben zu Geschlecht, konditioneller Verfassung, Alter oder dem Allgemeinzustand wertvoller Kriterien für die Zusammensetzung der Übungen. In Verbindung damit wäre es ratsam, professionelle Sportler niemals mit Hobby-Sportlern zu vergleichen, denn eine Person aus dem Leistungssport benötigt einen stärkeren Widerstand als ein Amateur.

Obendrein muss der Sport-Interessent während der Muskelfunktionsprüfung möglichst entspannt bleiben und eine ruhige, gleichmäßige Atmung berücksichtigen. Abgerundet werden entsprechende Präventivmaßnahmen zudem von einer korrekten Ausgangsposition. Sie wird vor jeder Übung eingenommen und hat den Sinn, die Lendenwirbelsäule sowie die Halswirbelsäule zu stabilisieren. Eine fachgerechte Kopfhaltung und eine bequeme Lagerung des Bewegungsapparats müssen ebenfalls beachtet werden, damit die Muskelfunktionsprüfungen wirkungsvoll sind. In der Praxis gestaltet sich die Durchführung danach gewinnbringend, wenn sich der Fitnesstrainer an die zentralen Bausteine des Testablaufs hält.

Muskelfunktionstest in der Praxis – effizientes Konzept für ganzheitliche Fitness

Die Muskelfunktionsprüfungen sind der Schlüssel zu jedem sinnvollen Training und treten bei einem vereinbarten Termin in ruhiger Atmosphäre in Erscheinung. In der Praxis muss der Fitnesstrainer immer mit Vorsicht agieren und sämtliche Übungen kontrollieren. Schließlich darf keiner der Bewegungsabläufe unsachgemäß angewandt werden. Daher gilt es, jegliche Aufgaben im Seitenvergleich zu absolvieren. Somit umgeht der Experte eine Dysbalance der Muskelgruppen, erkennt frühzeitig ein potenzielles Ungleichgewicht zwischen beiden Körperhälften sowie eventuelle Kraft-Unterschiede. Dadurch könnten außerdem rasche Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, die das natürliche Gleichgewicht wiederherstellen.

In Ergänzung dazu müssen die Bewegungen der Körperteile in ihrer Gesamtheit überwacht werden. Auf diese Weise sieht der Fitnesstrainer alle Feinheiten, die für das Resultat notwendig sind, und kann umgehend erforderliche Korrekturen vornehmen. Im Idealfall vollzieht der Sportler seine Bewegungen dafür langsam und koordiniert, statt energisch und ungleichmäßig. So hilft er dem Profi, wertvolle Details zu erkennen und beansprucht seine Muskulatur nicht zu stark. Kommt es hingegen zu einer Übung für mehrgelenkige Muskel-Bereiche, ist die richtige Fixierung durch den Fitnesstrainer unumgänglich. Je größer die Anzahl der Stützpunkte und je besser die Extremitäten während der Praktiken stabilisiert werden, desto fundierter zeigt sich nämlich das Resultat.

Gleichzeitig sollte ein Widerstand niemals auf zwei Gelenke einwirken und stets entgegen der bevorzugten Bewegungsrichtung stattfinden. Es versteht sich von selbst, dass auch die Kraft, die bei den Übungen vorherrschend ist, jederzeit konstant bleiben muss. Der Ablauf der Muskelfunktionstests beinhaltet in der Regel Techniken zur Kontrolle der Koordination, Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit, nutzt allerdings auch Übungen zur Erkennung von verkürzten Muskeln oder Muskelschwächen. Für eine optimale Leistungsförderung oder bei auftretenden Defiziten wäre es des Weiteren empfehlenswert, die Muskelfunktionsprüfungen in kontinuierlichen Abständen zu wiederholen, um nachzuvollziehen, ob Besserungen eingetreten sind. Die Dauer der dazugehörigen Tests umfasst etwa 20 Minuten.
Damit kann jenes Analyse-Verfahren eine klare Aussage über die Kraft, Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit jeglicher Muskeln sowie Muskelgruppen treffen und jedes Training auf die Besonderheiten des Sportlers abstimmen.

Zur Fitnesstrainer Ausbildung

Fazit

Muskelfunktionsprüfungen sind ein einfaches, kostengünstiges und erstaunlich aussagekräftiges Werkzeug: Mit einer standardisierten Skala von 0 bis 5 lässt sich in etwa 20 Minuten einschätzen, wie es um Kraft, Beweglichkeit und Zusammenspiel einzelner Muskelgruppen bestellt ist. Der Wert des Verfahrens steht und fällt jedoch mit der sauberen Durchführung – korrekte Ausgangsposition, konstanter Widerstand entgegen der Bewegungsrichtung, zuverlässige Fixierung und konsequenter Seitenvergleich. Wer hier schludert, misst Ausweichbewegungen statt Muskelfunktion und plant das Training auf einer falschen Grundlage.

Einordnen lässt sich das Verfahren am besten als strukturierte Bestandsaufnahme für die Trainingssteuerung: Es zeigt Seitenunterschiede, muskuläre Dysbalancen und Verkürzungen, macht Fortschritte über wiederholte Tests messbar und hilft, Belastungen realistisch zu dosieren. Eine medizinische Diagnose ersetzt es ausdrücklich nicht – auffällige Befunde, Schmerzen oder unklare Kraftverluste gehören in die Hände von Ärztinnen, Ärzten oder Heilpraktikern. Genau diese Grenze sauber zu ziehen und die Tests handwerklich sicher auszuführen, ist Teil einer fundierten Fitnesstrainer-Ausbildung.

Häufige Fragen zu Muskelfunktionsprüfungen

Was ist eine Muskelfunktionsprüfung?

Eine Muskelfunktionsprüfung – auch Muskelfunktionstest genannt – ist ein manuelles Verfahren, mit dem die Kraftentfaltung und Funktionsfähigkeit einzelner Muskeln oder Muskelgruppen eingeschätzt wird. Die getestete Person führt eine definierte Bewegung aus, während die Trainerin oder der Trainer fixiert und einen dosierten Widerstand setzt. Im Fitness- und Personaltraining dient das Ergebnis der Trainingsplanung, nicht der Feststellung von Krankheiten.

Wie läuft ein Muskelfunktionstest ab und wie lange dauert er?

Vor dem Test werden Ablauf und Ziel besprochen, danach nimmt die getestete Person eine stabile Ausgangsposition ein, die Lenden- und Halswirbelsäule sichert. Die Bewegungen werden langsam und koordiniert ausgeführt, der Widerstand bleibt konstant und wirkt nie auf zwei Gelenke gleichzeitig. Jede Übung wird im Seitenvergleich absolviert, damit Kraftunterschiede zwischen rechts und links auffallen. Ein vollständiger Durchgang dauert in der Regel etwa 20 Minuten.

Was bedeuten die sechs Bewertungsstufen von 0 bis 5?

Stufe 5 steht für normale Muskelkraft (100 %) mit voller Beweglichkeit gegen deutlichen Widerstand, Stufe 4 für gute Kraft (75 %) gegen mittleren Widerstand. Bei Stufe 3 (50 %) gelingt die Bewegung noch gegen die Schwerkraft, ein zusätzlicher Widerstand ist aber nicht mehr messbar; Stufe 2 (25 %) erlaubt die Bewegung nur ohne Schwerkrafteinfluss. Stufe 1 (10 %) bedeutet, dass lediglich eine Anspannung tastbar ist, Stufe 0, dass keine Kontraktion erkennbar ist. Liegt jemand zwischen zwei Stufen, wird ein Plus oder Minus ergänzt.

Ist eine Muskelfunktionsprüfung eine medizinische Diagnose?

Nein. Im Trainingskontext ist sie ein Befund- und Einschätzungsinstrument, das Auskunft über Kraft, Beweglichkeit und muskuläre Dysbalancen gibt und daraus Trainingsentscheidungen ableitet. Krankheiten festzustellen oder zu benennen ist Ärztinnen, Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten. Fallen bei einem Test deutliche Kraftverluste, Schmerzen oder unklare Auffälligkeiten auf, sollte die betreffende Person ärztlich abgeklärt werden, bevor weitertrainiert wird.

Wie oft sollten Muskelfunktionsprüfungen wiederholt werden?

Sinnvoll ist ein Erstbefund zu Beginn einer Trainingsphase und danach eine Wiederholung in regelmäßigen Abständen, damit Veränderungen sichtbar werden. In der Praxis hat sich ein Retest nach etwa sechs bis acht Wochen bewährt, weil sich Kraftanpassungen in diesem Zeitraum bereits abbilden. Wichtig ist, unter möglichst gleichen Bedingungen zu testen – gleiche Tageszeit, gleiche Übungsreihenfolge, ausgeruhte Muskulatur – sonst sind die Werte nicht vergleichbar.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Muskelfunktionstest – Wikipedia – erklärt Prinzip, Durchführung und die sechsstufige Kraftgradskala des manuellen Muskelfunktionstests
  2. Vladimír Janda – Wikipedia – Biografie des Neurologen, auf dessen Arbeiten die systematische Prüfung der Muskelfunktion zurückgeht
  3. Heilpraktikergesetz (HeilprG) – Gesetze im Internet – regelt, wer Heilkunde ausüben darf, und markiert damit die Grenze zwischen Trainingsbefund und medizinischer Diagnostik
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Über den Autor
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Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Heike Regenberg
Profilbild von Ab Ab
vor 2 Monaten
Der Ablauf verlief ohne jegliche Komplikationen. Die Lehrkräfte und Dozenten waren äußerst freundlich. Die Korrekturen erfolgten stets in kürzester Zeit. Auf Anfragen erhielt ich prompt und kompetent Rückmeldungen. Ich beabsichtige, mich auch zukünftig für Studiengänge an dieser Institution anzumelden und diese dort zu absolvieren. Meine Zufriedenheit ist hoch, weshalb ich diese Einrichtung uneingeschränkt weiterempfehlen kann.
Ab Ab