12. September 2018
Lesezeit ca. 18 Min.

Shiatsu ist die japanische Druckpunktmassage, die mit sanftem Fingerdruck entlang der Meridiane den Energiefluss im Körper harmonisiert. Diese ganzheitliche Methode verbindet manuelle Therapie mit energetischer Arbeit und gilt als wirksame Behandlung bei Stress, Verspannungen und Erschöpfung. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über Ursprung, Wirkung, Ablauf und wie Sie Shiatsu selbst erlernen können.

Key Facts – Shiatsu-Massage

  • Bedeutung: Aus dem Japanischen: „Shi" = Finger, „atsu" = Druck — die Fingerdruckmassage entlang der Meridiane.
  • Ursprung: Wurzeln in der TCM (China, vor 1.500+ Jahren), Weiterentwicklung in Japan; staatliche Anerkennung dort seit 1957.
  • Wirkprinzip: Sanfter Druck mit Fingern, Handballen, Ellbogen, Knien oder Füßen löst Energieblockaden im Meridian-System (Qi).
  • Dauer: 50–60 Minuten pro Sitzung; für nachhaltige Wirkung 5–10 Termine in regelmäßigem Abstand.
  • Anwendungsfelder: Stress, Verspannungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, energetische Erschöpfung.
  • Vorsicht: Nicht bei akutem Fieber, schwerem Bluthochdruck, frischen Verletzungen, Tumorerkrankungen, Epilepsie oder schweren psychischen Erkrankungen.

Ursprung und Geschichte der Shiatsu-Massage

Die Wurzeln der Shiatsu-Massage reichen rund 1.500 Jahre zurück — und ihr Ursprung liegt nicht, wie viele vermuten, in Japan, sondern in China. Den fachlichen Grundstein legte die traditionelle chinesische Medizin (TCM) mit drei Säulen: dem Meridian-System, der 5-Elemente-Lehre und den Grifftechniken der Tuina-Massage. Diese Konzepte wurden im 6. Jahrhundert durch buddhistische Mönche nach Japan gebracht, wo sie über die Jahrhunderte zu einer eigenständigen Therapieform weiterentwickelt wurden — der Shiatsu-Massage.

In Japan entwickelte sich Shiatsu langsam zur eigenständigen Heilkunst. Die japanische Bevölkerung war so überzeugt von der Wirksamkeit der Fingerdruckmethode, dass sie schnell zu einer angesehenen Praktik wurde und sich in nahezu allen bestehenden Therapieformen widerspiegelte. Aus der ursprünglich rein manuellen Technik wurde ein ganzheitliches System, das körperliche und energetische Arbeit verbindet.

Zwei Japaner prägten die moderne Form maßgeblich:

  • Tokujiro Namikoshi (1905–2000) systematisierte die Druckpunkttechniken und gründete eine eigene Schule, in der er das Verfahren wissenschaftlich strukturierte. Sein Engagement führte 1957 zur staatlichen Anerkennung von Shiatsu in Japan — ein Meilenstein in der Geschichte der Methode.
  • Shizuto Masunaga (1925–1981), ein Schüler Namikoshis, entwickelte das Konzept weiter und integrierte stärker das Meridian-System der TCM. Ihm ist es zu verdanken, dass Shiatsu über die Grenzen Japans hinaus weltweit Verbreitung fand — vor allem in westlichen Ländern.

Heute unterscheidet man grob zwei Schulen: die klassisch-japanische Namikoshi-Variante, die in Japan nach wie vor dominiert, und die energetisch orientierte Zen-Shiatsu-Variante nach Masunaga, die im Westen vorherrscht. Letztere bezieht sich primär auf das Meridian-System und weist starke Parallelen zur Akupunktur auf. Beide Schulen eint das Grundprinzip: sanfter Druck löst Energieblockaden und bringt das Qi (Lebensenergie) zurück in Fluss.

Ferner wird heute klar zwischen einer klassischen Wellness-Shiatsu-Variante für den Spa- und Entspannungsbereich und einer therapeutischen Shiatsu-Anwendung aus medizinischen Gründen unterschieden. Für Laien sind die beiden Modelle kaum unterscheidbar — die Differenzierung erfolgt durch Ausbildung, Tiefe der Anamnese und Behandlungsziel.

Die Wurzeln der Shiatsu-Massage reichen rund 1.500 Jahre zurück. Den Grundstein legte die traditionelle chinesische Medizin (TCM) mit ihrer Lehre vom Meridian-System, der 5-Elemente-Theorie und der Tuina-Massage. Im 6. Jahrhundert brachten Mönche dieses Wissen nach Japan, wo es sich kontinuierlich weiterentwickelte und zur eigenständigen Therapieform wurde — der Shiatsu-Massage.

Zwei Japaner prägten die moderne Form maßgeblich:

  • Tokujiro Namikoshi (1905–2000) systematisierte die Druckpunkttechniken und sorgte 1957 für die staatliche Anerkennung von Shiatsu in Japan.
  • Shizuto Masunaga (1925–1981), ein Schüler Namikoshis, brachte das Verfahren in den Westen und integrierte stärker das Meridian-System der TCM. Seine Zen-Shiatsu-Variante dominiert heute in Europa und Nordamerika.

Heute unterscheidet man grob zwischen der klassisch-japanischen Namikoshi-Schule und der energetisch orientierten Masunaga-Schule. Beide eint das Grundprinzip: sanfter Druck löst Blockaden und bringt das Qi (Lebensenergie) zurück in Fluss.

Das Prinzip: Lebensenergie, Meridiane und Triggerpunkte

Im Zentrum der Shiatsu-Lehre steht das Qi — die Lebensenergie, die durch ein feines Netzwerk von Meridianen jeden Organismus durchströmt. Jeder Meridian ist gemäß der asiatischen Lehren einem Organsystem zugeordnet und versorgt es kontinuierlich mit Energie. Diese Energie steuert die Körperfunktionen und sorgt dafür, dass Körper, Geist und Seele in Einklang stehen.

Gerät der Energiefluss durch Stress, Fehlhaltung, emotionale Belastung, Krankheit oder ungesunde Lebensführung ins Stocken, entstehen Energiestaus oder Blockaden. Je nach Intensität der Blockade können leichte bis schwere Reaktionen unseres Organismus auftreten: Schmerzen, Mobilitätsprobleme, eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten, depressive Verstimmungen oder eine spürbare Einschränkung der Lebensqualität im Alltag. Werden Blockaden nicht aufgelöst, können sie chronische Züge annehmen — ein Teufelskreis, den Shiatsu durchbrechen kann.

Auf der Haut liegen entlang der Meridiane sogenannte Tsubos oder Triggerpunkte. Diese Reizpunkte sind in direkter Verbindung zum Meridian-System und nehmen energetische Impulse deutlich schneller auf als die umliegende Haut. Über sie kann eine geschulte Shiatsu-Therapeutin Blockaden ertasten und mit gezieltem Druck lösen. Ähnlich arbeiten auch andere fernöstliche Techniken wie Akupressur, Akupunktur und Thaimassage — alle nutzen denselben Zugang über die Triggerpunkte, allerdings mit unterschiedlichen Werkzeugen (Finger, Nadeln, Dehnung).

Eine professionelle Shiatsu-Massage wirkt auf mehreren Ebenen gleichzeitig:

  • Das autonome Nervensystem wird beruhigt und harmonisiert.
  • Die Durchblutung von Muskulatur, Haut- und Bindegewebe verbessert sich lokal.
  • Die Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert.
  • Lokale Verspannungen und Verkrampfungen lösen sich nachhaltig.
  • Die Vitalität und Leistungsfähigkeit des gesamten Organismus steigt.

Anders als bei klassischen Massagen arbeitet die Therapeutin bei Shiatsu nicht mit Muskelkraft, sondern primär mit dem eigenen Körpergewicht. Eingesetzt werden Finger, Handballen, Ellbogen, Knie und Füße — abgestimmt auf die jeweilige Körperregion, das Druckempfinden des Patienten und die Tiefe, in der die Blockade liegt. Die Griffe wechseln zwischen tonisierenden (aktivierenden) und beruhigenden Techniken, je nachdem ob ein Meridian energetisch unter- oder überversorgt erscheint. Genau diese Differenzierung macht Shiatsu zu einer hochsensiblen, alleinstellungsmerkmal-tragenden Wellness-Methode.

Im Zentrum der Shiatsu-Lehre steht das Qi — die Lebensenergie, die durch ein Netzwerk von Meridianen jeden Organismus durchströmt. Jeder Meridian ist einem Organsystem zugeordnet und versorgt es mit Energie. Gerät der Energiefluss durch Stress, Fehlhaltung, emotionale Belastung oder Krankheit ins Stocken, entstehen Blockaden — und in der Folge körperliche oder seelische Symptome.

Auf der Haut liegen entlang der Meridiane sogenannte Tsubos oder Triggerpunkte. Über sie kann eine geschulte Shiatsu-Therapeutin die Blockaden ertasten und mit gezieltem Druck lösen. Das autonome Nervensystem wird beruhigt, die Durchblutung verbessert sich, die Selbstheilungskräfte werden aktiviert.

Anders als bei klassischen Massagen arbeitet der Therapeut bei Shiatsu nicht mit Muskelkraft, sondern mit dem eigenen Körpergewicht. Eingesetzt werden Finger, Handballen, Ellbogen, Knie und Füße — abgestimmt auf die jeweilige Stelle und das Empfinden des Patienten.

Wirkung und Anwendungsgebiete

Shiatsu ist eine ganzheitliche Methode, die nicht auf ein bestimmtes Symptom festgelegt ist. Sie behandelt sowohl gesunde Menschen mit dem Ziel der Prävention als auch Personen mit vorliegenden Beschwerden. Ziel ist immer die tiefenwirksame Entspannung und ein ausgeglichener Organismus, bei dem seelische und körperliche Disharmonien parallel adressiert werden.

Häufige Einsatzgebiete und Indikationen sind:

  • Lockerung von Verspannungen, Verkrampfungen und Muskelverhärtungen
  • Stressabbau, Innenruhe und tiefe Entspannung
  • Linderung von Kopfschmerzen und Migräne
  • Verbesserung der Schlafqualität bei Schlafstörungen
  • Stärkung des Immunsystems und Reduktion der Anfälligkeit für Infekte
  • Anregung von Stoffwechsel und Verdauung
  • Unterstützung eines stabilen Herz-Kreislauf-Systems
  • Begleitung bei psychosomatischen Beschwerden und seelischen Blockaden
  • Steigerung der allgemeinen Vitalität, Leistungsfähigkeit und Konzentration
  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte
  • Behandlung von Erschöpfungszuständen und verminderter Energie

Geeignet ist Shiatsu für nahezu jede Altersgruppe — von Kindern bei Konzentrationsschwäche bis zu Senioren, die sanfte Mobilisierung suchen. Wegen seiner Sanftheit kann es auch in der Altenpflege, der Palliativmedizin und (mit entsprechender Zusatzqualifikation der Therapeut:in) in der Schwangerschaft eingesetzt werden. In Spa- und Wellness-Bereichen hochwertiger Hotels gehört Shiatsu zu den begehrtesten Anwendungen, da es Wirkung und Wohlfühlfaktor auf einzigartige Weise verbindet.

Trotz der Sanftheit gibt es auch klare Kontraindikationen. Vorsicht geboten ist bei: akuten Infekten mit Fieber, schwerem Bluthochdruck, frischen Verletzungen oder Operationen, Tumorerkrankungen, Epilepsie, ausgeprägten Krampfadern, Thrombose-Risiko und schweren psychischen Erkrankungen wie schweren Depressionen oder Psychosen. Ein erfahrener Shiatsu-Therapeut erkennt diese Gegenanzeigen im Anamnesegespräch und kann gegebenenfalls vor Beginn eine ärztliche Rücksprache empfehlen. Akute Beschwerden erfordern in der Regel eine gewisse Wartezeit, bevor mit Shiatsu begonnen werden darf.

Shiatsu ist eine ganzheitliche Methode — körperliche und seelische Themen werden gleichermaßen adressiert. Häufige Einsatzgebiete:

  • Lockerung von Verspannungen und Verkrampfungen
  • Stressabbau und tiefe Entspannung
  • Linderung von Kopfschmerzen und Migräne
  • Bessere Schlafqualität
  • Stärkung des Immunsystems
  • Anregung von Stoffwechsel und Verdauung
  • Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems
  • Begleitung bei psychosomatischen Beschwerden
  • Steigerung der allgemeinen Vitalität und Leistungsfähigkeit
  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte

Geeignet ist Shiatsu für nahezu jede Altersgruppe — von Kindern bis zu Senioren. Wegen seiner Sanftheit kann es auch in der Palliativmedizin, der Altenpflege und (mit Einschränkungen) in der Schwangerschaft eingesetzt werden.

Ablauf einer Shiatsu-Sitzung

Eine vollständige Shiatsu-Behandlung dauert etwa 50 bis 60 Minuten. Sie ist klar strukturiert und gliedert sich in vier Phasen, in denen die Achtsamkeit und der respektvolle Umgang zwischen Therapeut:in und Patient:in im Mittelpunkt stehen.

  1. Anamnese und Vorgespräch: Vor jeder Erstbehandlung steht ein ausführliches Anamnesegespräch. Hier klärt die Therapeutin den Allgemeinzustand, vorliegende Beschwerden, die Lebenssituation, Empfindlichkeit gegenüber Druck und die Erwartungen der Person. Im Gegenzug erläutert sie Prinzip, Ablauf und Wirkung der Fingerdruckmassage. Dieses Gespräch ist nicht reine Formalität — es ist die Grundlage für eine individuell abgestimmte Behandlung und für das Vertrauen zwischen den Beteiligten.
  2. Vorbereitung und Ambiente: Der Behandlungsraum sollte ruhig, gut temperiert und harmonisch eingerichtet sein. Warme Farben, gedämpftes Licht, angenehme Raumdüfte und eine wohlige Atmosphäre tragen wesentlich zum Erfolg bei. Der Patient trägt lockere, bequeme Kleidung mit ausreichend Bewegungsfreiheit und liegt in der Regel auf einer Futonmatte am Boden — der traditionellen japanischen Schlafunterlage. Je nach Anwendung kann die Behandlung auch im Sitzen erfolgen.
  3. Eigentliche Behandlung: Die Therapeutin ertastet zunächst vorsichtig die verspannten Körperregionen und die vorhandenen Energiestaus. Anschließend arbeitet sie sich systematisch entlang der Meridiane vor. Die Grifftechniken sind abwechslungsreich: Kreisungen, leichte Druckpunktmassagen, behutsame Streichungen und gezielte Halteübungen, die nebenbei eine sanfte Gelenkdehnung bewirken und dem Patienten zu mehr Mobilität verhelfen. Wechselnd kommen tonisierende (aktivierende) und beruhigende Techniken zum Einsatz. Der Druck wird laufend an das Empfinden des Patienten angepasst — eine wiederholte Rücksprache während der Behandlung gehört zum professionellen Standard. Die Bewegungen sind dabei stets rhythmisch und fließend, um vom Patienten als angenehm empfunden zu werden.
  4. Ruhephase und Nachklang: Eine 5- bis 10-minütige Ruhephase am Ende der Behandlung ist genauso wichtig wie die eigentliche Massage. Sie lässt die Wirkung in der Tiefe wirken und unterstützt den Organismus dabei, die intensiven Reize zu verarbeiten. Diese Phase steigert nicht nur die Effektivität der Massage, sie beschleunigt auch die Regeneration und das Wohlgefühl.

Für eine nachhaltige Wirkung empfehlen erfahrene Therapeuten eine Serie von 5 bis 10 Sitzungen in regelmäßigem Abstand (etwa alle ein bis zwei Wochen), gefolgt von Erhaltungs-Terminen alle vier bis acht Wochen. Eine einzelne Anwendung kann kurzfristig entspannen, dauerhafte Verbesserungen des Gesundheitszustands entstehen aber erst durch die kontinuierliche Behandlung.

Eine vollständige Behandlung dauert etwa 50 bis 60 Minuten und gliedert sich in vier Phasen:

  1. Anamnese: Im Vorgespräch klärt die Therapeutin Beschwerden, Lebenssituation und Erwartungen. Sie informiert über Ablauf und Wirkung.
  2. Vorbereitung: Der Patient trägt lockere Kleidung und liegt in der Regel auf einer Futonmatte am Boden. Ein ruhiger Raum mit angenehmer Temperatur und gedämpftem Licht ist Standard.
  3. Behandlung: Die Therapeutin ertastet zunächst die Spannungsmuster im Körper. Dann arbeitet sie sich systematisch entlang der Meridiane vor — mit Druckpunkten, Streichungen, Kreisungen, sanften Dehnungen und Halteübungen. Der Druck wird laufend an das Empfinden des Patienten angepasst.
  4. Nachruhe: Eine 5-10-minütige Ruhephase am Ende lässt die Wirkung nachwirken und unterstützt die körperliche Verarbeitung der Behandlung.

Für eine nachhaltige Wirkung empfehlen erfahrene Therapeuten eine Serie von 5 bis 10 Sitzungen in regelmäßigem Abstand, gefolgt von Erhaltungs-Terminen alle vier bis acht Wochen.

Frau erhält eine Shiatsu-Massage auf einer Futonmatte
© glisic_albina – fotolia.com
Ulrich Pötter, staatlich anerkannter Therapeut
Mein Expertenrat aus 20+ Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut:

Der häufigste Fehler bei Shiatsu-Anfänger:innen ist zu viel Kraft. Shiatsu ist keine Muskelmassage — die Wirkung entsteht durch das eigene Körpergewicht, nicht durch Drücken. Lehnen Sie sich in den Punkt, lassen Sie die Tiefe entstehen, statt sie zu erzwingen. Mein zweiter Hinweis: Achten Sie auf die Atmung des Empfangenden — sie ist Ihr direktes Feedback. Wird sie ruhig und tief, sind Sie richtig; wird sie flach oder gepresst, sofort Druck zurücknehmen und kurz pausieren. Und drittens: Der Übergang zwischen den Meridianen ist genauso wichtig wie der Punkt selbst. Verbinden Sie die Punkte mit weichen, fließenden Bewegungen — kein „Hüpfen" zwischen Stellen. So entsteht der ganzheitliche Shiatsu-Charakter.

Shiatsu im Vergleich zu anderen fernöstlichen Techniken

Shiatsu wird oft mit anderen fernöstlichen Methoden wie Akupressur, Akupunktur oder Thaimassage in einen Topf geworfen. Sie alle arbeiten zwar mit den gleichen Meridianen und Triggerpunkten, unterscheiden sich aber deutlich in Werkzeug, Tiefe und Behandlungsansatz:

  • Akupressur: wird mit Fingerdruck auf einzelne, isolierte Punkte ausgeführt — meist als Selbstanwendung. Shiatsu nutzt zusätzlich Handballen, Ellbogen, Knie und Füße und arbeitet entlang ganzer Meridianverläufe statt nur an einzelnen Punkten.
  • Akupunktur: setzt feine Nadeln in die Triggerpunkte ein — invasiv, in Deutschland ärztlich oder durch Heilpraktiker:innen praktiziert. Shiatsu ist nicht-invasiv, drucktechnisch und kommt komplett ohne Hilfsmittel aus.
  • Thaimassage: kombiniert Druckpunktarbeit mit ausgeprägten Dehnungen und assistierten Yoga-Stellungen. Shiatsu fokussiert stärker auf das Spüren der Energie und sanfte Druckpunktstimulation; Halteübungen sind enthalten, aber weniger akrobatisch.
  • Tuina-Massage: die chinesische Schwester-Technik und mit-Ursprung von Shiatsu — kraftvoller und manueller orientiert, oft mit kneifenden und rollenden Bewegungen. Shiatsu wirkt im Vergleich sanfter und meditativer.

Allen Verfahren gemeinsam ist die Sicht des Körpers als komplexes System, das nur in seiner Gesamtheit vital sein kann. Welche Methode für Sie persönlich passt, hängt von Beschwerdebild, Vorlieben und dem gewünschten Tiefe-Niveau ab. Eine erfahrene Therapeutin kann beraten und die jeweils geeignete Technik empfehlen.

Wer profitiert besonders — und wann ist Vorsicht geboten?

Shiatsu eignet sich für:

  • Berufstätige mit hohem Stresspegel und Verspannungssymptomen
  • Menschen mit Schlafproblemen oder energetischer Erschöpfung
  • Personen mit psychosomatischen Beschwerden
  • Senioren, die sanfte Mobilisierung suchen
  • Schwangere (durch entsprechend geschulte Therapeuten)
  • Kinder bei Konzentrationsschwäche oder Unruhe

Vorsicht geboten ist bei: akuten Infekten mit Fieber, schwerem Bluthochdruck, frischen Verletzungen, Tumorerkrankungen, Epilepsie, ausgeprägten Krampfadern und schweren psychischen Erkrankungen. In diesen Fällen sollte vor Beginn ein Arzt konsultiert werden.

Shiatsu lernen — Ausbildungswege im Überblick

Wer Shiatsu professionell anwenden möchte, braucht eine fundierte Ausbildung. Drei Wege bieten sich an:

FormatAnbieterVorteile
Online-Massageausbildung (inkl. Shiatsu-Modul) SWAV-Akademie 100 % flexibel, zeitlich frei einteilbar, Zertifikat
Heimstudium mit DVD (Spezial-Shiatsu) WellnessHeimstudium (WHI) Vertieftes Spezialtraining, Praxis-DVDs, Zertifikat
Reine Präsenz-Seminare WIP-Akademie Direktes Lernen am Modell, persönliches Feedback

Auf der SWAV-Akademie haben Sie ergänzend die Möglichkeit, das SWAV-Zertifikat zu erwerben — eine anerkannte Auszeichnung für Ihren beruflichen Werdegang als Masseur:in oder Wellness-Therapeut:in.

Fazit

Die Shiatsu-Massage ist weit mehr als eine wohltuende Entspannungstechnik — sie verbindet jahrtausendealtes fernöstliches Wissen über Lebensenergie und Meridiane mit konkreter manueller Therapie. Wer Stress, Verspannungen oder energetische Erschöpfung kennt, findet in einer fachgerechten Shiatsu-Sitzung eine sanfte, ganzheitliche Antwort, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen anspricht.

Wer Shiatsu professionell anwenden möchte — sei es in der eigenen Wellness-Praxis, als mobile Masseur:in oder im Spa-Bereich — braucht eine fundierte Ausbildung. Mit der SWAV Online-Massage-Ausbildung lernst Du Grundtechniken und Shiatsu-Module flexibel von zu Hause; bei WHI findest Du vertiefte Spezial-Trainings mit Praxis-DVD und Zertifikat.

Häufige Fragen zur Shiatsu-Massage

Was ist eine Shiatsu-Massage?

Shiatsu ist eine japanische Druckpunktmassage, die mit Fingern, Handballen, Ellbogen, Knien oder Füßen sanften Druck entlang der Meridiane (Energieleitbahnen) ausübt. Ziel ist es, Energieblockaden zu lösen und Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Der Name kommt aus dem Japanischen: „Shi" = Finger, „atsu" = Druck.

Wie unterscheidet sich Shiatsu von einer normalen Massage?

Klassische Massagen arbeiten primär mit Muskelkraft, um Verspannungen zu lockern. Shiatsu nutzt das Körpergewicht des Therapeuten und folgt den Meridianen — es geht weniger um die Muskulatur als um den Energiefluss (Qi). Außerdem wird Shiatsu in der Regel über lockerer Kleidung auf einer Futonmatte am Boden ausgeführt, nicht auf einer Liege mit Öl.

Bei welchen Beschwerden hilft Shiatsu?

Shiatsu wird vor allem bei Stress, Verspannungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsproblemen und energetischen Erschöpfungszuständen eingesetzt. Auch zur Vorbeugung und allgemeinen Entspannung ist die Methode beliebt. Bei medizinischen Indikationen sollte vorher ärztliche Rücksprache erfolgen.

Wann sollte man auf Shiatsu verzichten?

Bei akuten fieberhaften Infekten, schwerem Bluthochdruck, frischen Verletzungen, Tumorerkrankungen, Epilepsie und ausgeprägten Krampfadern ist Vorsicht geboten. In der Schwangerschaft nur durch erfahrene Shiatsu-Therapeut:innen mit entsprechender Zusatzqualifikation.

Wie lange dauert eine Shiatsu-Massage?

Eine klassische Einzelsitzung dauert 50 bis 60 Minuten, inklusive Anamnese und Nachruhe. Für eine spürbare Wirkung empfehlen sich mehrere Termine im Abstand von ein bis zwei Wochen.

Kann ich Shiatsu erlernen?

Ja — über fundierte Aus- und Weiterbildungen. Die SWAV-Akademie bietet Online-Lehrgänge im Bereich Massage und Wellness, zu denen auch Shiatsu-Module gehören. Vertiefende Spezial-Trainings als Heimstudium mit DVD findest Du bei unserer Schwester-Akademie WellnessHeimstudium (WHI). Für reine Präsenz-Seminare empfehlen wir WIP-Akademie.

Brauche ich Vorkenntnisse für eine Shiatsu-Ausbildung?

Nein. Eine seriöse Shiatsu-Ausbildung baut von Grund auf — Anatomie, Meridianlehre, Grifftechniken und Praxis werden Schritt für Schritt vermittelt. Wichtig ist Interesse an ganzheitlichen Methoden und manuelle Sensibilität.

Quellen & Weiterführende Literatur

  1. Masunaga S., Ohashi W.: Zen Shiatsu — Heilung durch Berührung. Felicitas Hübner Verlag — Standardwerk zur Zen-Shiatsu-Methode.
  2. Namikoshi T.: Das große Buch der Shiatsu-Therapie. Heyne Verlag — Klassische japanische Shiatsu-Schule.
  3. Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland e.V. — shiatsu-gsd.de (Berufsverband, Qualitätsstandards, Ausbildungsrichtlinien).
  4. Deutscher Wellness Verband e.V. — wellnessverband.de (Qualitätsstandards für Wellness-Anwendungen).

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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Profilbild von Ksenia Verhovszkaja
vor einer Woche
Diana ist eine sehr Kompetente, Geduldvolle, Empathische und Wunderschöne Ausbilderin! Das Material hat sie sehr verständlich unterrichtet und all die Massage Techniken wirklich schön gezeigt und uns beigebracht. Ich bin unendlich dankbar, leibe Diana, und wie versprochen, wir sehen uns noch auf jeden Fall bei nächsten Seminaren! Hervorragend!!! Liebe Grüße, Okszana ❤️
Ksenia Verhovszkaja
Profilbild von Chris Heise
vor einer Woche
Ich habe an einem zweitägigen Onlineseminar, im Zuge meiner Ausbildung zur Fachkraft für Massage Wellness und Prävention teilgenommen. Ich suchte zu Beginn meine Zugangsdaten. Der Fehler lag bei mir. ABER nachdem ich am Abend (20:20 Uhr !!) zuvor eine Mail dazu schrieb, erhielt ich um 20:50 Uhr !! eine Antwort mit neuen Zugangsdaten. Das alleine ist schon mega gewesen. Technisch war das Seminar auf ganz hohem Niveau. Klasse. Die fachlichen Kompetenzen der Dozenten waren ebenfalls auf ganz ganz hohem Stand. Besprochene Pausenzeiten wurden zu 100% eingehalten. Wenn man, typisch deutsch, was zu meckern sucht....!!Dann nur--Warum dieses Seminar nicht drei Tage geht! Es wurde mit soviel Freude und Fachwissen die nötigen Informationen übermittelt, das es besser nur noch in Präsenz gegangen währe. Danke liebes WIP - Team und macht weiter so.
Chris Heise
Profilbild von Tagesmutti Schreiber
vor einer Woche
Der online Kurs war sehr interessant und informativ. Es wurden alle Fragen sofort und kompetent beantwortet. Der Ablauf war sehr strukturiert und auch die Pausen wurden eingehalten. Die Dozenten haben sich abgewechselt und somit mehr Abwechslung rein zu bringen, was sehr gut gelungen ist. Ich habe sehr viel neues gelernt und es wurde alles sehr anschaulich erklärt und wiederholt.
Tagesmutti Schreiber
Profilbild von Mine Juhr
vor 3 Wochen
Es war sehr schön und sehr intresant und hat mir sehr gut gefallen bin durch Ralf viel schlauer für die prüfung gewurden mir hat ea echt viel spass gemacht freu mich. Mit dem prüfubg zu machen das sind gute und faire prüfer vilen dank für die schöne zwei tage danke lg mine juhr
Mine Juhr
Profilbild von Mandy Otto
vor 3 Wochen
Tolles Webinar . Ich war sehr begeistert. Immer wieder gerne..
Mandy Otto
Profilbild von Marfuli
vor 2 Monaten
Ein wirklich ansprechendes Seminar mit ausgewogenen Praxis-& Theorieanteil. Die Dozenten und Dozentinnen sind kompetent und darüber hinaus auch menschlich und nahbar. Gute Vibes unter den Lehrenden. Es wurde viel gelacht und ein respektvoller Umgangston wurde stets gewahrt. Die Kommunikation ist für uns Teilnehmenden während des Seminars nur über die Chatfunktion möglich, was einerseits den Vorteil hat, dass die Vortragenden nicht unterbrochen werden können, keine Störgeräusche. (das war für mich als Teilnehmerin sehr angenehm, denn auch mein eigener Gedankenfluss wurde nicht unterbrochen und ich konnte dem Thema gut folgen). Andererseits gehen einige Fragen manchmal leider unter und werden übersehen. Das war ein bisschen frustrierend. Gefallen hat mir zudem, dass am Ende betont wurde, dass wir uns bei zukünftigen Fragen immer wieder bei der Akademie melden können. Sehr sympathisch. Ich empfehle dieses Seminar herzlich gerne.
Marfuli
Profilbild von Petra Brand
vor 3 Monaten
Tolles Online Seminar Fitnesscoach A/B-Lizenz inkl. Personal-Trainer-Lizenz - empfehlenswert! Ein rundum gelungenes Seminar - die Inhalte wurden verständlich und praxisnah erklärt sowie auch präsentiert. Trotz Online-Format entstand eine angenehme, persönliche Lernatmosphäre auch dank der kompetenten und motivierenden Referenten. Danke! Ich freue mich schon auf die Prüfung in Berlin :-)
Petra Brand
Profilbild von Stella Stahlhofen
vor 4 Monaten
Ich habe meine Lizenzen über 12 Monate bei der ILS Akademie absolviert und bin rundum zufrieden. Die Betreuung war durchgehend hervorragend – bei Fragen oder Unsicherheiten war immer jemand erreichbar und hilfsbereit. Die Dozenten sind fachlich extrem kompetent und gleichzeitig sehr motivierend. Besonders positiv hervorheben möchte ich das umfangreiche und verständlich aufbereitete Studienmaterial, das sowohl theoretisch als auch praxisnah aufgebaut ist und einen wirklich gut auf die Prüfungen vorbereitet. Ein großes Highlight war für mich auch die Prüfung selbst: Ralf Stirpeiks als Prüfer ist ein absoluter Top-Lehrer – menschlich wie fachlich ein mega Typ. Man fühlt sich ernst genommen, fair geprüft und gleichzeitig ermutigt, sein Bestes zu zeigen. Ich kann die ILS Akademie jedem empfehlen, der eine fundierte, strukturierte und hochwertige Ausbildung im Fitness- und Medical-Fitness-Bereich sucht. Für mich war es die richtige Entscheidung.
Stella Stahlhofen
Profilbild von Marlen Ackermann
vor 4 Monaten
Ich habe am vergangenen Wochenende mein Fernstudium bei der Deutschen Akademie für Massagepraktiken abgeschlossen. Die Betreuung vor Ort war GROSSARTIG! Die Räume sind groß, hell und gut ausgestattet. Die leitende Ausbilderin hat sich für JEDEN Zeit genommen, Fragen ruhig und ausführlich beantwortet sowie viele praktische Tipps gegeben. Man wurde durchaus und wortwörtlich an die Hand genommen und im Bereich Massage und Prävention noch intensiver an die verschiedenen Themen und Praktiken herangeführt. Unsicherheiten wurden mir persönlich dadurch genommen und ich fühle mich bestens vorbereitet für den nächsten Schritt. Das ganze Seminar war sehr gut aufgebaut und anspruchsvoll, aber trotzdem entspannt in der Durchführung. Wir hatten sehr viel Spaß und es wurde nicht langweilig. Die Geschäftsleitung hat sich ebenfalls Zeit für uns genommen und man konnte sich in Gesprächen sehr gut austauschen. FAZIT: JEDERZEIT UND GERNE WIEDER!
Marlen Ackermann
Profilbild von Laura L.
vor 5 Monaten
Sehr empfehlenswert! Der Seminarraum war sauber und gut ausgestattet (Hanteln, Bänke etc.). Besonders positiv hervorheben möchte ich den Prüfer Ralf Stirpeik: Er war sehr freundlich, hat eine entspannte Atmosphäre geschaffen und alle Inhalte verständlich erklärt. Zudem wurden alle Fragen zur Prüfung in der Gruppe ausführlich besprochen. Insgesamt ein sehr professioneller Ablauf und angenehmer Aufenthalt. Danke dafür 👋🏼
Laura L.