Die Hamam Massage – Ursprung und Ablauf der Massagetechnik

Die Hamam Massage ist eine traditionelle türkische Wellnessmethode, bei welcher sich ein wohltuendes Dampfbad und entspannende Massagetechniken vereinen. Was in orientalischen Gefilden längst ein festes Ritual darstellt, konnte sich mittlerweile auch in Europa etablieren. Dort begeistert Hammam verschiedene Bereiche wie das Spa oder Massagepraxen mit dem einzigartigen Konzept. Letzteres geht auf eine generationsübergreifende Geschichte zurück, die ihren Ursprung im Islam hatte.

Hamam Definition – türkisches Bad mit Wellness Massage

Die Bezeichnung Hamam Massage ist ein Synonym für ein traditionelles, türkisches Dampfbad mit anschließender Wellnessbehandlung. Nicht selten werden darum auch die Begriffe „türkische Massage“, „türkische Sauna“ oder „rituelles Dampfbad“ verwendet. Am häufigsten treten die Badestätten in der Türkei, den arabischen Regionen und dem ehemaligen Osmanischen Reich in Erscheinung, wobei sie offiziell als öffentlich betriebene Badeanstalten bekannt wurden.

Die ersten Überlieferungen um die Hammam Massagetechnik sind vor mehr als 4.000 Jahren entstanden. Der Ursprung liegt in den Dampfbädern des Orients, die klassischerweise als Hamams bezeichnet werden. Jene galten schon damals als Ort für rituelle Waschzeremonien, die Reinigung und den Rückzug von dem stressigen Alltag. Ferner gab es früher in ländlichen Regionen zudem kaum Bademöglichkeiten im eigenen Heim, weshalb speziell die ärmeren Bevölkerungsgruppen in den Dampfbädern ihrer gründlichen Hygiene nachgehen konnten.

Auch heute noch dient der Hamam als Anlaufstätte für die Kommunikation zwischen verschiedenen Personen, was die Bedeutsamkeit für den Orient erklärt. Bis jetzt konnte sich das traditionelle Dampfbad mit integrierter Massage kontinuierlich weiterentwickeln und neuesten Erkenntnissen anpassen, wenngleich die urtümlichen Bauwerke weiterhin ein beliebtes Pilgerziel sind.

Der Islam praktiziert die Badezeremonie selbst in der Neuzeit in regelmäßigen Abständen wöchentlich oder in Verbindung mit besonderen Feiertagen, doch Hamam ist längst nicht mehr nur in seinem Herkunftsland populär. Über die Jahre konnte sich das Verfahren internationale Präsenz verschaffen und erfreut aktuell auch Wellnessfreunde in Europa mit seinen Alleinstellungsmerkmalen. Im Gegensatz zu den Badehäusern des Orients hat in deutschen Hamam Häusern allerdings nicht das muntere Beisammensein Priorität, sondern die Ruhe und die Erholsamkeit. In dem Zusammenhang umgibt das Dampfbad eine fundamentale Überlieferung, die seine Definition noch immer prägt.

Hammam Prinzip – Ritual mit wohltuender Wirkung

Die Hamam Massage beruht auf dem urtümlichen Reinigungsritual, welches im Orient bekannt ist. Dominiert wird das türkische Bad von Wärme, die als Indikator für den Wohlfühlmoment fungiert. Weiterhin ergänzt Wasser den Ablauf, denn für den Hammam ist jenes Element fest mit Wellness verbunden. So soll die Kombination auf eine Reise hindeuten, die von dem hektischen Tagesplan zu einem Ort der ganzheitlichen Erholsamkeit führt. Um diese Symbolik zu verdeutlichen, bedient sich die Massage weiterer Komponenten wie aromatischen Düften, Abgeschiedenheit und großzügig vorhandenem Schaum.

Hamam repräsentiert zugleich das innere und äußere Loslösen von allen alltäglichen Sorgen, Verpflichtungen und Ängsten, damit Körper und Geist ihre Balance wiederfinden. Diese Definition wird in internationalen Dampfbädern stärker in den Vordergrund gesetzt als der religiöse Kontext in dem Heimatland von Hammam, doch achten auch die dortigen Teilnehmer auf den rituellen Mehrwert. Früher traten die Badehäuser meistens direkt neben den Moscheen auf, was auf die Wichtigkeit der Reinigung im islamischen Glauben zurückzuführen ist. Diese Aufgabe wird bis heute noch von den traditionellen Dampfbädern erfüllt. Dazu haben Massage und Badehaus spezielle Begrifflichkeiten, die den kulturellen Faktor widerspiegeln.

Namensgebungen/Aufbau bei Hamam – orientalisches Muster, internationale Anwendbarkeit

Klassisch für den Aufbau eines Hamam sind dicke Außenwände, welche die Wärmezufuhr gewährleisten ebenso wie fehlende Lüftungen und kunstvoll verzierte Glasfenster. Es gibt verschiedene Räume, von denen einige für das gesellige Zusammensitzen dienen und andere als Behandlungsort für die Massage. Dort ist auch der Ofen errichtet, der die konstante Wärme abgibt.

Bei der türkischen Sauna in einem dafür vorgesehenen Badehaus werden die einzelnen Ausstattungsmerkmale
und der Therapeut mit folgenden Begriffen charakterisiert:

  • Tellak für den Masseur, der als Bademeister agiert und zunächst sämtliche Rituale beherrschen sowie Erfahrungen vorweisen muss
  • der Kees, ein Waschhandschuh, der aus Ziegenhaar besteht und den Peeling-Effekt hervorhebt
  • Göbektasi, die warme Platte aus Marmor, auf welcher die Massage angewandt wird
  • Pestemal, das traditionelle Lendentuch, welches bei Frauen auch den Oberkörper bedeckt
  • Kurnas, die Wasserbecken

In internationalen Wellnessbereichen präsentieren sich natürlich auch geläufigere Namensgebungen, da viele Behandlungen ohnehin nicht in Badehäusern, sondern Massagepraxen oder Hotel-Spas praktiziert werden. Bedingt durch den festen Ablauf und das einzigartige Prinzip, welches sich hinter Hammam verbirgt, ist diese Sonderform einer Massage aber in jeder Zusammensetzung von einer vielschichtigen Wirkung auf den Organismus umgeben.

Wirkung türkische Massage – Ganzheitlichkeit als Fundament des Erfolgs

Hammam Massage

Die Massage nach Hamam Konzept kann sich in verschiedener Weise positiv auf den Organismus auswirken. Hierbei ist es unwichtig, ob die abgewandelte Version in europäischen Kulturkreisen oder das altbewährte Ritual in der Türkei abgehalten wird. Die Technik vereint einen angenehmen Wohlfühlmoment mit geschichtlichen Traditionen und Originalität.

Einige der Faktoren, weshalb die Anwendung des Hammam absolviert wird, sind daraufhin:

  • die Badezeremonie
  • das Entfernen von Staub, Hautschuppen und Schmutz
  • die Durchblutungsanregung
  • die Regeneration der Zellen und Haut
  • Tiefenentspannung
  • Erwärmung von Muskulatur und Gewebe
  • Entsagung der negativen Energie

Grundsätzlich hat diese Massage einen starken Einfluss auf die psychische und physische Vitalität des Menschen, besitzt jedoch auch einen religiösen Wert und kann einen indirekten Beauty-Effekt ausstrahlen. Schließlich begünstigt der Aufenthalt in einem Badehaus die Geschmeidigkeit der Haut und deren Elastizität. Unabhängig von der Wirkung darf aber auch der ideelle Aspekt nicht in Vergessenheit geraten. Viele Touristen nehmen an der klassischen Zeremonie teil, um die Kultur des Landes und die Popularität von Hammam am eigenen Körper zu spüren.

In der Regel dürfen alle Personen der Behandlung beiwohnen, jedoch ist bei manchen Zielgruppen Vorsicht geboten. Die Hamam Massage läuft sehr intensiv und kraftvoll ab, was vor allem empfindliche Personen schnell als unangenehm wahrnehmen. Daher wäre es ratsam, bei hohem Schmerzempfinden keine entsprechende Massage zu nutzen. Genauso muss die Temperatur des Dampfbads berücksichtigt werden, denn wer keine Hamam Sauna oder starke Einwirkung von Hitze sowie Feuchtigkeit verträgt, sollte nicht versuchen, die Methode zu testen. Es könnten schnell Herz-Kreislauf-Beschwerden folgen und der Organismus würde einer übermäßigen Belastung ausgesetzt sein.

Die Massage darf obendrein nicht durchgeführt werden, wenn bereits Hautprobleme vorliegen oder eine infektiöse Erkrankung den Körper geschwächt hat. Hierbei wäre es ratsam, bis zu der vollständigen Genesung zu warten. Generell ist es von Vorteil, zunächst mit einem Arzt über das Vorhaben, eine türkische Massage zu erhalten Rücksprache zu führen. Er weiß, welche Risiken auftreten könnten und ob Hammam überhaupt für die Person geeignet wäre. Bevor das Ritual dann starten kann, gilt es außerdem, diverse Regeln einzuhalten, denn die Spezialmassage untersteht festen Rahmenbedingungen, die den Ablauf vorgeben.

Hamam Regeln – strikter Ablauf, umfassende Wirkung

Ein türkisches Bad hat nicht nur Vorteile für die Gesundheit, es läuft auch nach strengen Richtlinien ab. Sie sind ein zentraler Bestandteil der gesamten Zeremonie, weswegen sich potenzielle Teilnehmer mit den Vorgaben für die Hamam Sauna auskennen müssen.

Geschlechter werden getrennt:

Oberste Priorität hat hier die Geschlechtertrennung. Da die Badehäuser und die Massage in einer Vielzahl der arabischen Länder vorkommen, wo sie zu der klassischen Körperhygiene zählen, werden Frauen und Männer grundsätzlich getrennt voneinander behandelt. Das kann auf zwei Arten geschehen, in Form von zwei Räumlichkeiten, was meistens bei großen Hamams der Fall ist, oder mittels separater Nutzungszeiten. Vor allem die Badehäuser, welche öffentlich zugänglich sind, orientieren sich genau an jenen Regelungen, wohingegen der Spa-Bereich in Hotels durchaus auf die klaren Prinzipien verzichtet. Selbstverständlich erweist sich ein Dampfbad in Europa diesbezüglich als wesentlich toleranter als in der Türkei, wo manche Einrichtungen sogar komplett für Frauen verboten sind.

Stille als Gebot:

Weiterhin soll das türkische Dampfbad ein Ort der Ruhe sein, denn die Besucher müssen sich vollkommen entspannen können. Deswegen sind Kommunikationen während der Anwendung strengstens untersagt.

Keine Zuneigung:

Zärtlichkeiten haben bei der Hamam Massage keinen Platz. Die ethischen und religiösen Strukturen bei dieser fernöstlichen Therapie verbieten jeglichen Körperkontakt auf Basis von Liebkosungen und Streicheleinheiten.

Kleidervorgaben sind Pflicht:

Die feste Kleiderordnung ist ein Kriterium für die Teilnahme an der Hammam Zeremonie. So sind das Lendentuch, auch Pestemal genannt, und Badeschuhe verpflichtend. Eigene Kleidung oder Unterwäsche darf hier ebenso wenig getragen werden wie in herkömmlichen Saunas, weil sie nicht der Hygienevorschrift entspricht.

Verzicht auf Dusch- und Waschvorgänge:

Haare waschen und Duschen sollten im Hamam unterlassen werden, was ebenfalls auf hygienische Vorschriften zurückzuführen ist. Gibt es innerhalb der Badehäuser einen Erholungsraum oder eine Art Teestübchen, dürfen die Besucher dort nicht mit nassem Lendentuch verweilen.

„Kurnas“ Handschuh darf nicht ins Wasser:

Der Peelinghandschuh, welcher für die Behandlung angewandt wird, darf nach der Nutzung nicht mehr mit Wasser und einem der Waschbecken in Kontakt treten.

Für den Fall, dass sich ein Teilnehmer unsicher ist, welche Regeln den Ablauf während der Badekultur in dem jeweiligen Hamam begleiten, empfiehlt es sich, die Hausordnung zu studieren und jemanden zu fragen, der die Richtlinien kennt. Darauf aufbauend wird die Hamam Massage nach einem strukturierten Konzept absolviert.

Hamam Massage in der Praxis – zielorientierter Ablauf mit Effizienz  

Bei einer Hammam Massage treffen Kultur, Wirkung und Wellness aufeinander, um die Besucher mit der türkischen Badezeremonie zu begeistern. Der Ablauf hat hierzu ein klassisches Schema. Dieses erstreckt sich über acht Schritte und begünstigt eine ganzheitliche Tiefenwirkung.

Schritt 1: Die Teilnehmer müssen sich mittels Dusche oder Bad ausgiebig reinigen, um die Hamam Sauna betreten zu dürfen. Dazu wird jedoch nur klares Wasser verwendet, keine Seife oder Duschgel. Ziel ist es, den Dreck und Schweiß des Körpers vollständig zu entfernen.

Schritt 2: Das Dampfbad folgt mit einer Grundtemperatur von 45 Grad Celsius, sodass sich die Muskulatur entspannt und die Hautporen geöffnet werden. Dadurch kann das Peeling eine stärkere Wirkung nach außen projizieren.

Schritt 3: Etwa 15 Minuten später soll lauwarmes Wasser über den ganzen Körper laufen und der Besucher darf sich kräftig einseifen.

Schritt 4: Ein zweiter Dampfbadbesuch findet statt.       

Schritt 5: Die eigentliche Hamam Massage beginnt. Dafür begibt sich die Person auf eine erwärmte Marmorplatte, genannt Göbektasi, wo der Therapeut mit den Techniken beginnt. Sie werden nur mit einem Spezial-Waschhandschuh absolviert und sollen tief liegende Ablagerungen sowie vorhandene Hautschuppen entfernen. Weiterhin dient die Massage der besseren Durchblutung und dem gesunden Hautbild, was sich an der rosigen Färbung zeigt.

Schritt 6: Die Massage wird intensiviert, indem ein Schaum den Körper ummantelt und der Therapeut seine Praktiken kraftvoll fortsetzt. Wohltuende Düfte steigern den Effekt.

Schritt 7: Einige Güsse mit warmem Wasser schließen Hammam ab.

Schritt 8: Für den optimalen Wellnessmoment sollte der Besucher im Anschluss eine ausgedehnte Ruhephase wahrnehmen. Sie darf gerne in der Teestube von dem Badehaus durchgeführt werden.

Der Ablauf unterscheidet sich natürlich je nach Behandlungsort, denn ein Spa in europäischen Gefilden ist weniger an Traditionen und den religiösen Hintergrund gebunden. Dort liegt der Fokus auf Wellness. Deswegen ist das Konzept oftmals weniger strikt geregelt und beinhaltet auch eigene Interpretationen einer Entspannungsmassage. Trotzdem sollte die Massage niemals von einem Laien angewandt werden. Türkische Dampfbäder erfordern höchste Fachkompetenz, weswegen der Masseur ein zertifizierter Hammam Therapeut sein sollte. Dann könnte die Anwendung in Hotels ebenso genutzt werden wie in klassischen Badehäusern auf der ganzen Welt.

Hamam Sauna

Professioneller Hamam Therapeut – langjährige Erfahrung als Voraussetzung

Gerade in orientalischen Regionen hat der Tellak wie oben erwähnt viel Bedeutung und kann erst nach mehrjähriger Erfahrung als Bademeister des Hammams die Massage absolvieren. Ferner muss er jegliche Traditionen rund um die Zeremonie kennen, bevor er zu einem Tellak werden darf. Zwar unterliegen die Masseure in anderen Gebieten der Welt nicht solchen strengen Verpflichtungen, doch auch europäische Fachkräfte brauchen eine lückenlose Kernkompetenz. Die Praktik sieht viele Besonderheiten vor, weswegen eine Standard-Schulung zum Masseur nicht ausreicht.

Im Gegenteil, es sollte eine passende Fortbildung zum Hamam-Therapeuten belegt werden. Sie vermittelt den Profis alle theoretischen und praktischen Kriterien um die uralte Massagekunst zu erlernen. Außerdem liefert sie Einblicke in die Riten und religiösen Zusammenhängen, die das türkische Bad umgeben. Dadurch erhalten Interessenten auch in anderen Teilen der Welt regelkonforme Behandlungen nach alter Tradition, die von modernen Einflüssen sowie dem Fachwissen des Therapeuten geprägt werden. Charakteristisch daran ist, dass es keine festen Vorgaben hinsichtlich der Technik gibt.

Ein orientalischer Tellak darf die Grundlagen der Anwendung stets mit eigenen Massagemethoden kombinieren und daraufhin eine individuelle Vorgehensweise präsentieren. Wichtig sind nur die Einhaltung ethischer Prinzipien und die Zufriedenheit der Teilnehmer.  

So ist die Hamam Massage eine urtümliche Praktik mit Authentizität, bei der sich das Dampfbad mit intensiven Grifftechniken und kulturellem Erbe verbindet, um den Besuchern einen nachhaltigen Erholungsmoment auf allen Ebenen zu spenden.

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