Heilpraktiker für Psychotherapie
Es gibt in Deutschland unterschiedliche Heilpraktiker Arten, von denen sich alle auf verschiedene Schwerpunkte konzentrieren. Neben dem klassischen Voll-Heilpraktiker ist besonders der Heilpraktiker für Psychotherapie sehr beliebt. Hierbei widmen Sie sich allen Erkrankungen und Behandlungsmethoden rund um die menschliche Psyche. Wie dies verläuft, welche Heilpraktiker für Psychotherapie Ausbildung sinnvoll wäre und was Sie bei Ihrem Berufswunsch berücksichtigen müssen, wir verraten es Ihnen in unserem heutigen Beitrag.
Key Facts – Heilpraktiker für Psychotherapie
- Rechtsgrundlage: Die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie, wird nach dem Heilpraktikergesetz vom zuständigen Gesundheitsamt erteilt – nicht von einer Akademie oder einem Bildungsanbieter.
- Klare Abgrenzung zur Approbation: Die eingeschränkte Heilerlaubnis ersetzt weder ein Psychologiestudium noch die Approbation als Psychologischer Psychotherapeut. Die geschützte Berufsbezeichnung „Psychotherapeut" dürfen Sie nicht führen.
- Überprüfung statt vorgeschriebener Ausbildung: Es gibt keine gesetzlich geregelte Ausbildung. Das Gesundheitsamt überprüft Ihre Kenntnisse in einem schriftlichen und – bei Bestehen – einem mündlichen Teil.
- Formale Voraussetzungen: mindestens 25 Jahre, abgeschlossene Schulbildung (mindestens Hauptschulabschluss), gesundheitliche Eignung, ärztliches Attest und polizeiliches Führungszeugnis. Details regelt das jeweilige Landesrecht.
- Keine Kassenabrechnung: Die Behandlung wird privat abgerechnet. Gesetzliche Krankenkassen erstatten sie in der Regel nicht; bei privaten Tarifen und Zusatzversicherungen hängt es vom einzelnen Vertrag ab.
- Befugnisse und Grenzen: Erlaubt ist die psychotherapeutische Behandlung psychischer Erkrankungen im Rahmen der Sorgfaltspflicht. Nicht erlaubt sind körperliche Heilkunde außerhalb des Erlaubnisumfangs, das Verordnen verschreibungspflichtiger Arzneimittel und das Ausstellen von Krankschreibungen.
- Pflichten in der Praxis: Dokumentationspflicht mit mindestens zehnjähriger Aufbewahrung, Schweigepflicht, fester Praxissitz sowie Anzeige von Beginn und Ende der Tätigkeit beim Gesundheitsamt.
Was ist ein Heilpraktiker für Psychotherapie?
Der Begriff „Heilpraktiker für Psychotherapie“ beschreibt ein Tätigkeitsfeld, bei welchem sich der Dienst des Heilpraktikers auf das Gebiet psychotherapeutischer Behandlungen beschränkt. Oftmals fällt hier auch der Name „Kleiner Heilpraktiker“, weil sich jene Berufsgruppe von dem klassischen Heilpraktiker insofern abgrenzt, dass nur die fachliche Anwendung von Methoden aus dem Bereich der Psychotherapie gestattet sind, nicht aber aus den gesamten anatomischen, pathologischen oder physiologischen Themenschwerpunkten, wie es bei einem traditionellen Heilpraktiker der Fall wäre.
Hinweis: Der traditionelle Heilpraktiker wird auch oft als „großer Heilpraktiker“ bezeichnet.
Wie entstand der Heilpraktiker für Psychotherapie?
Der Heilpraktiker für Psychotherapie ist schon seit dem Jahr 1993 in Deutschland offiziell eingeführt worden und darf neben den anerkannten Berufen des Psychotherapeuten auf psychologischer oder ärztlicher Ebene sowie des Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche, ebenfalls die Heilkunde in diesem Fachgebiet ausüben. Der kleine Heilpraktiker agiert hierbei jedoch immer ohne einen Arztregister-Eintrag und ohne an der vertragsärztlichen Versorgung teilzunehmen. Außerdem darf der Heilpraktiker für Psychotherapie niemals die Berufsbezeichnung als Psychotherapeut führen, die geschützt und den gleichnamigen Berufen vorenthalten ist.
Die ursprüngliche Absicht für eine Heilpraktiker-Erlaubnis, welche sich nur auf das Thema Psychotherapie begrenzt, war es, die Möglichkeit zu ebnen, einem Diplom-Psychologen mehr Zutritt zu einem Behandlungsgebiet auf heilkundlicher Ebene zu verschaffen. Immerhin war bis zu der sogenannten Psychotherapiereform und dem dazugehörigen Inkrafttreten von dem Psychotherapeutengesetz im Januar 1999 nur den Ärzten bestimmt, die Psychotherapie auch in vollem Umfang zu praktizieren. Innerhalb eines Urteils konnte aber schon 1983 das Bundesgericht bestätigen, dass das gültige Heilpraktikergesetz ebenso auf eine Diplom-Psychologie sowie eine Weiterbildung im psychotherapeutischen Bereich eingeschränkt auf das Psychotherapie-Gebiet anwendbar wäre und es durch die staatlich anerkannte sowie einer Prüfung zugrundeliegende akademische Fortbildung in einem solchen Falle nicht möglich sei, die Erlaubis zu erteilen ohne eine Fortbildung und Prüfung der Kenntnisse abzuverlangen. Weil das Heilpraktikergesetz allerdings keine entsprechende Weiterbildung für eine Erteilung der Erlaubnis vorsieht, besaß seit dem Inkrafttreten im Grunde jeder die Option eine Erlaubnis für die Tätigkeit im Bereich der psychotherapeutischen Heilkunde ohne Bestallung zu bekommen, welche die innerhalb des Gesetzes erwähnten Anforderungen nachweisen konnte.
Das bedeutete, sobald ein Schulabschluss (mindestens Hauptschulabschluss) vorlag, die Person das 25 Lebensjahr vollendet hatte, die Person einen Unbedenklichkeitsnachweis erbrachte, der von dem Gesundheitsamt überprüft wurde und generell den Anforderungen des Gesetzes entspricht, konnte diese Person auch die psychotherapeutische Heilkunde ausführen. Die Reform im Jahre 1999 veränderte dies, denn seither müssen selbst approbierte Mediziner im Rahmen von einer Weiterbildung auf fachärztlicher Ebene, die Fachkunde im Bereich der Psychotherapie nachweisen können, um auch auf dem Gebiet der eben erwähnten Psychotherapie praktizieren zu dürfen. Weiterhin könnten Pädagogen und Psychologen als Aufbau diese Fachkunde innerhalb einer mehrjährigen Fortbildung erwerben, wenn zuvor ein fünfjähriges Studium absolviert wurde und ein bestandenes Staatsexamen inklusive der Approbation vorliegt. Daraufhin wäre auch ein Eintrag in das von den kassenärztlichen Vereinigungen geführte Register denkbar und man könnte zusammen mit einem Vertragsarzt an dem Versorgungssystem der Krankenkassen zur Teilnahme berechtigt werden.
Ursprünglich hatte der Gesetzgeber die Absicht, Psychologen in eine Versorgung auf heilkundlicher Ebene zu integrieren, was damit jedoch obsolet wurde. Personen, welche das System kritisieren, reden auch davon, die Heilpraktikererlaubnis mit der Begrenzung auf den Bereich der Psychotherapie abzuschaffen und selbst Vertreter der Kammern für Psychotherapeuten für Heilpraktiker und Ärzte waren für die Abschaffung der Reform, die einst als Unterstützung entwickelt wurde und in Verbindung damit inzwischen eine grundlegende Heilpraktikergesetz-Reform erforderlich machen müsste. Sogar Heilpraktiker, die ohne Begrenzung aktiv sind, üben zum Teil scharfe Kritik an dem kleinen Heilpraktiker und sprachen sich für eine Aufwertung des Berufes des Heilpraktikers allgemein aus, die es ihrer Meinung nach nur durch eine gesetzlich geregelte einheitlich gültige Fortbildung gäbe. In einer solchen Reform von Psychotherapeuten-Ausbildungen gibt es deswegen seither immer wieder Diskussionen darüber, ob die Regelung abgeschafft werden soll oder nicht.
Welche Regeln gelten für den Heilpraktiker für Psychotherapie?
Neben dem Beruf des Arztes mit der Voraussetzung einer Approbation gilt die Heilkunde-Ausübung innerhalb von Deutschland seit dem Jahr 1939 ausschließlich mit einer gültigen Erlaubnis gemäß dem Heilpraktikergesetz als legal praktizierbar. Eine entsprechende Erlaubnis, die vorschreibt, lediglich in einem abgrenzten Teilbereich von der Heilkunde aktiv zu werden, lässt sich aus dem Wortlaut des Gesetzes nicht entnehmen. Der daraus resultierende Anspruch auf eine solche eingeschränkte Erteilung der Erlaubnis folgte aus der Heilpraktikergesetz-Auslegung in Form der verfassungsgemäßen Darstellung und wurde durch eine Rechtsprechung durch das Bundesverwaltungsgericht und das Bundesverfassungsgericht beschlossen.
Sie unterliegen ebenfalls der Dokumentationspflicht und müssen für jeden Patienten eine Akte anlegen, die Sie mit sämtlichen Notizen füllen, die Sie in der Zeit des Patientenkontaktes sammeln konnten. Diese Akte muss mindestens 10 Jahre archiviert, verständlich zusammengesetzt und erläutert werden. Gerade die Kostenübernahme, Hinweise anderer Experten, Atteste, Diagnosen, ärztliche Konsultationen und andere Informationen über die Behandlung sollten dokumentiert werden.
Was ist eine Heilkundeausübung?
Die Heilkundeausübung beschreibt gemäß des Heilpraktiker-Gesetzes jegliche Ausübung von Tätigkeiten auf gewerblicher oder beruflicher Ebene, welche der Feststellung, der Linderung oder der Heilung von Krankheiten, körperlichen Schäden sowie Leiden der Menschen dienen. Dies gilt auch, wenn diese in den Diensten von anderen absolviert werden, was in §1 Absatz 2 des Heilpraktikergesetzes klar geregelt ist. Abgegrenzt werden darf davon aber der Beruf der beratenden Psychologen, Psychotherapeuten sowie Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche, die gemäß des Psychotherapeutengesetzes eine Arbeit ausführen, auch wenn diese normalerweise ebenfalls unter die heilkundliche Psychotherapie fällt. Siehe auch §1 PsychThG.
Warum brauche ich eine amtsärztliche Prüfung als Heilpraktiker für Psychotherapie?
Bei der Ausübung der Heilkunde auf beruflicher Ebene gilt, wer ohne die Fachausbildung des Psychotherapeuten oder des Arztes mit Approbation aktiv werden möchte, und die Heilkunde ausüben will, muss dazu eine Erlaubnis als Heilpraktiker erhalten, die durch die zuständige Landesbehörde vergeben wird. Eine solche Erlaubnis hat daraufhin eine Gültigkeit für das gesamte Bundesland und wird nur dann vergeben, wenn die vorliegenden Voraussetzungen erfüllt sind. Jenen widmen wir uns noch einmal im letzten Kapitel über die Prüfungsinhalte, weshalb wir uns hier eher auf eine kurze Zusammenfassung beschränken. So sollten Sie mindestens 25 Jahre alt sein und eine erfolgreich abgeschlossene Schulausbildung mit mindestens dem Hauptschulabschluss vorweisen können. Ferner geht es um die gesundheitliche Eignung auf körperlicher und geistiger Ebene, die für diesen Beruf unerlässlich ist und nur durch das polizeiliche Führungszeugnis sowie ein ärztliches Attest nachgewiesen kann. Damit die Erlaubnis nachgewiesen kann, müssen Sie sich als Antragsteller gemäß §2 Absatz 1 des HeilpraktikerGEVS der passenden Überprüfung von Ihren erworbenen Kenntnissen und Fertigkeiten stellen, damit die Behörde erkennen kann, ob eine Heilkunde-Ausübung durch Sie erlaubt werden darf oder eine Gefahr für die Gesundheit des Volkes darstelle würde.
Wenn sich diese Erlaubnis auf das Gebiet der Psychotherapie beschränken soll, müssen Sie folglich Ihr Fachwissen auf dem Gebiet der psychotherapeutischen Verfahren nachweisen und nach außen projizieren, dass Sie befähigt werden können, Patienten gemäß ihrer Diagnose auf psychotherapeutischer Ebene korrekt zu behandeln. Eine solche Befähigung bedeutet ebenfalls Grundkenntnisse in sämtlichen Psychotherapieverfahren mit wissenschaftlicher Anerkennung. Nachweise zu entsprechenden Ausbildungen oder Fortbildungen diesbezüglich werden von manchen Behörden gerne gesehen. Die Gestaltung der Ausführung und Inhalte ist jedoch im Landesrecht geregelt und kann demzufolge variieren. Meist geht es um das Abfragen von Basiswissen zu psychischen Erkrankungen und Störungen der Persönlichkeit, aber auch zu Rechts- und Berufskunde sowie der Diagnostik und der Therapieformen.
Wie verläuft die amtsärztliche Prüfung beim Heilpraktiker für Psychotherapie?
Die Prüfung beinhaltet den schriftlichen und den mündlichen Teil, wobei Sie auch nur dann die mündliche Prüfung antreten dürfen, wenn Sie die schriftliche Ausführung erfolgreich bestanden haben. Ein Ausbildungsnachweis ist keine Voraussetzung für die Zulassung der Überprüfung, weil es keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung gibt, allerdings hilft es Ihnen weiter, um die Anforderungen für die Prüfung bestmöglich zu erlernen und zu beherrschen.
Gibt es einen Unterschied zur amtsärztlichen Prüfung für den großen und den kleinen Heilpraktiker?
Ja, denn im Gegensatz zu der klassischen Heilpraktikerprüfung, wo die Psychotherapie lediglich eine sehr kleine Rolle spielt, fokussiert sich der kleine Heilpraktiker bei seiner Prüfung nur auf dieses Fachgebiet. Eine Ausnahme könnte für studierte Psychologen gelten, die einen Universitätsabschluss besitzen und ein Diplom oder eine Masterzertifizierung nachweisen können. Hier wäre es denkbar, die Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde für Psychotherapie auch mit einem vereinfachten Genehmigungsverfahren zu erhalten, welches gesonderte Prüfung vorsieht, weil verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden. Dies ist aber auch je nach Bundesland unterschiedlich und es gibt keine klaren, einheitlichen Regelungen. Die Rechtsgrundlagen für ein solches Zulassungsverfahren liegt innerhalb des Heilpraktikergesetzes und der Durchführungsverordnung.
Wo arbeite ich als Heilpraktiker für Psychotherapie?
Bei der späteren Arbeit des kleinen Heilpraktikers gibt es einen allgemeinen Weg, den jeder als Richtlinie verwenden kann. Dabei geht es um die Zeit nach der bestandenen Prüfung vor dem Gesundheitsamt, die, wie Sie inzwischen längst wissen, grundlegende Voraussetzung für die Arbeit als psychotherapeutischer Heilpraktiker ist.
Haben Sie die Prüfung bestanden, bekommen Sie also zunächst Ihre Heilerlaubnis von dem Gesundheitsamt ausgehändigt, die sich auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkt.
Danach können Sie sich entweder als Angestellter oder Selbstständiger mit der Thematik auseinandersetzen, um aktiv Patienten zu betreuen. Sie dürfen mit Ihrer Arbeit nicht umherziehen, sondern müssen einen festen Standort nachweisen, an welchem Sie sie ausüben.
Nach §14 Absatz 1 von dem Gesundheitsgesetz müssen Sie als kleiner Heilpraktiker den Anfang, aber auch das Ende Ihrer freiberuflichen Arbeit bei dem zuständigen öffentlichen Gesundheitsamt anzeigen, was meist mit einem formlosen Schreiben ausreicht, auf dem die Adresse Ihrer Praxis und das Datum Ihres Tätigkeitsbeginns/-endes vermerkt ist. Sie unterstehen zu jeder Zeit der Schweigepflicht auf zivilrechtlicher Ebene, die Sie in Ihren Räumlichkeiten einhalten müssen.
Welche Vorteile hat der Heilpraktiker für Psychotherapie?
Der kleine Heilpraktiker besitzt eine Therapiefreiheit. Das heißt, Sie dürfen als entsprechender Experte frei entscheiden, welche Behandlungsmaßnahmen Sie für Ihren Patienten individuell zusammenstellen und anwenden möchten. Hier müssen Sie sich jedoch auch auf Ihre Sorgfaltspflicht berufen, die angibt, dass Sie nur Behandlungen einsetzen dürfen, welche Sie auch wirklich beherrschen und in denen Sie zuvor eine passende Fortbildung belegen konnten. Sie handeln damit im Gegensatz zu einem psychologischen Psychotherapeuten, der sich stets an die sozialrechtlich anerkannten Methoden halten muss, auf die er sich zuvor spezialisiert hat. Dadurch grenzt er sich im Bereich seiner Möglichkeiten auf die erlernten Interventionen ein, die ihm entweder in Bezug auf die Verhaltenstherapie, die Psychoanalyse oder die Tiefenpsychologie beigebracht wurden.
Wie werde ich Heilpraktiker für Psychotherapie?
Um Heilpraktiker für Psychotherapie zu werden, ist keine einheitliche Richtlinie vorhanden. Das heißt, Voraussetzung ist immer nur die amtsärztliche Prüfung und die Erteilung einer Heilerlaubnis durch das Gesundheitsamt. Um sich hierfür jedoch optimal vorbereiten zu können, wäre es ratsam, eine qualitative Ausbildung zu belegen. Dies können Sie ohne großen Aufwand online starten.
Dadurch bleiben Sie zeitlich flexibel und absolvieren den Fernlehrgang parallel zu Beruf oder privaten Verbindlichkeiten bei freier Zeiteinteilung. Auf diese Weise sind Sie zudem optimal vorbereitet, um sich der Prüfung vor dem Gesundheitsamt zu stellen.
Der Heilpraktiker für Psychotherapie oder auch kleine Heilpraktiker ist eine gute Möglichkeit, in die Welt der alternativmedizinischen Behandlungen einzutauchen. Er bietet sich für alle Personen an, die entweder noch nicht direkt mit einer umfassenden Ausbildung zum Vollheilpraktiker durchstarten möchten oder die sich besonders für den Bereich Psychotherapie interessieren. Durch einen professionellen Vorbereitungskurs gelingt es Ihnen dann, das notwendige Fachwissen zu erwerben, um sich der finalen Prüfung vor dem Gesundheitsamt zu stellen und so als Heilpraktiker für den Bereich Psychotherapie Ihren Traum der langfristigen Karriere zu verwirklichen.
Aus über 20 Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut ein Hinweis, der oft unterschätzt wird: Lernen Sie die Störungsbilder nicht als Merkliste, sondern sprechen Sie sie laut in ganzen Sätzen durch – Leitsymptome, Abgrenzung zum Nachbarbild, und wann der Fall zwingend zum Arzt gehört. Genau diese Grenzziehung wird im mündlichen Teil erfahrungsgemäß am gründlichsten abgeklopft, weil es dabei um den Schutz der Patienten geht. Wer das im Kopf sauber sortiert hat, argumentiert später auch im Erstgespräch ruhiger und klarer.
Fazit
Der Heilpraktiker für Psychotherapie ist ein eigenständiger Weg in die therapeutische Arbeit – mit klaren Rechten und ebenso klaren Grenzen. Die Erlaubnis beschränkt sich auf das Gebiet der Psychotherapie, sie ersetzt keine Approbation, berechtigt nicht zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen und wird ausschließlich vom zuständigen Gesundheitsamt nach einer behördlichen Kenntnisüberprüfung erteilt. Wer diese Abgrenzung von Anfang an sauber kommuniziert, arbeitet rechtssicher und schafft Vertrauen bei den Menschen, die zu ihm kommen.
Eine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung gibt es nicht – gerade deshalb entscheidet die Vorbereitung darüber, wie souverän Sie in die Überprüfung gehen. Ein strukturierter Vorbereitungslehrgang, wie ihn die SWAV-Akademie anbietet, hilft Ihnen dabei, Störungsbilder, Diagnostik sowie Rechts- und Berufskunde systematisch zu erarbeiten. Über Zulassung und Bestehen entscheidet allein die zuständige Behörde; eine Erfolgs- oder Prüfungsgarantie kann und darf kein Bildungsanbieter geben. Verschaffen Sie sich in Ruhe einen Überblick über Inhalte und Ablauf und prüfen Sie parallel die konkreten Anforderungen Ihres Gesundheitsamtes.
Häufige Fragen zu Heilpraktiker für Psychotherapie
Worin unterscheidet sich der Heilpraktiker für Psychotherapie vom Psychologischen Psychotherapeuten?
Der Psychologische Psychotherapeut hat ein einschlägiges Studium absolviert und ist approbiert; er darf die geschützte Berufsbezeichnung führen und über die kassenärztliche Versorgung abrechnen. Der Heilpraktiker für Psychotherapie besitzt dagegen eine auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkte Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, die das Gesundheitsamt nach einer Kenntnisüberprüfung erteilt. Beide behandeln psychische Beschwerden, unterscheiden sich aber in Qualifikationsweg, Titel und Abrechnung deutlich.
Kann ich als Heilpraktiker für Psychotherapie mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen?
Nein. Es besteht kein Eintrag im Arztregister und keine Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung, deshalb erfolgt die Abrechnung privat direkt mit dem Patienten. Private Krankenversicherungen und Zusatztarife erstatten Leistungen ganz unterschiedlich – Ihre Patienten sollten das vor Behandlungsbeginn mit ihrem Versicherer klären. Weisen Sie im Erstgespräch transparent auf die Kosten hin.
Wie läuft die Überprüfung beim Gesundheitsamt ab?
Die Überprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil; zum mündlichen Teil werden Sie erst zugelassen, wenn Sie den schriftlichen bestanden haben. Abgefragt werden typischerweise psychische Störungsbilder, Diagnostik nach den gängigen Klassifikationssystemen, Notfallsituationen sowie Rechts- und Berufskunde. Ablauf, Termine und Details regeln die Bundesländer unterschiedlich – maßgeblich ist immer die Information Ihres zuständigen Gesundheitsamtes.
Was darf ich mit dieser Erlaubnis behandeln – und was nicht?
Erlaubt ist die eigenverantwortliche psychotherapeutische Behandlung psychischer Erkrankungen im Rahmen Ihrer nachweisbaren Kompetenz. Nicht erlaubt sind heilkundliche Tätigkeiten außerhalb des Psychotherapiegebiets, das Verordnen verschreibungspflichtiger Medikamente, Krankschreibungen sowie alles, was Ärzten oder approbierten Psychotherapeuten vorbehalten ist. Bei Hinweisen auf körperliche Ursachen, akute Eigen- oder Fremdgefährdung gehört der Fall in ärztliche Hände.
Brauche ich ein Psychologiestudium oder eine bestimmte Ausbildung?
Gesetzlich vorgeschrieben ist keine bestimmte Ausbildung – Zulassungsvoraussetzung sind die formalen Kriterien wie Mindestalter, Schulabschluss und gesundheitliche Eignung. Ein Vorbereitungslehrgang ist also freiwillig, in der Praxis aber der übliche Weg, um den Prüfungsstoff strukturiert zu erarbeiten. Für Personen mit einschlägigem Hochschulabschluss sehen einzelne Bundesländer abweichende Verfahren vor; fragen Sie das im Zweifel bei Ihrem Gesundheitsamt nach.
Wie grenzt sich der Heilpraktiker für Psychotherapie von einem Coach oder Berater ab?
Coaching und Beratung sind keine Heilkunde: Sie richten sich an gesunde Menschen mit Anliegen wie Zielklärung, Rollenfindung oder Selbstorganisation und setzen keine Erlaubnis voraus. Sobald Krankheiten festgestellt, gelindert oder behandelt werden, handelt es sich um Heilkundeausübung – und die ist ohne Erlaubnis nicht zulässig. Genau diese Grenze macht die Heilerlaubnis für therapeutisch arbeitende Berufe so relevant.
Und was unterscheidet ihn vom Psychiater?
Der Psychiater ist Facharzt, also approbierter Mediziner, und behandelt psychische Erkrankungen auch medikamentös. Der Heilpraktiker für Psychotherapie arbeitet ausschließlich mit psychotherapeutischen Verfahren und darf keine Arzneimittel verordnen. In der Praxis ergibt sich daraus häufig eine Zusammenarbeit: Die medikamentöse Einstellung bleibt beim Arzt, die begleitende Gesprächsarbeit kann parallel stattfinden.
Gilt die Erlaubnis bundesweit und wo darf ich arbeiten?
Erteilt wird die Erlaubnis von der zuständigen Behörde und gilt zunächst für das Bundesland, in dem sie ausgestellt wurde; bei einem Umzug klären Sie die Anerkennung mit dem neuen Gesundheitsamt. Sie benötigen einen festen Praxissitz – eine umherziehende Tätigkeit ist nicht zulässig. Beginn und Ende der freiberuflichen Tätigkeit zeigen Sie dem zuständigen Gesundheitsamt formlos an.
Quellen & weiterführende Informationen
- Wikipedia: Heilpraktiker für Psychotherapie – Zulassung, Umfang und Grenzen der Erlaubnis
- Heilpraktikergesetz (HeilprG) – gesetzliche Grundlage der eingeschränkten Erlaubnis
- Wikipedia: Psychotherapie – Verfahren, Wirksamkeit und Berufsgruppen

