Aromatherapie
Die Aromatherapie nutzt ätherische Öle seit Jahrhunderten, um über Duft und Berührung das Wohlbefinden anzusprechen. In dem Zusammenhang ist sie schon längst aus ihrem einstigen Ruf, ein Teil der Phytotherapie zu sein, herausgewachsen und findet Einsatzbereiche in der Prävention, Kosmetik oder Lebensmittelindustrie. Welche Vorteile die Aromatherapie hat, wie sich die ätherischen Öle herstellen lassen und was Sie bei einer Aromatherapie-Ausbildung berücksichtigen müssen, wir berichten es Ihnen im heutigen Blog-Beitrag.
Key Facts – Aromatherapie: Begriffe, Anwendung und Grenzen
- Drei Begriffe, drei Bedeutungen: Aromatherapie zielt auf Beschwerden, Aromapflege auf Wohlbefinden, Aromatologie ist die Lehre von den Ölen.
- Kein geschützter Beruf: „Aromatherapeut" darf sich jeder nennen – eine staatliche Anerkennung des Berufs gibt es nicht.
- Die rechtliche Grenze: Ohne Approbation oder Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz sind Düfte nur zum Wohlbefinden einsetzbar.
- Nie unverdünnt: Ätherische Öle gehören in ein Trägeröl – ein bis drei Prozent für Erwachsene, bei Kindern deutlich weniger.
- Zitrusöle und Sonne: Bergamotte und Zitrone können die Haut lichtempfindlich machen.
- Qualität erkennen: Botanischer Pflanzenname, Herkunft, Gewinnungsart und Chargennummer gehören auf die Flasche.
Wichtiges zusammengefasst:
- Die Aromatherapie ist ein Teil der Phytotherapie
- Die ätherischen Öle können in der Kosmetik, der Prävention und der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden
- Bei der Anwendung der Aromatherapie unterliegen Sie den Richtlinien des Heilpraktiker Gesetzes
Was ist eine Aromatherapie?
Die Aromatherapie ist ein eigenständiger Bereich innerhalb der Phytotherapie, bei dem mit ätherischen Ölen gearbeitet wird. Es handelt sich um eine Methode aus dem alternativen Bereich, bei der die Behandlung unterschiedler Beschwerden und die Verbesserung des Allgemeinen Wohlgefühls durch den Einsatz ätherischer Öle unterstützt werden soll. Die Aromatherapie ist ein uraltes Konzept, welches schon seit Generationen von den Menschen genutzt wird, um den Organismus auf natürliche Weise im Kampf gegen verschiedene Beschwerden zu begleiten und zugleich die ganzheitliche Gesundheit zu unterstützen. Die Aromatherapie arbeitet hierfür mit ätherischen Ölen, welche aus Pflanzen gewonnen werden können. „Ätherisch“ bezieht sich hierbei auf das Wort flüchtig, weil es sich um Pflanzen-Inhaltsstoffe handelt, die sich innerhalb der Luft sehr schnell verflüchtigen und von der menschlichen Nase kaum wahrgenommen werden.
Wie entstand die Aromatherapie?
Die Aromatherapie ist seit über 9000 Jahren bekannt und wurde bereits von den alten Ägyptern sowie den Chinesen genutzt. Im Mittelalter verwendete man ätherische Öle zum Beispiel gegen die Pest, während zugleich immer wieder Aromaöle eingesetzt wurden, um Düfte zu kreieren, die Einbalsamierung von Toten zu begleiten oder Heil-Elixiere herzustellen. Die Aromatherapie ist ein sehr vielfältiges Verfahren, welches in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz kommt.
Inzwischen findet sich die Aromatherapie nicht nur im Bereich der Alternativmedizin, sondern auch vermehrt in der Naturkosmetik, bei der Parfümherstellung oder innerhalb der Lebensmittelindustrie zur Herstellung von Gewürzmischungen. Auch in der Präventionsbranche (zum Beispiel bei Massageölen) zeigen sich immer wieder ätherische Öle.
Wie werden ätherische Öle hergestellt?
Ätherische Öle werden durch einen Prozess der Extraktion oder Destillation aus Pflanzenmaterial gewonnen. Dieser Vorgang ermöglicht es, die natürlichen Aromastoffe und Wirkstoffe der Pflanzen zu isolieren.
Die grundlegenden Schritte bei der Herstellung ätherischer Öle sind:
- Pflanzenauswahl: Der erste Schritt besteht darin, die geeigneten Pflanzen auszuwählen. Ätherische Öle können aus verschiedenen Pflanzenteilen gewonnen werden, wie Blättern, Blüten, Rinden, Wurzeln oder Samen.
- Ernte: Die Pflanzen werden zur optimalen Zeit geerntet, um den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen zu gewährleisten. Die Erntezeit variiert je nach Pflanzenart und dem gewünschten Öl.
- Extraktion oder Destillation:
- Dampfdestillation: Dies ist die häufigste Methode. Die Pflanzen werden in Wasser gegeben, und Dampf durchdringt das Material. Der Dampf wird dann kondensiert, und das resultierende Gemisch aus Wasser und ätherischem Öl wird getrennt.
- Kaltpressung: Diese Methode wird hauptsächlich für Zitrusöle verwendet. Die ätherischen Öle werden aus den Schalen der Früchte extrahiert, indem sie mechanisch gepresst werden.
- Extraktion durch Lösungsmittel: Manche Pflanzen, wie Jasmin oder Rose, werden durch Lösungsmittel extrahiert. Hierbei wird ein Lösungsmittel verwendet, um die Öle aus den Pflanzen zu lösen. Das Lösungsmittel wird dann entfernt, und das zurückbleibende Produkt ist das ätherische Öl.
- Qualitätskontrolle: Nach der Extraktion wird das ätherische Öl auf Reinheit und Qualität getestet. Dieser Schritt ist entscheidend, um sicherzustellen, dass das Endprodukt frei von Verunreinigungen oder Chemikalien ist.
- Lagerung und Abfüllung: Die gewonnenen ätherischen Öle werden in lichtundurchlässigen, luftdichten Behältern gelagert, um ihre Haltbarkeit zu gewährleisten. Anschließend werden sie in Flaschen abgefüllt und für den Verkauf oder den persönlichen Gebrauch bereitgestellt.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Qualität eines ätherischen Öls von verschiedenen Faktoren wie der Pflanzenart, dem Anbaugebiet, der Erntezeit und der Herstellungsqualität abhängt. Für die Aromatherapie sollten nur hochwertige Öle zum Einsatz kommen.
Aromatherapie und ihre Vorteile
Die Aromatherapie ist eine alternative Heilpraxis, die ätherische Öle für das körperliche und seelische Wohlbefinden einsetzt. Die Anwendung ätherischer Öle kann auf verschiedene Weisen erfolgen, darunter Inhalation, Massage oder das Hinzufügen zu Bädern.

Einige der Aromatherapie Effekte sind:
1. Stimmungsverbesserung
Ätherische Öle können auf das limbische System im Gehirn wirken, das Emotionen und das Gedächtnis beeinflusst. Bestimmte Düfte fördern daher positive Emotionen, reduzieren Stress und bessern die Stimmung.
2. Stressabbau
Viele Menschen nutzen die Aromatherapie als Mittel zur Stressbewältigung. Aromen wie Lavendel, Kamille oder Bergamotte werden häufig wegen ihrer beruhigenden Eigenschaften eingesetzt, um Entspannung und Ruhe zu fördern.
3. Schlafverbesserung
Einige ätherische Öle, wie Lavendel oder Mandarine, können beruhigende Eigenschaften haben, die den Schlaf fördern. Das Einatmen dieser Düfte vor dem Zubettgehen soll angeblich dazu beitragen, Schlafstörungen zu verringern.
4. Als angenehm empfundene Wirkung
Einzelne ätherische Öle sind Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Im Wellness-Bereich steht jedoch nicht eine Wirkung gegen Beschwerden im Vordergrund, sondern das Dufterlebnis selbst – etwa der als klar empfundene Duft von Pfefferminze oder der frische Charakter von Eukalyptus. Wirkaussagen zu Krankheiten sind in diesem Rahmen weder zulässig noch nötig.
5. Verbesserung der Konzentration
Aromen wie Rosmarin oder Zitrusfrüchte werden oft mit der Verbesserung der Konzentration und mentalen Klarheit in Verbindung gebracht. Diese können vor allem in Arbeitsumgebungen oder Lernsituationen eingesetzt werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung der Aromatherapie von Person zu Person unterschiedlich sein kann. Es handelt sich zudem nicht um eine alleinige Therapie, sondern oft um eine ergänzende Maßnahme für das allgemeine Wohlbefinden. Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Bedenken sollten vor der Anwendung der Aromatherapie Rücksprache mit einem Fachmann halten oder medizinischen Rat einholen. Ob und wie sich die Aromatherapie Wirkung zeigt ist im Zuge dessen je nach Anwender unterschiedlich.
Wer darf die Aromatherapie anwenden?
Die Anwendung der Aromatherapie erfordert bestimmte Kenntnisse über ätherische Öle, deren Wirkungen und potenzielle Kontraindikationen. Daher wird die Aromatherapie in der Regel nur von qualifizierten Fachleuten durchgeführt. Dazu zählen unter anderem …
1. Aromatherapeuten
Speziell ausgebildete Aromatherapeuten haben eine umfassende Kenntnis über ätherische Öle und deren Anwendung. Sie können individuelle Mischungen erstellen, die auf die spezifischen Bedürfnisse ihrer Klienten abgestimmt sind, und diese in verschiedenen Formen, wie Massagen oder Inhalationen, anwenden.
2. Massage-Therapeuten
Viele Massage-Therapeuten integrieren ätherische Öle in ihre Praxis, um die entspannenden oder stimulierenden Eigenschaften der Aromatherapie zu nutzen. Dies kann helfen, die Erholung und die Effekte der Massage zu verstärken.

3. Heilpraktiker und Naturheilkundler
Personen in diesen Berufen können die Aromatherapie als Teil ihrer ganzheitlichen Anwendungskonzepte einsetzen. Sie dürfen ätherische Öle zur Unterstützung bei verschiedenen Beschwerden empfehlen.
4. Pflegepersonal
In einigen Pflegeeinrichtungen wird die Aromatherapie als ergänzende Maßnahme zur Unterstützung von Patienten eingesetzt. Pflegekräfte können ätherische Öle zur Förderung von Entspannung oder Schmerzlinderung verwenden.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Anwendung von Aromatherapie nicht dazu dient, ernsthafte medizinische Probleme zu behandeln. Menschen mit gesundheitlichen Dysbalancen oder in der Schwangerschaft sollten vor der Anwendung ätherischer Öle Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Selbst wenn ätherische Öle als sicher gelten, sollten sie niemals direkt auf die Haut aufgetragen oder eingenommen werden, ohne vorherige Kenntnisse über ihre sichere Anwendung, einen Armbeugetest und weitere Methoden zur Überprüfung der Verträglichkeit. Im Zweifelsfall ist es ratsam, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.
Welchen Gesetzen untersteht die Aromatherapie?
Ein Aromatherapeut darf sich an den Gesetzesgrundlagen orientieren, die für den Heilpraktiker gelten, allen voran das Heilpraktikergesetz. Außerdem sind Anwender ohne eine abgeschlossene Heilpraktiker Ausbildung und die bestandene Prüfung beim Gesundheitsamt nicht befugt, über den präventiven Bereich hinaus Aromen einzusetzen.
Wer zahlt die Aromatherapie?
Die Aromatherapie gilt als alternative Therapieform und wird daher nicht in jedem Fall von den Krankenkassen erstattet. Personen, welche die Dienste eines Heilpraktikers in Anspruch nehmen möchten, sollten sich vorher über dessen Qualifikationen, Ausbildung und Erfahrung informieren. Zudem ist es ratsam, im Vorfeld zu klären, welche Kosten übernommen werden und ob eine ärztliche Mitbehandlung notwendig ist, insbesondere bei schwerwiegenden Gesundheitsproblemen.
Aromatherapie Online Ausbildung
Sie möchten mehr über die Welt der Aromen erfahren? Sie wünschen sich eine zeitlich flexible Ausbildung, die Sie neben Ihrem Job oder privaten Verpflichtungen absolvieren können? Sie wollen bei freier Zeiteinteilung lernen? Dann sollten Sie sich für eine Aromatherapie Online-Ausbildung entscheiden. Hier wird Ihnen alles Wissenswerte rund um die Aromatherapie Entstehung, die Wirkung ätherischer Öle und die verschiedenen Anwendungsgebiete der Aromatherapie erläutert. Dabei bleiben Sie ortsungebunden und können lernen, wann immer Sie wollen. Am Ende bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie Ihr Wissen nutzen wollen, um sich im privaten Bereich mit den ätherischen Ölen zu beschäftigen oder in die Selbstständigkeit gehen möchten, um als Aromatherapeut auch anderen Menschen zu helfen, mit den Aromen einen aktiven Beitrag zum eigenen Wohlgefühl zu leisten.
Die Aromatherapie beschreibt demnach ein traditionelles Verfahren aus dem alternativen Bereich, welches sowohl im Präventionsbereich als auch in der Kosmetikindustrie oder bei der Lebensmittelverarbeitung zum Einsatz kommt. Mit dem passenden Fachwissen und der Einhaltung verschiedener Gesetze ebnet das Naturheilkunde-Konzept dabei jedem einen Weg, das ganzheitliche Wohlbefinden nachhaltig zu unterstützen.
Aromatherapie, Aromatologie und Aromapflege: die Begriffe
Drei Bezeichnungen werden im Alltag durcheinandergebracht, obwohl sie unterschiedliche Zusammenhänge meinen. Wer nach einer Ausbildung oder einem Angebot sucht, sollte den Unterschied kennen — er entscheidet darüber, was jemand überhaupt anbieten darf.
- Aromatherapie: Der Einsatz ätherischer Öle mit therapeutischer Zielsetzung. Sobald es um Beschwerden geht, ist der Begriff heilkundlich besetzt und damit an die entsprechende Erlaubnis gebunden.
- Aromatologie: Die Lehre von den ätherischen Ölen selbst — Gewinnung, Zusammensetzung, Qualität und Eigenschaften. Ein beschreibendes Fachgebiet ohne Behandlungsanspruch.
- Aromapflege: Der Einsatz von Düften im pflegerischen Alltag, etwa in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Ziel ist das Wohlbefinden, nicht die Behandlung einer Erkrankung.
- Aromamassage: Eine Massage mit einem duftenden Trägeröl. Sie fällt in den Wellnessbereich, solange sie nicht mit einem Heilversprechen verbunden wird.
Diese Abgrenzung ist keine Wortklauberei. Wer ohne Heilerlaubnis arbeitet, bewegt sich im Bereich von Aromapflege und Wellness — dort ist vieles möglich, solange keine Aussagen über Krankheiten getroffen werden.
Aromatherapie in Berlin: worauf bei der Auswahl zu achten ist
In Berlin gibt es ein breites Angebot — von Wellnessanwendungen in Spas über Aromapflege in Pflegeeinrichtungen bis zu Heilpraktikerpraxen, die ätherische Öle in ihre Behandlung einbeziehen. Die Bezeichnungen sagen dabei wenig über die Qualifikation aus, denn „Aromatherapeut" ist keine geschützte Berufsbezeichnung.
Diese Fragen helfen bei der Einordnung eines Angebots:
- Welche Qualifikation liegt vor? Fragen Sie nach der konkreten Ausbildung, dem Umfang in Stunden und danach, wer sie durchgeführt hat.
- Besteht eine Heilerlaubnis? Sobald Beschwerden behandelt werden sollen, braucht es eine ärztliche Approbation oder die Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz.
- Wie wird über Wirkung gesprochen? Seriöse Anbieter versprechen keine Heilung. Wer das tut, überschreitet nicht nur fachliche, sondern auch rechtliche Grenzen.
- Welche Öle werden verwendet? Naturreine ätherische Öle mit Angabe der Pflanzenart, Herkunft und Chargennummer — keine Duftöle.
- Wird nach Unverträglichkeiten gefragt? Ein Vorgespräch zu Allergien, Schwangerschaft, Asthma und Vorerkrankungen gehört zum Standard.
Für alle, die selbst in diesem Bereich arbeiten möchten: Die SWAV-Akademie hat ihren Sitz in Berlin, die Ausbildung selbst findet online statt. Sie richtet sich an Menschen in Pflege, Kosmetik, Massage und Wellness, die Düfte fundiert und rechtssicher einsetzen möchten.
Anwendungsformen im Überblick
Ätherische Öle lassen sich auf sehr verschiedene Weise einsetzen, und die Form entscheidet mit darüber, wie intensiv sie wahrgenommen werden. Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr — ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenauszüge, keine Parfüms.
| Form | Wie | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Duftlampe, Diffuser | wenige Tropfen auf Wasser, im Raum verteilt | Raum lüften, nicht dauerhaft laufen lassen; Rücksicht auf Mitbewohner und Haustiere |
| Inhalation | Tropfen in heißes Wasser, Dampf einatmen | Augen geschlossen halten; bei Asthma nur nach ärztlicher Rücksprache |
| Massageöl | stark verdünnt in einem Trägeröl | Faustregel: ein bis drei Prozent für Erwachsene, deutlich weniger für Kinder |
| Badezusatz | zuvor in Sahne, Honig oder Salz gelöst | Öle schwimmen sonst unverdünnt auf und reizen die Haut |
| Duftstein, Riechfläschchen | ein Tropfen, nur zum Riechen | die zurückhaltendste Form, gut für Pflegeeinrichtungen und Büros |
Nicht empfohlen ist die Einnahme ätherischer Öle. Sie wird gelegentlich beworben, gehört aber ausschließlich in fachkundige Hände — die Mengen, bei denen Öle innerlich problematisch werden, sind kleiner, als die meisten vermuten.
Sicherheit: Verdünnung, Vorsicht und klare Grenzen
Der häufigste Fehler im Umgang mit ätherischen Ölen ist die Überdosierung. Weil Düfte harmlos wirken, wird großzügig dosiert — mit Hautreizungen als häufigster Folge.
Diese Punkte gehören zum Handwerk:
- Nie unverdünnt auf die Haut: Ätherische Öle werden immer in einem Trägeröl wie Mandel-, Jojoba- oder Sonnenblumenöl aufgelöst.
- Vorher testen: Ein Tropfen der fertigen Mischung in der Ellenbeuge, 24 Stunden abwarten.
- Zitrusöle und Sonne vertragen sich nicht: Bergamotte, Zitrone und verwandte Öle können die Haut lichtempfindlich machen — nach dem Auftragen direkte Sonne meiden.
- Bei Kindern deutlich zurückhaltender: Kampfer, Eukalyptus und Pfefferminze sind für Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet, weil sie Atemprobleme auslösen können.
- In der Schwangerschaft und bei Epilepsie: Zurückhaltung und vorherige ärztliche Rücksprache.
- Qualität prüfen: Auf der Flasche sollten botanischer Pflanzenname, Herkunft, Gewinnungsart und Chargennummer stehen. „Naturidentisch" bedeutet: synthetisch hergestellt.
- Richtig lagern: Dunkel, kühl und dicht verschlossen; angebrochene Flaschen halten je nach Öl ein bis drei Jahre.
Aromatherapeut werden: Ausbildung, Dauer und Anerkennung
Weil die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, gibt es weder eine staatlich geregelte Ausbildung noch eine einheitliche Prüfung. Das klingt zunächst nach Freiheit, macht die Auswahl eines Lehrgangs aber anspruchsvoll — die Angebote unterscheiden sich erheblich.
Worauf es bei der Auswahl ankommt:
- Inhalte statt Umfang: Pflanzenkunde, Gewinnungsverfahren, Wirkstoffgruppen, Verdünnung, Kontraindikationen und die rechtlichen Grenzen. Fehlt der Rechtsteil, fehlt das Wichtigste.
- Ehrlichkeit bei der Wirkung: Ein guter Lehrgang benennt, wo die Studienlage dünn ist, statt jedem Öl eine Wirkung zuzuschreiben.
- Zertifikat richtig einordnen: Ein Teilnahmezertifikat belegt die absolvierte Ausbildung. Eine staatliche Anerkennung des Berufs gibt es nicht — wer damit wirbt, sagt die Unwahrheit.
- Was danach möglich ist: Ohne Heilerlaubnis sind Aromapflege, Wellnessanwendungen und Beratung möglich. Alles, was auf Krankheiten zielt, setzt die Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz voraus.
In der Praxis ist die Aromatherapie deshalb selten ein eigenständiger Beruf, sondern meist eine Erweiterung: Pflegekräfte, Kosmetikerinnen, Masseure und Heilpraktiker ergänzen damit ihr bestehendes Angebot. Genau in dieser Kombination liegt der Wert — der Duft ist der Zusatz, nicht die Grundlage.
Fazit
Aromatherapie ist weniger eine Frage der richtigen Öle als der richtigen Einordnung. Wer die Begriffe auseinanderhält, sauber verdünnt, Vorerkrankungen abfragt und über Wohlbefinden statt über Beschwerden spricht, arbeitet fachlich sicher und rechtlich sauber. Weil weder Berufsbezeichnung noch Ausbildung geregelt sind, entscheidet die Qualität des Lehrgangs – und ein guter Lehrgang benennt auch, wo die Studienlage dünn ist. Für die meisten ist die Arbeit mit Düften deshalb kein eigener Beruf, sondern eine Erweiterung dessen, was sie in Pflege, Kosmetik oder Massage ohnehin tun.
Häufige Fragen
Was ist Aromatherapie?
Aromatherapie bezeichnet den Einsatz ätherischer Öle mit therapeutischer Zielsetzung. Die Öle werden über die Nase aufgenommen oder verdünnt auf die Haut aufgetragen. Sobald es um Beschwerden geht, ist der Begriff heilkundlich besetzt und an eine entsprechende Erlaubnis gebunden.
Was ist der Unterschied zwischen Aromatherapie und Aromapflege?
Aromatherapie zielt auf ein therapeutisches Ergebnis und setzt eine Heilerlaubnis voraus. Aromapflege beschreibt den Einsatz von Düften im pflegerischen Alltag mit dem Ziel des Wohlbefindens – etwa in Kliniken und Pflegeeinrichtungen – und ist damit auch ohne Heilerlaubnis möglich.
Ist „Aromatherapeut" eine geschützte Berufsbezeichnung?
Nein. Weder die Bezeichnung noch die Ausbildung sind staatlich geregelt, und eine staatliche Anerkennung des Berufs existiert nicht. Entscheidend ist deshalb, welche Inhalte ein Lehrgang tatsächlich vermittelt und ob eine Heilerlaubnis vorliegt.
Wie werden ätherische Öle richtig verdünnt?
Für Erwachsene gilt als Faustregel ein bis drei Prozent, das entspricht etwa zehn bis fünfzehn Tropfen auf 50 Milliliter Trägeröl. Für Kinder, Schwangere und empfindliche Haut wird deutlich niedriger dosiert. Unverdünnt gehören ätherische Öle nicht auf die Haut.
Welche ätherischen Öle sind für Kinder ungeeignet?
Kampfer, Eukalyptus und Pfefferminze sind für Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet, weil sie Atemprobleme auslösen können. Generell gilt bei Kindern eine deutlich zurückhaltendere Dosierung; im Zweifel vorher ärztlich Rücksprache halten.
Zahlt die Krankenkasse eine Aromatherapie?
In der Regel nicht. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten Anwendungen dieser Art normalerweise nicht; einzelne Kassen bezuschussen im Rahmen freiwilliger Zusatzleistungen. Klären Sie die Kostenfrage vorab mit Ihrer Kasse und dem Anbieter.

