01. März 2022
Lesezeit ca. 10 Min.

Triggerpunkte sind die schmerzhaften Muskelverknotungen, die sich in fast jeder Körperpartie zeigen können und uns im Alltag regelmäßig ausbremsen. Dabei lassen sich die kleinen Verhärtungen durch verschiedenste Konzepte bekämpfen. Besonders beliebt ist die Triggerpunktmassage, die sich auch unkompliziert als Selbstbehandlung anwenden ließe. Welche Triggerpunkte Sie dabei massieren können, worauf Sie achten sollten und welche Hilfsmittel genutzt werden können, darüber berichten wir in unserem heutigen Ratgeber.

Wo sind Triggerpunkte überhaupt?

Triggerpunkte können überall in Erscheinung treten, wo es Muskeln gibt.

Triggerpunkte sind nämlich immer dort zu finden, wo sich die Muskulatur durch eine Überbelastung, Fehlhaltung oder andere Faktoren verkrampft hat. Teilweise sind auch psychische Gründe wie Stress dafür verantwortlich, dass sich die Muskeln verspannen und schmerzende Triggerpunkte bilden.

Eine Übersicht und allgemeine Infos zu Triggerpunkten und ihren Ursachen finden Sie hier.

Triggerpunktmassage-Anleitung für den Rücken

Triggerpunkte am Rücken sind nur schwer in einer Selbstbehandlung zu lindern. Vor allem eine klassische Triggerpunktmassage mit Händen kann ohne einen Partner nicht zum Einsatz kommen. Jedoch hat die Praktik viele positive Eigenschaften. So lassen sich zum Beispiel Triggerpunkte am Ischias selbst behandeln, während auch die gesamte Rückenregion von Muskelknötchen befreit werden kann.

Wir möchten Ihnen zwei unterschiedliche Varianten vorstellen, wie Sie die Triggerpunkte am Rücken entweder selbst massieren oder durch die Unterstützung einer zweiten Person als Massage bekämpfen können.

Triggerpunktmassage am Rücken manuell

  • Die zu massierende Person legt sich bäuchlings auf eine Massageliege, Boden, Sofa oder Bett
  • Führen Sie mehrere gleichmäßige Streichungen über den gesamten Rücken aus, um einen ersten Kontakt zur Haut herzustellen und die Muskulatur auf die Massage einzustimmen
  • Ertasten Sie jetzt Schritt für Schritt die Triggerpunkte, beginnend im unteren Rückenbereich
  • Absolvieren Sie eine Druckpunktstimulation auf den verhärteten Muskelknötchen, indem Sie die Haut auf dem Triggerpunkt mit dem Daumen sanft drücken und diesen Druck für einige Sekunden aufrechterhalten
  • Alternativ können Sie dabei leichte Kreisungen auf dem Triggerpunkt durchführen
  • Lösen Sie den Druck langsam wieder und verfahren Sie nach demselben Muster für den gesamten Rücken, bis Sie an den Schultern angelangt sind

Triggerpunktmassage am Rücken mit Faszienball oder Rolle

  • Wählen Sie eine Faszienrolle, die eine passende Größe hat und den richtigen Härtegrad besitzt
  • Legen Sie sich auf den Rücken und platzieren Sie die Rolle zunächst im Lendenwirbelsäulen-Bereich
  • Rollen Sie nun langsam auf und ab, um die schmerzenden Bereiche zu finden und arbeiten Sie sich Stück für Stück bis zu der Schulterregion vor
  • Beginnen Sie mit der eigentlichen Triggerpunktmassage, indem Sie die schmerzenden Muskelknoten durch gezielte Rollbewegungen stimulieren
  • Rollen Sie gleichmäßig hin und her, bleiben Sie etwas länger auf den verhärteten Triggerpunkten
  • Alternativ können Sie sich auch mit dem Ball oder der Rolle gegen eine Wand lehnen
  • Dann absolvieren Sie die gleichen Techniken wie in der liegenden Position
  • Sie können sich dazu entweder aufrecht gegen die Wand stellen oder auf einen Hocker setzen

Sie suchen nach passenden Geräten? Dann schauen Sie sich die Testsieger unter den Faszienrollen an!

Triggerpunktmassage-Anleitung für Nacken und Schulter

Triggerpunkte von Schulter und Nacken selbst behandeln? Ja, das gelingt, denn eine Triggerpunktmassage für den Nacken und die Schultern kann mit Hilfsmitteln wie Faszienbällen, Faszienrolle oder Massagestab angewandt oder aber genauso mittels reiner Handkraft absolviert werden. Wir möchten Ihnen nachfolgend zwei verschiedene Möglichkeiten zeigen, die Triggerpunkte zu massieren.

Am besten gelingt die Triggerpunktmassage der Schulter und des Nackens, wenn Sie Ihre Muskulatur vorher aufwärmen. Nutzen Sie dafür ein Körnerkissen, eine Wärmeflasche oder ein Wärmepad und legen Sie es vorsichtig auf den Bereich, der massiert werden soll. Dadurch nutzen Sie die Effekte der Thermotherapien und sorgen dafür, dass sich die Muskulatur aufgrund der Wärmezufuhr langsam entkrampft.

Triggerpunktmassage an Nacken und Schulter manuell

  • Wärmen Sie Ihre Hände etwas an und legen Sie sie behutsam auf den Schulter-Nackenbereich
  • Streichen Sie mehrere Male sanft und gleichmäßig über die Schultern, um einen ersten Kontakt zu der Haut herzustellen und Ihren Körper auf die Massagetechniken einzustimmen
  • Wandern Sie mit Ihren Händen nun langsam den Nacken hinauf und führen Sie dort ebenfalls mehrere rhythmische Streichungen aus
  • Beginnen Sie jetzt mit der eigentlichen Triggerpunktmassage, indem Sie langsam nach den verhärteten Muskelknötchen tasten
  • Üben Sie mit Ihren Daumen oder dem Zeigefinger gezielt für einige Sekunden Druck auf die verhärteten Bereiche aus und warten Sie, dass sich eine Veränderung einstellt (zum Beispiel ein nachlassender Schmerz, ein Kribbeln oder ein Gefühl von aufsteigender Wärme)
  • Lösen Sie den Druck ganz behutsam wieder
  • Absolvieren Sie einige vorsichtige Streichungen über den Bereich
  • Verfahren Sie nach demselben Prinzip für die gesamte Schulter-/Nackenregion
  • Führen Sie zum Abschluss noch einmal großzügige Streichungen aus

Triggerpunktmassage an Nacken und Schulter mit Geräten

Für die Triggerpunktmassage Anleitung, die an den Schultern sowie dem Nacken mit Geräten durchgeführt wird, verwenden Sie entweder einen Faszienball oder eine Faszienrolle. Bei der Faszienrolle sollten Sie auf die passende Größe achten. Es empfiehlt sich ein Produkt, welches klein und von weicher oder mittelharter Beschaffenheit ist.

  • Beginnen Sie erneut, Ihren Nacken und die Schultern langsam an die Massage zu gewöhnen. Bewegen Sie dafür den Ball/die Rolle gleichmäßig über die Schultern und den Nacken
  • Alternativ führen Sie erst sanfte Streichungen mit den Händen aus
  • Ertasten Sie vorsichtig die verhärteten Muskelknötchen auch hier könnten Sie entweder mit Ihren Händen die Vorarbeit leisten oder Sie versuchen, die Verhärtungen beim sanften Rollen über die Bereiche zu erspüren. Dies gelingt, indem Sie bewusst darauf achten, wo Ihre Schulter- und Nackenregion während dem Kontakt mit der Faszienrolle besonders schmerzhaft reagiert
  • Jetzt geht es um die eigentliche Massage, dafür brauchen Sie ein wenig Übung. Sie müssen erst ein Gefühl für die richtige Intensität erhalten, also für den Druck, mit welchem Sie die rollenden Bewegungen absolvieren. Ähnlich verhält es sich mit der Schnelligkeit während des Rollens.
  • Rollen Sie nun ganz langsam, vorsichtig und gleichmäßig über Ihre Schultern. Bewegen Sie die Rolle/den Ball immer vor und zurück
Frau massiert ihren Nacken mit kleiner Faszienrolle
  • Rollen Sie intensiver und länger über die verhärteten Triggerpunkte, bis Sie eine Reaktion wie den nachlassenden Schmerz, ein Wärmegefühl oder ähnliches verspüren
  • Verfahren Sie genauso für die Nackenregion, rollen Sie dabei erst über die eine und dann über die andere Nackenhälfte und sparen Sie die Wirbelsäule aus

Tipp: Wenn Sie bisher noch keine Erfahrungen mit einer Anwendung von Faszienrollen/Bällen haben, sollten Sie am Anfang eine sehr weiche Ausführung verwenden und diese nur wenige Minuten einsetzen, damit sich Ihre Faszien an die ungewohnten Techniken gewöhnen.

Anbei noch eine kurze Video-Anleitung

Triggerpunktmassage-Anleitung für weitere Körperregionen

Sie können nicht nur den Rücken, die Schultern und den Nacken mit einer Triggerpunktmassage bearbeiten. Triggerpunkte können in nahezu jedem Körperbereich auftreten. Darum gibt es für die unterschiedlichsten Regionen eine passende Massage-Anleitung. Wir zeigen Ihnen einige der wichtigsten Triggerpunktmassagen, die sich unkompliziert selbst durchführen lassen.

Triggerpunktmassage an der Hüfte

  • Legen Sie sich flach auf den Bauch
  • Platzieren Sie die Faszienrolle auf Höhe der schmerzenden Triggerpunkte im Hüftbereich
  • Stützen Sie sich mit den Unterarmen ab, dann haben Sie mehr Halt
  • Rollen Sie vorsichtig über dem oberen Oberschenkel-Vorder- und Außenbereich hin und her, bis der Schmerz weniger wird

Triggerpunkte am Beckenboden massieren

  • In Rückenlage auf den Boden legen
  • Einen Tennisball unter jeweils eine Gesäßhälfte legen
  • Gewicht des Beckens vollständig auf Bälle ablegen
  • Beine leicht anwinkeln, Füße aufstellen (hüftbreit)
  • Mittels der Bälle Becken vorsichtig nach hinten und vorn kippen, um Durchblutung anzuregen und Muskulatur zu entspannen

Triggerpunktmassage am Fuß

  • Nutzen Sie einen Faszienball und platzieren Sie ihn vor sich auf dem Boden
  • Positionieren Sie Ihre Fußsohle auf dem Ball und lassen Sie sie langsam darüber kreisen, um die verhärteten Triggerpunkte zu finden
  • Bewegen Sie den Fuß nun mehrmals langsam und kontrolliert über den Ball hinweg, um die schmerzenden Punkte zu lockern
Faszienball unter einem Fuß auf einer Wiese

Triggerpunkte im Gesicht massieren

  • Platzieren Sie die Zeigefinger zwischen Ohrmuschel und Nase
  • Tasten Sie behutsam nach den Triggerpunkten
  • Verschieben Sie mit sanftem Druck die Haut ohne den Muskel zu bearbeiten
  • Wiederholen Sie die gezielten Strichtechniken mehrfach

Lendenwirbel-Triggerpunkte massieren

  • In Rückenlage auf den Boden legen
  • Beine erst aufstellen und anschließend sanft zur nicht schmerzenden Seite kippen
  • Finger neben Bauchnabel positionieren
  • Kopf leicht anheben, Finger wandern einige Zentimeter in Hüftrichtung
  • Drücken Sie vorsichtig in die Bauchgegend, um verspannte Muskeln zu finden
  • Führen Sie mehrere Streichungen über schmerzhaften Punkt durch, bis sich jener langsam entkrampft

Triggerpunkte massieren an Händen

  • Nutzen Sie erneut einen Faszienball
  • Positionieren Sie ihn auf dem Tisch und legen Sie Ihren Daumen darauf
  • Rollen Sie vorsichtig den Daumenmuskel entlang und spüren Sie so die Triggerpunkte auf
  • Absolvieren Sie nun mehrere gleichmäßige Rollbewegungen über den Muskel, bis sich eine Veränderung zeigt

Triggerpunkte am Kiefer selbst behandeln

  • Tasten Sie mit den Fingern den Kiefer entlang nach schmerzenden Stellen
  • Verschieben Sie langsam und gleichmäßig die Haut über den Triggerpunkten, um diese zu lockern
  • Achten Sie darauf, nicht zu viel Druck auszuüben

Triggerpunktmassage für die Wade

  • Setzen Sie sich auf den Boden
  • Platzieren Sie eine Faszienrolle unter den schmerzenden Unterschenkelregionen, beginnen Sie mit der linken Seite
  • Stellen Sie das rechte Bein auf, die Hände hinter dem Rücken abstützen
  • Heben Sie den Po an und versuchen Sie, die Triggerpunkte zu lokalisieren
  • Rollen Sie anschließend mehrere Male langsam sowie mit moderatem Druck über jene hinweg
Faszienrolle unter den Waden eines Mannes

Triggerpunkte am Gesäß massieren

  • Legen Sie sich auf den Boden in Rückenlage
  • Ziehen Sie die Beine an, die Füße stehen auf den Fußsohlen
  • Platzieren Sie Ihre Arme entweder neben sich locker am Boden oder gekreuzt auf der Brust
  • Positionieren Sie einen Faszienball unter Ihrem Gesäß und rollen Sie langsam darüber, um die Triggerpunkte zu ertasten
  • Massieren Sie anschließend jeden der Triggerpunkte durch mehrmaliges, langsames hin und her rollen mit dem Ball auf der schmerzenden Stelle
  • Alternativ können Sie sich mit Ihrem Gewicht für einige Sekunden direkt auf den Ball stützen, um den Triggerpunkt zu stimulieren

Sie möchten Triggerpunkte am Knie selbst behandeln? Schauen Sie gleich im Video, wie Sie die Muskelverhärtungen dank einer Rollmassage erfolgreich bekämpfen können.

Triggerpunkte massieren: Das sollten Sie wissen!

Triggerpunkte fühlen sich meist wie kleine Knubbel oder Knötchen an, die sich unter der Haut befinden. Sie können mehr oder weniger schmerzhaft sein. Das Ziel der Triggerpunktmassage ist es daraufhin:

  • Die Durchblutung zu steigern
  • Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr zu verbessern
  • Die Muskelspannung zu verringern und den Muskel zu dehnen
  • Die Beweglichkeit zu verbessern

Nicht umsonst gibt es die Triggerpunktmassage sogar als professionelle Behandlung, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen wird. Dabei handelt es sich um eine myofasziale Triggerpunkttherapie. Außerdem gibt es die Massage der Triggerpunkte auch als Wellnessanwendung von einem Fachpraktiker. Hier wird sie besonders für den Rücken auch in Kombination mit einer Wärmezufuhr durch Fango angewandt.

Falls Sie Ihre Triggerpunktbehandlung obendrein mit dem notwendigen Hintergrundwissen optimieren möchten, empfiehlt sich eine passende Ausbildung. Somit erlernen Sie viele wesentliche Aspekte rund um die Entstehung und Behandlung von schmerzenden Muskelverknotungen. Sie suchen dagegen nach weiteren Möglichkeiten, Triggerpunkte zu behandeln? Dann schauen Sie gleich in unseren Ratgeber zur Triggerpunktbehandlung. Hier finden Sie viele nützliche Tipps, um die Triggerpunkte erfolgreich zu bekämpfen.

Gemeinsam mit einer sanften Triggerpunktmassage gehören die Muskelknötchen dann sicher bald der Vergangenheit an.

Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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vor 2 Wochen
Sehr gut, gerne weiter mit WIP machen.
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vor 3 Wochen
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vor 3 Monaten
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Marfuli
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vor 6 Monaten
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Laura L.