04. Mai 2023
Lesezeit ca. 9 Min.

Farben spielen in unserem Alltag eine große Rolle, denn sie sind sowohl bewusst als unbewusst in jeglichen Eindrücken von uns enthalten. Wenngleich wir zwar nicht alle dieselben Farbtöne bevorzugen oder meiden, ist der Prozess der Farberkennung dennoch bei jedem Menschen gleich. Wie genau dieser funktioniert, warum wir Farben überhaupt sehen können und wie das Farbsehen unser Leben beeinflussen kann, darüber erfährst Du mehr in unserem heutigen Blog-Beitrag.

Warum sehen wir Farben?

Die Möglichkeit, Farben zu sehen, beruht auf unserer Sehfähigkeit und der Wahrnehmung unterschiedlicher Arten von Licht mit den dazugehörigen Spektren.

Hierbei geht es auch um die Farbwahrnehmung unserer Augen. Sie ist, wie Du Dir vorstellen kannst, der Schlüssel der Farbtherapie und hilft uns auch, im alltäglichen Leben die Umwelt, die Mitmenschen sowie die zahlreichen verschiedenen Einflüsse farblich zu erkennen sowie zu unterscheiden. Dabei zählt die farbliche Wahrnehmung der Augen als Bestandteil der Sehfähigkeit und ist dafür verantwortlich, dass ein Mensch Licht als Quelle mit vielen spektralen Zusammensetzungen überhaupt differenzieren kann.

Wie verläuft der Prozess des Farbensehens?

Es gibt unzählige Farben, die wir wahrnehmen können, allerdings gelingt es uns hierbei eigentlich nur, einen winzigen Teil des sogenannten elektromagnetischen Spektrums zu erkennen, durch welches sich das Licht in zahlreiche Farben unterteilt. Gerade das Farbspektrum ist hierbei sehr wandelbar und besitzt zwei Enden, die jeweils unterschiedliche Farbnuancen darstellen. Während die eine Seite mit einem infraroten Lichtstrahl ausgestattet wurde, schließt die andere Seite mit einer Färbung in ultraviolett ab. Das Spektrum kann jedoch noch mehr Farbarten und Vielschichtigkeiten widerspiegeln.

Gerade Mikrowellen und Radiowellen, welche zur Ausstrahlung von Energie beitragen und damit der Funktion des Spektrums gerecht werden, sind ebenso Teil von ihm wie die allseits bekannten Gammastrahlen oder Röntgenstrahlen. Im Zuge dessen werden die Wellen wiederum in Wellenkämme unterteilt, wobei der Abstand zwischen zwei Wellenkämmen die Wellenlänge misst und festlegt, welche Wellenart auftritt. Je nach der Position der Welle (die von ihrer Länge abhängig ist), wechselt die Wellenlänge in Verbindung mit der dazugehörigen Farbe.

Das bedeutet, die kürzesten Wellenlängen befinden sich im Bereich des ultravioletten Endes und die längsten auf der Hälfte mit der roten Endseite. Das Spektrum teilt sich hierzu in sieben Farben auf, die in ihren Schattierungen ineinander übergehen. Rot - Orange - Gelb - Grün - Blau - Indigo - Violett, die für gewöhnlich als 7-Strahlen geläufig sind.

Wodurch sieht das Auge Farben?

Das Auge besitzt für das Sehen und Farben diverse Rezeptortypen, die auf bestimmte Spektralbereiche empfindsam reagieren. Die daraus entstehende Erregung in den Rezeptorzellen wird auf komplexer Ebene weiterverarbeitet, was sowohl im Gehirn als auch in der Netzhaut stattfindet und am Ende dafür verantwortlich ist, dass der Mensch ein Empfinden für die jeweilige Farbe entwickeln kann.

Welche Arten von Farbwahrnehmung gibt es?

Die Farbwahrnehmung findet auf zwei Ebenen statt, auf physiologischer Ebene als Empfangen der Reize durch die Spektren des Lichts und auf psychologischer Ebene als Verarbeitung der Farbreize im Gehirn.

Die Farbwahrnehmung hat hierbei eine starke Verbindung zu der psychologischen Komponente, denn sie ist individuell bei jedem Menschen anders ausgeprägt. Der rein physikalische Reiz dagegen, also das Empfangen der Farbe durch die Rezeptoren, ist unveränderbar und bei allen gesunden Menschen identisch.

Als Beispiel lässt sich hier der Wasserhahn erwähnen, bei welchem der blaue Punkt die kalte Temperatur und der rote Punkt die warm/heiße Temperatur anzeigt. Unser Gehirn hat wie ein Automatismus die beiden Farben mit Empfindungen verbunden (psychologisch), sodass wir genau wissen, was wir nach dem Erkennen der Farben (physiologisch) zu tun haben, wenn wir kaltes oder warmes Wasser möchten.

Sehen alle Menschen Farben gleich?

Nein, zumindest nicht auf psychologischer Ebene. In der Praxis heißt das auch, „Rot“ wird von jedem Menschen als „rote Farbe“ des Spektrums über den passenden Reiz an die Rezeptortypen empfangen, dies ist eine automatische Reaktion. Ob jedoch ein Mensch damit bei seiner Wahrnehmung etwas Positives verbindet oder den negativen Gedanken an zum Beispiel Blut, hat, dass ist hingegen psychologisch vorherbestimmt und kann unterschiedlich ausfallen. Nicht umsonst haben Menschen verschiedene „Lieblingsfarben“.

Wie verläuft die Farberkennung der Augen?

Betrachten wir das Auge und seine Farberkennung genauer. Das Auge bezeichnet das wichtigste Sinnesorgan des Menschen, welches eine Reaktion in Verbindung mit elektromagnetischer Strahlung zeigt. Hierfür sollten die Wellenlängen von jener allerdings in einem bestimmten Bereich angesiedelt sein (etwa 380-780 nm), denn erst in diesem Umfeld gelingt es dem Auge, sichtbares Licht zu erkennen.

Der anatomische Aufbau des Auges ist sehr komplex, allerdings wollen wir uns hier auf die Bestandteile beschränken, die in Verbindung mit der Farbwahrnehmung von Bedeutung sind, darunter Hornhaut, Netzhaut, Linse, Stäbchen und Zapfen.

Aufgrund der Horn- und der Netzhaut gelingt es dem Licht, in das Augeninnere einzudringen. Im Innenteil der Iris, welcher die Pupille bezeichnet, lässt sich die Art des Lichteinfalls dann durch Muskelbewegungen steuern.

Farben sehen -- menschliches Auge

Die Augenlinse wiederum, die hinter der Pupille zu finden ist, kann die Schärfe von Bildern regulieren. Dieser Vorgang wird auch als Akkommodation bezeichnet. Demnach sind die Ziliarmuskeln der Linse während des Schlafs und auch bei einem Blick in die Entfernung ganz entspannt, werden allerdings angespannt, wenn es um das Konzentrieren auf einen bestimmten Blickpunkt oder etwas in unmittelbarer Nähe geht. Die Ziliarmuskeln, besser gesagt, der Ziliarmuskelring begünstigt dann das Zusammenziehen der Linse, um das scharfe, fokussierte Bild zu erhalten.

Die Linse ist dann dafür verantwortlich, das einfallende Licht aufzubrechen, worauf es durch den Glaskörper mit seiner kugelähnlichen Silhouette direkt durch die Retina projiziert werden kann, das heißt durch die Netzhaut.

In dem Zusammenhang erweist sich die Retina des menschlichen Auges als die Schicht, welche die höchste Lichtempfindlichkeit besitzt und mit Farbrezeptoren ausgestattet ist, die wiederum Helligkeit und Farbton erkennen können.

Welche Rolle spielen Farbrezeptoren für das Erkennen und Farben?

Farbrezeptoren sind entscheidend für unser Auge, um Farben zu erkennen. Die Rede ist hierbei von Zapfen und den Stäbchen. Um ihnen die Fähigkeit zu verleihen, Farben und deren Helligkeit einzuordnen, wird der sehr aufwendige biochemische Vorgang vorausgesetzt.

Im Zuge dessen sind die Stäbchen dafür verantwortlich, die Helligkeit zu bemessen, welche ein hineinfallender Lichtstrahl besitzt. Zapfen hingegen eignen sich für die Bemessung der enthaltenen Farbanteile. Zapfen sind hierbei um einiges weniger lichtempfindlich als die Stäbchen, was darauf beruht, dass Stäbchen eine größere Oberfläche besitzen und zudem mehr Rhodopsin enthalten. Jener Farbstoff erweist sich als besonders lichtsensibel.

Stäbchen sind aufgrund dieser hohen Empfindsamkeit lediglich dazu in der Lage, die Helligkeit des einfallenden Lichtstrahls zu erkennen und einzuordnen. Sie geben sozusagen ein „Schwarz-weiß-Bild“ an das Gehirn, was sie sogar in der Nacht liefern. Daher gelingt es uns Menschen auch, trotz der einfallenden Dunkelheit meist noch Umrisse sowie Licht und Schatten voneinander unterscheiden zu können. Je heller der Lichteinfall, umso weniger lassen sich die Stäbchen einsetzen. Gerade am Tag sind dann die Zapfen gefordert, welche die Farbanteile bemessen. Sie besitzen eine hohe Empfindlichkeit gegenüber allen Arten von blauem Licht (in Bezug auf das andere Ende der Spektrumshälfte mit der ultravioletten Färbung für die kürzesten Wellenlängen).

Wie viele Arten von Zapfen gibt es?

Der Mensch besitzt drei Arten von Zapfen. Dadurch wird er in Fachkreisen als Trichromat bezeichnet.

Von den Zapfen finden sich im menschlichen Auge die…

  1. L-Zapfen (auch Long Distance Zapfen für die längsten Wellenlängen) Sie besitzen eine hohe Empfindlichkeit gegenüber rotem Licht (in Bezug auf das Ende der Spektrumshälfte mit der Infrarot-Färbung für die längsten Wellenlängen)
  2. M-Zapfen (auch Medium Distance Zapfen für die mittleren Wellenlängen) Sie besitzen eine hohe Empfindlichkeit gegenüber grünem Licht (in Bezug auf die Mitte des Spektrums mit der dortigen Farbschattierung grün)
  3. S-Zapfen (auch Short Distance Zapfen für die kürzesten Wellenlängen)

Wie viele Farbrezeptoren gibt es?

Es gibt etwa 130 Millionen Farbrezeptoren, die sich auf der Netzhaut ansiedeln. Rund 95 % davon sind Stäbchen und nur 5 % Zapfen. Diese kommen obendrein in unterschiedlicher Häufigkeit vor, denn die S-Zapfen zeigen sich am seltensten.

Wie unterscheiden sich Farbsehen am Tag und in der Nacht?

Am Tag ist unser Auge fähig, dem Gehirn Informationen über den Farbton, seine Sättigung und seine Helligkeitsstufe zu vermitteln. In der Nacht aber geht es lediglich um Informationen, die Hell und Dunkel voneinander unterscheiden.

Gibt es Menschen, die keine Farben sehen können?

Ja, wenn Farben dagegen aus gesundheitlichen Gründen nicht voneinander unterschieden werden können, liegt dies an einer Farbenblindheit. Sie gibt es in verschiedenen Unterstufen wie der Rot-Grün-Blindheit, Blau-Blindheit, Rot-Blindheit. Die Betroffenen können dann die entsprechenden Farben nicht erkennen und somit auch nicht von den anderen Farben des Spektrums unterscheiden. Die vollkommene Farbblindheit ist sogar dafür verantwortlich, dass ein Mensch gar keine Farben erkennt.

Farben sehen -- Farbenblind

Warum ist das Farbensehen wichtig im Alltag?

Im Alltag begegnen uns in den unterschiedlichsten Bereichen Farben. Sie wecken Emotionen, sind für eine bessere Vorstellungskraft verantwortlich, untermalen unsere Gemütslage und helfen uns, eine optimale Orientierung zu bewahren. Sie dienen zum Beispiel, um Warnsignale zu erkennen und zu berücksichtigen, eine Stimmung zum Ausdruck zu bringen oder ein harmonisches Raumkonzept zu schaffen. Dies wiederum steigert das Wohlbefinden privat und auch beruflich. Weiterhin helfen Farben im Marketing-Bereich, um Kunden zu akquirieren und in ihnen bestimmte Werte, Erinnerungen oder Sinnesreize (Geschmack) zu aktivieren. Nicht zuletzt sorgen Farben dafür, dass wir die Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen wahrnehmen und jedes Gebäude, der Einzelne mit seiner Erscheinung sowie unser Umfeld unverwechselbar wird.

Farben können obendrein ganz bewusst eingesetzt werden, damit wir unser inneres Gleichgewicht erhalten oder mehr Entspannung in unseren Alltag bringen. Hierzu solltest Du allerdings im Vorfeld eine fundierte Ausbildung belegt haben, wie ein Online-Kurs zu dem Thema Farbtherapie

Wie wir Farben sehen, ist letztlich also ein fester physiologischer Reiz, den wir nicht ändern können. Die Farbwahrnehmung jedoch ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt und sorgt dafür, dass wir alle Eindrücke um uns herum anders erleben. Oberste Voraussetzung hierfür wäre allerdings erneut die Fähigkeit, Farben zu sehen.

Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Tagesmutti Schreiber