18. Januar 2017
Lesezeit ca. 18 Min.

Ein gutes Gleichgewicht entscheidet über Sicherheit, Beweglichkeit und Lebensqualität – und lässt sich in jedem Alter gezielt trainieren. Als Fitnesstrainer verbinden Sie Ausdauer- und Balancetraining zu einem Programm, das die Körperwahrnehmung Ihrer Kunden schärft, Stürzen vorbeugt und die sensorische Weiterleitung verbessert. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die Grundlagen, konkrete Übungen und die passende Progression für unterschiedliche Zielgruppen – vom untrainierten Einsteiger über den älteren Kunden bis zum ambitionierten Sportler, der seine Bewegungssicherheit weiter verfeinern möchte.

Key Facts – Gleichgewichtstraining

  • Drei Systeme: Augen, Innenohr und Rezeptoren im Körper steuern gemeinsam die Balance.
  • Propriozeption: die Wahrnehmung der eigenen Körperlage lässt sich gezielt trainieren.
  • In jedem Alter: das Gleichgewicht ist trainierbar – auch bei Senioren.
  • Progression: vom sicheren Stand über den Einbeinstand bis zur instabilen Unterlage.
  • Kombination: Ausdauer- und Balancetraining ergänzen sich und steigern den Effekt.
  • Sturzprävention: ein stabiles Gleichgewicht senkt das Sturzrisiko im Alltag.
  • Trainerrolle: Bewegungsqualität beobachten, korrigieren und individuell dosieren.

Warum ein gutes Gleichgewicht so wichtig ist

Das Gleichgewicht ist eine der unterschätztesten Fähigkeiten des menschlichen Körpers. Wir bemerken es meist erst dann, wenn es nachlässt: beim Stolpern auf unebenem Boden, beim unsicheren Gang nach langer Bewegungspause oder beim Schwindel nach einer schnellen Drehung. Für Ihre Kunden bedeutet ein stabiles Gleichgewicht mehr Sicherheit im Alltag, eine bessere Haltung und eine höhere Leistungsfähigkeit im Sport. Als Fitnesstrainer schaffen Sie hier einen echten Mehrwert, der weit über das reine Muskeltraining hinausgeht.

Frau übt den Einbeinstand auf einem Balance-Pad, angeleitet von einer Fitnesstrainerin im Studio
© WellnessInPerfektion WIP GmbH (KI/künstlich erzeugt)

Gerade weil die Balance im Hintergrund arbeitet, wird sie im Training oft vernachlässigt. Dabei ist sie die Grundlage nahezu jeder Bewegung. Wer sicher steht, kann auch sicher gehen, laufen, springen und heben. Bevor Sie mit konkreten Übungen beginnen, lohnt sich deshalb der Blick darauf, welche Vorteile ein gezieltes Gleichgewichtstraining Ihren Kunden bringt.

  • mehr Sicherheit im Alltag und geringeres Sturzrisiko
  • bessere Körperhaltung und Rumpfstabilität
  • gesteigerte Reaktionsfähigkeit bei plötzlichen Belastungen
  • höhere Leistungsfähigkeit in nahezu allen Sportarten
  • mehr Selbstvertrauen in die eigene Bewegung

Wie der Körper das Gleichgewicht hält

Mit einem gesunden Gleichgewichtssinn kann der Körper in jeder Position und bei jeder Bewegung eine aufrechte Haltung annehmen. Dazu kombiniert das menschliche Gehirn mehrere sensorische Daten. Visuelle Informationen über die Umgebung, etwa wo oben und unten ist, werden durch die Augen aufgenommen. Wie wichtig die Augen für die Koordination sind, können Sie Ihren Kunden mit einem einfachen Trick zeigen: Bitten Sie sie, sich auf ein Bein zu stellen und dann die Augen zu schließen. Sofort wird der Stand unsicher und wackelig.

Auch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ist für die Balance entscheidend. Es informiert über Beschleunigungen des Körpers, beispielsweise während des Laufens bei einem Ausdauertraining. Zudem reagiert es auf Drehbewegungen. Dies geschieht über feine Sinneshärchen, die sich je nach Neigungswinkel des Körpers im Innenohr schwingend bewegen. Als drittes Informationssystem dienen Rezeptoren im Körper. Welcher Druck lastet gerade auf den Fußsohlen? Wie stark sind die Muskeln angespannt? Welche Stellung nehmen die Gelenke ein? All diese sensorischen Daten übermitteln Messfühler im Gewebe und senden sie zum zentralen Nervensystem.

Das Zusammenspiel der drei Systeme

Erst das reibungslose Zusammenspiel dieser drei Informationsquellen sorgt für einen sicheren Stand. Fällt eines aus oder liefert ungenaue Daten, muss der Körper die fehlenden Informationen über die anderen Kanäle ausgleichen. Bei Dunkelheit etwa übernehmen Innenohr und Tiefensensibilität die Führung, weil die Augen kaum noch verwertbare Daten liefern. Genau dieses Prinzip machen Sie sich im Training zunutze: Indem Sie einzelne Sinneskanäle gezielt erschweren, fordern Sie die verbleibenden Systeme heraus und verbessern die gesamte Verarbeitung.

Grundlagen des propriozeptiven Trainings

Der Fachbegriff für die Wahrnehmung der eigenen Körperlage lautet Propriozeption. Sie beschreibt die Fähigkeit, die Stellung und Bewegung der Gelenke, die Spannung der Muskeln und die Belastung der Füße wahrzunehmen, ohne hinsehen zu müssen. Propriozeptives Training – oft auch sensomotorisches Training genannt – zielt darauf ab, genau diese Wahrnehmung zu schulen und die Reaktionsgeschwindigkeit des Nervensystems zu erhöhen. Für Ihre Kunden bedeutet das: Der Körper lernt, schneller und präziser auf kleine Schwankungen zu reagieren.

Das Besondere an dieser Trainingsform ist, dass sie weniger die Muskeln als das Nervensystem anspricht. Die Fortschritte entstehen im Kopf – genauer gesagt in den Nervenbahnen, die Reize weiterleiten und Bewegungen steuern. Bevor Sie mit Ihren Kunden einsteigen, sollten Sie die wichtigsten Prinzipien kennen, nach denen ein wirksames Balancetraining aufgebaut ist.

  • vom Sicheren zum Unsicheren: erst fester Boden, dann instabile Unterlage
  • vom Einfachen zum Komplexen: erst statisch stehen, dann dynamisch bewegen
  • reduzierte Sinneskanäle: Übungen mit geschlossenen Augen steigern den Reiz
  • kurze, konzentrierte Reize: Qualität geht vor Menge
  • regelmäßige Wiederholung: die Nervenbahnen lernen durch Konstanz

Warum die Balance im Alter nachlässt

Dass der Körper beim Stehen auf einem Bein leicht schwankt, ist selbst bei jungen Menschen normal. Die Schwankungen werden durch das Fußgelenk ausgeglichen. Die Rezeptoren im Gelenk nehmen die leichten Bewegungen wahr und steuern gegen, sodass ein Sturz verhindert wird. Mit zunehmendem Alter wird es schwieriger, mit dem Fußgelenk gegenzusteuern. Selbst beim Gehen oder Stehen können ältere Menschen leicht schwanken und einen drohenden Sturz manchmal nicht schnell genug abwenden.

Hinzu kommen Veränderungen der Wahrnehmung im Alter. Die sensorischen Informationen, etwa über die Beschaffenheit des Bodens, werden durch die Nervenbahnen langsamer als bei jungen Menschen übertragen. Ist die Muskulatur zudem geschwächt, fällt es schwer, das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Ein passiver Lebensstil verstärkt diesen Prozess: Wird das Gleichgewichtsorgan selten gefordert, verlieren die Systeme an Feinabstimmung. Die gute Nachricht für Ihre Kunden lautet: Balance ist trainierbar – und zwar in jedem Alter.

Übungen und Progression für Ihr Training

Ein wirksames Balancetraining folgt einem klaren Aufbau. Sie beginnen mit stabilen, sicheren Positionen und steigern den Schwierigkeitsgrad Schritt für Schritt. So verhindern Sie Überforderung und geben dem Nervensystem Zeit, sich an die neuen Reize anzupassen. Erste Trainings finden im Stand statt, danach steht Ihr Kunde auf einem Bein. Anschließend folgen Übungen im Gehen, etwa ein bewusstes Gehen vorwärts, später auch rückwärts.

Diese Übungen können mit geschlossenen Augen stattfinden, sodass sensorische Informationen besonders intensiv verarbeitet werden. Bieten Sie Ihrem Kunden das Laufband an, auf dem er mit geschlossenen Augen läuft oder versucht, sich immer weniger festhalten zu müssen. Den Schwierigkeitsgrad erhöhen Sie, indem Sie die Übungen auf einer weichen Matte ausführen lassen. Für den Einstieg hat sich die folgende Progression bewährt.

  • zunächst einen Fuß vor den anderen setzen
  • dann genau auf einer Linie balancieren
  • üben mit offenen Augen
  • üben mit geschlossenen Augen
  • beim Trainieren zunächst festhalten
  • anschließend versuchen, die Hände nicht zu Hilfe zu nehmen
  • langsam das Tempo steigern
  • schnell und genau auf einer Linie gehen

Den Körper gezielt herausfordern

Im Sitzen oder Liegen ist das Gleichgewichtsorgan des Körpers nicht gefordert. Kein Wunder, dass Menschen, die sich nur noch wenig bewegen, häufig über Schwindel klagen. Bei den wenigen Bewegungen wird der Gang dann unsicher, und Stürze drohen. Um das Gleichgewicht zu fordern, versetzen Sie als Fitnesstrainer den Körper in eine Situation, in der es erforderlich ist, aktiv die Balance zu halten. Eine einfache Übung für Ihren Trainingsplan ist der Einbeinstand.

Der Körper schwankt, bis es gelingt, ihn auszubalancieren. In Momenten der Unsicherheit wird eine Vielzahl von Informationen aus den verschiedenen Wahrnehmungssystemen an das Gehirn weitergeleitet. Dieses veranlasst dann Ausgleichsbewegungen, etwa in den Gelenken oder Füßen. Genau diese Prozesse trainieren Sie mit jeder Wiederholung. Um den Reiz zu variieren, können Sie Kleingeräte einsetzen, mit denen die Empfindsamkeit der Füße geschult wird.

  • Balance-Pad oder weiche Matte für eine instabile Unterlage
  • Wackelbrett oder Kreisel für dynamische Ausgleichsbewegungen
  • Igelball zur Aktivierung der Fußsohlen
  • Therapiekreisel für die gezielte Schulung der Sprunggelenke

Eine Gleichgewichtsübung Schritt für Schritt

Damit Sie eine konkrete Vorlage für Ihren Trainingsplan haben, folgt hier eine bewährte Gewichtsverlagerungsübung. Sie eignet sich besonders für Einsteiger und lässt sich leicht in ein Aufwärmprogramm einbauen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kunde ruhig atmet und den Blick nach vorn richtet, nicht auf den Boden. Jede Bewegung wird langsam und kontrolliert ausgeführt.

  • Ihr Kunde stellt sich mit beiden Beinen hüftbreit auf den Boden
  • der Blick geht ruhig nach vorn
  • das Gewicht wird aus der Standposition langsam auf ein Bein verlagert
  • der Körperschwerpunkt wird so verlagert, dass ein Bein beinahe völlig entlastet wird
  • das Gewicht wird zur Körpermitte zurückgeführt, dabei atmet Ihr Kunde aus
  • anschließend wird das Gewicht auf den Vorderfuß verlagert
  • danach wird das Gewicht auf die Ferse verlagert
  • die Hände werden auf die Hüfte gestützt
  • zum Abschluss folgen langsame kreisende Bewegungen mit der Hüfte

Nach jeder Übung sollte Ihr Kunde kurz verschnaufen, bevor Sie die nächste Einheit beginnen. Leiten Sie ihn an, stets auf den Druck in den Fußsohlen zu achten, beide Füße möglichst ausgeglichen zu belasten und eine aufrechte Haltung einzunehmen. Atemübungen und eine ausgewogene Ernährung können den Trainingserfolg zusätzlich begünstigen.

Ausdauer und Gleichgewicht sinnvoll kombinieren

Ausdauertraining und Balancetraining ergänzen sich hervorragend. Ein gutes Herz-Kreislauf-System sorgt für eine bessere Durchblutung und eine schnellere Reizverarbeitung im Nervensystem, während das Gleichgewichtstraining die Bewegungssicherheit erhöht. Wer beides verbindet, erzielt einen doppelten Effekt: mehr Kondition und eine stabilere Körperkontrolle. Für Ihre Kunden bedeutet das ein abwechslungsreiches Training, das nie eintönig wird.

In der Praxis lässt sich diese Kombination auf viele Arten umsetzen. Sie können klassische Ausdauereinheiten mit kurzen Balance-Intervallen abwechseln oder das Gleichgewicht direkt in die Bewegung integrieren. Wichtig ist, dass Sie die Belastung an den Trainingszustand Ihres Kunden anpassen und Pausen bewusst einplanen.

  • zügiges Gehen auf wechselndem Untergrund wie Waldboden oder Wiese
  • Laufband-Intervalle im Wechsel mit Einbeinstand-Übungen
  • Nordic Walking zur Schulung von Koordination und Ausdauer zugleich
  • lockeres Joggen mit bewussten Richtungswechseln
  • Radfahren oder Ergometer als gelenkschonende Ausdauergrundlage

Zielgruppen: Senioren, Einsteiger und Sportler

Balancetraining ist keineswegs nur etwas für ältere Menschen. Zwar profitieren Senioren besonders stark, weil sie durch ein sicheres Gleichgewicht ihre Selbstständigkeit bewahren und Stürzen vorbeugen. Doch auch untrainierte Einsteiger und ambitionierte Sportler ziehen großen Nutzen aus einem gezielten Gleichgewichtstraining. Als Fitnesstrainer passen Sie Inhalt und Intensität an die jeweilige Zielgruppe an.

Für ältere Kunden, die über Schwindel oder einen schwankenden Gang berichten, stellen Sie einen Trainingsplan zusammen, der neben Ausdauer auch sanftes Gleichgewichtstraining beinhaltet. Selbstverständlich sollten anhaltende Beschwerden vorab ärztlich abgeklärt werden, bevor Sie mit dem Training beginnen. So arbeiten Sie verantwortungsvoll und im Sinne Ihrer Kunden.

  • Senioren: sanfte Übungen im Stand, sichere Haltemöglichkeit, Sturzprävention
  • Einsteiger: langsamer Aufbau, klare Anleitung, viel positive Rückmeldung
  • Sportler: instabile Unterlagen, dynamische Übungen, sportartspezifische Reize
  • Menschen nach Bewegungspausen: schrittweise Rückkehr zu mehr Aktivität

Sicherheit im Training gewährleisten

Bei jeder Zielgruppe steht die Sicherheit an erster Stelle. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kunde jederzeit eine feste Haltemöglichkeit in Reichweite hat, etwa eine Stuhllehne, ein Geländer oder eine Wand. Beginnen Sie mit einfachen Varianten und steigern Sie den Schwierigkeitsgrad erst, wenn die Bewegung sicher gelingt. So vermeiden Sie Überforderung und halten die Motivation hoch – ein entscheidender Faktor für den langfristigen Trainingserfolg.

Häufige Fehler beim Balancetraining vermeiden

Damit das Gleichgewichtstraining seine Wirkung entfaltet, kommt es auf die richtige Ausführung an. In der Praxis schleichen sich schnell kleine Fehler ein, die den Trainingserfolg bremsen oder das Sturzrisiko sogar erhöhen. Als Fitnesstrainer erkennen Sie diese Stolpersteine frühzeitig und steuern gegen. Wenn Sie die folgenden Punkte im Blick behalten, gestalten Sie ein Training, das sicher, motivierend und wirksam zugleich ist.

Ein besonders häufiger Fehler ist der Blick nach unten. Viele Kunden fixieren aus Unsicherheit den Boden, statt geradeaus zu schauen. Dadurch verschiebt sich der Körperschwerpunkt nach vorn und die Haltung leidet. Ebenso verbreitet ist ein verkrampfter Oberkörper: Wer die Schultern hochzieht und die Luft anhält, blockiert die feinen Ausgleichsbewegungen, die für ein gutes Gleichgewicht nötig sind. Achten Sie deshalb stets auf eine ruhige Atmung und eine gelöste Haltung.

  • zu schneller Aufstieg im Schwierigkeitsgrad ohne sichere Basis
  • Blick auf den Boden statt geradeaus nach vorn
  • verkrampfter Oberkörper und angehaltener Atem
  • zu lange Übungseinheiten ohne ausreichende Pausen
  • fehlende Haltemöglichkeit gerade bei unsicheren Kunden

Auch die Dosierung spielt eine große Rolle. Balancetraining ermüdet nicht in erster Linie die Muskeln, sondern die Konzentration. Lässt die Aufmerksamkeit nach, sinkt die Qualität der Bewegung und die Verletzungsgefahr steigt. Kurze, konzentrierte Reize mit ausreichenden Pausen sind daher wirksamer als lange, ermüdende Einheiten. Beobachten Sie Ihre Kunden aufmerksam und beenden Sie eine Übung, sobald die Präzision spürbar nachlässt.

Fortschritt sichtbar machen und Motivation halten

Fortschritte im Gleichgewichtstraining sind oft subtil und für den Kunden nicht immer sofort spürbar. Umso wichtiger ist es, dass Sie kleine Erfolge sichtbar machen. Notieren Sie, wie lange ein Einbeinstand gehalten wird, ob die Augen bereits geschlossen werden können oder ob die Haltemöglichkeit nicht mehr gebraucht wird. Solche einfachen Messgrößen zeigen dem Kunden schwarz auf weiß, dass sich das Training lohnt. Diese Rückmeldung ist ein starker Motor, um langfristig dranzubleiben.

Ihre Rolle als Fitnesstrainer

Als Fitnesstrainer sind Sie weit mehr als nur Anleiter einzelner Übungen. Sie beobachten die Bewegungsqualität, korrigieren Haltungsfehler, motivieren und passen das Training kontinuierlich an den Fortschritt Ihrer Kunden an. Gerade beim Gleichgewichtstraining ist Ihr geschultes Auge gefragt: Kleine Ausweichbewegungen, ein verkrampfter Oberkörper oder ein starrer Blick verraten Ihnen, ob eine Übung passt oder angepasst werden muss.

Ihre Kompetenz entscheidet darüber, ob Ihre Kunden Vertrauen in ihre Bewegung gewinnen und dranbleiben. Mit einer fundierten Ausbildung wissen Sie nicht nur, welche Übungen sinnvoll sind, sondern auch, wie Sie diese verständlich vermitteln und individuell dosieren. So werden Sie zum verlässlichen Begleiter auf dem Weg zu mehr Sicherheit und Beweglichkeit.

Darüber hinaus profitieren Ihre Kunden davon, dass Sie das Balancetraining sinnvoll in ein Gesamtkonzept einbetten. Ein isoliertes Gleichgewichtstraining wirkt gut, doch erst im Zusammenspiel mit Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstraining entfaltet es sein volles Potenzial. Sie planen die einzelnen Bausteine so, dass sie aufeinander aufbauen und sich gegenseitig verstärken. Kräftige Bein- und Rumpfmuskeln stützen die Balance, eine gute Beweglichkeit erweitert den sicheren Bewegungsspielraum und die Ausdauer sorgt dafür, dass die Konzentration über die gesamte Einheit erhalten bleibt. Diese ganzheitliche Sichtweise unterscheidet den professionellen Trainer vom bloßen Übungsleiter – und genau dieses Denken vermittelt Ihnen eine strukturierte Ausbildung.

Ausdauertraining hilft nicht nur dabei, fitter zu werden, sondern kann auch das Gleichgewicht spürbar verbessern. Sie unterstützen als Fitnesstrainer Kunden, die sich bisher wenig bewegt haben und die Balance ihres Körpers neu erlernen möchten. Dank Ihrer Ausbildung an der SWAV-Akademie wissen Sie, welche Übungen geeignet sind und wie Sie diese sicher aufbauen.

Ulrich Pötter, staatlich anerkannter Therapeut

Mein Expertenrat aus 20+ Jahren Praxis: Gleichgewicht schulen Sie am besten in kleinen Dosen, dafür täglich. Ein Bein beim Zähneputzen oder ein instabiler Untergrund im Warm-up bringt über die Wochen oft mehr als eine einzelne lange Einheit.

Fazit

Ein gezieltes Gleichgewichtstraining ist eines der wirkungsvollsten Werkzeuge, mit denen Sie Ihren Kunden mehr Sicherheit, Beweglichkeit und Lebensqualität schenken – vom Einsteiger bis zum Senior. Wer die drei sensorischen Systeme versteht, propriozeptiv trainiert und Ausdauer klug einbindet, erzielt spürbare Fortschritte. Wenn Sie dieses Wissen fundiert und praxisnah erwerben möchten, ist die Fitnesstrainer-Ausbildung an der SWAV-Akademie der ideale Weg: Sie lernen flexibel und ortsunabhängig, wie Sie professionelle Trainingspläne erstellen und Ihre Kunden sicher anleiten.

Häufige Fragen zu Ausdauertraining für das Gleichgewicht

Kann man das Gleichgewicht in jedem Alter noch trainieren?

Ja. Balance ist eine trainierbare Fähigkeit, die vor allem im Nervensystem verankert ist. Mit regelmäßigen, gut dosierten Übungen verbessert sich die Körperwahrnehmung in jedem Alter – gerade bei Senioren zeigt sich häufig ein deutlicher Fortschritt bei Sicherheit und Gangbild.

Was ist propriozeptives Training?

Propriozeptives oder sensomotorisches Training schult die Wahrnehmung der eigenen Körperlage – also die Stellung der Gelenke, die Muskelspannung und den Druck auf den Fußsohlen. Es spricht weniger die Muskeln als das Nervensystem an und verbessert so die Reaktionsgeschwindigkeit bei Schwankungen.

Welche Übungen eignen sich für den Einstieg?

Für den Einstieg eignen sich der sichere Zweibeinstand, langsame Gewichtsverlagerungen und der Einbeinstand mit Haltemöglichkeit. Danach folgen Übungen im Gehen, das Balancieren auf einer Linie und schließlich Varianten mit geschlossenen Augen oder auf einer weichen Matte.

Wie hängen Ausdauer und Gleichgewicht zusammen?

Ein gutes Herz-Kreislauf-System verbessert die Durchblutung und die Reizverarbeitung im Nervensystem, während Balancetraining die Bewegungssicherheit erhöht. Kombiniert man beides – etwa Gehen auf wechselndem Untergrund oder Laufband-Intervalle mit Balance-Übungen – ergänzen sich die Effekte.

Welche Hilfsmittel sind für Balancetraining sinnvoll?

Bewährt haben sich Balance-Pads, weiche Matten, Wackelbretter, Therapiekreisel und Igelbälle. Sie schaffen eine instabile Unterlage und aktivieren die Fußsohlen, sodass die Ausgleichsbewegungen intensiver trainiert werden. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich damit fein steuern.

Worauf sollten Fitnesstrainer bei Senioren achten?

Sicherheit steht an erster Stelle: eine feste Haltemöglichkeit in Reichweite, ein langsamer Aufbau und einfache Übungen im Stand. Anhaltende Beschwerden wie Schwindel sollten vorab ärztlich abgeklärt werden. So arbeiten Sie verantwortungsvoll und beugen Stürzen wirksam vor.

Wie oft sollte Gleichgewichtstraining stattfinden?

Da das Nervensystem durch Konstanz lernt, sind kurze, regelmäßige Einheiten wirksamer als seltene lange Trainings. Schon wenige Minuten mehrmals pro Woche, etwa als Teil des Aufwärmens, zeigen mit der Zeit deutliche Fortschritte bei Balance und Bewegungssicherheit.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Wikipedia: Propriozeption – Grundlagen der Tiefensensibilität
  2. DocCheck Flexikon: Propriozeption – medizinische Fachdarstellung
  3. Wikipedia: Gleichgewichtssinn – wie der Körper das Gleichgewicht regelt
© 2026 swav-berlin.de • Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Hinweis: Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn Sie über solche Links einkaufen, erhalten wir ggf. eine Provision – für Sie entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Affiliate-Links beeinflussen nicht unsere redaktionelle Auswahl oder Bewertung der Inhalte.
Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Heike Regenberg
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Ab Ab