Berufsaussichten des Heilpraktikers
Der Beruf des Heilpraktikers wird oft und viel diskutiert, wobei es immer wieder gleichermaßen negative wie positive Stimme gibt. Stellt sich die Frage: Gibt es denn überhaupt noch Bedarf für den Heilpraktiker Beruf oder wäre eine Ausbildung in dem alternativ-medizinischen Bereich wenig zukunftsorientiert? Die Antwort darauf und welchen Wandel der Beruf des Heilpraktikers über die Jahre vollziehen konnte, damit beschäftigen wir uns in unserem heutigen Blog-Beitrag.
Key Facts – Berufsaussichten des Heilpraktikers
- Kein staatlicher Abschluss: Es gibt nur die Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, erteilt vom Gesundheitsamt nach einer Überprüfung.
- Voraussetzungen: Mindestalter 25 Jahre, mindestens Hauptschulabschluss, ärztliches Attest und Führungszeugnis.
- Zwei Prüfungsteile: Schriftlicher Fragenkatalog, danach – nur bei Bestehen – ein mündliches Fachgespräch.
- Lehrgangskosten: Fernlehrgang etwa 1.500 bis 3.500 €, Präsenzschule etwa 3.000 bis 7.000 €.
- Fast immer selbstständig: Ein Gehalt im üblichen Sinn gibt es nicht; der Aufbau der Praxis dauert ein bis drei Jahre.
- Drei Erlaubnisformen: Uneingeschränkt, für Psychotherapie oder sektoral für Physiotherapie.
Was ist ein Heilpraktiker?
Eine Person wird als „Heilpraktiker“ bezeichnet, insofern die gleichnamige Heilkunde entweder als Gewerbe oder beruflich praktiziert werden soll, ohne eine Approbation als Arzt oder Psychotherapeut (psychologisch betrachtet) zu besitzen.
Dies geht auf das sogenannte Heilpraktikergesetz zurück, welches seit dem Jahr 1939 aktiv ist und den Tätigkeitsbereich eines Heilpraktikers in seinem ersten Paragraphen formuliert. Der Begriff „Heilpraktiker“ an sich wurde im Zuge dessen schon Anfang des 20. Jahrhunderts erstmalig genannt, jedoch erst 1928 als allgemein-gültige Bezeichnung anerkannt. Wer sich als Heilpraktiker in Deutschland niederlässt, ist für gewöhnlich ein Experte für verschiedene Praktiken aus der Alternativmedizin.
Diese Durchführung der unterschiedlichen Behandlungsmethoden setzt deutschlandweit eine staatliche Erlaubnis voraus, welche die Zulassung für die Ausführung von diversen Heilkunden beinhaltet. Das Heilpraktikergesetz werden wir im Verlauf noch näher erläutern, weshalb wir an dieser Stelle nicht weiter auf die Details eingehen.
Welche Voraussetzungen brauche ich als Heilpraktiker?
Da Sie hier auf eine Fortbildung treffen, die keinerlei gesetzlichen Regelungen entspricht, finden sich natürlich auch keine allgemeinen Voraussetzungen, die eine Zulassung erlauben oder eben verbieten.
Allgemein setzen die Lehrinstitute oftmals voraus, dass Sie einen Schulabschluss besitzen, körperlich und geistig gesund sind sowie einen gültigen Erste-Hilfe-Kurs vorweisen können. Über die entsprechenden Faktoren, welche eine Rolle spielen, um als körperlich und geistig gesund betrachtet zu werden, klären wir Sie im Verlauf dieses Kapitels noch auf. Kommen wir nun aber erst einmal wieder zu den formellen Anforderungen des Lehrinstituts.
Für die amtsärztliche Prüfung gelten obendrein noch ein Mindestalter von 25 Jahren, ein einwandfreies persönliches Führungszeugnis, die körperliche und geistige Gesundheit, ein Schulabschluss als Richtlinien.
Wie viele Heilpraktiker gibt es in Deutschland?
Die Anzahl der ausgebildeten Heilpraktiker konnte sich über die letzten Jahrzehnte stark steigern, woraufhin in Deutschland 2015 in etwa 43.000 Heilpraktiker von dem statischen Bundesamt gezählt werden konnten, welche sich als Verteilung auf rund 35.000 Frauen und 8.000 Männer bezog.
Circa 27.000 dieser Heilpraktiker arbeiteten 2015 in Teilzeit. Als zusätzlicher Meilenstein auf der Entwicklungsreise des Heilpraktikers lässt sich dann noch das Jahr 2016 nennen, in welchem Veränderungen des Heilpraktikergesetzes und der Durchführungsverordnung in Bezug auf das Heilpraktikergesetz, auch HeilprGDV genannt, stattfanden. Hierbei durften die Bundesländer ihre eigenen Vorschläge an den Hauptsitz herantragen, woraufhin bis zum Ende des Jahres 2017 neue Richtlinien erarbeitet werden konnten.
Gehen viele Menschen zum Heilpraktiker?
Es lässt sich annehmen, dass die Hälfte der Deutschen bisher noch keine alternativen Behandlungsmethoden oder Naturheilverfahren ausgetestet hat. Das heißt, der Trend geht noch nicht soweit, dass sich alle Deutschen offen für die alternativen Methoden sind, aber immerhin bereits die Hälfte entsprechenden Konzepten gegenüber bereitwillig entgegentreten.
Für was gehen die Deutschen zum Heilpraktiker?
Hier lässt sich erkennen, dass hauptsächlich Beschwerden wie Migräne oder die „Volkskrankheit“ Rückenschmerz Gründe dafür sind, dass eine Person sich für die Anwendung von alternativen Heilverfahren entscheidet. Dazu lag eine Befragung von rund 910 Personen mit einem Mindestalter ab 18 aus dem Jahre 2017 zugrunde.
Wie sind die Aussichten für einen Heilpraktiker in Deutschland?
Die beruflichen Aussichten des Heilpraktikers lassen sich allgemein als sehr positiv bewerten!
Immer mehr Menschen wünschen sich vertrauenswürdige und vielversprechende Alternativen zu der klassischen Schulmedizin. Es zeigt sich ein klarer Trend hin zu mehr Alternativmedizin. So gibt es immer mehr Menschen, die eine alternative Heilmethode als Behandlungsansatz für sich selbst vorstellen könnten und diese auch bei bestimmten gesundheitlichen Dysbalancen in Anspruch nehmen würden. Das bedeutet für Sie – der Beruf des Heilpraktikers ist definitiv eine aussichtsreiche Basis für eine langfristige Tätigkeit mit wachsendem Zulauf.
Wird der Heilpraktiker von den Krankenkassen bezahlt?
Nein, aktuell ist es leider nur bei privaten Krankenversicherungen mit entsprechender Zusatz-Versicherung oder in Ausnahmefällen und bei gleichzeitiger Durchführung der Anwendungen durch einen Arzt mit Zusatzbezeichnung Heilpraktiker selten möglich, eine Kostenübernahme zu erzielen. Grundsätzlich sind die Kosten von den Patienten als Selbstzahler zu tragen.
Die Gesellschaft hat hier aber ein klares Bild vor Augen, was die Lage ganz anders sieht. Die Kostenverteilung würden sich die meisten Personen gerne zu Lasten der Krankenkassen als diejenigen Instanzen sehen, welche die Übernahme der finanziellen Entlohnung für die alternativmedizinischen Maßnahmen tragen sollten.
Wie ist das Bild vom Heilpraktiker in der Gesellschaft?
Es wird immer mehr deutlich, dass viele Menschen ein positives, zum Teil sehr positives Bild von dem Heilpraktiker als Beruf haben. Das zeigt, der Trend wandert weiter hin zu alternativmedizinischen Anwendungen als zusätzliche Option, um die unterschiedlichsten körperlichen sowie mentalen Dysbalancen zu therapieren. Vielleicht auch, weil die Menschen in der heutigen Zeit offener für Neues sind und sich mehr Behandlungsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen wünschen als noch zu früheren Zeiten. Das Alter der Zielgruppen ist hier übrigens weniger relevant, denn sowohl jüngere Menschen als auch ältere Generationen stehen der Alternativmedizin positiv gegenüber. Somit zeigt sich hier, die alternativen Heilmethoden sowie der Beruf des Heilpraktikers sind Altersgruppen-übergreifend ein Thema, für das sich die Menschen öffnen.
Was ist integrative Medizin?
Die integrative Medizin vereint die Lehren und Erkenntnisse der klassischen Schulmedizin mit den Konzepten aus der Naturheilkunde zu einem modernen System, bei welchem die Patienten aus einer Vielzahl von Behandlungsmethoden die Möglichkeit haben, stets ein individuelles Konzept wahrzunehmen, welches zu ihren eigenen Bedürfnissen passt. Diese Bereitschaft für das Miteinander beider großen Therapie-Ansätze wünschen sich immer mehr Menschen in der Gesellschaft. Vorbei ist das Schwarz-Weiß-Denken, der Trend geht zu einer Zusammenarbeit, die auch Heilpraktiker selbst und Ärzte zum Teil bereits befürworten. Es geht dabei nicht darum, das eine Gebiet durch das andere zu ersetzen oder infrage zu stellen, sondern jenes sinnvoll zu ergänzen, ganz im Sinne des gemeinsamen Ziels – das Beste für den jeweiligen Patienten herauszuholen.
Heilpraktiker Ausbildung – Beruf mit Zukunft?
Letztlich kann als Fazit festgehalten werden, dass die Bevölkerung Interesse daran hat, die Zukunft mit der Integrativen Medizin zu beschreiten. Das bedeutet, der Wunsch nach einem harmonischen Miteinander zwischen den klassischen Behandlungskonzepten der Schulmedizin und den alternativen Praktiken ist präsenter denn je.
Für Sie als angehender Heilpraktiker wäre dies eine gute Prognose, um sich der Arbeit im alternativen Bereich zu widmen, denn Sie sehen, die Menschen sind offen für Behandlungsansätze, die über eine altbewährte Methodik aus der Schulmedizin hinausgeht und sich mit neuen, natürlichen Alternativen beschäftigt. Durch die wachsende Beliebtheit der Achtsamkeit, mentaler Balance oder eben gesunder Lebensweise könnte sich diese Position des Heilpraktikers in der Zukunft eventuell sogar noch ausbauen. In jedem Fall aber werden Sie einen Tätigkeitsbereich ergründen, der Potenzial hat und Ihnen diverse Möglichkeiten gibt, Ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen. Für mehr Informationen und Ihren Weg in die Welt der alternativen Heilmethoden, starten Sie hier Ihre Heilpraktiker-Ausbildung als Vorbereitung zur amtsärztlichen Prüfung.
Das könnten Sie mittels gewinnbringender Kombinationen vielleicht noch mehr ausbauen. Die Rede ist von artverwandten Berufen, welche entweder die Fortbildung zum Heilpraktiker vereinfachen sowie den Einstieg in die Branche erleichtern oder aber vielversprechende Aussichten auf eine Kombination geben, mit der Sie Ihre Kompetenzen erweitern, mehr Kunden ansprechen, die Einnahmen steigern und sich eine langfristige Basis schaffen, wettbewerbsfähig zu bleiben.
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Der Weg zur Erlaubnis: die amtsärztliche Überprüfung
Ein verbreitetes Missverständnis vorweg: Es gibt keine staatliche Heilpraktiker-Ausbildung und keinen staatlichen Abschluss. Das Heilpraktikergesetz kennt nur die Erlaubnis, die Heilkunde ohne ärztliche Approbation auszuüben. Erteilt wird sie vom Gesundheitsamt — nach einer Überprüfung, die kein Wissen abfragt, um es zu belohnen, sondern feststellen soll, ob von der Person eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung ausgeht.
Der Ablauf ist bundesweit im Kern gleich, die Organisation liegt jedoch bei den Ländern:
- Antrag beim Gesundheitsamt: Mit Nachweis über Mindestalter 25 Jahre, mindestens Hauptschulabschluss, ärztlichem Attest, polizeilichem Führungszeugnis und Auszug aus dem Gewerbezentralregister.
- Schriftlicher Teil: Ein Fragenkatalog im Antwort-Wahl-Verfahren zu Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Notfällen, Hygiene und den einschlägigen Gesetzen.
- Mündlicher Teil: Nur bei bestandenem schriftlichem Teil. Ein Fachgespräch, in dem vor allem der Umgang mit Grenzen und Notfällen geprüft wird.
- Erteilung der Erlaubnis: Sie gilt unbefristet und bundesweit.
Die Termine liegen üblicherweise zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Die Anforderungen gelten als hoch — wer die Überprüfung unterschätzt, besteht sie in der Regel nicht. Genau darauf bereitet ein Lehrgang vor: Er ist Prüfungsvorbereitung, nicht Berufsausbildung.
Großer, sektoraler und Heilpraktiker für Psychotherapie
Die Erlaubnis gibt es nicht nur in einer Form. Welche in Frage kommt, hängt davon ab, was später tatsächlich angeboten werden soll.
- Heilpraktiker (uneingeschränkt): Die volle Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde im Rahmen der gesetzlichen Grenzen.
- Heilpraktiker für Psychotherapie: Beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie. Der Prüfungsumfang ist geringer, die Tätigkeit entsprechend enger gefasst.
- Sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie: Für ausgebildete Physiotherapeuten, die ohne ärztliche Verordnung behandeln möchten.
Die eingeschränkten Formen sind kein zweiter Bildungsweg zur vollen Erlaubnis, sondern eigenständige Wege mit eigenem Anwendungsbereich.
Was die Ausbildung und die Erlaubnis kosten
Kosten sind die Frage, die in der Beratung am häufigsten gestellt und in Ratgebern am seltensten beantwortet wird. Feste Beträge gibt es nicht, weil Lehrgänge frei kalkuliert werden und die Gebühren von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen. Die Größenordnungen lassen sich dennoch benennen.
| Posten | Größenordnung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Lehrgang (Fernstudium) | etwa 1.500 – 3.500 € | häufig in monatlichen Zahlungen; Dauer meist 12 – 24 Monate |
| Lehrgang (Präsenzschule) | etwa 3.000 – 7.000 € | höher wegen Unterrichtszeit und Praxisanteil |
| Prüfungsgebühr Gesundheitsamt | je nach Bundesland unterschiedlich, meist mittlerer bis höherer dreistelliger Bereich | bei Wiederholung erneut fällig |
| Fachliteratur und Lernmittel | etwa 150 – 400 € | Anatomieatlas, Prüfungsfragen, Skripte |
| Praxisgründung | stark abhängig von Ausstattung und Miete | Räume, Einrichtung, Versicherungen, Anmeldung |
| Berufshaftpflicht | laufender Jahresbeitrag | Voraussetzung für jede Behandlung |
Die genaue Prüfungsgebühr erfahren Sie beim zuständigen Gesundheitsamt — sie ist der einzige Posten, der sich vorab verbindlich klären lässt. Wichtiger als der Einzelbetrag ist die Gesamtrechnung: Wer den Lehrgang günstig wählt, aber die Überprüfung zweimal wiederholt, zahlt am Ende mehr als jemand, der von Anfang an gründlich vorbereitet ist.
Verdienst und wirtschaftliche Aussichten
Heilpraktiker arbeiten fast ausnahmslos selbstständig. Ein Gehalt im üblichen Sinn gibt es deshalb nicht — das Einkommen ergibt sich aus Stundensatz, Auslastung und Kostenstruktur der Praxis.
Was das Ergebnis in der Praxis bestimmt:
- Auslastung statt Stundensatz: Der Honorarsatz ist selten das Problem. Entscheidend ist, wie viele Behandlungsstunden pro Woche tatsächlich stattfinden.
- Spezialisierung: Wer ein klares Schwerpunktthema hat, wird weiterempfohlen. Ein Angebot, das alles umfasst, bleibt in der Erinnerung nicht hängen.
- Anlaufzeit: Der Aufbau eines tragfähigen Patientenstamms dauert erfahrungsgemäß ein bis drei Jahre. Diese Zeit muss finanziell überbrückt werden.
- Nebenberuflicher Einstieg: Viele beginnen mit wenigen Terminen pro Woche neben dem bisherigen Beruf und wechseln erst später vollständig.
- Feste Kosten: Miete, Versicherungen, Fortbildungen und Beiträge laufen unabhängig von der Auslastung weiter.
Für die Nachfrage spricht ein stabiler Trend zu naturheilkundlichen Angeboten. Dagegen steht, dass die Leistungen privat zu zahlen sind — die gesetzlichen Krankenkassen erstatten sie in aller Regel nicht. Das macht die Praxis konjunkturempfindlicher als eine Arztpraxis.
Heilpraktiker unter den Heilberufen: die Einordnung
Der Begriff „Heilberuf" wird umgangssprachlich weit gefasst und rechtlich eng. Diese Einordnung hilft dabei zu verstehen, was Heilpraktiker dürfen und was nicht.
- Approbierte Berufe: Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Apotheker. Zugang über ein Studium mit Staatsexamen.
- Gesundheitsfachberufe: Etwa Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder Pflege — bundesrechtlich geregelte Ausbildungen, überwiegend auf ärztliche Verordnung hin tätig.
- Heilpraktiker: Keine geregelte Ausbildung, dafür eine behördliche Erlaubnis. Behandeln eigenverantwortlich und ohne Verordnung, unterliegen aber engen gesetzlichen Grenzen.
- Beratende und präventive Berufe: Wellness, Ernährungsberatung, Entspannungstraining — ohne Heilerlaubnis, deshalb ohne Behandlung von Krankheiten.
Zu den Grenzen gehören unter anderem verschreibungspflichtige Arzneimittel, Geburtshilfe, Zahnheilkunde und die Behandlung meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz. Auch die Werbung ist über das Heilmittelwerbegesetz eingeschränkt.
Fazit
Die Aussichten hängen weniger am Berufsbild als an der eigenen Aufstellung. Die Nachfrage nach naturheilkundlichen Angeboten ist stabil, doch die Leistungen sind privat zu zahlen – das macht eine Praxis empfindlicher für wirtschaftliche Schwankungen als eine Arztpraxis. Wer nebenberuflich einsteigt, sich früh auf ein Schwerpunktthema festlegt und die Anlaufzeit von ein bis drei Jahren einplant, hat die besten Voraussetzungen. Entscheidend ist die saubere Vorbereitung auf die amtsärztliche Überprüfung: Sie ist kein Formalakt, sondern die eigentliche Hürde auf dem Weg zur Erlaubnis.
Häufige Fragen
Ist der Heilpraktiker staatlich anerkannt?
Nein. Es gibt weder eine staatlich geregelte Ausbildung noch einen staatlichen Abschluss. Das Gesundheitsamt erteilt lediglich die Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, nachdem in einer amtsärztlichen Überprüfung festgestellt wurde, dass von der Person keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung ausgeht.
Was kostet die Heilpraktiker-Ausbildung?
Ein Fernlehrgang liegt üblicherweise bei etwa 1.500 bis 3.500 Euro, eine Präsenzschule bei etwa 3.000 bis 7.000 Euro. Dazu kommen die Prüfungsgebühr des Gesundheitsamts, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfällt, sowie Fachliteratur. Die genaue Gebühr nennt Ihnen das zuständige Gesundheitsamt.
Wie läuft die amtsärztliche Überprüfung ab?
In zwei Teilen: zuerst ein schriftlicher Fragenkatalog im Antwort-Wahl-Verfahren zu Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Notfällen, Hygiene und Recht. Wer besteht, wird zum mündlichen Fachgespräch geladen. Die Termine liegen üblicherweise zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst.
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Mindestalter 25 Jahre, mindestens ein Hauptschulabschluss, ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung, ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister. Eine bestimmte Vorbildung im Gesundheitswesen ist nicht vorgeschrieben.
Was verdient ein Heilpraktiker?
Da Heilpraktiker fast ausnahmslos selbstständig arbeiten, gibt es kein Gehalt im üblichen Sinn. Das Einkommen ergibt sich aus Honorarsatz, Auslastung und den laufenden Kosten der Praxis. Der Aufbau eines tragfähigen Patientenstamms dauert erfahrungsgemäß ein bis drei Jahre.
Was dürfen Heilpraktiker nicht behandeln?
Ausgenommen sind unter anderem Geburtshilfe, Zahnheilkunde, die Verordnung verschreibungspflichtiger Arzneimittel und die Behandlung meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz. Auch die Werbung unterliegt Einschränkungen durch das Heilmittelwerbegesetz.

