01. Juni 2021
Lesezeit ca. 25 Min.

Das Schröpfen ist seit vielen Generationen dafür bekannt, unterschiedliche Beschwerden zu lindern und international in den verschiedensten Kulturkreisen als Heilmethode eingesetzt zu werden. So lockert Schröpfen Verspannungen der Muskulatur, ist anregend für den Lymphabfluss und steigert die Durchblutung. Doch, kann dieses gewinnbringende Verfahren auch bei unschönen Dellen an Oberschenkeln, Gesäß und Co helfen? Dem wollen wir in unserem heutigen Beitrag auf den Grund gehen, um endlich die Frage zu beantworten, ob Schröpfen gegen Cellulite wirklich hilft?

Schröpfen gegen Cellulite ist eine ergänzende Wellness-Methode, bei der Schröpfgläser per Unterdruck auf der Haut ansaugen und – meist als gleitende Schröpfmassage – über die eingeölten Problemzonen an Beinen und Po bewegt werden. Das kann die Durchblutung anregen, den Lymphfluss unterstützen und das Hautbild vorübergehend glatter und straffer wirken lassen. Ein dauerhaftes „Wegschröpfen" der Orangenhaut ist wissenschaftlich nicht belegt – sinnvoll ist die Methode als pflegender Baustein neben Bewegung, Hautpflege und ausgewogener Ernährung.

Key Facts – Schröpfen gegen Cellulite

  • Grundprinzip: Über Schröpfgläser wird auf der Haut ein Unterdruck erzeugt; als gleitende Schröpfmassage werden sie über zuvor eingeölte Bereiche wie Oberschenkel und Po bewegt und regen so Durchblutung und Lymphfluss an.
  • Wirkung aufs Hautbild: Das Gewebe kann kurzfristig besser durchblutet wirken, wodurch die Haut vorübergehend glatter und straffer erscheinen kann – ein dauerhaftes Beseitigen der Cellulite ist damit nicht möglich.
  • Wissenschaftlicher Status: Ein gezielter Anti-Cellulite-Effekt des Schröpfens ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt; die Methode ist als Wellness- und Pflegeanwendung einzuordnen, nicht als medizinische Behandlung.
  • Dauer & Häufigkeit: Statisch gesetzte Gläser verbleiben nur wenige Minuten (etwa 5–10) auf der Haut, bei der Schröpfmassage bleiben sie in Bewegung; mehr als eine Anwendung pro Tag belastet den Organismus unnötig.
  • Selbst anwendbar: Trockenes Schröpfen und die Schröpfmassage lassen sich mit etwas Anleitung selbst durchführen – blutiges Schröpfen gehört ausschließlich in fachkundige Hände.
  • Kontraindikationen: Bei Schwangerschaft, blutverdünnenden Medikamenten, Hautentzündungen oder -verletzungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Schröpfen nicht geeignet; sichtbare Schröpfmale sind eine normale Reaktion, kein Schaden.

Hilft Schröpfen bei Cellulite?

Ja, denn Schröpfen wird immer häufiger zur Behandlung eines schwachen Bindegewebes, darunter Cellulite eingesetzt. Diese verursacht nicht nur optische Probleme durch die Muldenbildung auf der Hautoberfläche, sondern kann ebenfalls für ernsthafte Beschwerden wie Krampfadern oder Besenreißer verantwortlich sein. Das Schröpfen aktiviert bekanntlich den Lymphfluss, sodass die angestaute Lymphflüssigkeit leichter abtransportiert werden kann und somit das Bindegewebe entlastet wird. Infolgedessen verbessert sich die Hautbeschaffenheit und es zeigt sich wieder eine geschmeidige, elastisch-straffe Gewebestruktur.

Cellulite schröpfen in der Schwangerschaft?

Normalerweise sollte das Schröpfen gegen Cellulite während der Schwangerschaft nicht angewandt werden. Generell wird Schröpfen bei Schwangeren nicht empfohlen und teilweise sogar, wie unten erwähnt, als Kontraindikation gewertet. Allerdings darf dies nicht verallgemeinert werden. Es gibt auch Fälle, in denen eine bestehende Schwangerschaft keinen Grund für den Verzicht auf die Schröpftechnik dargestellt hat. Fest steht zumindest, dass gewisse Einschränkungen vorliegen. So darf unter keinen Umständen blutig geschröpft werden, woraufhin auch andere Formen des Schröpfens niemals vor der 17. Schwangerschaftswoche zum Einsatz kommen sollten. Außerdem muss sich die Technik auf den Muskel beschränken und darf nur jenen behandeln, während Lendenwirbel, Bauch, Kreuzbein und alle Regionen, die bei einer Schwangeren durch das Schröpfen Komplikationen hervorbringen könnten sowie bei der Betreffenden ein Gefühl von Schmerz oder Unwohlsein verursachen, ausgespart werden müssen. Wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt, ist das Schröpfen auch untersagt. Letztlich sollten Schwangere vor einer entsprechenden Anwendung ausführlich mit einem Arzt sprechen, ob in ihrem individuellen Fall diese Methode notwendig oder erlaubt wäre. Schließlich gibt es meist noch andere Möglichkeiten, Disharmonien zu lindern, die in der Schwangerschaft vorteilhafter sind.

Wie lange schröpfen bei Cellulite?

Schröpfen wird immer als kurzzeitige Anwendung genutzt. Das bedeutet, Schröpfgläser verweilen nur rund 10-15 Minuten auf der Haut, ehe sie wieder entfernt werden. Andernfalls würde der Unterdruck zu stark sein und es käme zu negativen Begleiterscheinungen, während auch die Haut und der Organismus zu sehr strapaziert werden. Bei einer Schröpfmassage gegen Cellulite zum Beispiel bleiben die Schröpfgläser gar nicht auf einer festen Stelle an der Hautoberfläche, sondern werden nach erzeugtem Vakuum durch Streichungen über die verhärteten Muskelbereiche bewegt. Die Dauer des Schröpfens gegen Cellulite sollte sich obendrein an dem Empfinden des Einzelnen orientieren. Insofern der Betroffene bereits nach kurzer Zeit das Gefühl hat, der Druck sei zu unangenehm, wenn sich ein plötzliches Unwohlsein zeigt, die Haut ernsthafte Veränderungen vorweist oder weitere unvorhergesehene Komplikationen eintreten, muss die Schröpftechnik sofort unterbrochen werden.

Wie massiere ich Cellulite weg?

Cellulite lässt sich nicht nur durch das traditionelle Schröpfen bekämpfen, es gäbe auch die Möglichkeit, diese urtümliche Technik mit einer erholsamen Massage zu verbinden. So entsteht die Schröpfmassage. Sie hilft gegen Cellulite, beruht auf einem ähnlichen Konzept wie das Schröpfen, vereint es aber noch mit verschiedenen Massagetechniken wie Streichungen und Kreisungen. Für eine Schröpfmassage wird die zu behandelnde Körperpartie erst großzügig eingeölt, dann setzt der Anwender die Schröpfgläser auf, sorgt für das Vakuum auf der Haut und bewegt den Schröpfkopf gleichmäßig über die verhärteten Muskelbereiche hinweg. Der Unterdruck im Glas bleibt die gesamte Zeit über bestehen, die Techniken sind, wie schon erwähnt, Streichen und Kreisen, während die Intensität sanft bis mäßig ausfällt. Auf diese Weise entsteht eine schonendere Variante des Schröpfens mit ähnlichen Effekten, die sich auch für Personen eignet, die das klassische Schröpfen nicht als angenehm empfinden, die Vorteile der Methode aber trotzdem für sich nutzen möchten. Schröpfmassagen können am ganzen Körper ausgeübt werden, vorzugsweise am Rücken, den Beinen, Armen oder mit kleineren Schröpfgläsern im Gesicht. Sie haben unterschiedliche positive Eigenschaften, darunter eben auch ein kosmetischer Effekt als natürliche Alternative des Anti-Agings, um eine straffere, geschmeidige Haut hervorzubringen und Cellulite zu bekämpfen.

Wie funktioniert Schröpfen gegen Cellulite?

Durch den Unterdruck, der mit den Schröpfgläsern auf der Haut erzeugt wird, entsteht eine Aktivierung der Lymphabflussbahnen, angestaute Flüssigkeit wird abgeleitet und das Lymphsystem erhält eine Entlastung. Daraufhin kann das Bindegewebe gefestigt und Cellulite verringert werden. Zugleich hilft das Schröpfen als Vorbeugung, um für ein elastisches Stützgewebe zu sorgen, welches widerstandsfähiger gegenüber Erkrankungen wie Cellulite ist. So sorgt das Schröpfen durch die Anregung der Durchblutung und den verbesserten Lymphfluss dafür, dass die Fettzellen im schwachen Bindegewebe keine Stauungen verursachen, die sonst den Abtransport der Lymphe und die Durchblutung negativ beeinträchtigen.

Schröpfen gegen Cellulite - DIY Anleitung

Es gibt für das Schröpfen gegen Cellulite zahlreiche Anleitungen, von denen wir Ihnen natürlich nicht alle auflisten können. Im Zuge dessen können Sie als DIY-Methode nur das trockene Schröpfen oder die Schröpfmassage nutzen. Blutig zu schröpfen obliegt den Experten. Als Beispiel sollten Sie das Schröpfen gegen Cellulite dann nach der unten stehenden Anleitung durchführen:

1. Was wollen Sie schröpfen?

Wählen Sie aus, ob Sie nur einen Teilbereich (z.B die Beine) schröpfen möchten oder direkt alle Problemzonen behandeln wollen. Die Anleitung ist grundsätzlich für alle Regionen ähnlich. Sie sollten nur auf die passende Größe der Schröpfgläser achten.

Hinweis: Beim Schröpfen gegen Cellulite werden meist die unempfindlicheren Hautbereiche wie Beine und Po aktiviert. Sollten Sie jedoch im Gesicht schröpfen, seien Sie besonders vorsichtig, da die Haut hier sehr sensibel ist.

2. Equipment

Legen Sie sich das passende Equipment zurecht, damit Sie es stets griffbereit haben und sich ganz auf die Technik konzentrieren können.

3. Ort

Suchen Sie sich einen ruhigen Platz, wo Sie sich entspannen, um das Schröpfen ungestört zu absolvieren.

4. Position

Nehmen Sie eine entspannte Haltung ein, bei der Sie gut an die zu schröpfenden Hautpartien gelangen, ohne sich zu verrenken. Die Position orientiert sich an den Stellen, die Sie schröpfen wollen. Im Idealfall stellen Sie sich vor einen großen Spiegel, wo Sie Ihre Haut optimal sehen und erkennen, ob die Schröpfköpfe richtig platziert sind.

5. Schröpfgläser anbringen

Positionieren Sie die Gläser dann auf den passenden Schröpfzonen. Dafür suchen Sie gezielt nach den Bereichen, welche die typische Muldenbildung auf der Haut zeigen. Wenn Sie die Schröpfgläser korrekt anwenden möchten, setzen Sie sie auf der passenden Hautstelle an und achten darauf, dass sie sich festsaugen. Bei Ausführungen mit Gummiball können Sie dies durch das Zusammendrücken des Saugballs erzeugen, während klassische Schröpfköpfe auf manuelle Weise das Vakuum hervorbringen müssen. Sie erkennen, ob die Schröpfgläser richtig sitzen, wenn sich die Haut wie eine Wölbung innerhalb der Schröpfgläser darstellt und rötlich verfärbt.

Tipp: Achten Sie hierbei auf einen leichten Unterdruck, wenn Sie zum ersten Mal eine Schröpf-Methode gegen Cellulite anwenden, um Ihren Organismus nicht zu sehr zu belasten.

6. Alternative: Vakuumpumpe

Falls Sie die Schröpfgläser nicht manuell befestigen möchten, können Sie auch eine Vakuumpumpe nutzen. Das Gerät wird an den Schröpfköpfen befestigt und erzeugt durch Drehung den passenden Unterdruck, sodass sich die Haut problemlos mit dem Glas ansaugen lässt. Viele Startersets enthalten eine solche Pumpe auch schon als Grundausstattung.

7. Dauer

Wenn Sie nur ohne Massage schröpfen, lassen Sie die Schröpfgläser jetzt an ihrer Position für etwa 5 bis 10 Minuten, um ein punktuell intensives Ergebnis zu erzeugen. Sie sehen, wie die Haut sich rötet und somit auf das Schröpfen reagiert.

8. Wiederholung

Nach den besagten Minuten ziehen Sie die Gläser vorsichtig von der Haut ab und setzen sie an der nächsten Zielregion nach demselben Muster an. Verfahren Sie so, bis Sie alle von Cellulite betroffenen Bereiche stimulieren konnten.

9. Entspannung und Nachsorge

Nach dem Schröpfen legen Sie sich entspannt hin und achten darauf, dass sich die Hautpartien an der frischen Luft erholen dürfen. Sie sollte jetzt keinerlei Druck ausgesetzt werden.

Hinweis: Auf Ihrer Haut zeigen sich deutlich sichtbare Abzeichen der Schröpfgläser. Dies sind keine negativen Begleiterscheinungen, sondern lediglich ein Hinweis darauf, dass der Körper auf das Schröpfen reagiert.

Video-Anleitung: So geht's

Hier finden Sie eine Video-Anleitung zum Schröpfvorgang. Eine regelmäßige Anwendung wirkt sich nicht nur positiv auf Cellulite aus.

Schröpfmassage-Anleitung

Insofern Sie hingegen Schröpfen mit einer leichten Massage verbinden möchten, hier eine weitere Anleitung für Sie:

1. Einölen

Ölen Sie die Hautpartien gut ein, die Sie mit der Schröpfmassage ansprechen möchten. So unterstützen Sie die fließenden Bewegungen während der Anwendung. Alternativ wäre auch eine Massagecreme geeignet.

2. Schröpfgläser anlegen

Setzen Sie die Schröpfgläser auf die Bereiche, die Sie damit behandeln möchten und drücken Sie sie zusammen, damit sie sich festsaugen.

3. Massagetechnik

Jetzt beginnen Sie mit leichten Streichungen und Kreisungen über die Haut zu gleiten. Achten Sie darauf, dass Sie nur mit der Saugglocke arbeiten und diese über die Haut hin- und herschieben. Das begünstigt, dass Sie das Vakuum aufrechterhalten, während Sie durch die leichten Massagegriffe für eine sanftere Variante des Schröpfens sorgen.

4. Wo Sie nicht massieren sollten

Massieren Sie niemals Gelenke oder Lymphknoten (unter anderem im Leistenbereich)

5. Schröpfgläser vorsichtig lösen

Sobald Sie Ihre Schröpfmassage abgeschlossen haben, können Sie die Schröpfgläser behutsam wieder lösen.

6. Nach der Massage

Sie dürfen gerne noch einige Streichungen und Kreisungen ohne Schröpfgläser vornehmen, um die Massage zu beenden. Entfernen Sie dann das überschüssige Öl und gönnen Sie sich dann einen Moment der Ruhe, bevor Sie sich wieder Ihrem Alltag widmen. Wenden Sie die Praktik regelmäßig an, jedoch nicht mehr als einmal am Tag, um den Organismus nicht zu belasten.

Video-Anleitung zur Schröpfmassage

Hier haben wir eine Video-Anleitung zur präventiven Schröpfmassage für Sie. Auch ist es möglich, in einem speziellen Schröpfmassage-Online-Kurs die besondere Technik professionell zu erlernen. Es sind keine Vorkenntnisse notwendig. Ein kleiner Einblick:

Ulrich Pötter, staatlich anerkannter Therapeut
Ulis Tipp aus über 25 Jahren Praxis

Erwarten Sie vom Schröpfen bitte kein Wundermittel gegen Cellulite – aber als regelmäßiges Pflegeritual kann es sich wirklich lohnen. Mein Rat: Ölen Sie die Haut großzügig ein, arbeiten Sie mit sanftem Unterdruck und führen Sie das Glas in ruhigen, gleitenden Zügen immer in Richtung Herz, nie über Gelenke oder Lymphknoten. Beginnen Sie zurückhaltend, spüren Sie in Ihre Haut hinein und hören Sie sofort auf, wenn es unangenehm wird. Kombiniert mit Bewegung und Wechselduschen sehen Sie deutlich mehr als von der Technik allein.

Welches Zubehör beim Schröpfen gegen Cellulite?

Das Schröpfen gegen Cellulite wird mit den passenden Schröpfgläsern durchgeführt. Sie sind die unverzichtbare Ausstattung, die zunächst vorhanden sein muss. Schröpfgläser gibt es in unterschiedlichen Größen sowie Ausführungen.Manche besitzen einen Gummiball, sodass sie während der Schröpftechnik ein größeres Vakuum erzielen, woraufhin Schröpfglocken ohne diesen Zusatz für eine schonendere Anwendung bevorzugt werden.

Als Material gibt es Silikon oder auch Glas, je nach Vorliebe. Es wäre ratsam, bei den Schröpfgläsern auf eine gute Qualität und eine leichte Anwendbarkeit zu achten, damit es während der Schröpftechnik nicht zu einem unangenehmen Hautgefühl kommt oder sich nicht die Gläser geschmeidig über die Haut bewegen lassen/kein passendes Vakuum erzeugen. Für die Größenordnung gilt, je umfangreicher die Hautpartie, desto größer das Schröpfglas. Demnach werden die kleineren Varianten eher für Bereiche wie Füße, Gesicht oder Hände angewandt, die größeren für Oberschenkel und Po. Außerdem benötigt der Anwender unter Umständen ein hochwertiges Massageöl, nämlich dann, wenn die Methode als Schröpfmassage eingesetzt werden soll. Weiterhin finden sich mittlerweile auf dem Markt professionelle Schröpfmassagegeräte, die eine kostspieligere Anschaffung darstellen, jedoch recht simpel in der Anwendung sind und die Orangenhaut durch unterschiedliche Massageprogramme sowie wechselnde Aufsätze und Intensitäten stimulieren, um dieselben Reize zu entsenden wie das traditionelle Schröpfen per Hand. Diese Gerätschaften müssen aber immer fachgerecht eingesetzt werden, um eine positive Wirkung zu erzielen und können mit dem Schröpfen als Verfahren nicht gleichgesetzt werden.

Schröpfgläser und Vakuumpumpen in verschiedenen Ausführungen

Welche weiteren Vorteile können beim Schröpfen gegen Cellulite einsetzen?

Zusätzlich zu einer Verbesserung der Hautunebenheiten werden bei einem korrekt angewandten Schröpfvorgang noch weitere positive Effekte freigesetzt, darunter:

  • Abbau von Verkrampfungen der Muskulatur
  • Schmerzlinderung
  • Verbesserung des seelischen Wohlbefindens
  • Verringerung von Depressionen
  • Aktivierung der gesunden Verdauung
  • Linderung von Beschwerden der Leber oder Galle
  • Eine Unterstützung gegen Nervenschmerzen
  • Weniger Probleme durch hormonelle Schwankungen wie die Wechseljahre

Auch das Kältegefühl, das viele Betroffene in den Regionen empfinden, die von Cellulite heimgesucht werden, lässt sich durch den Einfluss der Schröpftechniken auf die Durchblutung aufheben. Weiterhin eignet sich das Schröpfen gut für die Faszien, die als Stütznetzwerk für die Stabilität und Widerstandskraft unseres Bewegungsapparats wichtig sind. So können Verklebungen und Verfilzungen der oberen sowie unteren Faszien gelindert werden, woraufhin sich Mobilitätsprobleme, Schmerzen oder Instabilität abbauen lassen. Ein stabiles Faszien- und Bindegewebe wiederum liefert die richtige Basis für eine elastische, Cellulite freie Haut.

Insgesamt wird dem Schröpfen eine heilend-positive Wirkung auf den Organismus nachgesagt, die den Bewegungsapparat und die mentale Verfassung gleichermaßen betrifft. Demnach kann die Technik ebenfalls das Immunsystem ankurbeln, eine ganzheitliche Erholung fördern und für eine bessere Stimmung verantwortlich sein.

Wann ist Schröpfen gegen Cellulite verboten?

Grundsätzlich hat die Schröpftechnik keine Nebenwirkungen und kann lediglich für Rötungen oder bläuliche Verfärbungen auf der Hautoberfläche als natürliche Reaktionen auf die Anwendung des Verfahrens sorgen. Dennoch gibt es Kontraindikationen, die das Schröpfen gegen Cellulite verbieten, darunter:

  • Akute Hautentzündungen
  • Nicht bekannte Veränderungen auf der Haut, Allergien der Hautoberfläche oder kürzliche erfolgte Kortisonbehandlungen der Haut
  • Hautverletzungen
  • Die Einnahme von blutverdünnenden Mitteln
  • Eine stärkere Blutungsneigung
  • Ernsthafte Erkrankungen von Herz-Kreislauf-System
  • Kürzlich zurückliegende Strahlentherapien
  • Eine Schwangerschaft

Insofern bereits Vorerkrankungen bekannt sind, empfiehlt sich immer eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, ehe das Schröpfen angewandt wird.

Kann bei jeder Art von Cellulite geschröpft werden?

Nein, denn Cellulite ist nicht mit dem ähnlich klingenden Krankheitsbegriff Cellulitis zu vergleichen. Cellulite beschreibt die besser bekannte Orangenhaut, die sich als kosmetisches Problem zeigt, welches keinerlei gefährliche oder ernsthafte Ausmaße hat, während es bei einer frühzeitigen Bekämpfung auch nicht zu negativen Begleiterscheinungen (Krampfadern) kommen dürfte. Cellulitis allerdings bezieht sich auf eine ernstzunehmende Krankheit, die eine chronische Veränderung des Unterhautgewebes mit sich bringt, welches dadurch entzündet ist und verschiedene Symptome hervorruft, darunter Schwellungen mit starken Schmerzen und Rötungen. Sollte diese Erkrankung vorliegen, muss definitiv eine andere Form der Behandlung gewählt werden, um die Problematik dauerhaft sowie erfolgreich zu bekämpfen und keine negativen Effekte zu fördern. Generell gilt, das Schröpfen gegen Cellulite ist nur dann sinnvoll und empfehlenswert, wenn es sich um eine harmlose, schmerzfreie sowie oberflächliche Hautveränderung handelt. Alle schwereren Verläufe des Krankheitsbildes, die unter Umständen sogar mit verschiedenen Beschwerden wie Bewegungseinschränkungen, Druckgefühl, Hitzeempfinden oder ähnlichem verbunden sind, dürfen nicht ausschließlich durch das Schröpfen therapiert werden. Im Gegenteil, falls ein krankhaft-verändertes Bindegewebe aufgrund anderer Probleme in Form von erblicher Veranlagung, schweren Lymphödemen oder Durchblutungsstörungen in Erscheinung tritt, ist die Behandlung dem Arzt sowie bei einer Verordnung, dem Physiotherapeuten vorbehalten. Ein Wellnessanwender muss diese Abgrenzungen zwischen Prävention und Behandlungen berücksichtigen, woraufhin Kunden mit schwerwiegenden Problemen direkt an einen Arzt verwiesen werden sollten.

Schröpfen gegen Cellulite selbst anwenden oder professionell durchführen lassen?

Schröpfen gegen Cellulite lässt sich entweder in professionellen Massagepraxen und Kosmetikstudios durchführen, während ebenfalls eine Selbstanwendung geeignet wäre. Beides hat Vor- und Nachteile, die zunächst bekannt sein sollten.

Dabei sind entsprechende Experten darauf spezialisiert, eine fachgerechte, zielorientierte und risikoarme Methode des Schröpfens einzusetzen. Sie kennen die Besonderheiten des Schröpfens, die Kontraindikationen und die Art (zum Beispiel trockenes Schröpfen oder blutiges Schröpfen), die genutzt werden sollte, um die jeweilige Hautbeschaffenheit positiv zu verbessern. Allerdings ist die Person weniger flexibel, weil sie einen festen Termin buchen muss und die Kosten selbst zu tragen hat. Wenn die Schröpftechnik als Eigenanwendung absolviert wird, erweist sich dies als preislich günstiger, woraufhin auch eine zeitliche Unabhängigkeit vorliegt. Zugleich lässt sich das Konzept dann auf die Bedürfnisse des Einzelnen abstimmen und an einem Ort der Wahl anwenden. Dafür gibt es unterschiedliche Konzepte. Richtig Schröpfen gegen Cellulite gelingt aber erst durch Anleitungen, um keine negativen Reaktionen freizusetzen oder zu riskieren, dass das Schröpfen wirkungslos bleibt.

Hier haben wir für Sie zwei Anleitungen zum Cellulite Schröpfen, mit denen Sie die Anwendung sicher und problemlos durchführen können.

Wellness-Therapeutin hält Schröpfgläser für eine Schröpfbehandlung gegen Cellulite

Was passiert im Körper durch das Schröpfen?

Das Schröpfen ist eine uralte Technik, bei welcher durch verschiedene Schröpfgläser ein Unterdruck auf der Haut entsteht, welcher dann zahlreiche positive Auswirkungen auf den Organismus haben kann. Hauptziel wäre es, aufgrund des Sogeffekts sowie der Hautreizung unterschiedliche Dysbalancen abzubauen sowie das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Durch das Aufsetzen der Schröpfgläser wird ein Vakuum gebildet, es entsteht ein Unterdruck und dieser begünstigt eine Stimulation der Haut sowie der darunter liegenden Gefäße. Auf diese Weise werden Durchblutung und Lymphabfluss wieder in den Einklang gebracht, was Störungen des Lymphabflusssystems wie Lymphödeme/Stauungen aufhebt, die Durchblutung verbessert und den Stoffwechsel aktiviert. Es wird hierbei angenommen, dass die Organe über Reflexzonen mit bestimmten Triggerpunkten auf der Haut verbunden sind. So wird mit der Stimulation der Punkte ein Reiz freigesetzt und über die Meridianbahnen an die dazugehörigen Organe transportiert, um dort die entsprechende Wirkung zu erzeugen. Darüber hinaus gelingt es durch die Schröpftechnik, Verhärtungen der Muskeln aufzuheben, da sich die Gefäße weiten und sich eine ganzheitliche Entspannung einstellen soll. Basierend ist das Schröpfen hierbei auf der sogenannten Säftelehre, die besagt, dass erst der Einklang der Körperflüssigkeiten für die innere und äußere Gesundheit verantwortlich sein kann. In China zum Beispiel wird das Schröpfen genutzt, um durch die verbesserte Durchblutung und den Lymphabfluss dazu beizutragen, dass die Lebensenergie Qi wieder frei durch den Körper fließt.

Fazit

Schröpfen gegen Cellulite ist kein Wundermittel, aber ein wohltuender Baustein in der Hautpflege: Der Unterdruck der Gläser regt Durchblutung und Lymphfluss an und kann das Hautbild vorübergehend glatter und straffer wirken lassen. Ein dauerhaftes Verschwinden der Orangenhaut lässt sich damit jedoch nicht erreichen – die Cellulite-Wirkung ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Am meisten profitieren Sie, wenn Sie die Schröpfmassage regelmäßig und behutsam anwenden und mit Bewegung, Wechselduschen und ausgewogener Ernährung kombinieren. Wer die Technik sicher und fundiert erlernen möchte, findet in den Online-Ausbildungen der SWAV den passenden, strukturierten Einstieg.

Häufige Fragen zu Schröpfen gegen Cellulite

Hilft Schröpfen wirklich gegen Cellulite?

Schröpfen kann die Durchblutung anregen und den Lymphfluss unterstützen, wodurch die Haut vorübergehend glatter und straffer wirken kann. Ein dauerhaftes Beseitigen der Cellulite ist damit allerdings nicht möglich, und ein gezielter Anti-Cellulite-Effekt ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Am besten wirkt Schröpfen als ergänzendes Pflegeritual neben Bewegung, Hautpflege und ausgewogener Ernährung.

Ist Schröpfen gegen Cellulite schmerzhaft?

Richtig dosiert ist Schröpfen nicht schmerzhaft, sondern fühlt sich eher wie ein ziehender Sog an. Wichtig ist ein moderater Unterdruck – vor allem bei der ersten Anwendung. Sobald der Druck unangenehm wird oder Schmerzen auftreten, sollten Sie die Anwendung sofort unterbrechen. Ein leichtes Wärmegefühl und Rötungen der Haut sind dagegen normal.

Wie oft sollte man gegen Cellulite schröpfen?

Für ein spürbares Ergebnis ist Regelmäßigkeit entscheidender als Intensität. Eine Schröpfmassage lässt sich einige Male pro Woche einplanen, jedoch nicht mehr als einmal täglich, um Haut und Organismus nicht zu überlasten. Gönnen Sie der Haut zwischen den Anwendungen Erholung und beobachten Sie, wie sie reagiert.

Bleiben nach dem Schröpfen Male auf der Haut?

Nach dem statischen Schröpfen können vorübergehend runde Rötungen oder bläuliche Verfärbungen zurückbleiben. Das ist eine normale Reaktion auf den Unterdruck und kein Zeichen einer Verletzung; die Male klingen in der Regel innerhalb einiger Tage von selbst wieder ab. Bei der gleitenden Schröpfmassage fallen sie meist deutlich schwächer aus.

Kann man Cellulite-Schröpfen selbst zu Hause machen?

Ja. Das trockene Schröpfen und besonders die gleitende Schröpfmassage eignen sich mit etwas Anleitung gut zur Selbstanwendung – blutiges Schröpfen gehört dagegen ausschließlich in fachkundige Hände. Ölen Sie die Haut vorher gut ein, arbeiten Sie mit sanftem Sog in Richtung Herz und sparen Sie Gelenke und Lymphknoten aus. Bei Vorerkrankungen halten Sie zuvor ärztliche Rücksprache.

Wann sollte man auf Schröpfen gegen Cellulite verzichten?

Verzichten sollten Sie auf Schröpfen bei Schwangerschaft, der Einnahme blutverdünnender Medikamente, erhöhter Blutungsneigung, akuten Hautentzündungen oder -verletzungen sowie ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die harmlose Cellulite (Orangenhaut) darf nicht mit der Krankheit Cellulitis verwechselt werden. Bei bekannten Vorerkrankungen klären Sie die Anwendung vorab ärztlich ab.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Cao, H. et al. (2012): An Updated Review of the Efficacy of Cupping Therapy. PLoS ONE. Systematische Übersichtsarbeit (PMC)
  2. Wikipedia: Schröpfen – Formen, Geschichte und wissenschaftliche Einordnung. de.wikipedia.org/wiki/Schröpfen
  3. Wikipedia: Cellulite – Ursachen, Erscheinungsbild und Behandlungsansätze. de.wikipedia.org/wiki/Cellulite
  4. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Evidenzbasiertes Gesundheitsportal. gesundheitsinformation.de
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Ulrich Pötter

Ulrich Pötter

Geschäftsführer & Ausbildungsexperte der WellnessInPerfektion WIP GmbH

Ulrich Pötter ist Gründer und Geschäftsführer der WellnessInPerfektion WIP GmbH und seit über 25 Jahren als staatlich anerkannter Therapeut tätig. Er ist Autor mehrerer staatlich zugelassener Fernlehrgänge (Klett-Verlag) und verantwortet die fachliche Qualität aller Lehrgänge.

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Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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