Fango - Entspannung und Gesundheit durch Mineralschlamm

Schlammpackungen sind nicht nur gut für die Haut, sondern entfalten auch eine tief greifende gesundheitliche Wirkung. Auf keine Form der Schlammtherapie trifft dies so sehr zu wie auf die Fango-Behandlung, die auf die heilenden Kräfte von Mutter Erde baut.

Bei Fango handelt es sich um einen vulkanischen Mineralschlamm, dessen heilende Wirkung bereits den alten Römern vor über 2.000 Jahren bekannt war. Der Fango, der heute zu Behandlungszwecken ergänzend zur klassischen Medizin eingesetzt wird, kann durch seine durchblutungsfördernde Wirkung Schmerzen und Beschwerden aller Art lindern und erfreut sich deshalb großer Beliebtheit.

Formen des Heilschlamms Fango

Es existieren drei Darreichungsformen des Heilschlamms, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften aufweisen und damit die Therapie beeinflussen.

Gereifter organischer Fango

Ursprünglich stammt die Kunst der Fangoherstellung aus dem Euganeischen Becken, der bekanntesten Fangoregion Italiens, in der sich schon römische Legionäre ihre von Gewaltmärschen verspannten Muskeln durch den Mineralschlamm lockern ließen. Traditionell besteht der italienische Fango aus iod- und bromreichem Thermalwasser, lehm- und tonhaltigem Fangoschlamm sowie aus zugesetzten Mikroorganismen und Meeresalgen. Gut miteinander verrührt durchläuft diese Mischung einen drei bis sechs Monate andauernden Reifeprozess, in dessen Rahmen die Mikroorganismen den biologischen Reifeprozess des Fangos vorantreiben. Im Anschluss an die Verwendung kann der organische Fango wiederaufbereitet werden.

Anorganischer Fango

Insbesondere in Deutschland, Österreich und Skandinavien wird zur Behandlung von Schmerzen und Beschwerden anorganischer Schlamm eingesetzt. Dieser enthält keine Mikroorganismen und wird dementsprechend nicht gereift. Stattdessen baut der anorganische Fangoschlamm auf die thermophysikalischen Eigenschaften, die aus dem gemahlenen Vulkangestein stammen, das für die Herstellung verwendet wird. Das aus der Eifel und dem Steirischen Vulkanland stammende Material wird am Behandlungsort mit ortsüblichem Brauchwasser angereichert.

Kurorte, die über eigene Thermen verfügen, verwenden zur Behandlung Thermalwasser, sodass der Fangoschlamm oft mit zusätzlichen Mineralien wie Schwefel, Sole oder Radon angereichert ist. Im Gegensatz zum organischen Fangoschlamm kann der anorganische Fango nur einmal verwendet werden und wird daher nach der Therapie umweltgerecht entsorgt oder im Gartenbau eingesetzt.

Parafango als kostengünstiger Kompromiss

Ein günstiger Kompromiss zur aufwandsreichen Verwendung klassischer Fangoschlämme ist der sogenannte Parafango. Dieser besteht zu einem Großteil aus Parafinwachs und ist lediglich mit Fangoschlamm angereichert. Durch die mehrfache Verwendbarkeit bietet der Parafango für Wellness-Betriebe einerseits Kostenvorteile, besticht andererseits jedoch auch durch seine einfache Handhabbarkeit. In puncto Wärmeleitfähigkeit und Modellierbarkeit weist er im Vergleich zum organischen und anorganischen Fangoschlamm jedoch Nachteile auf.

Wie werden Fangopackungen angewendet?

Wird der Fangoschlamm für eine Therapie mit anschließender oder vorhergehender Massage verwendet, muss dieser zunächst auf eine Temperatur von 60 bis 70 Grad Celsius erhitzt werden. Im Anschluss gibt der Therapeut eine in Abhängigkeit vom jeweiligen Grundmaterial fest definierte Menge Thermalwasser hinzu, sodass der Naturfango bei etwa 50 Grad Celsius aufgetragen werden kann. Im Rahmen der Behandlung erfolgt die Auftragung des Fangoschlamms entweder großflächig oder ausschließlich auf kleinen Körperarealen. Damit der Schlamm seine thermophysische Wirkung optimal entfalten kann, wird dieser drei bis vier Zentimeter dick auf die Haut aufgetragen und die gesamte Körperpartie mit Folie oder Tüchern umwickelt.

Im Anschluss wirkt die Fangopackung für 30 bis 40 Minuten ein, sodass die in den Fangoschlämmen enthaltenen Stoffe unter die Hautoberfläche dringen können. Während die Algenbestandteile des organischen Fangos mitunter auch schmerzstillende Substanzen in die Haut abgeben, beruht die Wirkung des anorganischen Fangos vor allem auf den enthaltenen Mineralien sowie der wohltuenden Wärme, die tief in das Gewebe eindringt. Ist die Einwirkzeit um, wird die Fangopackung mit lauwarmem Wasser entfernt und der Patient mit einer wärmenden Decke in eine Ruhephase entlassen. Oftmals folgt zur Spannungslösung in der Muskulatur anschließend noch eine Massage, die die Behandlung abschließt.

Wirkungsweise des Fangoschlamms

Die Hauptwirkungsweise des Fangoschlamms, die bisher durch medizinische Untersuchungen zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, ist auf die Wärmebehandlung zurückzuführen, durch die Steuerungsmechanismen im Organismus gezielt angesprochen werden. Im Detail betrifft dies die Anregung des Schweißflusses sowie die Weitung der Gefäße, wodurch sich die lokale Durchblutung verbessert. Das wiederum optimiert die Nährstoffversorgung und stimuliert den Abtransport von Schlackestoffen aus dem Gewebe, was sich positiv auf entzündliche Reaktionen auswirkt und eine Tiefenentspannung nach sich zieht. Im Gegensatz dazu konnten die Wirkmechanismen der organischen Stoffe bis dato nicht gänzlich nachvollzogen werden.

Anwendungsgebiete für die Fangotherapie

Die entspannende, schmerzhemmende und nicht zuletzt durchblutungsfördernde Wirkung der Fango-Therapie macht das Verfahren für die Behandlung vieler Krankheiten und Beschwerden interessant. Neben oberflächlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte und Ekzemen zählen zu den Anwendungsgebieten unter anderem:

  • Schulter-, Nacken- und Rückenschmerzen,
  • Sehnenscheidenentzündungen,
  • Muskelverhärtungen und Muskelkater,
  • chronisch rheumatische Gelenkerkrankungen,
  • Bindegewebs- und Muskelrheumatismus,
  • Menstruationsbeschwerden.

Fango kann nicht immer eingesetzt werden

Allerdings existiert auch eine Reihe von Faktoren, die die Anwendung heißer Fangopackungen zur Behandlung von Beschwerden ausschließt. Dies betrifft neben Entzündungen und Verletzungen auch fieberhafte Erkrankungen und akute Infekte. Darüber hinaus ist es Therapeuten, die Fangopackungen mit entsprechenden Massagen kombinieren möchten, anzuraten, Klienten im Vorfeld zu befragen, ob Vorerkrankungen wie Venenproblematiken oder Herz-Kreislauf-Leiden diagnostiziert wurden. In einem solchen Fall sollte vor der Behandlung Rücksprache mit dem Hausarzt gehalten werden.

Fazit & Ausblick

Wer an der SWAV-Akademie seine Ausbildung zum Fachpraktiker für Wellness, Massage und Prävention erfolgreich absolviert hat und sich in therapeutischer Hinsicht weiterentwickeln möchte, findet in der Fango-Behandlung einen idealen Ansatzpunkt, zumal die Techniken sowohl zur reinen Entspannung als auch zur Behandlung von Krankheiten einsetzbar sind. Erweitern Sie Ihr persönliches Portfolio und schaffen Sie sich damit einen Marktvorteil als Wellness-Experte.

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