03. März 2017
Lesezeit ca. 5 Min.

Während die Fußreflexzonenmassage im Wellness-Bereich immer mehr Anhänger findet, ist die Handreflexzonenmassage deutlich weniger bekannt. Was aber hat es damit genau auf sich?

Die Handreflexzonenmassage ist eine spezielle Form der Reflexzonenmassage, die sich der traditionellen Konzepte der im Wellness-Bereich weitverbreiteten Fußreflexzonenmassage bedient. Im Kern basiert das Konzept auf der Annahme, dass bestimmte Punkte auf der Hautoberfläche über einen sogenannten reflektorischen Bogen mit inneren Organen und ganzen Körperregionen verbunden sind und diese damit widerspiegeln. Durch die physische Stimulation der Reflexzonen erfolgt gleichzeitig eine spiegelbildliche Aktivierung der verbundenen Organe und Körperregionen, sodass gut ausgebildete Fachpraktiker indirekt Einfluss auf diese Bereiche ausüben können. Das Ziel der Handreflexzonenmassage ist es also nicht nur, Blockaden zu lösen, sondern auch Schmerzen zu lindern, die Verdauung zu fördern oder die Konzentrationsleistung zu verbessern.

Ursprung der Handreflexzonenmassage

Die Wurzeln der Handreflexzonenmassage gehen zurück bis in die Zeit vor Christi Geburt, als sich im Fernen Osten die Kunst der Reflexzonenmassage entwickelte. Aus Einflüssen der ayurvedischen Massagetradition, der chinesischen Tunia und der historischen Thai-Massage entstand schließlich die moderne Fußreflexzonenmassage, auf der die Handreflexzonenmassage aufbaut. Diese damit deutlich jüngere Massageform entstand erst in den 1930er-Jahren, als der Arzt William Fitzgerald die Zonentherapie entwickelte und dabei folgerte, dass auch die menschliche Hand über Reflexpunkte verfügt. Ihren Durchbruch erlebte die Handreflexzonenmassage aber letztlich durch die Beschreibungen und Weiterentwicklungen von Jürgen Kaiser, der die Massage auch als einfach durchzuführendes Selbstmassagekonzept etablierte.

Wo liegen die Handreflexzonen?

Analog zu den Fußreflexzonen verteilen sich die Handreflexzonen auf der gesamten Handfläche, wobei diese den menschlichen Körper mit all seinen Organen und Strukturen in vereinfachter Form widerspiegelt. Interessanterweise orientiert sich die Anordnung der Reflexpunkte am anatomischen Aufbau der Organe im menschlichen Körper, was beispielsweise dazu führt, dass die sogenannte Herzzone, die eine Verbindung zum Herzen darstellt, lediglich auf der linken Hand zu finden ist. Im Gegensatz dazu befindet sich die Leberzone auf der rechten Hand. Darüber sind auch die auf jeder Hand befindlichen Reflexzonen anatomisch korrekt aufgebaut, zumal die inneren Organe durch Zonen auf den Handinnenflächen repräsentiert werden und der Kopf seine Entsprechung im Bereich der Fingerkuppen findet.

Was unterscheidet die Handreflexzonen von den Fußreflexzonen?

Auch wenn sowohl die Hände als auch die Füße spiegelbildlich die Organlandschaft darstellen und damit auch über die gleichen Druckpunkte verfügen, bestehen einige Unterschiede, die Fachpraktiker bei der Anwendung beachten müssen. Durch die abweichende Form von Händen und Füßen gestalten sich Form und Größe der Reflexzonen an der Hand deutlich anders, auch wenn Anordnung und Lage ungefähr gleich sind.

Bedingt durch die Tatsache, dass die Reflexzonen für die inneren Organe auf der Handfläche deutlich kleiner sind und enger zusammenrücken, verlangt die Durchführung der Handreflexzonenmassage vom Masseur deutlich mehr Fingerspitzengefühl. Zudem liegen die empfindlichen Zonen tiefer, womit ein höheres Maß an Massagedruck und damit auch Vorsicht aufgewendet werden muss. Auf der anderen Seite ermöglicht die Länge der Finger, die in ihrer Gesamtheit den Kopfbereich samt Nebenhöhlen repräsentieren, eine umfangreichere Variationsbreite an Massagegriffen, um speziell diese Region zu stimulieren.

Praktische Durchführung der Handreflexzonenmassage

Charakteristisch für die Handreflexzonenmassage ist die dominante Verwendung des Daumens als Massagewerkzeug, der typischerweise wie ein stabiler Druckstift eingesetzt wird. Alternativ kann in der Praxis auch zu Massagesteinen oder Massagestäbchen aus Massivholz gegriffen werden, die sich durch ihre spezielle Form für das Erreichen der besonders tief gelegenen Druckpunkte hervortun. Lediglich für die Massage filigraner Zonen wie der Zwischenräume zwischen den Fingerknochen kommen Zeige- und Mittelfinger mit zur Anwendung, wobei dies wiederum vom individuellen Stil des Therapeuten abhängig ist. Allgemein zeichnet sich die Handreflexzonenmassage durch kurze, dafür aber umso kräftigere Druckimpulse aus, die durch lokale kreisende und reibende Bewegungen ergänzt werden.

Wie läuft diese spezielle Reflexzonenmassage ab?

Unabhängig davon, ob die Handreflexzonenmassage durch einen Therapeuten oder per Selbstmassage ausgeführt wird, folgt sie immer demselben Muster, das mit der Bearbeitung der Reflexzonen an der rechten Hand beginnt. Los geht es mit kräftigen Druckimpulsen, die nacheinander die Zonen für den Brustbereich und die Lunge stimulieren. Im Anschluss wird in der Regel die Hand gewechselt, um mit der Massage der Herz-, Magen-, Darm- und Wirbelsäulendruckpunkte fortzufahren. Die letzte Phase der Handreflexzonenmassage wird durch kreisende Bewegungen im Bereich der Fingerwurzelknochen eingeläutet, die sinnbildlich für die Ohren und Augen stehen. Den Schlusspunkt setzt die Aktivierung der Reflexzonen für das Gehirn durch gefühlvolle Reibungen an den Fingerspitzen.

Kontraindikationen

Bei allen positiven Effekten, die diese Form der Reflexzonenmassage haben kann, sollte jedoch auch beachtet werden, dass es einige Kontraindikationen gibt, die gegen die Verwendung der Methode sprechen. Dazu gehören unter anderem:

  • Entzündungen im Venen- und Lymphsystem
  • Hauterkrankungen
  • offene Wunden
  • neurologische Erkrankungen (z. B. Spastiken, Epilepsie)
  • manisch-depressive Psychosen
  • Schwangerschaft (während der ersten vier und der letzten sechs Schwangerschaftswochen)

Fazit & Ausblick

Bei der Handreflexzonenmassage handelt es sich um ein interessantes Verfahren, das sich hervorragend zur Erweiterung des Angebots-Portfolios von spezialisierten Therapeuten eignet. Nutzen Sie Ihr an der SWAV-Akademie erworbenes Fachwissen als Grundlage für den Ausbau Ihres Kompetenzspektrums, das Ihnen auf dem Markt zahlreiche Chancen eröffnet.

Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Tagesmutti Schreiber