Ausleitungsverfahren
Ausleitungsverfahren sind Behandlungsmethoden der traditionellen Naturheilkunde, die schädliche Stoffe und sogenannte Schlacken über die natürlichen Ausscheidungsorgane – Darm, Leber, Nieren, Haut und Lymphsystem – aus dem Körper ableiten sollen. Sie wurzeln in der historischen Humoralpathologie und werden bis heute als Erfahrungsheilkunde eingesetzt. Im Folgenden erfahren Sie, was Ausleitungsverfahren genau sind, welche Methoden ein Heilpraktiker anwendet und worauf Sie dabei achten sollten.
Key Facts – Ausleitungsverfahren
- Was: Naturheilkundliche Methoden, die schädliche Stoffe über die Ausscheidungsorgane ableiten sollen
- Herkunft: Historische Humoralpathologie (Säftelehre); auch „Aschnerverfahren" nach dem Arzt Bernhard Aschner
- Ausleitungswege: Darm, Leber/Galle, Nieren, Haut und Lymphsystem
- Typische Methoden: Colon-Hydro-Therapie, Blutegeltherapie, Schröpfen, Aderlass, Lymphdrainage
- Wichtig: Anwendung nur durch qualifizierte Therapeuten; zahlreiche Kontraindikationen
- Einordnung: Verfahren der Erfahrungsheilkunde – eine entgiftende Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt
Was ist eine Ausleitungstherapie?
Hinter dem Begriff „Ausleitungstherapie“ verbirgt sich eine Behandlungsmethode, die primär in der Naturheilkunde zu finden ist und die sich auf die „Austreibung“ der ungesunden Stoffe aus unserem Organismus bezieht. Ziel ist es, Gifte und Schlackstoffe auf sanfte, naturheilkundliche Art aus dem Körper abzuleiten. Alternativ fällt auch oft die Bezeichnung als „Aschnerverfahren“. Die sogenannten „Aschnerverfahren“, die nach dem Gynäkologen Bernhard Aschner benannt wurden, sind Methoden, die für eine Entgiftung und Entschlackung des Organismus verantwortlich sein sollen sowie dessen Reinigung von schädigenden Stoffen wie Toxinen und belastenden Stoffwechselendprodukten unterstützen. Bereits Paracelsus war Verfechter früher Konzepte einer solchen Ausleitung, um negative Stoffe aus dem Körper herauszutransportieren.
Einzuordnen sind diese Konzepte in die historische Humoralpathologie, die sogenannte Säftelehre. Aus heutiger, naturwissenschaftlicher Sicht ist anzumerken, dass der gesunde Körper über Leber, Nieren, Darm und Haut selbst entgiftet und es für eine darüber hinausgehende „Entschlackung“ keinen wissenschaftlich gesicherten Nachweis gibt. Ausleitungsverfahren werden daher als Erfahrungsheilkunde verstanden und sollten ärztliche Diagnose und Behandlung nicht ersetzen.
Was sind externe und interne Ausleitungsverfahren?
Heutzutage unterscheidet man dabei zwischen den externen Aschnerverfahren, die schädigende Stoffe aus dem Körper mittels einer künstlich hergestellten Öffnung ausleiten und damit den Ausleitungs-Varianten unterstehen und den internen Aschnerverfahren, welche innerhalb des Körpers dazu beitragen, eine Fehlverteilung oder einen Stau der Körpersäfte durch Umleitungen zu beheben, um das „Qi“, also den stetigen Fluss der Lebensenergie wieder herzustellen. Diese Umleitung wird auch als Ableitungsverfahren betitelt.
Was wird bei einer Ausleitung gemacht?
Die Ausleitung dient in erster Linie dem Abtransport von schädlichen Stoffen aus dem Organismus. Somit soll eine Entgiftung und Entschlackung des Organismus unterstützt werden, um zu einem ganzheitlichen Wohlbefinden beizutragen. Man versteht die Ausleitung wie eine Art der Selbstreinigung von unserem Körper, durch die jener von negativen Substanzen befreit und in seinem natürlichen Kreislauf gestärkt wird.
Wie funktioniert die Ausleitung beim Heilpraktiker?
Der Heilpraktiker nutzt die ihm bekannten Lehren und Konzepte aus der Naturheilkunde, um den Blut- und Säftefluss aus den Körperbereichen abzuleiten, in denen sich Stauungen oder entzündungsbedingte Prozesse gebildet haben. Er bespricht dazu mit dem Patienten die Möglichkeiten im Vorfeld und einigt sich mit dem Patienten auf eine passende Ausleitungstherapie, die sämtliche Giftstoffe sanft, aber effektiv aus dem Organismus abtransportieren soll. Dabei werden dem Betroffenen natürlich alle wichtigen Indikationen, Kontraindikationen und auch Voraussetzungen im Vorgespräch genauestens erläutert.
Welche Ausleitungstherapien gibt es?
Aus- und Ableitungsmethoden lassen sich auf verschiedene Arten realisieren. Geordnet nach dem jeweiligen Ausscheidungsweg ergeben sich fünf Hauptgruppen, die im Folgenden im Einzelnen vorgestellt werden.
Ausleitung über den Darm
Bei einer Anwendung über den Darm bietet sich meist eine sogenannte Colon-Hydro-Therapie, die einer Darmspülung ähnelt und mittels eines Geräts den Darm mit temperiertem Wasser spült. Dies erfolgt über eine Einführung in den Dickdarm, während ein weiterer Schlauch die Flüssigkeit wieder hinaustransportiert.
Weiterhin könnte ein Einlauf genutzt werden, durch den eine spezielle Flüssigkeit in den After eingeführt wird, um in den Enddarm zu gelangen und so für eine Darmreinigung zu sorgen.
Ausleitung über die Leber und Galle
Für eine Ableitung über die Leber eignen sich Leberwickel, welche die Durchblutung fördern und dazu beitragen, gerne im Rahmen einer Entgiftungskur, die negativen Stoffe auszuleiten. Ähnlich verhält es sich mit entgifteten Medikationen (zum Beispiel Schüssler Salze), die ebenfalls für eine Reinigung sorgen und die Gallen-/Leberaktivität erhöhen.
Ausleitung über die Nieren
Bei einer Anwendung über die Nieren geht es um Methoden wie eine Entsäuerung mittels Einnahme basischer Medikamente in Verbindung mit einer basischen Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr sowie der Anwendung von geeigneten Schüssler Salzen, einer Phytotherapie oder aber auch manueller Techniken wie der Fußreflexzonenmassage (von einem Experten angewandt).
Ausleitung über die Haut
Zu früheren Zeiten wurde die Ausleitung über einen sogenannten Aderlass erzwungen, bei dem einer Person eine bestimmte Menge Blut aus den Venen abgezapft wurde, um so auch die schädigenden Stoffe hinauszubefördern. Ferner soll er krampflösend und entspannend gewirkt haben, ist heutzutage aber eher umstritten und darf ohnehin nur bei gesunden Menschen mit einer einwandfreien körperlichen sowie mentalen Belastbarkeit durchgeführt werden. Sehr beliebt ist auch die Blutegeltherapie, bei der speziell dafür gezüchtete Blutegel auf die Haut gesetzt werden, um dort durch Bisse mit ihren wirkenden Speichelinhalten für eine Ausleitung der schädigenden Stoffe zu sorgen. Blutegeltherapien sind von ihrem Grundprinzip mit einer schonenderen Variante des Aderlasses zu vergleichen. Blutegel sind dabei eines der urtümlichsten Konzepte, die innerhalb der Ausleitungsverfahren in Erscheinung treten und dokumentiert wurden. Bereits 200 v. Christus wurde das Verfahren zum ersten Mal erwähnt.
Mittlerweile erfreut sich die Anwendung gerade in der Naturheilkunde wieder einer wachsenden Beliebtheit und trägt oft den Beinamen „Lebendige Medizin“. Dies beruht auf der Vielfältigkeit der Einsatzbereiche, in denen die Blutegel-Therapie einen Nutzen hat. Die Blutegel-Anwendung hat diesbezüglich zwei Grundprinzipien, die richtungsweisend sind. Einerseits geht es darum, dass die Durchführung der, wie schon erwähnt, milderen Variante des Aderlasses zugeschrieben wird, denn hier verliert der Patient nur sehr wenig Blut, profitiert jedoch zugleich davon, dass das Gewebe auf lokaler Ebene entstaut wird und auch eine Verdünnung des Blutes, eine Verringerung der Entzündungsprozesse im Körper sowie die verbesserte Ausleitung von Giftstoffen und anderen schädlichen Stoffwechselprodukten stattfinden kann.
Weiterhin beinhaltet der Speichel der Blutegel über 20 verschiedene Komponenten wie Calin und Hirudin zur Blutgerinnungshemmung oder Eglin als Schmerzstiller sowie Entzündungshemmer. Die Blutegel-Therapie bietet sich zudem an, um den Lymphstrom zu beschleunigen, Gefäße zu entkrampfen, eine Entschlackung und die Kräftigung des Immunsystems zu begünstigen. In Verbindung damit gilt das Konzept in Zusammenhang mit einigen Erkrankungen sogar als wissenschaftlich erwiesen wirksam. Für eine fachgerechte Anwendung ist es wichtig, dass die Züchtung und Verwendung der Egel unter strengsten Hygieneauflagen vorkommt.
Jeder der Blutegel wird nur einmal an die Haut angesetzt und die Anzahl der Egel variiert je nach Krankheitsbild und Behandlungsareal. Sobald sich die Egel vollgesaugt haben, fallen sie von selbst ab. Im Anschluss entsteht die bekannte „Nachblutung“ an der Hautpartie, die durch sterile Wundverbände, die mehrmals gewechselt werden müssen, kontrolliert wird und nach rund 7 Tagen vollständig verschwunden sein sollte. Wie lange die Therapie eingesetzt wird, lässt sich nicht verallgemeinern, denn auch hier richtet sich die Empfehlung nach der Grunderkrankung des Patienten. Es gibt eine Vielzahl an Kontraindikationen wie offene Wunden, Blutgerinnungsstörungen und die Einnahme von blutverdünnenden Mitteln, Anämie, Hautkrankheiten, arterielle Verschlusskrankheiten, Magen-Darm-Geschwüre, ein schwaches Immunsystem oder im Vorfeld von Operationen. Es empfiehlt sich, genauestens Rücksprache mit dem behandelnden Heilpraktiker oder auch dem Arzt zu halten, um keine negativen Begleiterscheinungen zu riskieren.
Außerdem bietet sich eine Hydrotherapie in verschiedenen Formen an, denn der Patient könnte jene eigenständig durchführen und regelmäßig wiederholen. Hierunter fallen u.a. Kneipp-Kuren, Trockenbürsten oder auch Packungen und Bäder, mit denen die Durchblutung der Haut gleichermaßen gestärkt wird wie die Ausscheidung schädigender Substanzen.
Zudem gibt es ansteigende Warmbäder, bei denen der Patient die negativen Stoffe über die Haut ausschwitzen muss, indem er ein Bad mit diversen Kräuterzusätzen nimmt und 15 Minuten bei einer Ausgangstemperatur von 35 Grad bis zu einer Endtemperatur von 40 Grad alle Schadstoffe ausschwitzt. (Hier wird bei Herzpatienten dringend von einer Anwendung abgeraten.)
Nicht zuletzt bietet sich auch das Schröpfen an, welches zu den ältesten Heilmethoden überhaupt zählt und sowohl trocken als auch blutig oder seit neuestem als sanftere Variante in Form einer Schröpfmassage eingesetzt werden kann. Wieder geht es darum, die Durchblutung zu fördern und den Körper dazu anzuregen, die negativen Stoffe auszuscheiden (über den Stoffwechsel usw.).
Ausleitung über das Lymphsystem
Bei einer Ableitung über das Lymphsystem reichen die Anwendungsmethoden von einfachen Wechselduschen und Atemübungen bis hin zu einer präventiven Lymphdrainage (von einem passenden Experten ausgeführt) oder dem eher selten eingesetzten Cantharidenpflaster, bei welchem durch eine spezielle Tinktur auf einem Pflaster eine Verbrennung 2. Grades erzeugt wird (inklusive Quaddel-Bildung), um die negativen Produkte an die Oberfläche zu befördern und abzutransportieren.
In dem Zusammenhang werden gleich mehrere positive Eigenschaften freigesetzt wie die Stoffwechselentlastung, eine Verringerung der mentalen Dysbalancen, eine Verbesserung der Schmerzzustände, eine Kräftigung sowie der Ausgleich des Immunsystems, die Reinigung von Lymphsystem, Blut und naheliegendem Gewebe oder aber eine ganzheitliche Entgiftung des Organismus.
Der Ablauf der Behandlung beginnt stets mit der Anamnese und der körperlichen Untersuchung, um herauszufinden, auf welche Art die Ab-/Ausleitung am besten stattfinden sollte, ob Kontraindikationen vorliegen oder nicht und danach kommt es zu der Anwendung des favorisierten Verfahrens, um die bereits erwähnten Probleme zu bekämpfen und ein verbessertes Allgemeinbefinden herzustellen.
Wichtig ist ebenfalls zu wissen, dass bereits die Ernährungsumstellung auf eine basische Ernährung oder das regelmäßige Heilfasten dazu beitragen können, die Entgiftung zu steigern.
Was ist eine Colon-Hydro-Therapie?
Bei einer Colon-Hydro-Therapie handelt es sich, wie schon erwähnt, um eine Optimierung des traditionellen Einlaufs, die in jener Urform bereits seit 1650 vor Christi bekannt ist. Das Verfahren untersteht den Ausleitungskonzepten und beruft sich auf die Erkenntnis, dass lediglich ein Leben mit einer intakten Darmflora auch wirklich vital sein kann. Kommt es hingegen zu Dysbalancen, so können schädliche Stoffe nicht mehr so leicht oder gar nicht abfließen, es entstehen Stauungen mit ernsthaften gesundheitlichen Risiken und die Betroffenen zeigen die verschiedensten Symptome. Die Colon-Hydro-Therapie setzt nun daran an, mittels eines Darmspülgeräts alle negativen Stoffwechselendprodukte aus dem Darm herauszufiltern, um die ganzheitliche Harmonie wiederherzustellen. Gespült wird mit warmem Wasser und es entstehen gleich mehrere Effekte wie die Entspannung der Darmmuskeln, das Lösen von vielleicht vorhandenen Anlagerungen und die Verringerung von Risiken für ernsthafte Darmerkrankungen.
Bei einer Colon-Hydro-Therapie liegt der Patient bequem und es wird ihm ein spezielles Spülrohr in die anale Öffnung eingeführt. Durch jenes Loch leitet man lauwarmes Wasser in den Darm, zum Teil mit besonderen Zusätzen wie Kamille zur Beruhigung. Das System ist äußerst komplex, allerdings frei von Schmerzen oder Gerüchen, denn das Wasser wird mitsamt den Anlagerungen direkt über einen Schlauch wieder abtransportiert. Der Anwender fördert die ganzheitliche Behandlung oft durch leichte Bauchmassagen, bei denen er Dysbalancen ertasten kann. Das gesamte Verfahren dauert maximal eine Stunde und wird, je nach Verordnung des Heilpraktikers, regelmäßig wiederholt, bis sich Besserung einstellt. Für gewöhnlich sollten auch Ernährungsumstellungen und mehr Bewegung als Ergänzung hinzukommen. Es gibt jedoch zahlreiche Kontraindikationen, darunter Schwangerschaft, Hernien, Bauchwandbrüche, Blutungen im Gastrointestinal-Bereich oder Operationen am Rektum. Der Heilpraktiker bespricht daher erst ausführlich mit dem Patienten, ob und wie eine Colon-Hydro-Therapie infrage kommen würde.
Was kostet eine Ausleitung beim Heilpraktiker?
Die Kosten für die Ausleitung beim Heilpraktiker sind sehr verschieden und orientieren sich an dem gewählten Verfahren sowie der Häufigkeit der Sitzungen. Die Kosten können bis zu 150 Euro oder auch mehr betragen, natürlich aber ebenfalls niedriger ausfallen. Es empfiehlt sich, hier mit dem jeweiligen Heilpraktiker Rücksprache zu halten und sich im Vorfeld genau über das genutzte Entgiftungskonzept, die Anzahl der Termine, die Dauer und die Kosten zu informieren.
Wie lange braucht man, um den Körper zu entgiften?
Die Dauer einer Entgiftung ist unterschiedlich, denn hier spielen mehrere Faktoren zusammen. So kommt es auf die Beschaffenheit der dazugehörigen Ausleitungsorgane ebenso an wie auf die Schwere der Schadstoffbelastung. Außerdem kann nicht jeder Mensch gleichermaßen schnell entgiften, was auch in die Dauer der Ausleitung eingebunden werden muss. Insgesamt lässt sich daher sagen, eine vollständige Ausleitung aller vorhandenen Schadstoffe aus dem Körper kann mehrere Wochen dauern, in einigen Fällen aber ebenfalls als langwieriger Prozess über Jahre verlaufen.
Kann ich eine Ausleitung selber durchführen?
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, durch verschiedene Konzepte wie Detox die Entgiftung des Körpers selbstständig zu unterstützen. Eine professionelle Ausleitungstherapie sollte aber ausschließlich von einem Heilpraktiker absolviert werden, um Risiken zu vermeiden und die verantwortungsbewusste sowie zielführende Anwendung des jeweiligen Verfahrens zu gewährleisten.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Entgiftung für unseren Organismus durchaus wichtig ist. Gerade bei einer professionellen Ableitung der schädigenden Stoffe aus dem Körper empfiehlt sich daher eine Ausleitungstherapie, die auf verschiedenen Wegen in Anspruch genommen werden kann, um das ganzheitliche Wohlbefinden zu unterstützen.
Mein Expertenrat aus 20+ Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Bei den Ausleitungsverfahren ist die ehrliche Aufklärung wichtiger als das Versprechen. Ich erläutere meinen Klienten immer, dass ein gesunder Körper über Leber, Niere, Darm und Haut bereits selbst entgiftet – die Verfahren der Erfahrungsheilkunde sind eine begleitende, anregende Maßnahme, kein Wundermittel. Entscheidend sind eine saubere Anamnese und das konsequente Abklären der Kontraindikationen, gerade bei Aderlass, Blutegeln oder der Colon-Hydro-Therapie. Wer hier sorgfältig und hygienisch arbeitet, schafft Vertrauen – und genau das macht eine seriöse naturheilkundliche Praxis aus.
Fazit
Ausleitungsverfahren sind ein traditioneller Bestandteil der Naturheilkunde, der von der Colon-Hydro-Therapie über die Blutegeltherapie bis zum Schröpfen und zur Lymphdrainage reicht. Sie wurzeln in der historischen Säftelehre und werden heute als Erfahrungsheilkunde verstanden – eine über die natürliche Selbstreinigung von Leber, Niere, Darm und Haut hinausgehende „Entgiftung“ ist wissenschaftlich nicht belegt. Wer mit diesen Methoden seriös arbeiten möchte, braucht fundiertes Wissen über Indikationen, Kontraindikationen und Hygiene. Genau dieses Fundament vermittelt die Heilpraktiker-Ausbildung, in der die naturheilkundlichen Verfahren systematisch und verantwortungsbewusst gelehrt werden.
Häufige Fragen zu Ausleitungsverfahren
Was sind Ausleitungsverfahren?
Ausleitungsverfahren sind naturheilkundliche Behandlungsmethoden, die schädliche Stoffe und sogenannte Schlacken über die Ausscheidungsorgane – Darm, Leber, Nieren, Haut und Lymphsystem – aus dem Körper ableiten sollen. Sie wurzeln in der historischen Säftelehre und werden als Erfahrungsheilkunde eingesetzt.
Welche Ausleitungsverfahren gibt es?
Zu den bekanntesten Methoden zählen die Colon-Hydro-Therapie über den Darm, Leberwickel, eine Entsäuerung über die Nieren, Aderlass, Blutegeltherapie und Schröpfen über die Haut sowie die Lymphdrainage über das Lymphsystem.
Sind Ausleitungsverfahren wissenschaftlich belegt?
Eine über die natürliche Selbstreinigung des Körpers hinausgehende „Entgiftung“ oder „Entschlackung“ ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Der gesunde Körper entgiftet primär über Leber, Nieren, Darm und Haut. Ausleitungsverfahren werden daher als Verfahren der traditionellen Erfahrungsheilkunde verstanden.
Was kostet eine Ausleitung beim Heilpraktiker?
Die Kosten richten sich nach dem gewählten Verfahren und der Anzahl der Sitzungen. Pro Sitzung können bis zu 150 Euro oder mehr anfallen, häufig aber auch weniger. Eine genaue Absprache mit dem Heilpraktiker vorab wird empfohlen.
Kann ich eine Ausleitung selbst durchführen?
Sanfte, unterstützende Maßnahmen wie eine basische Ernährung, ausreichend Trinken oder Wechselduschen kann man eigenständig anwenden. Eine professionelle Ausleitungstherapie, etwa Aderlass, Blutegel oder Colon-Hydro-Therapie, sollte jedoch ausschließlich von einem qualifizierten Heilpraktiker durchgeführt werden.
Welche Kontraindikationen gibt es?
Je nach Verfahren bestehen zahlreiche Gegenanzeigen, darunter Schwangerschaft, Blutgerinnungsstörungen, die Einnahme blutverdünnender Mittel, akute Infektionen, Herzerkrankungen, offene Wunden oder ein geschwächtes Immunsystem. Vor jeder Anwendung ist eine ärztliche oder heilpraktische Abklärung notwendig.


