08. März 2017
Lesezeit ca. 5 Min.

Unter Frauen ist Cellulite weit verbreitet. Häufig wird der ungeliebten Orangenhaut mit diversen Cremes und Salben zu Leibe gerückt, Erfolge bleiben jedoch meist aus. Hoffnung verspricht eine spezielle Form der Massage: Die chinesische Tuina-Massage fördert die Durchblutung und sagt Cellulite den Kampf an.

Cellulite, umgangssprachlich auch Orangenhaut genannt, ist eine ebenso ungeliebte wie häufige Erscheinung, die auf eine Veränderung des subkutanen Fettgewebes zurückgeht. Es wurden bereits zahlreiche Therapien entwickelt, um diese physiologische Veränderung rückgängig zu machen oder zumindest zu verlangsamen. Dass viele der bis heute verbreiteten Methoden keinen Erfolg zeigen, liegt mitunter daran, dass man lange Zeit Schlackenstoffe als Ursache vermutete. Dies ist mittlerweile jedoch widerlegt. Die chinesischen Tuina-Massagen sind ein uraltes Behandlungskonzept, das sich der Cellulite auf der physiologischen Ebene annimmt und damit eine tatsächliche Besserung verspricht.

Wie entsteht Cellulite physiologisch?

Einen ersten Hinweis darauf, wie die unschöne Orangenhaut zustande kommt, gibt die Tatsache, dass diese konstitutionelle Hautveränderung kaum bei Männern aber bei fast allen Frauen vorkommt. Ursache ist das aus elastischen Kollagenfasern bestehende Bindegewebe, denn dessen Struktur ist bei Männern und Frauen verschieden. Während sich maskulines Bindegewebe durch feste Verbindungen und überlappende Netzstrukturen auszeichnet, ist das feminine Bindegewebe deutlich lockerer und elastischer.

Diese Elastizität hat zwar den Vorteil, dass es sich im Rahmen einer Schwangerschaft besser dehnen lässt, führt aber auch zu dem Nachteil, dass sich Fettzellen in die entstehenden Lücken drängen können. Dieser Effekt verstärkt sich bei genetisch bedingt schwachem Bindegewebe sowie mit zunehmendem Alter. Die optischen Auswirkungen, die vor allem am Gesäß und an den Oberschenkeln zutage treten, sind jedoch nicht die einzigen Folgen. Weiterhin kann es dazu kommen, dass die durch das Bindegewebe drängenden Fettzellen die lokale Durchblutung und den Lymphfluss stören. Das führt wiederum zu einer schlechteren Nährstoffversorgung des Gewebes sowie zu einer Einschränkung des Abtransports von Schlackenstoffen.

Behandlungsformen für Cellulite

Für die Behandlung von Cellulite gibt es mittlerweile einige Therapieansätze, die über den nachgewiesenermaßen erfolglosen Einsatz von oberflächlich verwendeten Salben und Cremes hinausgehen. Unter den folgenden Behandlungsansätzen, die sich auf der physiologischen Ebene der Durchblutungsförderung und dem Schlackenabtransport widmen, finden sich auch Massagen, die in Ihr Anwendungsgebiet als Fachpraktiker fallen:

  • Meersalz-Bäder
  • Lymphdrainage
  • Endermologie (mechanische Bindegewebsmassage)
  • Bürstenmassagen
  • Akustische Wellentherapie
  • Kalt-warme Wechselduschen
  • Tuina-Massagen

Mit der Tuina-Massage gegen Orangenhaut

Im Sammelsurium der Anti-Cellulite-Anwendungen sind die Tuina-Massagen erst seit kurzer Zeit vertreten. Allerdings ist die Methode an sich keineswegs neu, stammt sie doch aus der traditionellen chinesischen Medizin und gehört dort zusammen mit der Bewegungstherapie, der chinesischen Diätik, der Arzneimitteltherapie und der Akupunktur zu den fünf Hauptsäulen. Traditionell wird die Massagetechnik für die Harmonisierung des Energieflusses im menschlichen Organismus verwendet, was die Chinesen unter anderem mit der Förderung der Durchblutung und des Lymphflusses gleichsetzen. Folglich handelt es sich um eine Massageform, die sich für die Linderung von Cellulite sehr gut eignet.

Grundlagen der Tuina-Massage

Kennzeichnend für die moderne Tuina-Technik, deren Ursprünge bis in die Zeit der chinesischen Tang-Dynastie zurückgehen, ist die Kombination aus Akupressur, Chiropraktik und verschiedenen Massagetechniken. Welche Massagetechniken zum Einsatz kommen, verrät der Name dieser Massage bereits. Während die Silbe »tui« so viel wie schieben oder drücken bedeutet, lässt sich das chinesische »na« mit "ziehen" oder "greifen" ins Deutsche übersetzen. Die Reibe- und Schiebetechniken der Tuina-Massage werden unter Berücksichtigung wichtiger Akupunkturpunkte angewendet, deren Stimulation den Energiefluss im Körper fördern soll.

Durchführung der Massage

Die praktische Anwendung der Tuina-Massage beginnt mit dem sogenannten Fingerrollen entlang des Oberschenkels, wobei die End- und Mittelglieder der Finger langsam abgerollt werden. Typischerweise handelt es sich um eine sehr schnelle Bewegung, die darauf abzielt, an der Vorder-, Außen- und Innenseite der Oberschenkel einen Wärmereiz zu setzen und damit den Energiefluss zu fördern. Sobald die gewünschte Wärmewirkung erzielt ist, geht das Rollen in reibende Massagegriffe über. Wahlweise verwenden Sie dazu die Handballen oder die flache Hand und üben damit Druck auf das Gewebe aus. Durch das sanfte Streichen werden Schwellungen im Gewebe durch den verbesserten Abtransport von Stoffwechselendprodukten gelindert. Als dritte Komponente kommt eine spezielle Grifftechnik zur Anwendung, bei der Sie mit Hilfe des Daumens und einiger Finger einen Hautwulst greifen, diesen leicht wegziehen und anschließend zurückschnellen lassen.

Wichtig ist, dass Sie bei dieser Grifftechnik sehr feinfühlig sind, da insbesondere tiefe Griffe als unangenehm empfunden werden können. Arbeiteten Sie sich so am Oberschenkel entlang bis hinunter zu den Waden vor. Abschließend erfolgt die Bearbeitung einiger Druckpunkte, die den Energiefluss in der behandelten Region harmonisieren sollen. Der erste Druckpunkt ist der sogenannte »Dritte Weiler am Fuß«, der sich etwa acht Zentimeter unterhalb der Kniescheibe befindet. Der andere ist unter dem Namen »Emporsprudelnde Quelle« bekannt. Dieser befindet sich knapp unterhalb des Fußballens in Höhe des Zwischenraums zwischen der großen Zehe und seinem Nachbarn. Aktivieren Sie die beiden Druckpunkte, indem Sie vorsichtig Druck mit dem Daumen aufbauen. Halten Sie den Druck für 60 Sekunden und lösen Sie ihn anschließend wieder, bevor Sie die Prozedur drei- bis fünfmal wiederholen.

Zusammenfassung

Die Tuina-Massage ist eine Technik, die zu Recht einen Platz unter den Wellness-Massagen verdient hat. Bauen Sie auf Ihre Ausbildung an der SWAV-Akademie auf und erweitern Sie mit der Tuina-Massage Ihr Massagerepertoire.

Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Tagesmutti Schreiber