Ernährungsberater
Als Ernährungsberater begleiten Sie gesunde Menschen dabei, ihre Ernährung bewusster zu gestalten, Gewohnheiten zu überdenken und alltagstaugliche Routinen aufzubauen. Sie arbeiten präventiv und motivierend – von der Analyse des Essverhaltens bis zum individuellen Plan. Wichtig ist die klare Grenze: Bei Erkrankungen verweisen Sie an Ärzte oder Diätassistenten. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Berufsbild, Aufgaben, Qualifikation, Einsatzfelder und den Weg in die Selbstständigkeit.
Key Facts – Ernährungsberater werden
- Berufsbezeichnung: frei und nicht geschützt – seriöse Qualifikation entscheidet
- Zielgruppe: gesunde Menschen, Prävention und Alltagsbegleitung
- Klare Grenze: keine Diagnose, keine Behandlung, keine Heilversprechen
- Bei Krankheiten: Verweis an Ärzte oder Diätassistenten
- Zugang: Weiterbildung auch für Anfänger ohne Vorkenntnisse
- Einsatzfelder: Studio, Prävention, Coaching, online oder vor Ort
- Tätigkeit: angestellt oder selbstständig, oft berufsbegleitend startbar
Berufsbild Ernährungsberater
Ernährungsberater unterstützen ihre Klienten in den verschiedensten Fragen rund um eine ausgewogene, alltagstaugliche Ernährung. Sie analysieren das bisherige Essverhalten, decken typische Ernährungsfehler auf und entwickeln gemeinsam mit den Klienten Strategien für gesündere Gewohnheiten. Der Beruf ist gefragt, weil viele Menschen zwar den Begriff „gesunde Ernährung" kennen, ihn im Alltag aber nur schwer umsetzen können. Genau hier setzen Sie als Fachkraft an – mit fundiertem Wissen und einer motivierenden, individuellen Begleitung.

Ein zentrales Merkmal des Berufs ist die Ausrichtung auf gesunde Menschen und die Prävention. Sie geben Orientierung im Dschungel aus Ernährungsmythen, Trends und widersprüchlichen Informationen. Dabei ist „Ernährungsberater" in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung, was den Zugang offen hält, zugleich aber eine seriöse Qualifikation umso wichtiger macht. Wer mit fundierter Ausbildung, klaren Kompetenzgrenzen und einem professionellen Auftreten arbeitet, hebt sich deutlich vom unseriösen Wettbewerb ab.
Neben dem Fachwissen ist die soziale Kompetenz ein Kernbestandteil des Berufs. Ernährungsverhalten ist tief in Gewohnheiten, Emotionen und dem sozialen Umfeld verankert. Ein guter Ernährungsberater arbeitet deshalb nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern begleitet wertschätzend, hört zu und entwickelt gemeinsam mit dem Klienten realistische Schritte. Diese motivierende Haltung entscheidet oft mehr über den Erfolg als das reine Faktenwissen, denn nachhaltige Veränderung gelingt nur, wenn der Klient sie selbst tragen kann.
Warum Ernährungsberater gefragt sind
Der Bedarf an qualifizierter Ernährungsbegleitung wächst seit Jahren. Bewegungsarmer Alltag, verarbeitete Lebensmittel und Zeitmangel führen dazu, dass viele Menschen ihre Ernährung neu ausrichten möchten – sei es für mehr Wohlbefinden, mehr Energie im Alltag oder als Ergänzung zu einem aktiveren Lebensstil. Bevor wir uns die konkreten Aufgaben ansehen, lohnt ein Blick auf die typischen Anliegen, mit denen Klienten zu Ihnen kommen.
- Wunsch nach mehr Energie und Wohlbefinden im Alltag
- Unsicherheit angesichts widersprüchlicher Ernährungsinformationen
- Motivation, alte Gewohnheiten nachhaltig zu verändern
- Interesse an einer ausgewogenen Ernährung für die ganze Familie
- Begleitung eines sportlich aktiveren Lebensstils
Sie sehen: Die meisten Anliegen betreffen gesunde Menschen, die präventiv etwas für sich tun möchten. Genau das ist Ihr Feld – abzugrenzen von der medizinischen Ernährungstherapie, auf die wir weiter unten eingehen.
Aufgaben und Zielgruppen
Der Arbeitsalltag eines Ernährungsberaters ist abwechslungsreich und dreht sich um die individuelle Begleitung. Im Zentrum steht das persönliche Beratungsgespräch, in dem Sie das Essverhalten analysieren und gemeinsam realistische Ziele festlegen. Anschließend entwickeln Sie alltagstaugliche Empfehlungen und begleiten deren Umsetzung über einen längeren Zeitraum. Bevor wir die einzelnen Tätigkeiten auflisten, ist wichtig zu betonen: Es geht immer um Aufklärung, Motivation und Orientierung – nicht um die Behandlung von Krankheiten.
- Analyse des individuellen Ess- und Trinkverhaltens
- Aufdecken typischer Ernährungsfehler und Aufklärung über ausgewogene Kost
- Erstellen individueller, alltagstauglicher Ernährungsempfehlungen
- Motivierende Begleitung bei der Umstellung von Gewohnheiten
- Berücksichtigung von persönlichen Vorlieben, Lebensumständen und Zielen
- Weiterverweis an Ärzte oder Diätassistenten, sobald medizinische Themen berührt werden
Die Zielgruppen sind breit gefächert. Sie reichen von berufstätigen Menschen, die im hektischen Alltag eine gesündere Struktur suchen, über Familien bis hin zu älteren Menschen, die ihre Ernährung altersgerecht anpassen möchten. Ebenso begleiten Ernährungsberater häufig sportlich aktive Klienten, die ihre Ernährung auf ihr Training abstimmen wollen.
Beispiele für Beratungsanlässe
Damit das Berufsbild greifbarer wird, hilft ein Blick auf konkrete Anlässe. Diese zeigen die Bandbreite, in der Sie sich als Ernährungsberater bewegen – stets im Rahmen der Beratung gesunder Menschen und der Prävention.
- Unterstützung beim Aufbau einer ausgewogenen Alltagsernährung
- Begleitung eines aktiven, sportlichen Lebensstils
- Orientierung bei alternativen Ernährungsformen wie vegetarischer oder veganer Kost
- Ernährungsbildung in Kursen an Schulen, Kindergärten oder Unternehmen
- Aufklärung über Nährstoffe, Lebensmittelqualität und Portionsgrößen
Achten Sie in der Praxis stets auf Allergien und Unverträglichkeiten. Sobald ein Klient von einer diagnostizierten Erkrankung berichtet oder Symptome schildert, empfehlen Sie den Gang zum Arzt. Diese Sensibilität schützt Ihre Klienten und Sie selbst.
Ein typischer Beratungsablauf
Um sich den Berufsalltag konkret vorzustellen, hilft ein Blick auf einen typischen Beratungsverlauf. Zwar unterscheidet sich jede Begleitung im Detail, doch die Grundstruktur ähnelt sich in den meisten Fällen. Sie führt vom ersten Kennenlernen über die Analyse bis zur langfristigen Begleitung.
- Erstgespräch mit Klärung der Ziele, Wünsche und Lebensumstände
- Analyse des bisherigen Ess- und Trinkverhaltens, etwa über ein Ernährungsprotokoll
- Gemeinsames Festlegen realistischer, alltagstauglicher Ziele
- Entwicklung individueller Empfehlungen und praktischer Tipps
- Begleitende Termine zur Reflexion, Motivation und Anpassung
Wichtig ist, dass Sie den Klienten nicht überfordern. Kleine, machbare Schritte führen erfahrungsgemäß zu dauerhafteren Ergebnissen als radikale Umstellungen. Ihre Aufgabe ist es, diesen Prozess geduldig zu begleiten und die Eigenverantwortung des Klienten zu stärken.
Abgrenzung zu Diätassistent und Ernährungstherapie
Diese Unterscheidung ist der wichtigste Punkt für jeden, der in die Ernährungsberatung einsteigen möchte. „Ernährungsberater" ist eine freie, nicht geschützte Berufsbezeichnung. Sie berechtigt zur allgemeinen Beratung gesunder Menschen und zur Prävention. Sie berechtigt ausdrücklich nicht dazu, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln oder per Ernährung zu heilen. Wer diese Grenze überschreitet, riskiert nicht nur die Gesundheit der Klienten, sondern auch rechtliche Konsequenzen.
Der geschützte, medizinisch ausgerichtete Bereich gehört zu anderen Berufsgruppen. Um die Zuständigkeiten klar zu trennen, hilft die folgende Übersicht der wesentlichen Unterschiede.
- Ernährungsberater: freie Berufsbezeichnung, Beratung gesunder Menschen, Prävention, Motivation und Alltagsbegleitung
- Diätassistent: geschützter Ausbildungsberuf mit staatlicher Anerkennung, arbeitet auch mit erkrankten Menschen, häufig auf ärztliche Verordnung
- Ernährungstherapie: medizinisch ausgerichtete Begleitung bei diagnostizierten Erkrankungen, gehört in die Hände entsprechend qualifizierter Fachkräfte und Ärzte
Für Ihre tägliche Arbeit bedeutet das eine klare Faustregel: Solange es um allgemeine, gesundheitsfördernde Ernährung für gesunde Menschen geht, sind Sie zuständig. Sobald eine Krankheit ins Spiel kommt – etwa Diabetes, eine Nierenerkrankung oder eine Essstörung – verweisen Sie an Ärzte oder Diätassistenten. Diese Haltung ist kein Nachteil, sondern ein Qualitätsmerkmal: Klienten vertrauen Beratern, die ihre Kompetenzgrenzen kennen und offen kommunizieren.
Was Sie nicht dürfen – und warum das schützt
Es lohnt sich, die verbotenen Tätigkeiten explizit zu benennen, damit in der Praxis keine Grauzone entsteht. Die folgenden Punkte gehören nicht in die allgemeine Ernährungsberatung.
- Keine Diagnose von Krankheiten oder Mangelzuständen
- Keine Behandlung oder Heilung von Erkrankungen durch Ernährung
- Keine Empfehlung, ärztlich verordnete Therapien abzusetzen oder zu ersetzen
- Keine Heilversprechen jeglicher Art
Wer diese Grenzen respektiert, arbeitet rechtssicher und seriös. Gleichzeitig entsteht dadurch ein natürliches Netzwerk: Eine gute Zusammenarbeit mit Ärzten und Diätassistenten kann sogar zu wertvollen Empfehlungen führen.
Auch in der Außendarstellung und Werbung ist Vorsicht geboten. Formulierungen, die einen Heilungserfolg suggerieren, sind nicht nur fachlich falsch, sondern auch rechtlich riskant. Bleiben Sie deshalb konsequent bei einer präventiven, alltagsbezogenen Sprache. Statt zu versprechen, eine Beschwerde zu „heilen", sprechen Sie von Unterstützung bei einer ausgewogenen Ernährung und mehr Wohlbefinden. Diese Klarheit ist kein Marketing-Nachteil, sondern ein Zeichen von Professionalität, das seriöse Klienten zu schätzen wissen.
Ausbildung, Weiterbildung und Qualifikation
Weil die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, entscheidet die Qualität der Ausbildung über Ihren Erfolg. Eine fundierte Weiterbildung vermittelt Ihnen nicht nur Fachwissen, sondern auch Beratungskompetenz und ein sicheres Gespür für die eigenen Kompetenzgrenzen. Die Weiterbildung zum Ernährungsberater an der SWAV-Akademie steht auch absoluten Anfängern offen und setzt keine bestimmten Vorkenntnisse voraus. Bevor wir auf mögliche Kombinationen eingehen, hier die typischen Inhalte einer soliden Ausbildung.
- Grundlagen der Ernährungslehre und Nährstoffkunde
- Lebensmittelkunde und Bewertung von Lebensmittelqualität
- Ernährung bestimmter Zielgruppen wie Kinder, Senioren oder Sportler
- Alternative Ernährungsformen und ihre Bewertung
- Prävention und gesundheitsförderliche Ernährung
- Beratungsmethodik, Gesprächsführung und Motivation
Nach abgeschlossener Weiterbildung sind Sie in der Lage, eigenverantwortlich und selbstständig mit Ihren Klienten zu arbeiten – im Rahmen der Beratung gesunder Menschen. Ein großer Vorteil der Online-Ausbildung ist die zeitliche Flexibilität: Sie lernen ortsunabhängig und in Ihrem eigenen Tempo, was die Weiterbildung ideal berufsbegleitend macht.
Ein Zertifikat einer anerkannten Akademie ist außerdem ein wichtiges Signal gegenüber Klienten und potenziellen Arbeitgebern. Da die Berufsbezeichnung frei ist, dient es als sichtbarer Nachweis Ihrer Qualifikation und schafft von Beginn an Vertrauen. Achten Sie deshalb bei der Wahl der Ausbildung auf einen soliden, praxisnahen Aufbau und eine transparente Vermittlung der fachlichen Grundlagen.
Sinnvolle Kombinationen und Spezialisierung
Viele erfolgreiche Berater kombinieren mehrere Qualifikationen, um ihr Angebot zu verbreitern und mehr Klienten anzusprechen. Besonders die Verbindung von Ernährung und Fitness ist gefragt, weil beide Themen im Alltag eng zusammenhängen. Es empfiehlt sich beispielsweise, ergänzend die Fitnesstrainer-Ausbildung zu absolvieren, um Klienten sowohl bei der Ernährung als auch beim Training begleiten zu können.
- Ernährungsberater plus Fitnesstrainer für eine ganzheitliche Begleitung
- Spezialisierung auf Zielgruppen wie Senioren, Familien oder Sportler
- Ergänzung um Themen wie Entspannung oder betriebliches Gesundheitsmanagement
- Fokus auf präventive Ernährungsbildung in Kursen und Vorträgen
Eine klare Positionierung hilft Ihnen, sich am Markt zu profilieren. Statt „alles für alle" anzubieten, gewinnen spezialisierte Berater oft leichter das Vertrauen einer klar definierten Zielgruppe.
Neben der fachlichen Weiterbildung lohnt es sich, kontinuierlich am Laufenden zu bleiben. Ernährungswissen entwickelt sich weiter, und seriöse Berater überprüfen ihre Empfehlungen regelmäßig anhand aktueller, wissenschaftlich fundierter Quellen. Fortbildungen, Fachliteratur und der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen halten Ihr Wissen frisch und stärken Ihre Glaubwürdigkeit gegenüber den Klienten. So bleiben Sie in einem dynamischen Feld dauerhaft kompetent und auskunftsfähig.
Einsatzfelder: Studio, Prävention und Coaching
Als Ernährungsberater können Sie in ganz unterschiedlichen Umfeldern tätig werden – im Angestelltenverhältnis oder selbstständig. Die Bandbreite der Einsatzfelder macht den Beruf besonders attraktiv, weil Sie ihn an Ihre Lebenssituation und Interessen anpassen können. Bevor wir die Selbstständigkeit im Detail betrachten, hier ein Überblick über typische Arbeitsumfelder.
- Fitness- und Gesundheitsstudios, die Ernährungsberatung als Zusatzangebot führen
- Präventionskurse an Schulen, in Kindergärten und Unternehmen
- Betriebliches Gesundheitsmanagement mit Vorträgen und Workshops
- Persönliches Coaching, online oder vor Ort beim Klienten
- Eigene Beratungsräume oder mobile Beratung in den eigenen vier Wänden des Klienten
Gerade das Feld der Prävention gewinnt an Bedeutung. Unternehmen investieren zunehmend in die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden, und Ernährungsbildung ist dabei ein zentraler Baustein. Wer Vorträge und Kurse anbieten kann, erschließt sich hier ein wachsendes Betätigungsfeld.
Auch die Kombination mehrerer Standbeine ist verbreitet und macht Sie unabhängiger von einer einzelnen Einnahmequelle. Viele Berater verbinden beispielsweise die Arbeit im Studio mit eigenen Online-Angeboten oder ergänzen die persönliche Beratung um Gruppenkurse. Diese Mischung sorgt für ein stabileres Einkommen und mehr Abwechslung im Arbeitsalltag. Wichtig ist dabei, den Überblick zu behalten und die verschiedenen Angebote sauber aufeinander abzustimmen, damit weder die Qualität noch Ihre eigene Belastbarkeit leidet. Wer schrittweise wächst und ehrlich zu den eigenen Kapazitäten steht, baut sich so ein tragfähiges und erfüllendes Tätigkeitsfeld auf.
Online-Beratung als Chance
Die digitale Beratung hat sich fest etabliert und eröffnet neue Möglichkeiten. Sie erreichen Klienten unabhängig vom Wohnort und können Ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten. Das senkt zudem die Einstiegshürden in die Selbstständigkeit, weil teure Praxisräume nicht zwingend nötig sind.
- Ortsunabhängige Beratung per Videocall
- Flexible Terminplanung für Berater und Klienten
- Geringere Fixkosten beim Start
- Möglichkeit, digitale Materialien und Pläne bereitzustellen
Auch in der Online-Beratung gelten dieselben Kompetenzgrenzen wie vor Ort: Sie beraten gesunde Menschen präventiv und verweisen bei Erkrankungen an die zuständigen medizinischen Fachkräfte.
Selbstständigkeit und erste Schritte
Für viele ist die Selbstständigkeit das eigentliche Ziel der Weiterbildung. Der Weg dorthin ist gut planbar, wenn Sie ihn strukturiert angehen. Nach abgeschlossener Ausbildung geht es zunächst um die Grundlagen: eine klare Positionierung, ein passendes Angebot und die formale Anmeldung Ihrer Tätigkeit. Die folgenden Schritte helfen Ihnen beim Einstieg.
- Zielgruppe und Spezialisierung festlegen
- Angebot und Preise klar definieren
- Gewerbliche Anmeldung und steuerliche Fragen mit fachkundiger Beratung klären
- Beratungsraum einrichten oder Online-Setup aufbauen
- Sichtbarkeit über Website, Empfehlungen und Netzwerke schaffen
Am Anfang lohnt es sich, nebenberuflich zu starten und den Kundenstamm Schritt für Schritt aufzubauen. So sammeln Sie Erfahrung, ohne von Beginn an ein volles Auftragsvolumen tragen zu müssen. Ein gutes Netzwerk – etwa zu Fitnessstudios, Ärzten oder Physiotherapeuten – kann dabei zu wertvollen Empfehlungen führen.
Ein oft unterschätzter Erfolgsfaktor ist das Marketing. Gerade zu Beginn müssen potenzielle Klienten überhaupt erst von Ihrem Angebot erfahren. Bevor Sie größere Budgets investieren, lohnt es sich, die einfachen und kostengünstigen Hebel konsequent zu nutzen. Die folgenden Maßnahmen haben sich für den Einstieg bewährt.
- Eine klare, verständliche Website mit Ihrem Angebot und Ihrer Positionierung
- Empfehlungen zufriedener Klienten aktiv anstoßen
- Kooperationen mit Studios, Praxen und lokalen Anbietern
- Kostenlose Vorträge oder Workshops zur Gewinnung erster Kontakte
- Regelmäßige, hilfreiche Inhalte in sozialen Netzwerken
Kalkulieren Sie Ihre Preise so, dass sie sowohl den Wert Ihrer Leistung als auch Ihre Arbeitszeit und Ihre Fixkosten abdecken. Zu niedrige Preise wirken nicht nur unprofessionell, sie gefährden auch die Wirtschaftlichkeit Ihrer Selbstständigkeit. Eine saubere Kalkulation von Anfang an schafft die Grundlage für ein tragfähiges Geschäft.
Typische Anfängerfehler vermeiden
Der Start in die Selbstständigkeit gelingt leichter, wenn Sie einige verbreitete Stolperfallen kennen. Diese betreffen nicht nur das Marketing, sondern auch die fachliche Seriosität.
- Unklare Positionierung und ein zu breites Angebot
- Überschreiten der eigenen Kompetenzgrenzen bei medizinischen Themen
- Werbung mit Heilversprechen, die rechtlich unzulässig ist
- Fehlende Kalkulation von Preisen und Arbeitszeit
- Zu wenig Aufbau von Sichtbarkeit und Empfehlungen
Wer diese Fehler vermeidet und mit einer fundierten Qualifikation, klaren Grenzen und einem professionellen Auftritt startet, hat gute Chancen, sich als Ernährungsberater dauerhaft zu etablieren. Die Kombination aus solidem Fachwissen, seriöser Beratung und einem verlässlichen Netzwerk ist der beste Grundstein für langfristigen Erfolg.
Was sich in über 20 Jahren Praxis bewährt hat: Der wichtigste Satz in jedem Erstgespräch ist die ehrliche Abgrenzung. Sagen Sie Ihren Klienten von Anfang an offen, dass Sie gesunde Menschen präventiv begleiten und bei Erkrankungen an Arzt oder Diätassistent verweisen. Das wirkt nicht schwach, sondern schafft Vertrauen – und schützt Sie zugleich rechtlich, denn Heilversprechen haben in der Ernährungsberatung nichts verloren.
Fazit
Der Beruf des Ernährungsberaters ist vielseitig, gefragt und offen für Einsteiger – vorausgesetzt, Sie bringen eine fundierte Qualifikation und ein klares Bewusstsein für Ihre Kompetenzgrenzen mit. Sie begleiten gesunde Menschen präventiv, verweisen bei Erkrankungen an Ärzte oder Diätassistenten und verzichten konsequent auf Heilversprechen. Wenn Sie diesen Weg professionell gehen möchten, legt die flexible Online-Weiterbildung zum Ernährungsberater an der SWAV-Akademie den fachlichen Grundstein – ideal berufsbegleitend und gern in Kombination mit der Fitnesstrainer-Ausbildung für ein noch breiteres Angebot.
Häufige Fragen zu Ernährungsberater
Ist Ernährungsberater eine geschützte Berufsbezeichnung?
Nein. „Ernährungsberater" ist in Deutschland eine freie, nicht geschützte Bezeichnung. Deshalb ist eine fundierte Weiterbildung entscheidend, um sich seriös von unqualifizierten Anbietern abzuheben und Ihren Klienten kompetente Beratung zu bieten.
Worin unterscheidet sich ein Ernährungsberater von einem Diätassistenten?
Der Ernährungsberater berät gesunde Menschen präventiv und im Alltag. Der Diätassistent ist ein geschützter, staatlich anerkannter Ausbildungsberuf und arbeitet auch mit erkrankten Menschen, häufig auf ärztliche Verordnung. Medizinische Ernährungstherapie gehört nicht in die allgemeine Ernährungsberatung.
Darf ich als Ernährungsberater bei Krankheiten beraten?
Nein. Sobald eine diagnostizierte Erkrankung wie Diabetes oder eine Nierenerkrankung berührt wird, verweisen Sie an Ärzte oder Diätassistenten. Sie dürfen keine Krankheiten diagnostizieren, behandeln oder per Ernährung heilen und keine Heilversprechen geben.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung?
Für die Weiterbildung zum Ernährungsberater an der SWAV-Akademie sind keine bestimmten Vorkenntnisse nötig. Sie steht auch absoluten Anfängern offen. Sinnvoll ist es, ergänzend die Fitnesstrainer-Ausbildung zu absolvieren, um Ernährung und Training zu verbinden.
Wo kann ich als Ernährungsberater arbeiten?
Die Einsatzfelder reichen von Fitness- und Gesundheitsstudios über Präventionskurse an Schulen und Unternehmen bis zum persönlichen Coaching – online oder vor Ort. Sie können angestellt oder selbstständig tätig sein und Ihre Arbeit flexibel gestalten.
Kann ich mich als Ernährungsberater selbstständig machen?
Ja. Nach abgeschlossener Weiterbildung können Sie eigenverantwortlich arbeiten. Viele starten nebenberuflich, legen eine klare Zielgruppe fest, klären steuerliche Fragen mit fachkundiger Beratung und bauen ihren Kundenstamm über Empfehlungen und Sichtbarkeit auf.
Wie hebe ich mich als seriöser Ernährungsberater ab?
Durch eine fundierte Qualifikation, klar kommunizierte Kompetenzgrenzen und ein professionelles Auftreten. Wer offen sagt, dass er gesunde Menschen präventiv begleitet und bei Erkrankungen verweist, schafft Vertrauen und arbeitet zugleich rechtssicher.
Quellen & weiterführende Informationen
- Wikipedia: Ernährungsberatung – Berufsbild, Inhalte und Abgrenzungen
- DGE – Deutsche Gesellschaft für Ernährung – fachlicher Bezugsrahmen und Referenzwerte
- Gesetze im Internet: DiätAssG – der geschützte Beruf des Diätassistenten

