Narbenmassage - Tipps, Ziele und Wirkung

Eine Narbenmassage kann in verschiedenen Fällen hilfreich sein, um die äußerlichen und inneren Spuren von Verletzungen oder Operationen zu bessern. Dabei unterliegt eine solche Behandlung grundsätzlich anderen Bedingungen als herkömmliche Wellnesspraktiken und muss den medizinischen Therapien zugeordnet werden.

Folglich tritt eine Massage für Narben auch nicht innerhalb der Entspannungsmethoden in Erscheinung, sondern als separates Verfahren, was von ausgebildeten Physiotherapeuten praktiziert wird. Dennoch gibt es auch Wellnessmasseure, die eine Alternative anbieten, mit der Narbengewebe stimuliert werden kann. Dieses Prozedere erfreut sich inzwischen einer großen Nachfrage, denn es finden sich zahlreiche Ursachen, wegen denen die Narbenbildung überhaupt erst auftaucht.

Gründe von Narben – durch Verletzungen zu verändertem Gewebe

Fast jeder Mensch besitzt die eine oder andere Narbe am Körper, weil diese durch viele Auslöser hervorgerufen werden. Eine Schnittwunde, ein Fahrrad-Sturz, ein Unfall oder eine Operation, all jene Vorkommnisse begünstigen das Auftreten einer tiefen offenen Wunde und somit auch die Bildung einer Narbe. Sie ist nämlich das Ergebnis der Wundheilung, die nach der Behandlung der besagten Verletzung einsetzt.

Dabei entsteht mit fortschreitender Regeneration eine dünne Schutzschicht über der Wunde, die sich nach und nach mehr zusammenzieht, die Verletzung verschließt sowie die Spuren des Unfalls verschwinden lässt. Eine solche Reaktion wird als Narbenbildung bezeichnet und führt zu der Entwicklung von sogenanntem Narbengewebe. Letzteres unterscheidet sich von gesundem Hautgewebe in vielerlei Hinsicht, weswegen es auch als verändertes Gewebe betitelt wird. Es füllt daraufhin die Lücke, die sich an der Stelle der ehemaligen Verletzung zeigt, weil dort kein gesundes Hautgewebe mehr vorhanden ist und auch nicht nachwachsen kann.

Demnach schließt sie die Wunde dauerhaft, doch die Zusammensetzung der Haut ist deutlich anfälliger, weicher und unebener. Ihr fehlen die Talgdrüsen des Hautgewebes und auch die Kollagenfasern, die im Normalfall das Bindegewebe stützen, sind instabiler.

Die Ausprägung der Narbenbildung variiert je nach Verletzung, sodass manche Personen nur kleine, helle Narben mit wenig verknorpeltem Gewebe haben, während andere Menschen von großflächigen Narben gezeichnet sind, die eine erhöhte Empfindsamkeit und Unebenheit aufweisen. Aufgrund ihrer veränderten Beschaffenheit wirkt eine Narbe auch visuell nicht schön. Speziell zu Beginn ist sie geschwollen, höckerig und gerötet.

Mit der Zeit verblasst sie aber und wird glatter. Die Optik ist zudem nicht der einzige Makel, den sie besitzt. Die Narbe kann den Betroffenen ebenfalls mit verschiedenen Symptomen plagen. Viele Personen klagen über eine Taubheit in der Narbengegend, Schmerzen, einen starken Juckreiz oder ein unterschwelliges Brennen. Sie treten in unterschiedlicher Intensität auf und können den Alltag belasten. Mitunter sorgt die Narbe auch für ein unangenehmes Spannen bei jeder Bewegung. Genau aus diesen Gründen entstand die Narbenmassage. Sie soll dazu beitragen, die Probleme langfristig und sanft zu therapieren.

Narbenmassage – einfühlsame Behandlung mit vielfältiger Wirkung

Eine Massage, bei der das Narbengewebe behandelt wird, hat eine große Zielgruppe. Dabei dient das Verfahren der Stimulation des veränderten Gewebes und einer nachhaltigen Optimierung der Hautbeschaffenheit.

Dazu wird die Narbenmassage eher kleinflächig angewandt und als separate Teilbehandlung eines bestimmten Hautareals gekennzeichnet. Im Allgemeinen unterliegt die Therapie obendrein den medizinischen Praktiken, weil sie nicht von Personen in Anspruch genommen werden muss, die weder Verletzungen noch Unfälle hatten, aus denen Narben hervortreten.

Ein entscheidender Aspekt, der sie von Wellnessmassagen oder klassischen Anwendung für die Muskelentspannung abgrenzt. So geht es hier nicht um einen Erholungsmoment für den Organismus oder eine Verbesserung des Gesundheitszustands. Viel eher soll die Narbenmassage das unebene Ersatzgewebe mobilisieren und therapieren. Das kann wahlweise als Prävention, parallel zu geplanten Eingriffen, während der Rehabilitation sowie im Anschluss an den Heilungsprozess beginnen. Die Narbenmassage wird hierfür von einem Arzt verordnet und von einem examinierten Physiotherapeuten praktiziert. Als reine Wellnesstechnik ist sie selten zu finden, weil der Fachpraktiker eine Qualifizierung dafür benötigt.

Wenn sie angewandt wird, präsentiert die Narbenmassage diverse positive Eigenschaften, die je nach Patient zu einer Verbesserung des Hautzustands in der betroffenen Region beitragen können. In Ergänzung dazu hängt sie mit weiteren vorteilhaften Effekten für das Wohlbefinden der Person zusammen.

Ziele der Narbenmassage – Verbindung optischer und körperlicher Regeneration

Bei der Narbenmassage kommt es auf verschiedene Kriterien an, denn die Behandlung ist nicht bei jedem Patienten gleichermaßen effektiv. Besonders Ersatzgewebe, dessen Bildung bereits vor langer Zeit abgeschlossen war, lässt sich deutlich schwieriger therapieren als frische Narben. Ähnlich verhält es sich mit der Größe des veränderten Hautgewebes, weil voluminöse Vernarbungen eine aufwendigere Anwendung voraussetzen als kleine.

Insofern sich der Patient allerdings für eine entsprechende Praktik entschieden hat, zeigen sie diverse Effekte, welche das Gewebe nachhaltig beeinflussen, darunter:

  • die Reduzierung der Narbenbildung
  • ein verbesserter Zustand von älterem Ersatzgewebe
  • ein ebenmäßigeres Hautbild
  • die weichere Haptik
  • eine Optimierung der Hautelastizität
  • das Verhindern von Verklebungen
  • die gesteigerte Durchblutung des Narbengewebes
  • eine Schmerzreduktion
  • die Verringerung von Juckreiz und Brennen
  • mehr Beweglichkeit für die Narbe
  • der beschleunigte Heilungsprozess
  • die Umwandlung von Narbengewebe zu funktionstüchtigem Hautgewebe über Reizaussendungen
Narbe auf einer Schulter

Die Narbenmassage darf eigentlich bei jedem angewandt werden, der über verändertes Hautgewebe verfügt, und lässt sich auf die persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen abstimmen. Allerdings gibt es auch Einschränkungen, denn Patienten mit einem bakteriellen Infekt oder einer entzündeten Narbe sollten keinesfalls durch eine Massage behandelt werden. Ferner muss die Wundheilung vollständig abgeschlossen sein, um Nebenwirkungen oder ein Aufplatzen der Narbe zu verhindern. Ersatzgewebe, welches noch durch Schorf, Blutkrusten oder Fäden belastet wird, kann nicht therapiert werden.

Bezogen auf eine Narbe von großem Umfang wäre es wiederum ratsam, zunächst mit dem behandelnden Arzt Rücksprache zu halten und dadurch abzuklären, inwieweit die Praktik stattfinden darf. Genauso ist es auch bei Operationen, die noch nicht lange zurückliegen, denn es muss sichergestellt worden sein, dass die Tiefenwirkung der Massage keine anderen Symptome bei dem geschwächten Organismus hervorruft. Im Zuge dessen besitzt eine Narbenmassage einen gezielten Ablauf und muss die richtigen Techniken beinhalten.

Narbenmassage in der Praxis – wechselnde Griffe mit Sensibilität

Eine Narbenmassage folgt keinen festen Regeln und darf sich gerne an der Krankengeschichte des Patienten orientieren. Allerdings muss ein entspannendes Umfeld vorhanden sein und der Therapeut sollte über genügend Fachwissen verfügen.

Vor allem, wenn es sich nicht um eine medizinische Verordnung handelt, die Person aber trotzdem ihre Narben massieren lassen möchte, empfiehlt es sich, einen Fachpraktiker aufzusuchen, der behutsame Techniken einer Narbenmassage kennt. Anatomisches Wissen vereint mit Kompetenzen in Bezug auf die traditionelle Massage einer Narbe und die Expertise über die Beschaffenheit des Ersatzgewebes sind richtungsweisend für den Erfolg der gesamten Praktik.

Ein geschulter Experte kann zudem seine gewöhnlichen Entspannungstechniken mit Elementen der Narbenmassage zusammensetzen. So erhalten die Patienten eine gewinnbringende Verbindung aus Wellness und Therapie.

Im Idealfall erfolgt zunächst eine Anamnese, um körperliche und psychische Erkrankungen auszugrenzen, die eine Narbenmassage verhindern würden. Außerdem beurteilt der Therapeut anfangs den Zustand des Narbengewebes und fragt den Patienten nach eventuellen Beschwerden. Für die eigentliche Praktik wird darauffolgend großzügig Öl, Creme oder Gel an der betreffenden Stelle aufgetragen, damit sich das Ersatzgewebe mit fließenden Bewegungen massieren lässt.

Für die Grifftechniken sollten Kreisungen mit den Fingerkuppen, leichte Dehnungen und ein sanftes Ausstreichen genutzt werden. Begonnen wird die Massage stets mit einer Stimulation des umliegenden Gewebes, in dem der Fachpraktiker jenes mit kreisenden Bewegungen behandelt. Auf diese Weise stimmt sich der Körper auf die Behandlung ein und die sensible Hautpartie lockert sich. Ein solcher Abschnitt nennt sich Animation.

Im Anschluss widmet sich der Therapeut direkt der Narbe und massiert sie in einem rautenförmigen Muster mit wechselnden Techniken. Als Richtlinie gilt, relativ frische Narben benötigen sehr wenig Druck, ältere Narben vertragen auch eine höhere Intensität. Für den Fall, dass der Patient die unterschiedlichen Griffe nicht als unangenehm empfindet, darf es ebenfalls zu leichten Rollbewegungen der vernarbten Haut kommen. Sie sind erst recht schmerzhaft und erfordern größte Sensibilität. Allerdings haben sie einen hohen Nutzen für die Wundheilung und kurbeln gemeinsam mit den restlichen Praktiken den Zellstoffwechsel an. Am Ende folgen noch das Ausstreichen und erneutes Einreiben mit Öl.

Sollten die Massagetechniken ohne ärztliche Verordnung praktiziert werden, erweisen sich Abwandlungen der Schweden-Massage oder auch eine klassische Bindegewebsmassage als effiziente Alternativen.

Narbenmassage am Arm

Narbengewebe zu behandeln ist aber ein langwieriger Prozess, der viele Sitzungen und Geduld voraussetzt. Erst mit regelmäßigen Massagen und der notwendigen Eigeninitiative kann sich das Ersatzgewebe äußerlich sowie innerlich verändern. Um den gesamten Ablauf zu unterstützen, finden sich dann mehrere Möglichkeiten.

Tipps für die Narbenbehandlung – Massageergänzung für maximale Wirkung

Eine Narbenmassage alleine reicht nicht aus, damit das veränderte Gewebe zügig sowie langfristig regeneriert wird. Stattdessen muss die Praktik durch die Mithilfe des Betroffenen optimiert werden. Dazu empfehlen sich verschiedene Maßnahmen wie:

  • die regelmäßige Pflege mit hochwertigem Baby- oder Narbenöl
  • eine behutsame Eigenmassage auf Basis bekannter Techniken
  • der frühzeitige Beginn mit der Behandlung
  • keine Überbelastung der empfindsamen Haut
  • die ausreichende Wundheilung

Die eigene Anwendung von Massagetechniken sollte daraufhin nur für wenige Minuten pro Tag praktiziert und vorher mit einem ausgebildeten Profi abgeklärt sowie geübt werden. Andernfalls könnte es zu einer Verschlechterung des Zustands kommen, oder der Betroffene hebt die Wirkung der eigentlichen Narbenmassage auf.

Selbstverständlich darf ein Patient keine Wunder erwarten, denn auch mit einer entsprechenden Behandlung und der ausreichenden Pflege lässt sich die Narbe nicht vollständig in gesundes Hautgewebe umwandeln. Daher sind alle Praktiken lediglich eine Unterstützung für mehr Festigkeit des Hautareals und ein ästhetischeres Aussehen.

Wann genau die Massagen einsetzen dürfen, lässt sich nicht festlegen, denn dies orientiert sich an der Wundheilung des Patienten. Ebenso hat die generelle Beschaffenheit der Haut einen großen Einfluss auf die Narbe. Je instabiler das Gewebe von vorneherein ist, desto deutlicher zeigt sich das Narbengewebe und umso schwieriger lässt es sich wieder regenerieren. Teilweise nutzen auch junge Mütter die Massage, damit sich die Schwangerschaftsstreifen zurückbilden. Die Praktik sollte aber in jedem Fall mit Respekt und unter größter Vorsicht stattfinden. Bei starken Narben könnte ebenfalls eine Lasertechnik die bessere Alternative sein.

Durch Kontinuität, einfühlsame Techniken, Pflege und einen frühzeitigen Beginn mit der Behandlung gelingt es der Narbenmassage aber, eine Verbesserung auf äußerlicher und funktionaler Ebene zu erzielen.

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