02. August 2023
Lesezeit ca. 17 Min.

Die Irisdiagnose, auch Iridologie genannt, ist ein Verfahren aus der Naturheilkunde, bei dem Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker anhand von Farbe, Struktur und Zeichnung der Iris nach Hinweisen auf mögliche Dysbalancen im Körper suchen. Ein wissenschaftlicher Nachweis für die diagnostische Aussagekraft der Methode fehlt bislang, weshalb sie ausschließlich ergänzend und niemals als Ersatz für eine ärztliche Untersuchung eingesetzt werden sollte.

Key Facts – Irisdiagnose

  • Definition: Analyse von Farbe, Struktur und Zeichnung der Iris als Verfahren der Alternativmedizin.
  • Ursprung: Geht auf Beobachtungen des 19. Jahrhunderts zurück, u. a. auf den ungarischen Arzt Ignaz von Péczely.
  • Wissenschaftlicher Stand: Die diagnostische Aussagekraft ist bislang wissenschaftlich nicht belegt und gilt als nicht anerkannt.
  • Ablauf: Anamnesegespräch, Betrachtung mit Iriskop oder Iriskamera, Abgleich mit einer Iris-Topographie-Karte, ca. 30–60 Minuten.
  • Einsatzbereich: Ergänzendes Verfahren bei Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern, kein eigenständiges Diagnoseinstrument.
  • Grenzen: Kein Ersatz für eine ärztliche oder augenärztliche Untersuchung.
  • Erlernbar: Als Aufbaukurs zur Heilpraktiker-Ausbildung, auch im Fernstudium möglich.

Was ist eine Irisdiagnose?

Bei der Irisdiagnose handelt es sich um ein Konzept aus der Alternativmedizin, welches verschiedene Erkrankungen des Menschen mittels einer Analyse des Iris-Gewebes am Auge ermittelt. Sie wird häufig im Bereich der Heilpraktiker Diagnoseverfahren eingesetzt, konnte aber bislang wissenschaftlich nicht belegt werden. Alternativ ist die Irisdiagnose auch unter der Bezeichnung Iridologie bekannt und erfreut sich einer längeren Bekanntheit innerhalb der alternativmedizinischen Methoden. Ursprünglich gibt es frühe Formen der heute geläufigen Praktik bereits seit vielen hundert Jahren, doch die ersten richtigen Vorlagen für die Iridologie konnten sich erst innerhalb des 19. Jahrhunderts durchsetzen. Seither wurde die Irisdiagnose fortwährend weiterentwickelt und durch immer neue Erkenntnisse sowie Möglichkeiten erweitert.

Geschichte und Grundgedanke der Irisdiagnose

Der Überlieferung nach geht die Iridologie auf den ungarischen Arzt Ignaz von Péczely zurück, der im 19. Jahrhundert beobachtet haben soll, dass sich nach einer Verletzung am Bein einer Eule ein dunkler Strich in deren Iris zeigte. Ob diese Anekdote historisch exakt belegt ist, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei nachvollziehen, doch sie gilt in der Fachliteratur zur Iridologie als Ursprungsgeschichte der modernen Irisdiagnose. Etwa zeitgleich entwickelte der schwedische Heilpraktiker Nils Liljequist eigene Beobachtungen zu Farbveränderungen der Iris im Zusammenhang mit Medikamenteneinnahmen. Im 20. Jahrhundert trug vor allem der US-amerikanische Naturheilkundler Bernard Jensen maßgeblich dazu bei, die Iridologie zu systematisieren und die heute gebräuchlichen Iris-Topographie-Karten zu verbreiten. Auch in Deutschland fand das Konzept über Heilpraktiker wie Josef Deck weitere Verbreitung und Verfeinerung.

Der Grundgedanke der Irisdiagnose ist dem anderer reflexzonenbasierter Verfahren der Naturheilkunde – etwa der Fußreflexzonenmassage oder der Gesichtsdiagnostik – nicht unähnlich: Es wird angenommen, dass sich der gesamte Organismus in verkleinerter Form auf einem begrenzten Körperbereich abbildet, hier eben auf der Iris. Anhänger der Methode gehen davon aus, dass Nervenbahnen eine Verbindung zwischen Organen und bestimmten Irisarealen herstellen. Diese Annahme ist anatomisch bislang jedoch nicht in der Weise nachgewiesen, wie es für eine gesicherte diagnostische Methode notwendig wäre – dazu mehr im Abschnitt zum wissenschaftlichen Stand weiter unten.

Welches Prinzip steckt hinter der Irisdiagnose?

Unsere Iris ähnelt unserem Fingerabdruck. Das heißt, sie ist unverwechselbar und stellt den Körper in einer strikt geregelten Ordnung mit all seinen Organen dar. Insofern nun innerhalb des Augenvordergrunds Veränderungen wie Trübungen, Pigmentierungen, Aufhellungen oder Verdunkelungen sowie sehr markante Zeichnungen der Gefäße erkennbar sind, gibt dies Rückschlüsse auf Disharmonien im Organismus, darunter Bindegewebsprobleme, Stoffwechselstörungen oder Entzündungsprozesse sowie Erkrankungen. Ferner ermöglicht eine fundiert durchgeführte Irisdiagnose einen Einblick in die genetische Veranlagung des Menschen und seine Gefahr für erblich-bedingte Grunderkrankungen.

Das Zonen-Modell der Iris: Wie die Iris-Topographie-Karte funktioniert

Zentrales Arbeitsmittel der Iridologie ist die sogenannte Iris-Topographie-Karte, die die Iris wie ein Ziffernblatt in zwölf Sektoren sowie mehrere konzentrische Ringe unterteilt. Jedem Sektor beziehungsweise jeder Ringzone wird dabei ein bestimmtes Organ oder Organsystem zugeordnet, wobei die Position in der Iris ungefähr der anatomischen Lage im Körper entsprechen soll. Üblicherweise gilt: Das rechte Auge bildet die rechte Körperhälfte ab, das linke Auge die linke. Der innere Bereich nahe der Pupille wird meist dem Verdauungssystem zugeordnet, weiter außen liegende Ringe stehen für Muskulatur, Nervensystem, Haut oder Lymphsystem.

Problematisch aus wissenschaftlicher Sicht ist dabei, dass es nicht die eine, einheitliche Iris-Topographie-Karte gibt. Unterschiedliche iridologische Schulen – etwa die nach Bernard Jensen geprägte US-amerikanische Tradition oder europäische Varianten – verwenden zum Teil deutlich voneinander abweichende Zuordnungen. Diese fehlende Standardisierung wird in der Fachdiskussion regelmäßig als Hinweis darauf angeführt, dass es sich um ein theoretisches Modell und nicht um einen empirisch gesicherten anatomischen Zusammenhang handelt.

Was sieht man bei einer Irisdiagnose?

Bei einer Irisdiagnose lässt sich die gesamte Iris analysieren. Dabei geht es sowohl um ihre Farbe als auch die Dichtigkeit oder verschiedene, prägende Merkmale sowie Auffälligkeit, die im Rahmen der Untersuchung bekannt werden. Man erkennt eingelagerte Farbpigmente, Striche, Punkte und sämtliche Details, sodass sich die Iris wie eine Art Landkarte unseres Organismus darstellst. Experten können dann anhand der zu sehenden Erkenntnisse schlussfolgern, welche Dysbalancen, Beschwerden und Erkrankungen im Körper vorhanden sein könnten. Hier geht es um zahlreiche Arten von Beschwerden, die sich auf das Organsystem, aber auch den Bewegungsapparat, die Nerven, Muskeln oder das Blut betreffen.

Was sagt die Iris über Erkrankungen aus?

Irisdiagnostiker können anhand der Darstellung einer Iris Rückschlüsse auf Erkrankungen geben. In Verbindung damit geben verschiedene Zeichen einen Aufschluss über potenzielle Dysbalancen im Organismus. Dazu gehören:

  • Aufhellungen oder Verdunkelungen der Iris-Farbe
  • Farbflecken oder Farbschattierungen
  • Gefäßzeichnungen
  • Pigmentierungen

So gilt…

Bei Aufhellungen, Verdunkelungen oder auffälligen Schattierungen/Gefäßzeichnungen könnten Störungen des Stoffwechsels, eine Bindegewebsschwäche oder Entzündungsprozesse vorliegen.

Wenn hingegen braune Pigmentierungen vorliegen, soll ein erhöhtes Risiko für Herz-/Kreislaufschwächen und Bluterkrankungen vorhanden sein.

Blaue oder gräuliche Färbungen deuten wahrscheinlich auf eine höhere Gefahr für Muskel- und/oder Lympherkrankungen hin.

Die grüne oder grün-bräunliche Färbung zeigt angeblich, dass vermehrt Magen- und Leberbeschwerden einsetzen könnten.

Gerade im Bereich der Alternativmedizin gilt die Iris als Spiegelbild unseres Organismus, bei dem sich der Zustand einzelner Organe und des gesamten Körpers darstellen lassen. Hierbei soll die Iris als der farbige Abschnitt unseres Auges, Erkenntnisse über Krankheitssymptome und Dysbalancen geben können. Es geht hierbei um seelische und körperliche Krankheitsbilder, die sich auf diese Weise frühzeitig herausfinden und entsprechend behandeln lassen sollen. Die Irisdiagnose gilt diesbezüglich als eine Art Erstdiagnostik, die es ermöglichen kann, frühe Warnsignale zu erkennen, um Krankheiten bereits dann zu deuten und somit zu therapieren sowie präventiv zu vermeiden, wenn die Anzeichen für andere Diagnosemethoden noch nicht ausgereift genug sind. Dabei beschreibt die Irisdiagnose immer nur eine erste Momentaufnahme des Gesundheitszustands und niemals eine alleinige Diagnostik. Viel eher bauen dann weitere, medizinische Diagnoseverfahren darauf auf, um die klinische Abklärung, Bestätigung oder auch Entkräftung der gefundenen Symptome zu erzielen. Sie kann und darf niemals für sich alleine stehen.

IRISDIAGNOSE -- Irisdiagnose-Tafel

Wie läuft eine Irisdiagnose in der Praxis ab?

Eine Irisdiagnose beginnt in aller Regel mit einem ausführlichen Anamnesegespräch, bei dem der Heilpraktiker oder die Heilpraktikerin sich einen Überblick über Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensumstände verschafft. Anschließend wird die Iris beider Augen mit einer speziellen Lupe, einem sogenannten Iriskop, oder mithilfe einer digitalen Iriskamera unter guter Beleuchtung betrachtet und häufig zusätzlich fotografisch dokumentiert. Die so gewonnenen, oft stark vergrößerten Aufnahmen werden im Anschluss mit der Iris-Topographie-Karte abgeglichen, um auffällige Strukturen wie Pigmentflecken, Trübungen oder Gefäßzeichnungen den jeweiligen Zonen zuzuordnen.

Der gesamte Ablauf ist nicht invasiv und schmerzfrei; er dauert je nach Ausführlichkeit zwischen 30 und 60 Minuten. Im Anschluss an die Betrachtung erläutert die Fachkraft die Beobachtungen in einem Beratungsgespräch und ordnet sie – im besten Fall – in den Gesamtkontext der zuvor erhobenen Anamnese ein. Seriöse Anbieterinnen und Anbieter verstehen die Irisdiagnose dabei ausdrücklich als einen Baustein unter mehreren und leiten aus den Befunden keine eigenständigen Diagnosen im medizinischen Sinne ab, sondern allenfalls Anhaltspunkte für ein weiterführendes Gespräch.

Was bringt eine Irisdiagnostik?

Wie bereits erwähnt, gibt es für die Iridologie bisher keine wissenschaftliche Anerkennung. Allgemein dient das Verfahren aber in der Alternativmedizin, um Erkrankungen zu erkennen oder erste Anzeichen von herannahenden Beschwerden wahrzunehmen. Darauf aufbauend soll eine zielorientierte und gewinnbringende Behandlung stattfinden können.

Einige der Ziele einer Irisdiagnose sind im Zuge dessen:

  • Das Erkennen von Ungereimtheiten im Organsystem
  • Das Aufdecken von Problemen des Bewegungsapparats
  • Das Wahrnehmen von Dysbalancen im Herz-Kreislauf-System
  • Das Erkennen von Stoffwechselstörungen
  • Das Sehen von Stauungen innerhalb unseres Lymphabflusssystems
  • Das Aufdecken von Erkrankungen, die unsere Durchblutung betreffen

Ob und inwieweit die Irisdiagnose all jene Erkrankungen wirklich erkennen kann, lässt sich nicht eindeutig belegen. Darum sollte hier jeder für sich entscheiden, inwieweit er mit dem Konzept übereinstimmt und dies entweder selbst als Heilpraktiker anbieten oder als Patient in Anspruch nehmen möchte. Oft wird die Irisdiagnose auch als Zusatzverfahren genutzt, damit eine bereits laufende Diagnostik bei einem Arzt und/oder Alternativmediziner durch eventuelle weitere Erkenntnisse unterstützt werden kann.

Ulrich Pötter, staatlich anerkannter Therapeut

Wie ich mit solchen Verfahren in der Praxis umgehe: Ich benenne offen, was ein Verfahren leisten kann und was nicht. Die Irisdiagnose ist wissenschaftlich nicht als Diagnoseverfahren belegt, und das gehört ins Gespräch — nicht kleingedruckt, sondern von Anfang an. Wer offen damit umgeht, verliert selten Kundschaft. Wer Erwartungen weckt, die sich nicht erfüllen, verliert sie dauerhaft.

Ist die Irisdiagnose gefährlich?

Die Iridologie selbst ist nicht gefährlich, sehr wohl aber die Interpretation ihrer Aussagen. So kann es gefährlich werden, wenn zum Beispiel jemand ausschließlich auf die Irisdiagnose hört und nicht in Erwägung zieht, einen Facharzt zu Rate zu ziehen. Dies kann zum einen ein Augenarzt sein, um womöglich falsch negative Diagnosen genauer zu ergründen, oder aber auch ein Arzt aus einem anderen Kompetenzbereich, der die gefundenen Ungereimtheiten näher untersucht. So wäre es möglich, dass ernsthafte Erkrankungen nicht erkannt, verharmlost oder fehlinterpretiert werden, würden Sie sich ausschließlich auf die Irisdiagnose verlassen und keine zusätzlichen, fachlich sowie wissenschaftlich anerkannten Methoden in Erwägung ziehen.

Wann wird die Irisdiagnose angewandt?

Demnach bietet sich das Verfahren sowohl in der Prävention als auch bei der frühzeitigen Erkennung von Disharmonien an, die bei einer klinischen Untersuchung oder Befunderhebung noch negativ ausfallen. Die Augendiagnose unterstützt daraufhin eine enge Zusammenarbeit zwischen Heilpraktik und anderen medizinischen Konzepten, da es so möglich wäre, Ursachen oder Verbindungen zwischen Erkrankungen und Veranlagungen herauszufiltern, die sonst nicht entdeckt werden könnten. Dies fördert zielführende weitere Untersuchungsansätze und Therapie-Formen wie Ultraschall-Untersuchungen.

Ersetzt die Irisdiagnose eine Augenuntersuchung?

Nein, eine Irisdiagnose sollte niemals mit einer klassischen Methode aus dem Bereich der Augenheilkunde verglichen werden, sie haben nichts gemeinsam und bei der Irisdiagnose ist die Anamnese sowie die Nutzung weiterer, anerkannter Verfahren zur genauen Abklärung der Erkrankungen unverzichtbar.

Ist die Irisdiagnose wissenschaftlich anerkannt? Der aktuelle Forschungsstand

Die Frage nach der wissenschaftlichen Anerkennung lässt sich eindeutig beantworten: Nein, die Irisdiagnose gilt nach heutigem Kenntnisstand nicht als wissenschaftlich anerkannte oder validierte Diagnosemethode. Verschiedene kontrollierte und teils verblindete Studien haben seit den 1970er-Jahren untersucht, ob geschulte Iridologinnen und Iridologen anhand von Irisfotografien zuverlässig zwischen gesunden Personen und Patientinnen beziehungsweise Patienten mit bekannten Erkrankungen wie Gallenblasen- oder Nierenleiden unterscheiden konnten. In der Zusammenschau kamen diese Untersuchungen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Trefferquote nicht signifikant über dem hinausging, was durch reinen Zufall zu erwarten wäre.

Auch aus anatomischer und physiologischer Sicht fehlt bislang ein plausibler, nachgewiesener Mechanismus, der erklären würde, wie einzelne Areale der Iris über Nervenbahnen mit weit entfernten Organen in Verbindung stehen sollten, wie es die Zonen-Modelle der Iridologie postulieren. Fachgesellschaften aus Augenheilkunde und Schulmedizin ordnen die Irisdiagnose überwiegend den pseudowissenschaftlichen Verfahren zu. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Methode im Rahmen eines ganzheitlichen Beratungsgesprächs wertlos ist, wohl aber, dass sie keine belastbare Grundlage für eine eigenständige medizinische Diagnose oder gar für therapeutische Entscheidungen bilden kann. Wer gesundheitliche Beschwerden hat, sollte sich daher immer zusätzlich ärztlich untersuchen und beraten lassen.

Wie viel kostet die Irisdiagnostik?

Die Kosten lassen sich nicht verallgemeinern. Hier kommt es vor allem auf den jeweiligen Heilpraktiker und den Aufwand der Irisdiagnostik an. Da es sich bei den Patienten hauptsächlich um Selbstzahler handelt, wäre es ratsam, im Vorfeld einen Kostenvoranschlag und eine genaue Kalkulation von dem Experten einzuholen. So vermeiden Sie horrende Auslagen, die Sie gar nicht eingeplant haben. Ferner wäre es sinnvoll, auch mehrere Fachkräfte aufzusuchen, um verschiedene Kostenvoranschläge zu vergleichen oder aber alternative Diagnosemethoden in Erwägung zu ziehen.

Wie erlerne ich eine Irisdiagnose?

Die Irisdiagnose lässt sich durch eine passende Weiterbildung erlernen. Sie gilt meist als Aufbaukurs zu einer klassischen Heilpraktiker Ausbildung. Dabei kann sie ohne großen Aufwand auch als Fernstudium absolviert werden. So lernen Sie alle wichtigen Inhalte rund um eine Iridologie bequem von Zuhause aus oder an einem Ort Ihrer Wahl bei freier Zeiteinteilung. Bedenken Sie stets, dass nur die Heilpraktiker Schulung allein Sie nicht dazu befähigt, eine Irisdiagnose anzuwenden. Sie brauchen immer einen ergänzenden Kurs, in welchem Sie die Besonderheiten und Grundlagen rund um die Iridologie erlernen.

IRISDIAGNOSE -- Heilpraktiker

Einordnung in die Heilpraktiker-Praxis: Chancen und Grenzen

Innerhalb der Praxis eines Heilpraktikers oder einer Heilpraktikerin wird die Irisdiagnose in aller Regel als ergänzender Baustein eines ganzheitlichen Beratungsgesprächs eingesetzt, nicht als eigenständiges Diagnoseinstrument. Seriöse Anbieterinnen und Anbieter weisen ihre Patientinnen und Patienten aktiv darauf hin, dass es sich um eine traditionelle, nicht wissenschaftlich belegte Methode handelt, und dokumentieren die Befunde entsprechend transparent. Wichtig ist zudem die Grenze in der Kommunikation: Eine Irisdiagnose ersetzt zu keinem Zeitpunkt eine ärztliche Untersuchung, eine augenärztliche Abklärung oder eine schulmedizinische Diagnosestellung, und sie darf auch nicht so beworben werden. Bei ernsthaften oder anhaltenden Beschwerden sollte stets zusätzlich eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden.

Für angehende Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker kann die Irisdiagnose dennoch ein sinnvoller Baustein im Repertoire sein, um im Rahmen der Anamnese zusätzliche Gesprächsanlässe zu schaffen und Patientinnen sowie Patienten für die eigene Gesundheit zu sensibilisieren. Entscheidend ist dabei immer der verantwortungsvolle Umgang mit den Grenzen der Methode sowie eine klare, ehrliche Kommunikation gegenüber den Ratsuchenden.

Wer macht eine Irisdiagnose?

Die Irisdiagnose ist, wie schon erwähnt, eine Diagnosemethode aus der Alternativmedizin. Daher finden Sie sie hauptsächlich als Anwendungsmethode bei erfahrenen Heilpraktikern und anderen Fachkräften aus dem Naturheilkundebereich. Wir weisen hier abermals daraufhin, dass die Iridologie lediglich unterstützend oder als Erstanalyse genutzt werden sollte und niemals als alleiniges Diagnostikverfahren.

Die Irisdiagnose ist, wie auch andere Diagnosemethoden der Naturheilkunde, eine traditionelle Praktik, die seit Generationen angewandt wird. Wenngleich es keine wissenschaftlichen Nachweise für die Wirkung des Verfahrens gibt, eignet sich die Iridologie doch gut, um auf risikoarme und ganzheitliche Art, einen ersten und allgemeinen Überblick hinsichtlich des gesundheitlichen Zustands zu erhalten. Dieser kann dann durch fundierte anderweitige Verfahren bestätigt, vertieft oder verändert werden, um am Ende einen nachhaltigen Beitrag zu dem frühzeitigen Erkennen von verschiedensten Erkrankungen zu leisten und so das Wohlbefinden des Einzelnen zu unterstützen.

Fazit

Die Irisdiagnose ist ein traditionelles Verfahren der Alternativmedizin, dessen diagnostische Aussagekraft wissenschaftlich bislang nicht belegt ist. Als ergänzender Baustein im Rahmen einer ganzheitlichen Heilpraktiker-Beratung kann sie dennoch sinnvolle Gesprächsanlässe schaffen – vorausgesetzt, sie wird transparent kommuniziert und ersetzt niemals eine ärztliche oder augenärztliche Untersuchung. Wer sich für die Methode interessiert, sollte sie stets als Ergänzung, nicht als Alternative zu anerkannten medizinischen Diagnoseverfahren verstehen.

Häufige Fragen zu IRISDIAGNOSE

Ist die Irisdiagnose wissenschaftlich anerkannt?

Nein. Kontrollierte Studien konnten bislang keine zuverlässige Übereinstimmung zwischen Irisbefunden und tatsächlichen Erkrankungen nachweisen. Die Irisdiagnose gilt daher nicht als wissenschaftlich anerkannte oder validierte Diagnosemethode, sondern als traditionelles Verfahren der Alternativmedizin.

Was ist eine Irisdiagnose?

Bei der Irisdiagnose, auch Iridologie genannt, wird die Iris auf Farbveränderungen, Trübungen, Pigmentierungen und Gefäßzeichnungen untersucht, um mögliche Dysbalancen im Körper aufzuspüren. Sie stammt aus der Naturheilkunde und wird häufig ergänzend von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern eingesetzt.

Wie läuft eine Irisdiagnose ab?

Nach einem Anamnesegespräch wird die Iris beider Augen mit einer Lupe, einem Iriskop oder einer digitalen Iriskamera betrachtet und meist fotografisch festgehalten. Die Aufnahmen werden anschließend mit einer Iris-Topographie-Karte abgeglichen und die Befunde in einem Beratungsgespräch erläutert.

Kann die Irisdiagnose eine ärztliche Untersuchung ersetzen?

Nein. Die Irisdiagnose ist kein Ersatz für eine ärztliche oder augenärztliche Untersuchung und sollte ausschließlich ergänzend zu anerkannten medizinischen Verfahren genutzt werden. Bei Beschwerden ist immer eine ärztliche Abklärung ratsam.

Ist die Irisdiagnose gefährlich?

Die Betrachtung der Iris selbst ist ungefährlich und nicht invasiv. Riskant kann es jedoch werden, wenn ausschließlich auf die Irisdiagnose vertraut und eine notwendige ärztliche Untersuchung dadurch versäumt oder verzögert wird.

Wie kann ich Irisdiagnose lernen?

Die Irisdiagnose lässt sich über spezialisierte Weiterbildungen erlernen, die meist als Aufbaukurs zu einer Heilpraktiker-Ausbildung angeboten werden – auch als Fernstudium mit freier Zeiteinteilung.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Wikipedia: Iridologie – Verfahren und wissenschaftliche Einordnung
  2. Wikipedia: Naturheilkunde – Verfahren, Geschichte und Einordnung
  3. Gesetze im Internet: Heilpraktikergesetz – welche Tätigkeiten der Heilkunde vorbehalten sind
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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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