Was sind Nahrungsergänzungsmittel?
Nahrungsergänzungsmittel sind Ihnen sicherlich längst ein Begriff, wo sie doch inzwischen nahezu überall beworben werden. Doch, was genau verbirgt sich eigentlich hinter der Bezeichnung? Wie setzen sich die Nahrungsergänzungspräparate zusammen und welche Zielgruppe sollte sie einnehmen? Dies und viele weitere offene Fragen rund um Nahrungsergänzung ergründen wir mit Ihnen im heutigen Beitrag.
Key Facts – Nahrungsergänzungsmittel: Grundlagen, Regeln und Grenzen
- Lebensmittel, kein Arzneimittel: Das entscheidet über alles Weitere — auch über die zulässige Werbung.
- Nur zugelassene Angaben: Erlaubt ist, was in der EU-Liste steht — sinngemäß im Wortlaut.
- Nie ein Krankheitsbild nennen: Weder als Ziel noch als Beispiel, auch nicht verneint.
- Pflanzenstoffe sind gesperrt: Für Ginkgo, Ginseng und Co. ist bislang keine Angabe zugelassen.
- Die häufigste Überdosierung entsteht durch drei Produkte mit denselben Inhaltsstoffen, nicht durch eines.
- Bei Medikamenten weiterverweisen: Wechselwirkungen gehören in ärztliche Hände.
Was sind Nahrungsergänzungsmittel?
Grundsätzlich lässt sich sagen, Nahrungsergänzungsmittel sind Produkte, die einen bestimmten Wirkstoff in erhöhter Dosis enthalten, den unser Körper wiederum braucht, um seine Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. Oft fällt hier auch die Bezeichnung „Supplements“, die sich alternativ verwenden ließe.
Jeder von uns hat schon von den Nahrungsergänzungsmitteln gehört. Doch, was genau verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? Zugegeben, eine sehr komplexe Frage, die sich nicht eindeutig beantworten lässt. Immerhin scheiden sich seit Generationen die Geister an dem Thema der Nahrungsergänzung.
Die Nahrungsergänzung komplettiert, wie der Name schon sagt, also die normale Ernährung, indem sie dem Körper einen bestimmten Nährstoff in konzentrierter Form zuführt, den wir entweder nicht oder nur in geringem Maße selbstständig bilden kann. Die NEM, wie sie häufig abgekürzt werden, unterstehen den Lebensmitteln, die einer ergänzenden Versorgung von unserem Stoffwechsel mit den jeweils darin enthaltenen Vitaminen oder Mineralstoffen dienen.
Welche Darreichungsformen gibt es bei Nahrungsergänzungsmitteln?
Bei Nahrungsergänzungsmitteln liegt stets eine Darreichungsform vor, die sich von typischen Lebensmitteln abgrenzt.
So gibt es sie zum Beispiel als …
- Kapseln
- Tabletten
- Pulver
- Shakes
- Trinkampullen
Gehören Nahrungsergänzungsmittel zu den Arzneien?
Nein, Nahrungsergänzungsmittel werden auf rechtlicher Ebene strikt von Arzneien abgegrenzt und dürfen daher weder heilend genutzt werden noch über Nebenwirkungen verfügen, die unsere Gesundheit beeinträchtigen könnte. Sie sind frei verkäuflich und Sie benötigen für ihre Nutzung kein Rezept.
Hinweis: Wenngleich die Nahrungsergänzungsmittel den Lebensmitteln zugeordnet werden können, stehen sie eigentlich genau zwischen jenen und den Arzneimitteln!
Welche Darreichungsformen haben Nahrungsergänzungen?
Nahrungsergänzungsmittel lassen sich auf unterschiedliche Arten einnehmen, darunter in den folgenden Darreichungsformen:
- Pulver
- Tabletten
- Kapseln
- Flüssigkeiten
- Pellets
- Lutschtabletten
- Brause
Die ersten der eben aufgezählten Darreichungsformen sind in der Praxis des Fachberaters am häufigsten vertreten und werden deswegen von uns einmal näher erläutert. Gerade Lutschtabletten oder auch Pellets kommen sehr selten zum Einsatz und wenn, dann eher im Bereich der Supplementierung für Kinder. Ähnlich verhält es sich mit der Brause. Injektionen sind obendrein auch möglich, wie bei einer Vitamin B 12-Nahrungsergänzung, wird aber dann für gewöhnlich von ärztlichem Fachpersonal durchgeführt wird.
Sind Nahrungsergänzungsmittel notwendig?
Allgemein sei gesagt, dass es zum Thema Nahrungsergänzung viele unterschiedliche Meinungen gibt. Während viele Personen auf die Produkte schwören, um dem Körper eine ganzheitliche Versorgung mit allen elementaren Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zu gewährleisten, die er sonst nicht oder nicht in dem erforderlichen Maße erhalten würde, gibt es ebenso viele Stimmen, die sich dagegen aussprechen. Letztere vertreten wiederum die Ansicht, dass sich durch eine gesunde und vor allem nährstoffreiche Ernährung bereits alle wichtigen Substanzen an unseren Körper abgeben lassen, ganz ohne ergänzende Supplementierungen.
Eine klare Erkenntnis darüber, was nun richtig und was falsch ist, gibt es zu dem Thema nicht. Viel eher sollte sich hier jeder seine eigene Meinung bilden und am Ende für sich entscheiden, was er von Nahrungsergänzungsmitteln hält.
Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel im Sport?
Gerade im Sportbereich sind Nahrungsergänzungspräparate nicht mehr wegzudenken. Letztlich zeigte sich auch über die Jahre hinweg, dass der Trend immer mehr hin zu der Nahrungsergänzung im Sportbereich geht. Die Gründe sind hierbei vielfältig und reichen von einer verbesserten Regeneration über die Leistungssteigerung bis zu der Kompensation von einem unausgewogenen Ernährungsstil oder aber der allgemeinen Gesunderhaltung.
Wie hoch der wirkliche Anteil der Sportler ist, die sich am Ende für eine Anwendung der Supplements entscheiden, lässt sich zwar nicht pauschalisieren, allerdings geht man von mehr als 27 % aus. Dies wäre zugleich auch der Anteil der deutschen Gesellschaft, die gemäß der nationalen Verzehrstudie II jeden Tag Vitamin- und Mineralstoffpräparate zu sich nehmen, wie das Max-Rubner-Institut 2008 feststellen konnte. Hierbei geht es ausschließlich um die Sport-Nahrungsergänzung, denn andere Produkte mit physiologischer oder ernährungsspezifischer Wirksamkeit wurden nicht bedacht.
Bei einer Studie durch Sammito et al. aus dem Jahre 2011 kam es obendrein zu der Erkenntnis, dass rund 43,5 % aller 786 Bundeswehrsoldaten aus der Studie, die im durchschnittlichen Alter von 27,3 +/-4,7 Jahre waren, regelmäßig Supplementierungen nutzen und an drei oder mehr Tagen pro Woche im Breitensport aktiv sind. Es ging primär um drei Supplementierung, nämlich Magnesium, Eiweiß und Kreatin.
In der Praxis sind aber auch oft die Medien, welche einen zunehmenden Druck auf die Sportler ausüben und sie somit förmlich dazu drängen, die vielfach beworbenen Effekte der Nahrungsergänzung für sich zu testen und anzunehmen. Dies ist jedoch genau der Grund, weshalb die Supplementierung nicht stattfinden sollte. Stattdessen wäre es am besten, ein Sportler entscheidet sich, entweder alleine oder aufgrund einer professionellen Beratung, selbst für die Anwendung der Nahrungsergänzung und wartet dabei, bis die richtigen Studien zur Wirksamkeit als Referenz vorhanden sind.
Wofür werden Nahrungsergänzungen im Sport eingesetzt?
Im Sport können die Supplementierungen sowohl im Breitensport als auch bei den Leistungssportlern in unterschiedlichen Sportarten und für verschiedene Zielsetzungen zum Einsatz kommen, darunter:
- Kraftsport
- Ausdauertraining
- Muskelaufbau
- Wettkampfvorbereitung
- Fettabbau
Warum Sie sich am Ende für oder gegen die Anwendung der Supplementierungen entscheiden, bleibt natürlich Ihnen selbst überlassen. Gerade dabei sollte eine Fachberatung keineswegs als Richtungsweiser dienen, sondern eher zur Aufklärung und dem Erwerb des notwendigen Fachwissens für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Nahrungsergänzung im Sportbereich.
Welche Zielgruppe hat die Nahrungsergänzung im Sport?
Nahrungsergänzung ist schon längst kein Thema mehr, welches sich nur auf Personen beschränkt, die unter einem Nährstoffmangel leiden, Gewicht verlieren wollen oder Leistungssport betreiben. Im Gegenteil, Supplements im Sportbereich sind für jeden etwas, der seine individuellen Ziele erreichen und seine eigene Leistungsfähigkeit unterstützen möchte. Vorausgesetzt natürlich, es handelt es sich um eine verantwortungsbewusste und seriöse Anwendung der Ergänzungsmittel, mit einem wirklichen Grund für deren Einsatz.
Was ist wichtig bei der Dosierung der Sportnahrungsergänzungen?
Bei der Dosierung und Einnahme von Nahrungsergänzungspräparaten im Sportbereich müssen immer die Angaben des Herstellers beachtet werden. Auch Empfehlungen des Hausarztes sollten in besonderen Fällen Bedeutung haben. Die Risikogruppen wie Senioren, Kinder, Schwangere etc. müssen unbedingt auf jene Kriterien achten, wobei Sie sich strikt von jeglicher Art der Diagnostik distanzieren müssen. Auch der Einsatz von Supplementierungen für die therapeutischen Zwecke sind dem Arzt vorbehalten.
Wann darf ein Fachberater keine Nahrungsergänzungen vermitteln?
Eine Beratung jeglicher Risikogruppen über eine Supplementierung liegt außerhalb des Kompetenzbereiches von einem Fachberater. Ein Fachberater für Nahrungsergänzungen sollte diese Art der Empfehlung, Beratung oder Analyse also niemals durchführen. Hier ist ärztlicher Rat gefordert, denn eine Beratung darf in diesen Fällen lediglich auf Basis der Empfehlungen eines Mediziners stattfinden und kann die verordnete Behandlung des Arztes höchstens ergänzend begleiten. Bedenken Sie obendrein, dass eine ausführliche Aufklärungsarbeit über die einzelnen Inhalte bei der Beratung von potenziellen Risikogruppen eher im Mittelpunkt stehen sollte als passende Empfehlungen, die Sie gar nicht aussprechen dürfen. Eine objektive, neutrale Aufklärung jedoch ist bereits bei vielen Personen sinnvoll, um ihnen ein erstes Gespür für Nahrungsergänzungen und die damit verbundenen Gefahren zu vermitteln.
Was sollte man bei Nahrungsergänzungen im Sport beachten?
Im Mittelpunkt steht ein vertrauenswürdiger Umgang mit den Nahrungsergänzungspräparaten. Genau jenen betreut der Fachberater für Nahrungsergänzungen, denn nur so wird sichergestellt, dass die Kunden die richtige Aufklärung erhalten und ausschließlich vertretbare Artikel nutzen, die für die jeweiligen Bedürfnisse angebracht sind. Ganz gleich also, ob Sie bereits Fitnesstrainer sind und Ihre Kompetenzen durch diesen Kurs erweitern wollen, sich persönlich für Supplements interessieren und mehr darüber erfahren möchten oder aber nach einer Basis für Ihre Etablierung im Fitnessbereich suchen, ohne eine entsprechende Ausbildung ist die professionelle Anwendung nicht möglich.
Was über Nahrungsergänzungsmittel gesagt werden darf
Dieser Punkt entscheidet in der Beratungspraxis mehr als jede Produktkenntnis — und er wird regelmäßig übersehen. Was zu einem Nahrungsergänzungsmittel gesagt oder geschrieben werden darf, ist europaweit geregelt: durch die Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, die sogenannte Health-Claims-Verordnung.
Der Grundsatz ist streng. Erlaubt ist nur, was in der EU-Liste zugelassener Angaben steht — und zwar in diesem Sinn. Alles andere ist unzulässig, auch wenn es fachlich zutreffend sein mag. Ein Beispiel je Nährstoff macht den Unterschied deutlich:
| Zulässig (zugelassene Angabe) | Unzulässig | Warum |
|---|---|---|
| „Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei." | „Vitamin D beugt Osteoporose vor." | Bezug auf eine Krankheit — bei Lebensmitteln generell verboten |
| „Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei." | „Magnesium hilft bei Wadenkrämpfen." | Bezug auf eine Beschwerde statt auf eine normale Körperfunktion |
| „Eiweiß trägt zu einer Zunahme an Muskelmasse bei." | „Dieses Protein baut Muskeln auf." | geht über den zugelassenen Wortlaut hinaus |
| „Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei." | „Eisen gegen chronische Erschöpfung." | Krankheitsbezug |
| „Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei." | „stärkt die Abwehrkräfte" | freie Umformulierung, nicht sinngleich mit der zugelassenen Angabe |
Besonders heikel sind Pflanzenstoffe — Ginkgo, Ginseng, Cranberry und Ähnliches. Für sie sind bis heute keine Angaben zugelassen; die Anträge liegen seit Jahren auf Eis. Praktisch heißt das: Zu Pflanzenstoffen darf gar keine Wirkung ausgelobt werden, auch keine vorsichtig formulierte.
Vier Regeln, die im Alltag reichen
Die Verordnung ist umfangreich, die Anwendung im Beratungsgespräch aber überschaubar. Wer diese vier Punkte einhält, bewegt sich sicher.
- Nur zugelassene Angaben verwenden, sinngemäß im Wortlaut. Die Liste ist öffentlich einsehbar. Eigene Formulierungen sind zulässig, solange sie dieselbe Bedeutung haben — je weiter Sie sich entfernen, desto größer das Risiko.
- Nie ein Krankheitsbild nennen. Weder als Ziel noch als Beispiel, weder mündlich noch auf der Internetseite, weder positiv noch als Verneinung.
- Zu Pflanzenstoffen keine Wirkung behaupten. Sie dürfen beschreiben, was ein Produkt enthält — nicht, was es bewirkt.
- Bei Erkrankungen und Medikamenten weiterverweisen. Das ist keine Vorsicht, sondern die Grenze der eigenen Befugnis.
Diese Regeln gelten auch für Beiträge in sozialen Netzwerken, für Newsletter und für das Gespräch am Tresen. Der Ort ändert nichts an der Rechtslage.
Wo besondere Vorsicht angebracht ist
Nahrungsergänzungsmittel gelten als harmlos, weil sie frei verkäuflich sind. Das trifft für gesunde Erwachsene meist zu — in einigen Konstellationen aber nicht, und diese sollte jeder kennen, der berät.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: Vitamin K und Gerinnungshemmer, Johanniskraut und zahlreiche Arzneimittel, Calcium und bestimmte Antibiotika. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, klärt die Einnahme ärztlich ab.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Hier gelten eigene Empfehlungen, und einige Stoffe sind ausdrücklich nicht angezeigt. Die Beratung gehört in ärztliche Hände.
- Kinder und Jugendliche: Dosierungen für Erwachsene lassen sich nicht herunterrechnen.
- Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K): Sie werden im Körper gespeichert. Eine dauerhaft zu hohe Zufuhr ist hier anders zu bewerten als bei wasserlöslichen Vitaminen.
- Eisen ohne festgestellten Bedarf: Eine Einnahme auf Verdacht ist nicht sinnvoll; der Status lässt sich ärztlich bestimmen.
- Mehrere Produkte gleichzeitig: Die häufigste Ursache für überhöhte Zufuhr ist nicht ein hoch dosiertes Präparat, sondern die Kombination aus dreien mit denselben Inhaltsstoffen.
Der letzte Punkt begegnet einem in der Praxis am häufigsten. Die Frage „Was nehmen Sie sonst noch?" gehört an den Anfang jedes Gesprächs.
Dosierung, Höchstmengen und was auf dem Etikett steht
Für Vitamine und Mineralstoffe gibt es keine verbindlichen gesetzlichen Höchstmengen in Nahrungsergänzungsmitteln, wohl aber Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung. Sie sind die praktische Orientierung, wenn ein Produkt beurteilt werden soll.
Beim Blick auf die Verpackung lohnen vier Angaben:
- Menge je Tagesdosis und der Anteil am Referenzwert — dort fällt sofort auf, wenn ein Produkt weit darüber liegt.
- Die empfohlene Tagesdosis samt dem Hinweis, sie nicht zu überschreiten. Dieser Hinweis ist vorgeschrieben.
- Der Hinweis, dass das Erzeugnis keine abwechslungsreiche Ernährung ersetzt. Fehlt er, stimmt etwas nicht.
- Verkehrsbezeichnung und Zutatenliste — besonders bei Kombipräparaten, weil sich dort Überschneidungen finden.
Für die Beratung genügt in aller Regel dieser Blick. Alles, was darüber hinausgeht, ist keine Frage der Produktkenntnis mehr, sondern eine ärztliche.
Fazit
Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, und aus dieser Einordnung folgt fast alles Übrige. Für die Beratung ist weniger die Produktkenntnis entscheidend als die Sprache: Erlaubt ist, was in der EU-Liste zugelassener Angaben steht, verboten ist jeder Bezug auf eine Krankheit, und zu Pflanzenstoffen darf bis auf Weiteres gar keine Wirkung ausgelobt werden. Wer sich diese drei Sätze merkt, dazu die Frage nach den übrigen eingenommenen Produkten stellt und bei Medikamenten oder Erkrankungen weiterverweist, arbeitet fachlich sauber und rechtlich sicher. Alles Weitere ist keine Frage des Sortiments mehr, sondern eine ärztliche.
Häufige Fragen
Was sind Nahrungsergänzungsmittel rechtlich?
Lebensmittel, keine Arzneimittel. Sie dienen dazu, die allgemeine Ernährung zu ergänzen, und sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu behandeln oder ihnen vorzubeugen. Aus dieser Einordnung folgen alle weiteren Regeln, auch die für die Werbung.
Welche Aussagen sind über Nahrungsergänzungsmittel erlaubt?
Nur solche, die nach der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 zugelassen sind — etwa „Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei". Eigene Formulierungen sind zulässig, solange sie dieselbe Bedeutung haben. Jeder Bezug auf eine Krankheit ist verboten.
Warum darf zu Pflanzenstoffen nichts gesagt werden?
Für Ginkgo, Ginseng, Cranberry und ähnliche Stoffe ist bislang keine Angabe zugelassen; die Anträge sind seit Jahren nicht entschieden. Bis dahin darf beschrieben werden, was ein Produkt enthält — nicht, was es bewirkt.
Wann ist bei Nahrungsergänzungsmitteln Vorsicht geboten?
Bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten wegen möglicher Wechselwirkungen, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und Jugendlichen, bei fettlöslichen Vitaminen wegen der Speicherung im Körper sowie bei Eisen ohne festgestellten Bedarf.
Gibt es gesetzliche Höchstmengen?
Für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln bestehen keine verbindlichen gesetzlichen Höchstmengen, wohl aber Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung. Sie sind die praktische Orientierung bei der Beurteilung eines Produkts.
Worauf sollte man auf dem Etikett achten?
Auf die Menge je Tagesdosis samt Anteil am Referenzwert, die empfohlene Tagesdosis mit dem vorgeschriebenen Hinweis, sie nicht zu überschreiten, den Hinweis auf die abwechslungsreiche Ernährung sowie die Zutatenliste — gerade bei Kombipräparaten.

