22. Mai 2017
Lesezeit ca. 9 Min.

Die manuelle Lymphdrainage, abgekürzt MLD genannt, ist eine spezielle Behandlungsmethode, die zu den Lymphtherapien und Entstauungstherapien zählt. Sie wurde schon in den 60er Jahren entwickelt und kommt seither als gängige physikalische Praktik zum Einsatz. Ihren Namen verdankt sie hierbei einerseits ihrer Auswirkung auf den Lymphabfluss des Körpers und andererseits der entstauenden Funktion auf das Gewebe, in Fachkreisen als Drainage bezeichnet. Der Begriff „manuell“ bezieht sich dagegen auf die von Hand ausgeführte Therapieform.

Über die Jahre gelang es der Lymphdrainage eine stetig wachsende Beliebtheit zu erringen, da sie viele, verschiedene Problematiken anspricht. Heutzutage wird diese Technik darum häufig auf ärztliche Anordnung in Anspruch genommen, um das Gefäßsystem des Organismus zu entlasten. Schließlich ist die Leistungsfähigkeit der Lymphbahnen für jeden vitalen Körper von unverzichtbarer Bedeutung.

Der Lymphfluss – zentrale Transportbahn des Körpers

Tagtäglich gelangen Nährstoffe und Flüssigkeit mithilfe des Blutkreislaufs in das menschliche Gewebe. Der wesentliche Anteil jener wird auch wieder in das Blut weitergeleitet, doch ein geringer Flüssigkeitsrest setzt sich im Gewebe fest, woraufhin eine Ansammlung der sogenannten Lymphflüssigkeit zwischen den jeweiligen Zellen stattfindet.

Für gewöhnlich hat das Lymphgefäßsystem dann die Aufgabe, diese wieder an den Blutkreislauf abzugeben, weshalb es gemeinsam mit Letzterem zu den entscheidendsten Transportbahnen des Organismus gehört. Liegt nun jedoch eine Störung innerhalb des Systems vor, kann der Lymphabfluss nicht mehr fachgerecht gelingen und das Resultat ist ein Stau der Flüssigkeit an der betreffenden Stelle im Gewebe. Dieser äußert sich hauptsächlich durch Schwellungen unter der oberen Hautschicht, die bei geringem Druck nachgeben und für einige Sekunden leichte Mulden zeigen. Weiterhin wirkt sich die vorherrschende Problematik auf das Immunsystem aus und belastet jenes übermäßig.

Manuelle Lymphdrainage

Als Therapie gegen die Flüssigkeitsansammlung wird daraufhin die manuelle Lymphdrainage absolviert, weil die Lymphbahnen durch die gezielten Techniken der Methode stimuliert werden können. In dem Zusammenhang ist die Behandlung für die unterschiedlichsten Symptomatiken hilfreich.

Die Zielgruppe für MLD – wichtige Indikatoren der Therapie

Bei der manuellen Lymphdrainage werden die vorherrschenden Probleme des Patienten grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt:

  1. Die Venenschwächen, die primär entstanden sind und von einer erblich bedingte Erkrankung oder fehlerhafte Veranlagungen stammen
  2. Sekundäre Symptome, deren Ursachen eine Bestrahlungstherapie sowie ein operativer Eingriff sein könnten

Im Allgemeinen wird MLD deshalb häufig nach Operationen angewandt, die den Lymphabfluss blockieren oder womöglich die Lymphbahnen beeinträchtigt haben. Außerdem tritt die Behandlung bei verschiedenen Grunderkrankungen wie Ödemen in Erscheinung. In der Regel sind die Beine und Arme am stärksten von Flüssigkeitsansammlungen betroffen.

Obwohl die Therapie hierbei wirkungsvoll sein kann, gibt es leider auch Personen, die eine manuelle Lymphdrainage nicht in Anspruch nehmen dürfen, da diese bei ihnen zu negativen Einflüssen auf die Gesundheit führen würde. Somit sollten Patienten, die unter einer schweren Herzschwäche, einer gestörten Funktion der Schilddrüse, Blutniederdruck, Wundrose, Asthma oder bösartigen Tumoren leiden, auf eine Lymphdrainage verzichten. Ebenso verhält es sich, insofern ein entzündlicher Prozess, bakterielle Infektionen, Fieber oder eine Schwangerschaft vorliegt. Die Therapie würde den Organismus in solchen Fällen zu sehr belasten. Idealerweise untersucht ein Arzt den Patienten deswegen im Vorfeld und entscheidet individuell, ob eine manuelle Lymphdrainage angebracht ist oder nicht. Menschen, die jedoch nicht von oben erwähnten Vorgeschichten betroffen sind, profitieren von den umfangreichen Behandlungsmöglichkeiten bei MLD.    

Wirkung der manuellen Lymphdrainage – facettenreiche Behandlungserfolge

Innerhalb der Therapie-Folge von einer manuellen Lymphdrainage hat der verbesserte Lymphabfluss oberste Priorität. Andernfalls könnten die entstandenen Stauungen zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen und der Patient hätte ein hohes Risiko für Folgeerkrankungen, die den kompletten Organismus belasten. MLD trägt dazu bei, dies zu verhindern und spendet der betroffenen Person gleichzeitig ein größeres Wohlbefinden. Dabei fördert die manuelle Lymphdrainage:

  • die Pumpfunktion, die das Lymphsystem steuert
  • die Schmerzlinderung
  • das Abschwellen der betroffenen Körperpartien
  • die Mobilität
  • die Lockerung des verhärteten Gewebes
  • die Entstauung

Des Weiteren spendet die manuelle Lymphdrainage bei Blutergüssen, Verstauchungen, einigen rheumatischen Beschwerden oder Fibrose eine Besserung. Selbst bei Migräne könnte die Behandlung den Schmerzreiz mildern und dem Patienten helfen. Dafür ist es allerdings notwendig, die gesamte Therapie mit größter Vorsicht auszuüben und die exakten Praktiken zu beherrschen, auf denen der Effekt von MLD beruht.

Beinmassage

Techniken der Lymphdrainage – Grundpraktiken als Basis der Wirksamkeit

Zwar erweckt die manuelle Lymphdrainage auf den ersten Blick oftmals den Anschein, als würde sie einer Massage ähneln, allerdings handelt es sich bei den beiden Behandlungen um zwei vollkommen differente Vorgehensweisen. Während eine traditionelle Massage nämlich einen gewissen Druck bei jeder Übung voraussetzt, um die Muskeln anzusprechen, sollte MLD auf besonders sensible Art absolviert werden.

Im Mittelpunkt stehen daher gleichmäßige Bewegungsabläufe, die behutsam sind, Rhythmus haben und die Hände sanft über den Körper kreisen lassen oder pumpend auf ihn einwirken. Darauf aufbauend beinhaltet die manuelle Lymphdrainage immer vier verschiedene Grifftechniken, die als Grundlage dienen. Sie wurden einst von Emil Vodder erfunden und werden im fließenden Wechsel angewandt.

  1. Stehender Kreis: Hier kommt es zu langsamen und kreisenden Bewegungen auf den betreffenden Lymphknoten. Wichtig ist, dass diese stets in Richtung des Lymphabflusses durchgeführt werden.
  2. Pumpgriff: Er wird direkt auf dem Ödem absolviert und gelingt durch leichte Pump-Bewegungen, die circa 20 bis 30 Sekunden lang fortgeführt werden. Auf diese Weise lässt sich die angestaute Flüssigkeit über den Blutkreislauf besser abtransportieren.
  3. Drehgriffe: Für diese Übungen werden die Daumen und Fingerkuppen auf den Körper gelegt und kreisend die Lymphbahnen entlang bewegt.
  4. Schöpfgriff: Unter dieser Bezeichnung lassen sich kreisende Techniken zusammenfassen, die stets in entgegengesetzte Fließrichtung zu den einzelnen Lymphbahnen durchgeführt werden. Obendrein beinhaltet die manuelle Lymphdrainage teilweise weitere ergänzende Praktiken wie den Hautfaltengriff, wodurch die Behandlung verfeinert wird und sich an bestimmte Krankheitsbilder anpassen kann. Insbesondere die komplexe Kombination der unterschiedlichen Techniken, die gezielte Beanspruchung der Lymphknoten und die Intensität der Therapie erfordern allerdings ein Höchstmaß an Fachkenntnissen. Deswegen sollte eine manuelle Lymphdrainage ausschließlich von einem zertifizierten Profi eingesetzt werden.

Fachliche Schulung – mit Kompetenz und Einfühlungsvermögen zu korrekter MLD

Im Gegensatz zu anderen Techniken fungiert die manuelle Lymphdrainage nie als Präventivmaßnahme oder Wellness-Behandlung. Stattdessen hat sie grundsätzlich einen therapeutischen Hintergrund und setzt Expertise sowie praktische Erfahrungen voraus, um ihre Wirksamkeit zu entfalten und die Beschwerden des Patienten zu lindern. Dabei verlangt sie absolute Professionalität, denn sonst würde es zu erheblichen Problemen kommen.

Auch wenn es einige simple Griffe gibt, die sich nach vorheriger Anleitung durch einen Experten eigenständig absolvieren lassen und eine vorübergehende Erleichterung bringen, darf MLD demnach niemals ohne ordnungsgemäßen Lehrgang ausgeübt werden. Anatomisches Wissen, die richtige Anwendung der einzelnen Übungen und der Respekt vor der Tragweite, die jede Praktik haben kann, müssen folglich vorhanden sein, damit die Lymphdrainage erfolgreich ist. Darum wird sie für gewöhnlich von Masseuren oder Physiotherapeuten praktiziert, die zuvor eine entsprechende Weiterbildung besucht haben. Ihre Grundausbildung reicht hingegen nicht aus, denn nur die gesonderte Schulung für manuelle Lymphdrainage befähigt den Therapeuten auch, eine derartige Behandlung in sein Angebot aufzunehmen.

Ausbildung Manuelle Lymphdrainage

An der SWAV wird jedem Interessenten, der sich auf diesem Gebiet qualifizieren möchte, daher eine effiziente Möglichkeit in Aussicht gestellt, das eigene Engagement mit Fachwissen zu vereinen. Dazu gibt es den Kurs zum Fachpraktiker für Wellness, Massage und Prävention. Er umfasst mehrere Lernziele wie die manuelle Lymphdrainage und bereitet jeden Absolventen mit vielen praxisnahen Tipps auf das Berufsleben vor. Hierbei ist es unwichtig, ob bereits Vorkenntnisse bestehen oder sich jemand mithilfe der Ausbildung neu orientieren möchte. Die ambitionierten Dozenten und das angenehme Umfeld fördern jeden vertrauensvoll, seriös sowie den aktuellsten Maßstäben entsprechend.

Die freiwillige Abschlussprüfung ebnet am Ende daraufhin den Weg, eine Lymphdrainage ebenfalls im Berufsleben fachgerecht und effektiv ausüben zu dürfen. In Verbindung damit muss jene aber den Behandlungsverlauf genauestens berücksichtigen.

Manuelle Lymphdrainage in der Praxis – gezielter Ablauf mit sanften Methoden

MLD wird immer von einem Mediziner verordnet, insofern der Patient dadurch eine Verbesserung des Allgemeinzustands erreichen könnte. Die Dauer einer solchen Behandlung ist hierbei variabel und kann etwa 20 bis 60 Minuten lang sein. Im Normalfall liegt die jeweilige Person währenddessen möglichst flach und lagert die Beine etwas höher. Diese Position ist für den Körper am erholsamsten. Alle Übungen verlaufen im Zuge dessen unter größter Vorsicht und im gleichmäßigen Wechsel. Die Durchblutung soll hier aber nicht angeregt werden wie bei einer klassischen Massage, sondern lediglich der Lymphabfluss. Deswegen sind jegliche Form von Schmerzen oder kraftintensive Praktiken untersagt.

Generell setzt sich die manuelle Lymphdrainage aus unterschiedlichen Phasen zusammen, den Ruhephasen, bei denen der Patient sich entspannt und die Schubphasen, welche die Lymphbahnen öffnen. Hinzu kommen sanfte Dehnungen und eine kontrollierte Atmung. Sie wird gemeinsam mit der Stimulation von Lymphknoten in entfernteren Regionen eingesetzt, damit ein sogenannter Sog-Effekt entsteht, der die Anwendung zusätzlich unterstützt.

Nicht selten wird MLD auch als Teil einer Therapie zur Entstauung praktiziert und muss dauerhaft in kontinuierlichen Intervallen durchgeführt werden. Das geschieht des Öfteren bei Personen mit chronisch verengten oder blockierten Lymphbahnen. So kann der Patient seinen Allgemeinzustand aufrechterhalten und eine Verschlechterung der Problematik umgehen. Ist dies der Fall, runden aber stets ergänzende Hilfsmittel wie Kompressionsstrümpfe, Bandagen, Krankengymnastik oder Hautpflege das Behandlungs-Spektrum ab.

Daher ist die manuelle Lymphdrainage ein unverzichtbares Verfahren, um den verminderten Lymphabfluss im Körper zu verbessern, Flüssigkeitsansammlungen zu vermeiden und den Patienten neue Lebensqualität zu schenken.

Zur Massage Ausbildung

Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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ZFU-Zulassung Nr. 7387521 – Massage-Ausbildung
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WellnessInPerfektion WIP GmbH
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Sehr gut, gerne weiter mit WIP machen.
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vor 3 Wochen
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Ab Ab
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vor 3 Monaten
Ein wirklich ansprechendes Seminar mit ausgewogenen Praxis-& Theorieanteil. Die Dozenten und Dozentinnen sind kompetent und darüber hinaus auch menschlich und nahbar. Gute Vibes unter den Lehrenden. Es wurde viel gelacht und ein respektvoller Umgangston wurde stets gewahrt. Die Kommunikation ist für uns Teilnehmenden während des Seminars nur über die Chatfunktion möglich, was einerseits den Vorteil hat, dass die Vortragenden nicht unterbrochen werden können, keine Störgeräusche. (das war für mich als Teilnehmerin sehr angenehm, denn auch mein eigener Gedankenfluss wurde nicht unterbrochen und ich konnte dem Thema gut folgen). Andererseits gehen einige Fragen manchmal leider unter und werden übersehen. Das war ein bisschen frustrierend. Gefallen hat mir zudem, dass am Ende betont wurde, dass wir uns bei zukünftigen Fragen immer wieder bei der Akademie melden können. Sehr sympathisch. Ich empfehle dieses Seminar herzlich gerne.
Marfuli
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vor 6 Monaten
Sehr empfehlenswert! Der Seminarraum war sauber und gut ausgestattet (Hanteln, Bänke etc.). Besonders positiv hervorheben möchte ich den Prüfer Ralf Stirpeik: Er war sehr freundlich, hat eine entspannte Atmosphäre geschaffen und alle Inhalte verständlich erklärt. Zudem wurden alle Fragen zur Prüfung in der Gruppe ausführlich besprochen. Insgesamt ein sehr professioneller Ablauf und angenehmer Aufenthalt. Danke dafür 👋🏼
Laura L.