24. März 2023
Lesezeit ca. 17 Min.

Faszientraining ist in aller Munde. Dabei verbinden die meisten Menschen das Workout zunächst mit der Faszienrolle und einigen Stretching-Übungen. Weit gefehlt, denn Faszienfitness kann viel mehr und dient zahlreichen positiven Eigenschaften. Was genau sich hinter diesem Trainingskonzept verbindet und wie sich Faszien effektiv trainieren lassen, wir verraten es Ihnen im heutigen Blog-Beitrag.

Key Facts – Faszien trainieren: was wirkt, was nicht und wie ein Wochenplan aussieht

  • „Verklebt" beschreibt ein Empfinden, kein nachgewiesenes Gewebebild — Steifigkeit, Ziehen, Unbeweglichkeit.
  • Die Rolle formt kein Gewebe um: Die nötigen Kräfte liegen weit über dem, was Körpergewicht erreicht.
  • Was sie trotzdem bewirkt: Beweglichkeit und Dehnungstoleranz steigen kurzfristig — über die Nerven vermittelt.
  • Bewegungsvielfalt schlägt Rolle: Zweimal pro Woche etwas anderes tun wirkt über Monate mehr.
  • Federnde Bewegungen fehlen fast überall: Hüpfen und Schwingen trainieren die Speicherfähigkeit.
  • Unter einer Stunde pro Woche: 2–3× kurz rollen, 1× federn, 1× lang dehnen, täglich zwei Minuten strecken.

Wie kann man Faszien trainieren?

Es gibt verschiedene Wege, Ihr Fasziengewebe erfolgreich zu unterstützen. Dabei lässt sich nicht verallgemeinern, was nun am besten ist, denn hier kommt es auf die individuellen Voraussetzungen des Einzelnen und dessen Erwartungen an die Faszienfitness an. Faszien lassen sich daher sowohl durch Bewegung als auch durch Faszienmassagen positiv unterstützen.

Was bedeutet Faszientraining?

Faszientraining steht als allgemeiner Begriff für die Durchführung verschiedener Übungen und Faszienmassagen, die das menschliche Fasziengewebe im Mittelpunkt haben. Hintergrund ist die Stärkung, die verbesserte Elastizität und die Steigerung von Mobilität sowie Leistungsfähigkeit in Bezug auf den Bewegungsapparat. Das Faszientraining stammt sowohl aus der Bewegungstherapie als auch aus dem Sportbereich.

Was sind Faszien?

Vereinfacht erklärt sind Faszien die weichen Bestandteile des Bindegewebes, die bei einem Menschen den ganzen Körper wie ein faseriges Netzwerk durchziehen, wichtige Organe umhüllen und entscheidende Bausteine des Organismus unweigerlich miteinander verbinden. Nicht umsonst fällt häufig der Beiname „Stützgewebe des Körpers“. Ursprünglich stammt das Wort Faszien aus der lateinischen Sprache, wo „fascia“ übersetzt „Bandage“ oder „Band“ bedeutet.

Warum Faszien trainieren?

Es gibt viele Gründe, warum Sie Ihre Faszien trainieren sollten, darunter:

  • mehr Belastbarkeit von den Bändern und Sehnen
  • Vermeidung von schmerzhaften und riskanten Reibungen in der Bandscheibenregion oder an den Gelenken wie dem Hüftgelenk
  • Mehr Schutz der Muskulatur vor Verletzungen
  • Formen des Körpers durch Straffung des Bindegewebes, weniger Cellulite sowie insgesamt ein jüngeres Aussehen

So kann die Muskulatur mittels starker Faszien ein effizienteres Zusammenspiel unterstützen und die Regenerationszeit verkürzen. Das bedeutet, Sie haben schneller wieder die notwendige Belastbarkeit für ein intensives Fitnessprogramm. Im Zuge dessen verbessert sich die Leistungsfähigkeit, was dazu führt, dass mit einem abwechslungsreichen Faszienworkout die Bewegungsabläufe und die Koordinationsfähigkeit des Kunden wächst. Je gesünder Ihre Faszien, umso umfassender Schutz vor Beschwerden und Verletzungen.

Welche Übungen bei verklebten Faszien?

Verklebte Faszien lassen sich durch leichte Massagen und Bewegungstherapien positiv unterstützen. Sie werden als angenehm für das Gewebe empfunden und Teil vieler Beweglichkeitsprogramme. Ebenso sind vorsichtige Dehnübungen bei Faszienverklebungen und federnde Sprünge gegen verhärtete Faszien sinnvoll, damit sich die Mobilität und Geschmeidigkeit des Gewebes wiederherstellen ließe.

Einige passende Übungen bei Faszienverklebungen sind daraufhin:

1. Faszienmassagen am Rücken

Durchführung

  • Legen Sie sich flach auf den Rücken, platzieren Sie die Faszienrolle unterhalb Ihrer Schulterblätter, Beine angewinkelt, Füße flach am Boden
  • Spannen Sie die Bauchmuskeln an und bewegen Sie Ihren Rücken ganz langsam über die Rolle vor und zurück
  • Folgen Sie mit den Füßen Ihrer Bewegung
  • Wiederholen Sie die Übung mehrere Male und versuchen Sie gleichmäßig zu atmen

2. Fasziendehnen auf dem Stuhl

Durchführung:

  • Setzen Sie sich gerade auf einen Stuhl, Beine hüftbreit geöffnet, Arme locker an den Seitenneben dem Körper
  • Ziehen Sie jetzt Ihre Schultern langsam nach in Richtung Ohr hoch, während Sie langsam einatmen
  • Spannung einige Sekunden halten, dann Schultern behutsam wieder senken und dabei sanft ausatmen.
  • Übung mehrere Male wiederholen, danach pausieren

3. Faszienball Übung

Durchführung:

  • Legen Sie sich auf den Rücken, platzieren Sie den Faszienball auf Höhe des Schulterblatts
  • Versuchen Sie nun, den Druck mittels Ihrer Atmung zu kontrollieren, das heißt, bei der Einatmung verstärken Sie den Druck, bei der Ausatmung verringern Sie ihn
  • Bewegen Sie sich jetzt langsam über den Faszienball vor und zurück, bis Sie merken, dass sich die Muskulatur langsam entspannt

4. Faszienrollen für den ganzen Körper

Durchführung:

  • Begeben Sie sich in Liegestützposition, Unterarme auf der Rolle abgestützt
  • Drücken Sie jetzt Ihren Körper langsam nach oben, Rücken gerade, Beine gestreckt
  • Lassen Sie den Körper vom Kopf bis Fuß eine gerade Linie bilden, Spannung für 60 Sekunden halten, dann auslockern, Übung mehrere Male wiederholen.

Sollte jeder seine Faszien trainieren?

Ja, denn das Fasziengewebe benötigt ein regelmäßiges Training, um seine Beweglichkeit und Elastizität zu bewahren. Außerdem schützt das Faszientraining erfolgreich davor, typische Faszienerkrankungen für plantarer Fersensporn, Faszienverklebungen und andere Dysbalancen zu bekommen.

Hierbei ist es wichtig, dass nicht jeder seine Faszien auf dieselbe Art trainiert. Manche Personen sind sportlich sehr aktiv und neigen daher generell weniger zu Faszienproblemen, sodass es ausreichen würde, ein leichtes Warm-up mit passenden Faszienübungen auszuführen, während andere Menschen zu den weniger sportlich aktiven Zielgruppen zählen und vielleicht ein eigenständiges Faszientraining als Mittelpunkt der Fitness nutzen sollten, um verstärkt etwas gegen Faszienprobleme zu unternehmen.

Wer kann seine Faszien trainieren?

Jeder, denn ein Faszientraining lässt sich in Bezug auf die Intensität, den Schweregrad und die Dauer beliebig an die Bedürfnisse der einzelnen Personen anpassen!

Ganz gleich also, ob es sich um eine Seniorengruppe oder einen Leistungssportler handelt, es ist immer sinnvoll, seine Faszien, dem eigenen Gesundheits- und Konditionszustand entsprechend zu trainieren.

Was schadet den Faszien?

Es gibt viele Dinge, die dem Fasziengewebe Schaden würden.

Darunter:

  • Ungesunde Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Zu viel Stress oder negative, mentale Belastungen
  • Ein Überschuss an Säure

Auch ein Nährstoffmangel und eine Überbelastung durch ein fehlerhaftes Training könnten sich negativ auf das Fasziengewebe auswirken.

Was hilft für gesunde Faszien?

Die Faszien werden nicht nur von einem regelmäßigen Training gestärkt, es gibt viele Faktoren, durch die sich unser Fasziengewebe positiv beeinflussen lässt. Dazu zählen unter anderem:

  • Der Verzicht auf Nikotin

Rauchen schadet dem Bindegewebe, denn die schädlichen Radikale begünstigen, dass der Sauerstoffgehalt im Blut abnimmt.

  • Ein normales Körpergewicht

Wenn Übergewicht vorliegt, muss der Bewegungsapparat eine stärkere Belastung aushalten, während sich innerhalb des Bindegewebes mehr Fett ansammelt und Botenstoffe abgegeben werden, die eine permanente Entzündung im Organismus verursacht.

  • Genügend Trinken

Sie sollten mindestens 1-1,5 Liter Wasser täglich trinken, um die Faszien ausreichend zu versorgen. Hier geht es wirklich darum, nur Wasser zu sich zu nehmen, damit die Faszien ihre Flüssigkeitsmenge erhalten!

  • Ausreichend Schlaf

Bedenken Sie, Sie sollten Ihrem Körper genügend Schlaf gönnen, um einen gesunden Organismus zu unterstützen.

  • Optimale Nährstoffzufuhr

Für ein gesundes Fasziengewebe werden Eiweiß, Kalium, Vitamin C, Kupfer, Magnesium und Zink benötigt, weshalb eine gesunde Ernährung LINK https://www.swav-berlin.de/naturheilkunde/gesunde-ernaehrung wichtig ist.

Welche Faszienrolle ist gut, um Faszien zu trainieren?

Die Faszien lassen sich nicht nur durch gezielte Faszienübungen trainieren. Auch die Anwendung einer Faszienrolle wäre sinnvoll.

Faszien trainieren -- Faszienrolle auswählen

Das traditionelle Element ist eine Faszienrolle, die als „Black Roll“ betitelt wird. Sie fungiert als Selbstmassage-Gerät, das aus verschiedensten Materialien (z.B. Kork oder Polyurethan) gefertigt wird. Eine Faszienrolle besitzt dabei mehrere positive Eigenschaften, denn sie ist

  • einfach anwendbar
  • durch ihr geringes Gewicht gut zu transportieren
  • für sämtliche Techniken geeignet

Im Durchschnitt misst sie eine Länge von 30 und 40 cm, bei einem Durchmesser von 15 cm. Es gibt mehrere Härtegrade, wobei der mittlere Härtegrad Standard ist und bei den meisten Übungen verwendet wird.

Natürlich können Sie auch andere Faszienrolle Arten nutzen wie Faszienrollen mit einer weicheren oder härteren Beschaffenheit, kürzere Faszienrollen oder Faszienbälle sowie Faszienrollen mit Noppen/Rillen, welche sich für die Stoffwechselaktivierung anbieten.

Bedenken Sie hierbei, wenn Sie eine Faszienrolle kaufen wollen, sollten Sie vor allem auf den Härtegrad und die Größe achten. Je härter die Blackroll, desto intensiver aber auch schmerzhafter sind die angewandten Techniken. Weiterhin gibt es unterschiedliche Größen, die sich für die verschiedenen Körperbereiche anbieten. Das heißt, besonders lange, große Faszienrollen sind für die Rückenpartie besser geeignet, während kleine Faszienrollen oder Faszienbälle die ideale Ausstattung für Nacken, Schultern oder Hände/Füße wären.

Außerdem empfiehlt es sich, die Qualität zu berücksichtigen, weil eine Faszienrolle für den Nacken und Rücken vor allem durch erstklassige Materialien, eine hohe Belastbarkeit und schadstoffarme Herstellungsverfahren überzeugt.

Faszien trainieren mit Massagegerät?

Auch wenn ein Massagegerät oder eine Masssagepistole gut sind, um eine ganzheitliche Entspannung zu bewirken und somit ebenfalls die Faszien zu lockern, sollten Sie jene Produkte nicht als Ersatz zu einem Faszientraining betrachten. Im Gegenteil, sie können ein abwechslungsreiches Training für die Faszien zwar unterstützen, jedoch gerade die gezielte Bewegungsausführung und die Aktivität während des Workouts sind wichtig, um dem Stützgewebe seine Elastizität zu geben.

Um dennoch mit einem Massagerät für eine sanfte Entspannung zu sorgen, sollten Sie verschiedene Kriterien bei der Anschaffung berücksichtigen. Mehr dazu erfahren Sie hier LINK https://www.wellnessheimstudium.de/material-ausstattung/massagepistole

Faszien trainieren -- Massagepistole anwenden

Faszien trainieren lernen

Um Ihre Faszien erfolgreich trainieren zu können, sollten Sie zunächst eine entsprechende Ausbildung belegen. Somit stellen Sie sicher, dass Sie alle wichtigen Voraussetzungen erlernen, um das Fasziengewebe korrekt sowie verletzungsarm zu trainieren. Auch die Zusammenstellung der Übungen und wesentliche Faktoren wie der richtige Bindegewebstyp sind somit gewährleistet. Durch das Konzept der Online-Ausbildung lassen sich alle Inhalte bequem an jedem Ort Ihrer Wahl und bei freier Zeiteinteilung durcharbeiten. Einfacher können Sie sich im Faszientraining nicht ausbilden lassen. In Verbindung damit könnten Sie nach erfolgreichem Abschluss nicht nur für Ihre eigene Bindegewebs-Gesundheit aktiv werden, sondern auch beruflich als Faszientrainer durchstarten, um andere Menschen zu unterstützen.

„Verklebte Faszien" — was hinter dem Begriff steckt

Kaum ein Wort hat sich so schnell verbreitet, und kaum eines wird so unterschiedlich verwendet. In der Populärliteratur klingt es nach einer Substanz, die sich mit genug Druck wieder lösen ließe. Der fachliche Befund ist zurückhaltender — und für die Praxis trotzdem brauchbar.

Verbreitete BehauptungWas sich dazu sagen lässtWas daraus folgt
Faszien „verkleben" und lassen sich mechanisch wieder lösenDie dafür nötigen Kräfte liegen weit über dem, was mit Körpergewicht erreichbar istDie Rolle formt kein Gewebe um — sie wirkt trotzdem
Rollen macht das Gewebe messbar geschmeidigerDie Beweglichkeit nimmt kurzfristig zu, die Dehnungstoleranz steigtDer Effekt ist über die Nerven vermittelt und hält Minuten bis Stunden
Je fester, desto besserStarker Druck führt zu Anspannung statt LösungModerater Druck, langsames Tempo
Faszientraining ersetzt KrafttrainingEs ergänzt es, ersetzt aber keinen Trainingsreizals Baustein einplanen, nicht als Programm

Praktisch heißt das: Der Begriff „verklebt" beschreibt ein Empfinden — Steifigkeit, ein Ziehen, ein Gefühl von Unbeweglichkeit — und kein nachgewiesenes Gewebebild. Wer ihn so versteht, kann ihn benutzen. Wer daraus ein Versprechen ableitet, bewegt sich auf dünnem Eis, fachlich wie rechtlich.

Was Faszien tatsächlich beeinflusst

Die Rolle ist das sichtbarste Hilfsmittel und bei weitem nicht das wirksamste. Was das Bindegewebe über Wochen und Monate prägt, sind unspektakuläre Dinge:

  • Bewegungsvielfalt. Der wichtigste Punkt überhaupt. Wer täglich dieselben Bewegungen ausführt — sitzen, gehen, ein Sportmuster —, bekommt genau darauf zugeschnittenes Gewebe. Abwechslung wirkt mehr als jede Rolle.
  • Endgradige Bewegungen. Strecken, Hängen, sich weit machen. Im Alltag kommen die Endbereiche der Gelenke praktisch nicht mehr vor.
  • Flüssigkeit. Bindegewebe enthält viel Wasser. Wer über den Tag zu wenig trinkt, merkt es auch hier — kein Wundermittel, aber eine Voraussetzung.
  • Schlaf und Erholung. Umbauprozesse laufen in den Ruhephasen. Wer dauerhaft zu kurz schläft, nimmt sich die Grundlage.
  • Belastung ohne Erholung. Einseitig, zu häufig, zu intensiv — das ist der zuverlässigste Weg zu dem Steifigkeitsgefühl, gegen das anschließend gerollt wird.

Wer nur eines davon ändern möchte, nimmt die Bewegungsvielfalt. Zweimal pro Woche etwas anderes tun als sonst wirkt über Monate mehr als zehn Minuten Rolle am Abend.

Wie ein Wochenplan aussieht

Faszientraining ist kein eigenes Programm, sondern verteilt sich auf die Woche. Diese Aufteilung hat sich bewährt und kostet insgesamt weniger als eine Stunde.

  1. Zwei- bis dreimal kurz ausrollen, je zehn bis fünfzehn Minuten. Details zu Tempo, Druck und Dauer je Körperbereich finden Sie im Beitrag Leichtes Faszientraining durchführen.
  2. Einmal federnde Bewegungen: Hüpfen, Schwingen, elastische Sprünge. Das trainiert die Speicherfähigkeit des Gewebes und fehlt in fast jedem Plan.
  3. Einmal langes Dehnen mit Haltezeiten von zwei bis drei Minuten je Position — ruhig, ohne Wippen.
  4. Täglich zwei Minuten Strecken, am besten morgens: nach oben ausstrecken, seitlich neigen, den Brustkorb öffnen.
  5. Etwas Neues alle paar Wochen: eine ungewohnte Sportart, ein anderer Weg, eine andere Bewegungsrichtung.

Wichtiger als die Summe ist die Regelmäßigkeit. Zehn Minuten dreimal pro Woche über ein halbes Jahr verändern spürbar mehr als eine Stunde alle vierzehn Tage.

Faszientraining anleiten

Der Begriff „Faszientrainer" ist nicht geschützt, eine staatlich geregelte Ausbildung dafür gibt es nicht. Wer das Thema beruflich anbietet, arbeitet auf derselben Grundlage wie jede andere Trainertätigkeit — und braucht für dieses Feld einige Dinge besonders:

  • Nüchterne Erwartungssteuerung. Die größte Herausforderung ist nicht die Technik, sondern das, was Kundinnen und Kunden aus dem Internet mitbringen.
  • Kenntnis der Kontraindikationen. Wirbelsäule, Lendenbereich, Kniekehle, Leiste, Hals — dazu Krampfadern, frische Verletzungen und Osteoporose.
  • Anatomische Grundlagen. Ohne sie bleibt die Anleitung eine Sammlung von Übungen ohne Begründung.
  • Klare Abgrenzung. Anhaltende Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt — nicht in eine Übungsstunde.
  • Absicherung. Berufshaftpflicht und ein dokumentiertes Vorgespräch, wie bei jeder Betreuung.

Der erste Punkt entscheidet in der Praxis über die Zufriedenheit: Wer verspricht, Verklebungen aufzulösen, erzeugt eine Erwartung, die keine Stunde einlösen kann. Wer erklärt, dass sich Beweglichkeit und Körpergefühl unmittelbar verbessern, liegt richtig — und wird trotzdem weiterempfohlen.

Zur Einordnung: Faszientraining ist eine Übungspraxis für Beweglichkeit, Körperwahrnehmung und Wohlbefinden. Es ist keine medizinische Behandlung, stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Abklärung. Bei anhaltenden oder unklaren Beschwerden, nach Verletzungen und Operationen, bei Osteoporose, Venenleiden oder in der Schwangerschaft gehört die Frage der Eignung vorab in ärztliche Hände. Wer ohne Heilberuf oder Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz anleitet, arbeitet im Bereich Prävention und Wohlbefinden — nicht an Beschwerden.
Ulrich Pötter
Mein Expertenrat aus über 25 Jahren Praxis: Mein Expertenrat aus über zwanzig Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Wenn Sie nur eine Sache ändern, ändern Sie nicht die Rolle, sondern die Bewegungsvielfalt. Wer täglich dasselbe tut — sitzen, gehen, ein Sportmuster —, bekommt genau darauf zugeschnittenes Bindegewebe. Zweimal pro Woche etwas Ungewohntes wirkt über ein halbes Jahr mehr als jeder Abend auf der Rolle. Und beim Anleiten: Versprechen Sie niemandem, Verklebungen aufzulösen. Sie erzeugen damit eine Erwartung, die keine Stunde einlösen kann. Sagen Sie stattdessen, was zutrifft — dass sich Beweglichkeit und Körpergefühl unmittelbar danach besser anfühlen. Das reicht völlig, und Sie werden trotzdem weiterempfohlen.

Fazit

Faszientraining wirkt — nur anders, als die verbreitete Erzählung behauptet. Die Rolle formt kein Gewebe um; sie verbessert kurzfristig Beweglichkeit und Körpergefühl, und das über die Nerven. Wer nachhaltig etwas verändern möchte, setzt bei der Bewegungsvielfalt an, ergänzt federnde Bewegungen und langes Dehnen und kommt damit auf unter eine Stunde pro Woche. Für alle, die das beruflich anleiten, ist die nüchterne Erwartungssteuerung die wichtigste Fähigkeit: Ein Versprechen, das keine Stunde einlösen kann, schadet mehr als eine ehrliche Auskunft nützt.

Häufige Fragen

Kann man verklebte Faszien wieder lösen?

Eine mechanische Umformung des Bindegewebes durch eine Schaumstoffrolle gilt als unwahrscheinlich — die dafür nötigen Kräfte liegen weit über dem, was mit Körpergewicht erreichbar ist. Der Begriff beschreibt eher ein Empfinden von Steifigkeit. Beweglichkeit und Dehnungstoleranz nehmen nach dem Rollen dennoch kurzfristig zu.

Was beeinflusst die Faszien wirklich?

Vor allem die Bewegungsvielfalt: Wer täglich dieselben Muster ausführt, bekommt darauf zugeschnittenes Gewebe. Dazu endgradige Bewegungen wie Strecken und Hängen, ausreichend Flüssigkeit, Schlaf und ein vernünftiges Verhältnis von Belastung und Erholung.

Wie oft sollte man Faszien trainieren?

Zwei- bis dreimal pro Woche zehn bis fünfzehn Minuten rollen, dazu einmal federnde Bewegungen, einmal langes Dehnen und täglich zwei Minuten Strecken. Insgesamt unter einer Stunde pro Woche.

Ersetzt Faszientraining das Krafttraining?

Nein. Es ergänzt es, setzt aber keinen Trainingsreiz für den Muskelaufbau. Sinnvoll ist es als Baustein neben Kraft und Ausdauer, nicht als Ersatz.

Was schadet den Faszien?

Einseitige Belastung ohne Ausgleich, zu häufige oder zu intensive Beanspruchung ohne Erholung, dauerhaft zu wenig Schlaf und Bewegungsarmut. Das sind zugleich die häufigsten Ursachen für das Steifigkeitsgefühl, gegen das anschließend gerollt wird.

Braucht man eine Ausbildung, um Faszientraining anzuleiten?

Der Begriff „Faszientrainer" ist nicht geschützt, eine staatlich geregelte Ausbildung gibt es nicht. Üblich und fachlich nötig sind anatomische Grundlagen, Kenntnis der Kontraindikationen, eine Berufshaftpflicht und ein dokumentiertes Vorgespräch.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Wikipedia – Faszie: Aufbau und Funktion des Bindegewebes
  2. Wikipedia – Faszientraining: Methoden und Studienlage
  3. DocCheck Flexikon – Faszie: medizinische Einordnung
  4. Wikipedia – Dehnen: Wirkung und Dehnungstoleranz
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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 25 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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