Rügener Heilkreide: Naturprodukt für Entspannung & Prävention
Rügener Heilkreide ist etwas ganz Besonderes: sie wärmt wohltuend, reinigt die Haut und macht sie herrlich weich. Wellness-Anwendungen mit Rügener Heilkreide sind sehr erholsam und entspannend.
Key Facts – Rügener Heilkreide
- Was es ist: Ein Naturprodukt aus den Kreidevorkommen der Halbinsel Jasmund, zu rund 98 Prozent Kalziumkarbonat.
- Herstellung: Nur gereinigt, sortiert und mit Wasser aufgeschlämmt – ohne chemische Zusätze und ohne Mahlen.
- Anwendungsformen: Packungen, Voll- und Teilbäder, Peelings, Masken und Body-Wrapping.
- Wirkung: Entspannung über Wärme, Auftrieb und Ruhe sowie ein weiches Hautgefühl – kein Heilverfahren.
- Nicht dasselbe wie Heilerde: Andere Herkunft, anderer Hauptbestandteil, andere Konsistenz.
- Vorher klären: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akute Entzündungen, Venenleiden, Diabetes mit Nervenbeteiligung, Schwangerschaft.
Rügener Heilkreide: Was ist das?
Rügener Heilkreide ist ein Naturprodukt, das ausschließlich aus den Kreidevorkommen der Insel Rügen gewonnen und aufbereitet wird. Die Kreide, die man ebenfalls als "weißes Gold Rügens" bezeichnet, besteht zu etwa 98 Prozent aus reinem Kalziumkarbonat. Mit einem pH-Wert von etwa 8,5 reagiert sie basisch. Da sie ohne Zusatzstoffe auskommt, gilt sie als gut hautverträglich. Mithilfe von Wasser kann die weiße, pulvrige Kreide zu einer samtigen, weichen und homogenen Masse angerührt werden. Zudem zählt das "weiße Gold Rügens" zu den Peloiden. Hierbei handelt es sich um organische oder auch anorganische Stoffe, welche bereits von Natur aus besonders feinkörnig sind oder auch im zerkleinerten Zustand für brei- beziehungsweise schlammförmige Packungen und Bäder verwendet werden. Vor allem im Wellness-Bereich, in der Kosmetik sowie zur Prävention wird die Rügener Heilkreide sehr gerne genutzt.
Ein Millionenjahre alter Schatz
Bei einer Anwendung mit Rügener Heilkreide wird Material benutzt, das bereits vor ungefähr 70 Millionen Jahren entstanden ist. So bedeckte bereits während der Kreidezeit ein flaches, sehr ausgedehntes Schelfmeer, welches ebenfalls als "Kreidemeer" bezeichnet wird, eine enorm große Fläche. Die Kreide entstand in diesem Meer, aus den verschiedenen Ablagerungen von winzigen Bruchstücken der kalkhaltigen Gehäuse sowie Schalen diverser Meeresorganismen. Allerdings verlief dieser Prozess sehr langsam ab. So entstanden beispielsweise in etwa 1.000 Jahren nur ungefähr 3,5 Zentimeter Kreide.
Abbau und Herstellung
Gewonnen wird die Rohkreide in einem Tagebau auf der bekannten Halbinsel Jasmund. Anschließend erfolgt deren Aufbereitung zur Heilkreide in dem Kreidewerk Rügen GmbH. Hierbei wird das komplett natürliche Ausgangsmaterial zunächst gereinigt und dann nach Korngrößen sortiert. Bei der Heilkreide-Herstellung werden generell keine chemischen Zusatzstoffe verwendet. Zudem wird die Rohkreide lediglich mit Wasser aufgeschlämmt: Sie wird nicht gemahlen. Auf diese Weise bleiben ihre natürlichen Strukturen erhalten. Da die Kreideküsten ein Teil des Nationalparks Jasmund sind, stehen sie natürlich unter Schutz und bleibt hiervon unberührt.
Die wohltuende Wirkung der Rügener Heilkreide ist keine neue Entdeckung
Die wohltuende Wirkung der Heilkreide ist jedoch nicht erst seit Kurzem bekannt. So wurde bereits um das Jahr 1910 herum das "weiße Gold" der Insel für die verschiedensten Heilzwecke benutzt. Damals wurden hauptsächlich Bäder sowie Packungen der Kreide zur Behandlung von Rheuma, Gicht und Ischias genutzt. Heute findet die Rügener Heilkreide ein sehr breites Anwendungsgebiet, vor allem im Wellness-Bereich, vor. Sie ist innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern als ein ortsgebundenes Heilmittel anerkannt.
Verschiedene Anwendungsgebiete und Anwendungsformen
Die verschiedenen Anwendungen mit der Heilkreide dienen beispielsweise der Prävention sowie der Entspannung und Erholung. In der physikalischen Therapie werden Peloid-Anwendungen traditionell begleitend eingesetzt, etwa bei:
- Zerrungen und Prellungen
- Gelenkbeschwerden
- Muskelverspannung
- Lymphatischen Schwellungen und Stauungen
- Neuralgien
- OP-Nachbehandlungen
Wegen ihrer feinen Beschaffenheit und der Verträglichkeit wird die Rügener Heilkreide auch im kosmetischen Bereich genutzt. Als pflegende Anwendung kommt sie dabei vor allem zum Einsatz bei:
- unreiner Haut
- trockener, spannender Haut
- fettiger Haut im Gesichtsbereich
- empfindlicher Haut, die milde Pflege benötigt
Vor allem aber spielt die Rügener Heilkreide oftmals in der Prävention sowie im Wellness-Bereich eine sehr große Rolle. Dementsprechend wird sie auch hier sehr unterschiedlich eingesetzt, wie etwa zur: - Entspannung der Muskulatur durch Wärme - ein weiches, gepflegtes Hautgefühl - bewusste Auszeit und Erholung - ein Ritual, das zur Ruhe kommen lässt Generell stellen die verschiedenen Anwendungen der Heilkreide jedoch keinen Ersatz für eine dementsprechende ärztliche Betreuung dar. Zur Prävention, Erholung und Entspannung leisten diese jedoch wertvolle Dienste. Anwendungen mit der Rügener Heilkreide wirken auf den kompletten menschlichen Organismus. Auf diese Weise können im ganzen Körper der Stoffwechsel und die Durchblutung angeregt werden. Aufgrund dessen beginnt eine Behandlung in vielen Fällen nicht mit der jeweils betroffenen Körperstelle, sondern, im Gegenteil, mit einer Rückenpackung oder Ganzkörper-Behandlung.
Wellness-Anwendungen für pures Wohlbefinden
Bei einer Wellness-Anwendung erleben die Gäste die Wärme und die weiche Masse auf der Haut als ausgesprochen entspannend. Die warmen Kreide-Anwendungen helfen nicht nur dabei, den Alltag zu vergessen, sondern sie entspannen ebenfalls die Muskulatur. Aufgrund der Feinheit, weißen Farbe und Wirkung der Heilkreide ist das "weiße Gold Rügens" ein ganz besonders Wellness-Produkt. So werden hier beispielsweise folgende Anwendungen für das Wohlbefinden angeboten:
- Ganzkörper-Packungen
- Teilkörper-Packungen
- Teil-Bäder
- Vollbäder
- Teil-Peeling
- Ganzkörper-Peeling
- Body-Wrapping
Anwendungen in Wellness-Centern, Spas und zu Hause
Die verschiedenen Anwendungen mit Heilkreide gibt es beispielsweise in diversen Wellness-Centern und Spas, vor allem natürlich innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern. Sollte der nächste Urlaub jedoch noch in weiter Ferne liegen, dann lassen sich die Anwendungen auch zu Hause durchführen. So ist es zum Beispiel möglich, sich die Rügener Heilkreide über das Internet zu bestellen und anschließend die unterschiedlichsten Anwendungen im heimischen Bad zu genießen.
Rezepte für zu Hause
Für ein Basen-Bad mit Rügener Heilkreide geht man beispielsweise wie folgt vor: - Ein Kilogramm Rügener Heilkreide wird mit einem Liter Wasser angerührt. Das Gemisch reicht für etwa 100 Liter. - Anschließend gibt man das Ganze in das ungefähr 36 bis 38 Grad warme Badewannen-Wasser. - Auf Wunsch können zusätzlich noch zwei bis drei Esslöffel eines Meersalz-Algenbades hinzugefügt werden. - Das Bad wird im Idealfall circa 30 Minuten lang genossen. - Nach dem Bad sollte eine Ruhezeit von ungefähr 20 bis 30 Minuten eingehalten werden. Dank des Kreidebads werden Verspannungen sowie Verkrampfungen gelöst und Stoffwechsel sowie Durchblutung angeregt. Wer die entspannende Wirkung über einen längeren Zeitraum nutzen möchte, wiederholt das Bad an mehreren Tagen hintereinander. Von einer über die Haut erfolgenden Ausleitung von Schadstoffen ist dabei nicht auszugehen - dieser Vorstellung fehlt die wissenschaftliche Grundlage.
Ein herrliches Fußbad
Ein entspannendes Fußbad wird dagegen folgendermaßen genossen: - 500 Gramm Rügener Heilkreide werden in einer großen Schüssel mit fünf Litern warmem Wasser angerührt. - Danach genießt man das Fußbad etwa 45 Minuten lang, wobei zwischendurch warmes Wasser nachgefüllt werden sollte. - Anschließend spült man die Füße ab und trocknet sie. Wer das Fußbad regelmäßig als festes Ritual nutzen möchte, kann es über etwa drei Wochen hinweg anwenden. Hier wird eine Woche lang jeden Tag das Fußbad genossen. Im Anschluss daran verlängert man den Zeitraum zwischen den Fußbädern und lässt diese dann langsam ausklingen.
Angenehmes Peeling
Für ein Peeling wird ein Teelöffel Heilkreide mit einem Teelöffel Wasser angerührt und in leicht kreisenden, massierenden Bewegungen aufgetragen. Anschließend lässt man das Ganze für circa zwei Minuten einziehen und spült danach alles mit warmem Wasser gründlich ab.
Wohltuende Maske
Für eine wohltuende Maske nimmt man einen Esslöffel Heilkreide und verrührt ihn mit einem Esslöffel Wasser zu einer cremigen Masse. Diese wird aufgetragen und mit einem feuchten Tuch abgedeckt. Anschließend lässt man alles 15 Minuten lang einwirken. Danach wird die Maske mit warmem Wasser abgespült. Wer eine eher trockene Haut hat, der kann anstelle von Wasser auch einen Esslöffel Öl verwenden. Bei den Masken ist es zusätzlich möglich, die Heilkreide mit den verschiedensten Naturprodukten zu kombinieren, wie etwa mit Honig. Bei unreiner Haut empfiehlt es sich, die Maske mit Kamillentee, anstelle von Wasser anzurühren.Heilkreide und Heilerde: nicht dasselbe
Die beiden Begriffe werden im Sprachgebrauch häufig vermischt, obwohl es sich um zwei verschiedene Naturprodukte mit unterschiedlichen Eigenschaften handelt. Wer eine Anwendung plant oder ein Produkt bestellt, sollte den Unterschied kennen – er entscheidet über Konsistenz, Hautgefühl und Einsatzzweck.
| Rügener Heilkreide | Heilerde | |
|---|---|---|
| Herkunft | Kreidevorkommen der Halbinsel Jasmund auf Rügen | Löss- und Lehmvorkommen verschiedener Regionen |
| Hauptbestandteil | Kalziumkarbonat, rund 98 Prozent | Silikate, Aluminium- und Eisenverbindungen |
| Reaktion | Basisch, pH-Wert etwa 8,5 | Je nach Sorte neutral bis leicht basisch |
| Konsistenz | Sehr fein, samtig, gut streichfähig | Körniger, je nach Mahlgrad unterschiedlich |
| Typische Nutzung | Packungen, Bäder, Peelings, Masken | Masken, Umschläge, teils zur inneren Anwendung |
Ein praktischer Unterschied fällt bei der Verarbeitung auf: Heilkreide wird lediglich mit Wasser aufgeschlämmt und nicht gemahlen, wodurch die natürliche Korngröße erhalten bleibt. Das macht sie besonders fein und für Peelings mild genug. Heilerde zur innerlichen Anwendung ist ein Arzneimittel und unterliegt anderen Vorschriften als kosmetische Produkte – sie lässt sich deshalb nicht einfach gegen Kreide austauschen.
Was von „Entschlackung" und „Entsäuerung" zu halten ist
Rund um Kreide- und Basenbäder finden sich viele Versprechen, die einer Prüfung nicht standhalten. Da sie in Produktbeschreibungen sehr verbreitet sind, lohnt eine nüchterne Einordnung – gerade wer beruflich mit solchen Anwendungen arbeitet, sollte hier auskunftsfähig sein.
Der Begriff „Schlacken" stammt aus der Metallverarbeitung und hat in der Physiologie keine Entsprechung: Es gibt keine Substanz dieses Namens, die sich im Körper ansammelt und über die Haut ausgeleitet werden könnte. Die Entgiftung übernehmen Leber, Nieren, Darm, Lunge und Haut, und sie tun das kontinuierlich. Ebenso wenig lässt sich der pH-Wert des Blutes über ein Bad beeinflussen – er wird über Atmung und Nieren in einem sehr engen Bereich konstant gehalten, weil bereits geringe Abweichungen lebensbedrohlich wären. Was ein basisches Bad tatsächlich verändert, ist der pH-Wert auf der Hautoberfläche, und zwar vorübergehend.
Das entwertet die Anwendung nicht – es verschiebt nur die Begründung. Ein warmes Kreidebad wirkt über Wärme, Auftrieb, Ruhe und die weiche Beschaffenheit der Masse auf der Haut. Muskeln entspannen sich in warmem Wasser, der Kreislauf reagiert, und eine halbe Stunde ohne Ablenkung tut das Ihre. Das ist der belegbare und zugleich völlig ausreichende Nutzen. Wer ihn so beschreibt, ist auf der sicheren Seite – auch rechtlich, denn Wirkversprechen im Gesundheitsbereich sind streng reguliert.
Wann Kreideanwendungen nicht geeignet sind
Ein Naturprodukt ist nicht automatisch für jeden verträglich, und Wärme ist der Faktor, der bei Bädern und Packungen die meisten Einschränkungen mit sich bringt. Vor einer Anwendung – erst recht vor einer Anwendung bei anderen Personen – sollten folgende Punkte geklärt sein:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Warme Vollbäder belasten den Kreislauf. Bei Herzschwäche, nicht eingestelltem Bluthochdruck oder nach einem Herzinfarkt ist vorab ärztlich zu klären, ob und wie lange gebadet werden darf.
- Akute Entzündungen, Fieber und frische Verletzungen: Wärme ist hier ungeeignet und kann die Beschwerden verstärken.
- Offene oder entzündete Hautstellen, frische Narben: Kein Auftragen auf die betroffene Stelle.
- Venenerkrankungen und Thromboseverdacht: Ausgeprägte Krampfadern und jeder Thromboseverdacht schließen warme Anwendungen an den Beinen aus.
- Diabetes mit Nervenbeteiligung: Das Temperaturempfinden kann herabgesetzt sein – die Wassertemperatur muss dann gemessen und nicht gefühlt werden.
- Schwangerschaft: Vollbäder und lange Anwendungen vorab mit der ärztlichen Betreuung besprechen.
Praktisch gilt außerdem: Die Wanne wird durch die Kreide rutschig, weshalb ein Ein- und Ausstieg mit Halt eingeplant werden sollte. Nach dem Bad ist eine Ruhephase sinnvoll, da der Kreislauf durch die Wärme belastet wurde. Und bei der ersten Anwendung eines neuen Produkts empfiehlt sich eine kleine Testfläche an der Armbeuge, bevor großflächig aufgetragen wird – auch ein reines Naturprodukt kann individuell gereizt vertragen werden.
Massage lernen: für den eigenen Bedarf und für andere Personen
Die verschiedenen Anwendungen mit Rügener Heilkreide kann man bei sich selbst, sowie auch bei anderen Personen anwenden. Bei Letzterem empfiehlt es sich jedoch, vorab eine Wellness Massage Ausbildung, wie sie beispielsweise von der SWAV angeboten wird, zu absolvieren. Im Laufe der Wellness Ausbildung lernt man als Teilnehmer unter anderem auch die Anwendungen von verschiedenen Packungen, Bäder und Saunen, Wissenswertes über Basis- und Aroma-Öle sowie Lotionen, verschiedene Massagetechniken und vieles mehr kennen. Dank einer solchen Massageausbildung verfügt man dann über ein breit gefächertes Grundwissen, das bei der Behandlung von anderen Menschen sehr wichtig ist. Zudem ist man durch die Massage Ausbildung in der Lage, wesentlich mehr Anwendungen anzubieten. Des Weiteren können natürlich auch noch zusätzliche Massagekurse belegt werden. Durch jeden weiteren Massagekurs vergrößert man nicht nur sein Angebot, sondern ebenfalls das eigene Wissen.
Massage Ausbildung: neben- oder hauptberuflich?
Die Wellness Massage Ausbildung bei der SWAV kann beispielsweise auch ohne Probleme neben dem Beruf absolviert werden. Da die Massageausbildung lediglich einige Tage andauert, reicht es vollkommen aus, wenn man hierfür einen kürzeren Urlaub nimmt. Trotz dieses kurzen Zeitraums handelt es sich hierbei um eine fundierte Ausbildung, mit der es möglich ist, sich neben- oder hauptberuflich selbstständig zu machen. Ob man das Massieren lernen beziehungsweise die in der Massageausbildung gelernten Tätigkeiten, dann zusätzlich zu dem bisherigen Beruf oder hauptberuflich in der eigenen Praxis ausübt, das bleibt natürlich jedem Selbst überlassen.
Fazit
Rügener Heilkreide ist ein außergewöhnlich reines Naturprodukt mit langer Anwendungstradition – und sie braucht keine überhöhten Versprechen, um zu überzeugen. Ihr Nutzen liegt in Wärme, Ruhe und einem sehr angenehmen Hautgefühl, nicht in einer Ausleitung von Schadstoffen. Wer sie beruflich einsetzen möchte, sollte neben den Anwendungsformen vor allem die Grenzen kennen: Wärme ist nicht für jeden geeignet, und die Abgrenzung zwischen Wellness und Therapie will sauber gezogen sein. Beides vermittelt eine fundierte Wellness- und Massageausbildung.
Häufige Fragen zur Rügener Heilkreide
Was ist Rügener Heilkreide?
Ein Naturprodukt aus den Kreidevorkommen der Halbinsel Jasmund auf Rügen, das zu rund 98 Prozent aus Kalziumkarbonat besteht. Es wird lediglich gereinigt, nach Korngrößen sortiert und mit Wasser aufgeschlämmt – chemische Zusätze kommen nicht zum Einsatz.
Worin unterscheidet sich Heilkreide von Heilerde?
In Herkunft und Zusammensetzung: Heilkreide besteht überwiegend aus Kalziumkarbonat und stammt aus Kreidevorkommen, Heilerde aus Löss- und Lehmvorkommen mit Silikaten und Eisenverbindungen. Heilkreide ist feiner und samtiger, Heilerde körniger.
Wie wird ein Kreidebad angerührt?
Etwa ein Kilogramm Heilkreide wird mit einem Liter Wasser zu einer homogenen Masse verrührt und in rund 100 Liter Badewasser von 36 bis 38 Grad gegeben. Die Badedauer beträgt etwa 30 Minuten, anschließend ist eine Ruhezeit von 20 bis 30 Minuten sinnvoll.
Hilft ein Kreidebad beim Entschlacken?
Nein. „Schlacken" im Sinne einer im Körper angesammelten Substanz gibt es nicht, und der pH-Wert des Blutes lässt sich über ein Bad nicht beeinflussen. Was ein Kreidebad tatsächlich bewirkt, ist Entspannung über Wärme und Ruhe sowie ein weiches Hautgefühl.
Wann sollte auf Kreideanwendungen verzichtet werden?
Bei akuten Entzündungen, Fieber, frischen Verletzungen, offenen Hautstellen sowie bei Thromboseverdacht. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Venenleiden, Diabetes mit Nervenbeteiligung und in der Schwangerschaft sollte vorab ärztlich geklärt werden, ob warme Bäder geeignet sind.
Kann Heilkreide zu Hause angewendet werden?
Ja. Bäder, Fußbäder, Peelings und Masken lassen sich zu Hause durchführen. Zu beachten ist, dass die Wanne durch die Kreide rutschig wird und bei der ersten Anwendung eine kleine Testfläche an der Armbeuge sinnvoll ist.
Quellen & weiterführende Informationen
- Wikipedia: Peloid – Einordnung von Heilerde, Kreide und Moor als Anwendungsmaterial
- Wikipedia: Rügen – Herkunft und geologischer Hintergrund der Kreide
- Wikipedia: Wellness – Begriff und Abgrenzung der Anwendungen
