09. Oktober 2018
Lesezeit ca. 20 Min.

Die Hamam-Massage ist eine traditionelle türkische Dampfbad-Zeremonie, bei der ein wohltuendes Wärmeritual mit Peeling und kraftvoller Seifenmassage verschmilzt. Sie reinigen Ihren Körper zunächst, entspannen im rund 45 °C warmen Dampfraum und lassen sich anschließend auf der erwärmten Marmorplatte (Göbektaşı) mit dem Kese-Handschuh und dichtem Schaum verwöhnen. Das Ergebnis: tief gereinigte Haut, angeregte Durchblutung und spürbare innere Ruhe.

Key Facts — Hamam-Massage auf einen Blick

  • Was es ist: Traditionelle türkische Dampfbad-Zeremonie mit Peeling- und Seifenmassage auf erwärmter Marmorplatte (Göbektaşı)
  • Ursprung: Türkei & arabische Welt, Tradition über 1.000 Jahre, beeinflusst von römischen und griechischen Badekulturen
  • Zentrale Elemente: Dampfraum (45 °C), Göbektaşı (Marmor-Liegefläche), Kese (Peelinghandschuh), Pestemal (Lendentuch), Seifenmassage
  • Ablauf: 8 Schritte — Reinigung, Dampfraum, Peeling, Seifenmassage, Wasser-Güsse, Ruhephase
  • Wirkung: Tiefenreinigung der Haut, Durchblutungsförderung, Muskelentspannung, Detox, mentale Ruhe
  • Wichtige Regeln: Geschlechtertrennung, Stille als Gebot, Pestemal-Pflicht, Verzicht auf Seife im Becken
  • Karriere-Option: Hamam-Techniken sind Teil professioneller Massage-Ausbildungen — siehe SWAV Online-Massage-Ausbildung

Hamam Definition – türkisches Bad mit Wellness Massage

Die Bezeichnung Hamam Massage ist ein Synonym für ein traditionelles, türkisches Dampfbad mit anschließender Wellnessbehandlung. Nicht selten werden darum auch die Begriffe „türkische Massage“, „türkische Sauna“ oder „rituelles Dampfbad“ verwendet. Am häufigsten treten die Badestätten in der Türkei, den arabischen Regionen und dem ehemaligen Osmanischen Reich in Erscheinung, wobei sie offiziell als öffentlich betriebene Badeanstalten bekannt wurden.

Ulrich Pötter

Ulrich Pötter

Geschäftsführer & Ausbildungsexperte der WellnessInPerfektion WIP GmbH

Ulrich Pötter ist Gründer und Geschäftsführer der WellnessInPerfektion WIP GmbH und seit über 25 Jahren als staatlich anerkannter Therapeut tätig. Er ist Autor mehrerer staatlich zugelassener Fernlehrgänge (Klett-Verlag) und verantwortet die fachliche Qualität aller Lehrgänge.

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Wichtiger Hinweis: Hamam-Massagen sind Wellness-Anwendungen und ersetzen keine medizinische Behandlung. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem/hohem Blutdruck, akuten Hauterkrankungen, offenen Wunden, Schwangerschaft oder Fieber bitte vorher ärztlich abklären lassen. Trinken Sie vor und nach dem Hamam ausreichend Wasser.

Die ersten Überlieferungen um die Hammam Massagetechnik sind vor mehr als 4.000 Jahren entstanden. Der Ursprung liegt in den Dampfbädern des Orients, die klassischerweise als Hamams bezeichnet werden. Jene galten schon damals als Ort für rituelle Waschzeremonien, die Reinigung und den Rückzug von dem stressigen Alltag. Ferner gab es früher in ländlichen Regionen zudem kaum Bademöglichkeiten im eigenen Heim, weshalb speziell die ärmeren Bevölkerungsgruppen in den Dampfbädern ihrer gründlichen Hygiene nachgehen konnten.

Auch heute noch dient der Hamam als Anlaufstätte für die Kommunikation zwischen verschiedenen Personen, was die Bedeutsamkeit für den Orient erklärt. Bis jetzt konnte sich das traditionelle Dampfbad mit integrierter Massage kontinuierlich weiterentwickeln und neuesten Erkenntnissen anpassen, wenngleich die urtümlichen Bauwerke weiterhin ein beliebtes Pilgerziel sind.

Der Islam praktiziert die Badezeremonie selbst in der Neuzeit in regelmäßigen Abständen wöchentlich oder in Verbindung mit besonderen Feiertagen, doch Hamam ist längst nicht mehr nur in seinem Herkunftsland populär. Über die Jahre konnte sich das Verfahren internationale Präsenz verschaffen und erfreut aktuell auch Wellnessfreunde in Europa mit seinen Alleinstellungsmerkmalen. Im Gegensatz zu den Badehäusern des Orients hat in deutschen Hamam Häusern allerdings nicht das muntere Beisammensein Priorität, sondern die Ruhe und die Erholsamkeit. In dem Zusammenhang umgibt das Dampfbad eine fundamentale Überlieferung, die seine Definition noch immer prägt.

Hammam Prinzip – Ritual mit wohltuender Wirkung

Die Hamam Massage beruht auf dem urtümlichen Reinigungsritual, welches im Orient bekannt ist. Dominiert wird das türkische Bad von Wärme, die als Indikator für den Wohlfühlmoment fungiert. Weiterhin ergänzt Wasser den Ablauf, denn für den Hammam ist jenes Element fest mit Wellness verbunden. So soll die Kombination auf eine Reise hindeuten, die von dem hektischen Tagesplan zu einem Ort der ganzheitlichen Erholsamkeit führt. Um diese Symbolik zu verdeutlichen, bedient sich die Massage weiterer Komponenten wie aromatischen Düften, Abgeschiedenheit und großzügig vorhandenem Schaum.

Hamam repräsentiert zugleich das innere und äußere Loslösen von allen alltäglichen Sorgen, Verpflichtungen und Ängsten, damit Körper und Geist ihre Balance wiederfinden. Diese Definition wird in internationalen Dampfbädern stärker in den Vordergrund gesetzt als der religiöse Kontext in dem Heimatland von Hammam, doch achten auch die dortigen Teilnehmer auf den rituellen Mehrwert. Früher traten die Badehäuser meistens direkt neben den Moscheen auf, was auf die Wichtigkeit der Reinigung im islamischen Glauben zurückzuführen ist. Diese Aufgabe wird bis heute noch von den traditionellen Dampfbädern erfüllt. Dazu haben Massage und Badehaus spezielle Begrifflichkeiten, die den kulturellen Faktor widerspiegeln.

Namensgebungen/Aufbau bei Hamam – orientalisches Muster, internationale Anwendbarkeit

Klassisch für den Aufbau eines Hamam sind dicke Außenwände, welche die Wärmezufuhr gewährleisten ebenso wie fehlende Lüftungen und kunstvoll verzierte Glasfenster. Es gibt verschiedene Räume, von denen einige für das gesellige Zusammensitzen dienen und andere als Behandlungsort für die Massage. Dort ist auch der Ofen errichtet, der die konstante Wärme abgibt.

Bei der türkischen Sauna in einem dafür vorgesehenen Badehaus werden die einzelnen Ausstattungsmerkmale und der Therapeut mit folgenden Begriffen charakterisiert:

  • Tellak für den Masseur, der als Bademeister agiert und zunächst sämtliche Rituale beherrschen sowie Erfahrungen vorweisen muss
  • der Kees, ein Waschhandschuh, der aus Ziegenhaar besteht und den Peeling-Effekt hervorhebt
  • Göbektasi, die warme Platte aus Marmor, auf welcher die Massage angewandt wird
  • Pestemal, das traditionelle Lendentuch, welches bei Frauen auch den Oberkörper bedeckt
  • Kurnas, die Wasserbecken

In internationalen Wellnessbereichen präsentieren sich natürlich auch geläufigere Namensgebungen, da viele Behandlungen ohnehin nicht in Badehäusern, sondern Massagepraxen oder Hotel-Spas praktiziert werden. Bedingt durch den festen Ablauf und das einzigartige Prinzip, welches sich hinter Hammam verbirgt, ist diese Sonderform einer Massage aber in jeder Zusammensetzung von einer vielschichtigen Wirkung auf den Organismus umgeben.

Wirkung türkische Massage – Ganzheitlichkeit als Fundament des Erfolgs

Hammam Massage

Die Massage nach Hamam Konzept kann sich in verschiedener Weise positiv auf den Organismus auswirken. Hierbei ist es unwichtig, ob die abgewandelte Version in europäischen Kulturkreisen oder das altbewährte Ritual in der Türkei abgehalten wird. Die Technik vereint einen angenehmen Wohlfühlmoment mit geschichtlichen Traditionen und Originalität.

Einige der Faktoren, weshalb die Anwendung des Hammam absolviert wird, sind daraufhin:

  • die Badezeremonie
  • das Entfernen von Staub, Hautschuppen und Schmutz
  • die Durchblutungsanregung
  • die Regeneration der Zellen und Haut
  • Tiefenentspannung
  • Erwärmung von Muskulatur und Gewebe
  • Entsagung der negativen Energie

Grundsätzlich hat diese Massage einen starken Einfluss auf die psychische und physische Vitalität des Menschen, besitzt jedoch auch einen religiösen Wert und kann einen indirekten Beauty-Effekt ausstrahlen. Schließlich begünstigt der Aufenthalt in einem Badehaus die Geschmeidigkeit der Haut und deren Elastizität. Unabhängig von der Wirkung darf aber auch der ideelle Aspekt nicht in Vergessenheit geraten. Viele Touristen nehmen an der klassischen Zeremonie teil, um die Kultur des Landes und die Popularität von Hammam am eigenen Körper zu spüren.

In der Regel dürfen alle Personen der Behandlung beiwohnen, jedoch ist bei manchen Zielgruppen Vorsicht geboten. Die Hamam Massage läuft sehr intensiv und kraftvoll ab, was vor allem empfindliche Personen schnell als unangenehm wahrnehmen. Daher wäre es ratsam, bei hohem Schmerzempfinden keine entsprechende Massage zu nutzen. Genauso muss die Temperatur des Dampfbads berücksichtigt werden, denn wer keine Hamam Sauna oder starke Einwirkung von Hitze sowie Feuchtigkeit verträgt, sollte nicht versuchen, die Methode zu testen. Es könnten schnell Herz-Kreislauf-Beschwerden folgen und der Organismus würde einer übermäßigen Belastung ausgesetzt sein.

Die Massage darf obendrein nicht durchgeführt werden, wenn bereits Hautprobleme vorliegen oder eine infektiöse Erkrankung den Körper geschwächt hat. Hierbei wäre es ratsam, bis zu der vollständigen Genesung zu warten. Generell ist es von Vorteil, zunächst mit einem Arzt über das Vorhaben, eine türkische Massage zu erhalten Rücksprache zu führen. Er weiß, welche Risiken auftreten könnten und ob Hammam überhaupt für die Person geeignet wäre. Bevor das Ritual dann starten kann, gilt es außerdem, diverse Regeln einzuhalten, denn die Spezialmassage untersteht festen Rahmenbedingungen, die den Ablauf vorgeben.

Ulrich Pötter, SWAV-Akademie
Mein Tipp aus 20+ Jahren Massage-Praxis

Wer Hamam als Wellness-Service professionell anbieten möchte, sollte zwingend eine fundierte Massage-Ausbildung mitbringen. Die spezifischen Techniken am Göbektaşı — insbesondere die kraftvolle Schaummassage und das Peeling mit dem Kese-Handschuh — erfordern Routine in klassischer Ganzkörpermassage UND ein Verständnis für die kulturellen Hintergründe der Zeremonie. Wer aus reiner Neugier „mal eben“ eine Hamam-Massage anbietet, riskiert nicht nur Hautirritationen bei Klient:innen, sondern verfehlt auch die eigentliche Tiefenwirkung dieser uralten Tradition.

Hamam Regeln – strikter Ablauf, umfassende Wirkung

Ein türkisches Bad hat nicht nur Vorteile für die Gesundheit, es läuft auch nach strengen Richtlinien ab. Sie sind ein zentraler Bestandteil der gesamten Zeremonie, weswegen sich potenzielle Teilnehmer mit den Vorgaben für die Hamam Sauna auskennen müssen.

Geschlechter werden getrennt:

Oberste Priorität hat hier die Geschlechtertrennung. Da die Badehäuser und die Massage in einer Vielzahl der arabischen Länder vorkommen, wo sie zu der klassischen Körperhygiene zählen, werden Frauen und Männer grundsätzlich getrennt voneinander behandelt. Das kann auf zwei Arten geschehen, in Form von zwei Räumlichkeiten, was meistens bei großen Hamams der Fall ist, oder mittels separater Nutzungszeiten. Vor allem die Badehäuser, welche öffentlich zugänglich sind, orientieren sich genau an jenen Regelungen, wohingegen der Spa-Bereich in Hotels durchaus auf die klaren Prinzipien verzichtet. Selbstverständlich erweist sich ein Dampfbad in Europa diesbezüglich als wesentlich toleranter als in der Türkei, wo manche Einrichtungen sogar komplett für Frauen verboten sind.

Stille als Gebot:

Weiterhin soll das türkische Dampfbad ein Ort der Ruhe sein, denn die Besucher müssen sich vollkommen entspannen können. Deswegen sind Kommunikationen während der Anwendung strengstens untersagt.

Keine Zuneigung:

Zärtlichkeiten haben bei der Hamam Massage keinen Platz. Die ethischen und religiösen Strukturen bei dieser fernöstlichen Therapie verbieten jeglichen Körperkontakt auf Basis von Liebkosungen und Streicheleinheiten.

Kleidervorgaben sind Pflicht:

Die feste Kleiderordnung ist ein Kriterium für die Teilnahme an der Hammam Zeremonie. So sind das Lendentuch, auch Pestemal genannt, und Badeschuhe verpflichtend. Eigene Kleidung oder Unterwäsche darf hier ebenso wenig getragen werden wie in herkömmlichen Saunas, weil sie nicht der Hygienevorschrift entspricht.

Verzicht auf Dusch- und Waschvorgänge:

Haare waschen und Duschen sollten im Hamam unterlassen werden, was ebenfalls auf hygienische Vorschriften zurückzuführen ist. Gibt es innerhalb der Badehäuser einen Erholungsraum oder eine Art Teestübchen, dürfen die Besucher dort nicht mit nassem Lendentuch verweilen.

„Kurnas“ Handschuh darf nicht ins Wasser:

Der Peelinghandschuh, welcher für die Behandlung angewandt wird, darf nach der Nutzung nicht mehr mit Wasser und einem der Waschbecken in Kontakt treten.

Für den Fall, dass sich ein Teilnehmer unsicher ist, welche Regeln den Ablauf während der Badekultur in dem jeweiligen Hamam begleiten, empfiehlt es sich, die Hausordnung zu studieren und jemanden zu fragen, der die Richtlinien kennt. Darauf aufbauend wird die Hamam Massage nach einem strukturierten Konzept absolviert.

Hamam Massage in der Praxis – zielorientierter Ablauf mit Effizienz  

Bei einer Hammam Massage treffen Kultur, Wirkung und Wellness aufeinander, um die Besucher mit der türkischen Badezeremonie zu begeistern. Der Ablauf hat hierzu ein klassisches Schema. Dieses erstreckt sich über acht Schritte und begünstigt eine ganzheitliche Tiefenwirkung.

Schritt 1: Die Teilnehmer müssen sich mittels Dusche oder Bad ausgiebig reinigen, um die Hamam Sauna betreten zu dürfen. Dazu wird jedoch nur klares Wasser verwendet, keine Seife oder Duschgel. Ziel ist es, den Dreck und Schweiß des Körpers vollständig zu entfernen.

Schritt 2: Das Dampfbad folgt mit einer Grundtemperatur von 45 Grad Celsius, sodass sich die Muskulatur entspannt und die Hautporen geöffnet werden. Dadurch kann das Peeling eine stärkere Wirkung nach außen projizieren.

Schritt 3: Etwa 15 Minuten später soll lauwarmes Wasser über den ganzen Körper laufen und der Besucher darf sich kräftig einseifen.

Schritt 4: Ein zweiter Dampfbadbesuch findet statt.

Schritt 5: Die eigentliche Hamam Massage beginnt. Dafür begibt sich die Person auf eine erwärmte Marmorplatte, genannt Göbektasi, wo der Therapeut mit den Techniken beginnt. Sie werden nur mit einem Spezial-Waschhandschuh absolviert und sollen tief liegende Ablagerungen sowie vorhandene Hautschuppen entfernen. Weiterhin dient die Massage der besseren Durchblutung und dem gesunden Hautbild, was sich an der rosigen Färbung zeigt.

Hamam Sauna

Schritt 6: Die Massage wird intensiviert, indem ein Schaum den Körper ummantelt und der Therapeut seine Praktiken kraftvoll fortsetzt. Wohltuende Düfte steigern den Effekt.

Schritt 7: Einige Güsse mit warmem Wasser schließen Hammam ab.

Schritt 8: Für den optimalen Wellnessmoment sollte der Besucher im Anschluss eine ausgedehnte Ruhephase wahrnehmen. Sie darf gerne in der Teestube von dem Badehaus durchgeführt werden.

Der Ablauf unterscheidet sich natürlich je nach Behandlungsort, denn ein Spa in europäischen Gefilden ist weniger an Traditionen und den religiösen Hintergrund gebunden. Dort liegt der Fokus auf Wellness. Deswegen ist das Konzept oftmals weniger strikt geregelt und beinhaltet auch eigene Interpretationen einer Entspannungsmassage. Trotzdem sollte die Massage niemals von einem Laien angewandt werden. Türkische Dampfbäder erfordern höchste Fachkompetenz, weswegen der Masseur ein zertifizierter Hammam Therapeut sein sollte. Dann könnte die Anwendung in Hotels ebenso genutzt werden wie in klassischen Badehäusern auf der ganzen Welt.

Professioneller Hamam Therapeut – langjährige Erfahrung als Voraussetzung

Gerade in orientalischen Regionen hat der Tellak wie oben erwähnt viel Bedeutung und kann erst nach mehrjähriger Erfahrung als Bademeister des Hammams die Massage absolvieren. Ferner muss er jegliche Traditionen rund um die Zeremonie kennen, bevor er zu einem Tellak werden darf. Zwar unterliegen die Masseure in anderen Gebieten der Welt nicht solchen strengen Verpflichtungen, doch auch europäische Fachkräfte brauchen eine lückenlose Kernkompetenz. Die Praktik sieht viele Besonderheiten vor, weswegen eine Standard-Schulung zum Masseur nicht ausreicht.

Im Gegenteil, es sollte eine passende Fortbildung zum Hamam-Therapeuten belegt werden. Sie vermittelt den Profis alle theoretischen und praktischen Kriterien um die uralte Massagekunst zu erlernen. Außerdem liefert sie Einblicke in die Riten und religiösen Zusammenhängen, die das türkische Bad umgeben. Dadurch erhalten Interessenten auch in anderen Teilen der Welt regelkonforme Behandlungen nach alter Tradition, die von modernen Einflüssen sowie dem Fachwissen des Therapeuten geprägt werden. Charakteristisch daran ist, dass es keine festen Vorgaben hinsichtlich der Technik gibt.

Ein orientalischer Tellak darf die Grundlagen der Anwendung stets mit eigenen Massagemethoden kombinieren und daraufhin eine individuelle Vorgehensweise präsentieren. Wichtig sind nur die Einhaltung ethischer Prinzipien und die Zufriedenheit der Teilnehmer.  

So ist die Hamam Massage eine urtümliche Praktik mit Authentizität, bei der sich das Dampfbad mit intensiven Grifftechniken und kulturellem Erbe verbindet, um den Besuchern einen nachhaltigen Erholungsmoment auf allen Ebenen zu spenden.

Fazit: Hamam ist mehr als nur Wellness

Die Hamam-Massage verbindet eine über tausendjährige Badekultur mit ganzheitlicher Körperarbeit. Was als orientalisches Reinigungsritual begann, ist heute ein etabliertes Wellness-Format mit tiefer kultureller und physiologischer Wirkung — von der intensiven Hautreinigung über die Durchblutungsförderung bis zur mentalen Ruhe durch die strikten Schweige- und Verhaltensregeln. Wichtig ist: Hamam ist kein simples Saunabad mit Massage, sondern ein Ritual mit klarer Choreographie. Wer es professionell anbieten möchte, braucht sowohl handwerkliches Können als auch Respekt vor der Tradition.

Bei der SWAV-Akademie können Sie in einer Online-Massage-Ausbildung die nötigen Grundlagen erwerben — flexibel von zu Hause, mit ZFU-zugelassenem Zertifikat. Hamam-spezifische Techniken werden als Spezialisierung vertieft.

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Häufige Fragen zur Hamam-Massage

Wie läuft eine Hamam-Massage ab?

Der klassische Hamam-Ablauf folgt acht Schritten: Reinigung mit klarem Wasser, erster Dampfraum-Aufenthalt bei etwa 45 °C, lauwarme Dusche und Einseifen, zweiter Dampfraum-Besuch, Peeling mit dem Kese-Handschuh auf der Göbektaşı, kraftvolle Schaummassage, abschließende Wasser-Güsse und eine ausgedehnte Ruhephase in der Teestube.

Wie lange dauert eine Hamam-Massage?

Eine vollständige Hamam-Zeremonie dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Sie verteilt sich auf die Dampfraum-Phasen, das Peeling, die Schaummassage und die abschließende Ruhephase, die für die Tiefenwirkung wichtig ist.

Was sollte ich zu einem Hamam-Besuch mitbringen?

Pflicht sind ein Pestemal (Lendentuch) und Badeschuhe — in den meisten Badehäusern werden sie gestellt. Eigene Unterwäsche oder Badekleidung ist aus Hygienegründen nicht erlaubt. Für danach empfehlen sich bequeme Kleidung und ausreichend Trinkwasser; ein Tee in der Teestube gehört traditionell zur Zeremonie.

Für wen ist eine Hamam-Massage geeignet — und für wen nicht?

Grundsätzlich dürfen die meisten gesunden Erwachsenen an der Zeremonie teilnehmen. Vorsicht ist geboten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem oder sehr hohem Blutdruck, akuten Hauterkrankungen, offenen Wunden, Schwangerschaft oder Fieber. In diesen Fällen sollten Sie vorab ärztlich abklären lassen, ob ein Hamam-Besuch für Sie geeignet ist.

Worin unterscheidet sich Hamam von einer normalen Sauna?

Im Gegensatz zur trockenen Sauna ist der Hamam ein Dampfbad mit etwa 45 °C und sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Während ein Saunabesuch passiv und privat verläuft, ist der Hamam eine aktive, ritualisierte Zeremonie mit Peeling- und Schaummassage-Phase — also weit mehr als ein reines Schwitzbad.

Kann ich Hamam selbst professionell anbieten?

Ja — Voraussetzung ist allerdings eine fundierte Massage-Ausbildung. Hamam-Techniken bauen auf der klassischen Ganzkörpermassage auf und erfordern Routine in Peeling-, Schaum- und Streichungstechniken. Die SWAV-Akademie bietet Online-Massage-Ausbildungen mit ZFU-zugelassenem Zertifikat, in denen Hamam-spezifische Techniken vertieft werden können.

Fachliche Quellen & weiterführende Literatur

  • UNESCO — Türkische Hamam-Tradition als immaterielles Kulturerbe
  • Türkisches Ministerium für Kultur und Tourismus — Traditionelle Badekultur
  • Edmondson, N.: „The Turkish Bath: A Brief History" — Standardwerk zur Hamam-Kulturgeschichte
  • Schiener, R.: „Wellness und Spa-Massage" — Lehrbuch zur professionellen Anwendung orientalischer Bademassagen

Stand der Recherche: 2026-05. Die Hamam-Zeremonie ist in der Türkei und arabischen Welt seit Jahrhunderten kulturell verankert; seit 2020 ist sie UNESCO-anerkanntes Kulturerbe.


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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Marc Brene
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Heike Regenberg
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Der Ablauf verlief ohne jegliche Komplikationen. Die Lehrkräfte und Dozenten waren äußerst freundlich. Die Korrekturen erfolgten stets in kürzester Zeit. Auf Anfragen erhielt ich prompt und kompetent Rückmeldungen. Ich beabsichtige, mich auch zukünftig für Studiengänge an dieser Institution anzumelden und diese dort zu absolvieren. Meine Zufriedenheit ist hoch, weshalb ich diese Einrichtung uneingeschränkt weiterempfehlen kann.
Ab Ab